Frage von Nayes2020, 156

Warum gibt es eine Erbschaftssteuer?

Hallo,

Ich hätte da eine Frage und vielleicht hat jemand eine Antwort?

Ich frage mich wieso es eine Erbschaftssteuer gibt.

Meine Überlegung ist: Sagen wir mal ich häufe ein Vermögen an. Ganz legal versteht sich. das bedeutet das Finanzamt weiß von dem Geld und wurde auch richtig versteuert usw.

Wenn ich jetzt abkratze und es meinen Kindern hinterlassen will.. Dann müssen meine Kinder Steuern zahlen auf geld... was schon versteuert wurde! Es ist doch egal ob die das Geld verdient haben oder nicht. aber das Geld wurde doch schonmal versteuert. Wieso nochmal?

Ich will jetzt keine Hasskommentare über das böse Deutschland hören. aber vielleicht kennt jemand einen Grund oder das offizielle Statement oder so?

Aber ich muss gestehen da wird man schon sauer,. ich meine klar man stellt sich erstmal die verwöhnten Bengel vor die eben eifnach erben und ausgelebt haben. Aber wie gesagt der Vater hat ja wohl genug Kraft investiert und ihm ist ja auch nichts in dem Schoß gefallen. Da überlegt man schon das Geld eifnach zu vergraben und eine Schatzkarte zu hinterlassen^^

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PatrickLassan, 129

Vielleicht deshalb:

Nach früheren anderen Rechtfertigungen findet die Erbschaftsteuer heute
ihre Rechtfertigung in der erhöhten steuerlichen Leistungsfähigkeit des
Erben sowie in der gewünschten Umverteilung des im Erbgang angehäuften Vermögens.

Ihttps://de.wikipedia.org/wiki/Erbschaftsteuer_in_Deutschland

Kommentar von Nayes2020 ,

Ahhh das ist doch eine Antwort. vielen dank.

Ne ich habe direkt nach der Frage gegooglet und nicht einfach Erbschaft an sich. vielen dank.

mit der Antwort kann ich leben

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 80

Sinn der Erbschaftsteuer ist die steuerliche Erfassung von Kapitalzuflüssen, die nicht auf eigener Leistung beruhen. In Österreich gibt es z. B. keine Erbschaftsteuer, aber ein Teil dieser Zuflüsse unterliegt der Einkommensteuer.

Auf der anderen Seite ist die Erbschaftsteuer in Deutschland die unwirtschaftlichste Steuer. ca. 90 % der Erbschaften bleiben unversteuert. Also werden 9 von 10 Erklärungungen mit dem Ergebnis 0,- Euro Steuer bearbeitet.

Das Aufkommen an Erbschaftsteuer ist nur ca. 5,5 Mrd. euro pro Jahr (übrigens 25 % bringt allein Bayern) und die Kosten durch die Veranlagungen ist (wegen der Vielzahl der Veranlagungen, die ohne Ergebnis durchgeführt werden) fast die Hälfte dieses Aufkommens.

Kommentar von Nayes2020 ,

Ach man muss Deutschland manchmal lieben xD

Antwort
von peterobm, 108

Familienmitglieder haben gewisse Freibeträge, da fallen keine Erbschaftssteuern an, die zählen zur 1. Ordnung, da gibt es noch 2 3 je tiefer desto niedriger ist der Freibetrag. http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=66782.html

Fremde zahlen von Anfang an und zwar voll

Kommentar von Nayes2020 ,

Von den Freibeträgen weiß ich. ich finde die aber wirklich nicht sehr hoch. vorallem das eben Brüder auch nur die 3 Stufe sind. Ich würde nähmlich meinen sehr viel jüngeren Bruder eben auch was hinterlassen wollen.

Aber es gibt ja noch die Schatzkarte^^

Kommentar von peterobm ,

Schenkung - alle 10 Jahre wieder 

Kommentar von SiViHa72 ,

Eiine Idee, die sich viele aber nicht ganz trauen: schon zu lebzeiten schenken.

Ansonsten gibts keinen Weg ohne Steuer.

Antwort
von SiViHa72, 77

Exakt. Du verdienst Geld. Das wird versteuert.

Wenn Du Erspartes dann anlegst, zahlst Du Erträgnissteuer.

Und wenn Du es vererbst, zahlen die Erben schließlich Erbschaftsteuer.

Kannst also sagen: es wurde 3x versteuert.

Freibeträge innerhalb naher Familie gibts auch, aber dann wird versteuert.


Im Endeffekt.. cui bono? Genau.



Kommentar von Mojoi ,

Wenn man das Ersparte anlegt, zahlt man nur auf den Ertrag Steuer, nicht auf das Ersparte.

Eine Vermögenssteuer gibt es momentan nicht.

Antwort
von Mojoi, 61

Es gibt da etliche Überlegungen zur Rechtfertigung. Überwiegend werden die Erbschaftssteuer und die Schenkungssteuer (die mehr oder minder synonym sind) als "ungerechte" Steuer eingestuft.

Einer der Rechtfertigungen liegt darin, dass man über den Weg der Schenkung oder Vererbung Geldflüsse steuerfrei umleiten könnte, die sonst auf "korrektem" Wege steuerpflichtig wären.

Beispielsweise A "schenkt" B einen Güterwaggon voll Äpfel. Einen Monat später "schenkt" B - A  EUR 5.000,-

EUR 950,- USt. am Fiskus vorbei.

Lieschen Müller bekommt von Alfons Drödel 200.000,- "geschenkt". Davon baut sie sich ein Haus.

Alfons Drödel wird im Testament von Lieschen Müller mit 300.000,- bedacht.

EUR 24.657,50 Kapitalertragssteuer am Fiskus vorbei (ich hab jetzt die 100.000,- nicht abgezinst).

Kommentar von Nayes2020 ,

Ne die Schenkungssteuer habe ich auch nicht gemeint. eben wegem dem. Das habe ich mir auch schon gedacht.

nur wieso bei Erbe? die Person ist ja tot. man kann einem Toten nichts schenken. DAS verstehe ich nicht. weil dein Beispiel funktioniert eben nicht wenn die Erbschaft steuerfrei wäre.

mal von abgesehen das man warten muss bis jemand abkratzt. ist einer der beiden Parteien.. tot^^

Kommentar von Mojoi ,

Die Vererbung VON einem Toten AN einen Lebenden kommt doch einer Schenkung gleich.

Antwort
von Pucky99, 68

Rechtlich gesehen wird die Steuer ja nicht von dem Geld sondern von den Personen gezahlt. Und der Erbe hat für das Geld, was er bekommt noch keine Steuern bezahlt. Da ein Erbe kein Einkommen ist, kann es nicht unter die Einkommenssteuer fallen.

Um es mal überspitzt zu formulieren müsstest man auch keine Mehrwehrtsteuer bezahlen, da das unternehmen bereits Vorsteuer entrichtet hat. Aber imer wenn eine Person ob juristisch oder natürlich einen Mehrwert erwirtschaftet oder erhält, muss dies versteuert werden. Freibeträge schränken dies natürlich ein.

Kommentar von SiViHa72 ,

Sehr gute Erklärung :-)

Antwort
von Charlybrown2802, 78

weil es so vom Gesetzgeber beschlossen wurde

Kommentar von Nayes2020 ,

Genau solche Antworten wollte ich eben nicht^^

Kommentar von PatrickLassan ,

So falsch ist die Antwort nicht.

Steuern sollten der Finanzierung der Staatsausgaben dienen, daher wird der Gesetzgeber nach Sachverhalten suchen, aus denen sich (warum auch immer) eine Steuerpflicht ergibt.

Kommentar von Nayes2020 ,

Ja mir ist schon bewusst das der Gesetzgeber das beschlossen hat. ^^

ich wollte eben wissen auf was für ein Sachverhalt sich das eben bezieht.

Jedes Gesetz hat ja ein offziellen Grund.

Kommentar von Mojoi ,

Leider nicht immer. Der Großteil der Steuergesetze ist zwar logisch begründbar (Steuergerechtigkeit, Besteuerung nach Leistungsfähigkeit...), aber einige wenige sind schlicht willkürlich getroffen.

Z.B., erhöhen die Zinserträge aus Steuererstattungen das zu versteuernde Einkommen, die Zinsaufwendungen aus Steuernachzahlungen mindern aber das zvE NICHT.

Weil isso!

Kommentar von Mojoi ,

Kann man aber darauf reduzieren. Das ist die - wesentliche - Begründung für die Steuer. Sie ist relativ willkürlich geschaffen. Eine "gerechte" Grundlage zu finden ist schwierig. Der Staat erbringt keine Gegenleistung, der Erbe begeht keine Handlung, die irgendeine Besteuerung rechtfertigen würde.

Es wird gemacht, weil es geht.

Es gibt sogar Stimmen, die sagen, echte Vermögensgerechtigkeit wäre erst dann gegeben, wenn Erbschaften überhaupt nicht möglich wären, sondern komplett an den Staat flössen. Keine Erbschaft für niemanden, alle fangen bei Null an.

Antwort
von SquadStein, 36

Es geht darum, das Geld von den Reichen auf die Armen zu verteilen, wobei die ganz Reichen systembedingt dann wieder nichts zahlen, was zwar verfassungswidrig ist, aber trotzdem vom BVerfG für die letzten Jahre abgesegnet wurde. Politisch so gewollt. Ich weiß auch gar nicht, wo man sein Kreuz machen müsste, damit das aufhört.

Antwort
von Kandahar, 65

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt.

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