Frage von Kreativst, 111

Warum gibt es eigentlich noch "neue" Heroin Konsumenten?

Diese Frage lässt mich einfach nicht los, vielleicht hat ja hier jemand eine Idee, ne finale Antwort wird es ja eh nicht geben. Ich meine mit der Frage einfach wie es sein kann das immer noch Leute "neu" anfangen Heroin zu nehmen, ich meine natürlich ist man da bestimmt erstmal super drauf aber ich habe bisher noch nie von einem Konsumenten gehört der nach 5 Jahren auch nur irgendwas im Griff hatte außer der Spritze. Es müsste doch (rein logisch) mittlerweile bei dem letzten Mensch angekommen sein das diese Droge nicht einen einzigen Vorteil bietet, oder würde das von euch freiwillig jemand ausprobieren wenns legal wäre?

Bitte nur angemessene und sachliche Antworten, danke. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FouLou, 46

Es gibt auch noch immer neue Raucher obwohl jeder weiss das es Krebs verursacht und nachweislich schädlich ist und man davon abhängig werden kann.

ich stimme mexp123 zu. Heroin ist keine einsigsdroge. Eher sachen wie MDMA und andere Partydrogen. Damit kommt man schonmal in kontakt mit drogen und der entsprechenden szene.

Dies schafft eine entsprechende nähe zur szene. Man Hat freunde die das nehmen und "alle tun es irgendwie". Somit ist das thema Drogen ersteinmal ent demonisiert.

Natürlich ist es von hier noch ein guter schritt zu Heroin. Aber es gibt noch einige seichtere drogen. Eventuell hat man auch pech und erwischt etwas böse gepanschtes und komtm so in kontakt mir härteren sachen.

Ähnlich wie beim rauchen kann es sich dann immer weiter bis zu heroin steigern. Hier kommt es auch ganz stark aufs umfeld und die eigene situation an.

Ein anderer grund der da mit reinspielt ist ja das viele drogen nunmal den effekt habend das der effekt beim regelmäßigen konsum abnimmt und man mehr konsumieren muss.

Was dazu führen kann das man ebend auf härtere sachen umsteigt um wieder einen den guten kick zu erleben.

Wenn die erste Hemmschwelle ersteinmal überwunden ist wird das ganze danach wesentlich leichter. Ausserdem kann man enthemmung durch Drogen/alkohol konsum da mit reinziehen. Im rausch machen viele menschen ganz schön dumme sachen.

Kommentar von Kreativst ,

Ja das stimmt wohl. Wobei, beim rauchen versteh ichs halt auch irgendwo, das schadet ja vielen jahrelang überhaupt nicht (zumindest nicht sichtbar) und zerstört dich halt auch einfach nicht so wie z.B. Heroin oder auch Alkohol das kann. 

Ich komme zwar aus ner Kleinstadt, kenne mich hier in der "Szene" auch halbwegs aus, kenne auch genug Leute die regelmäßig kiffen/ziehen/was auch immer aber mit Heroin hat von dennen z.B. auch noch keiner zu tun gehabt, oder meinst du das kommt erst in nen paar Jahren wenn das Zeug (Gras, Speed, MDMA & XTC) von jetzt eben nicht mehr reicht?

Kommentar von FouLou ,

Wie gesagt soziale und persönliche faktoren spielen da stark mit rein. Nur weil man mit was leichtem anfängt heisst es nicht das man bei heroin landet. Auf jeder stufe bleiben leute stehen. Manche hängen jahrelang an koks und machen sich so kaputt.

Und nur weils nicht sichtbar schade heisst es nicht das es schadet. Ja bei zigaretten dauert es und deswegen sind sie ja auch nicht illegal.

Der ganze prozess geht üblicherweise über jahre meines wissens nach. Man kann sagen das man langsam abstürzt. Ist ja beim rauchen auch . Die wenigsten die heute ne schachtel am tag.rauchen haben so angefangen. Sie haben aber langsam und schleichend die kontrolle Verloren. Dennoch gibt es leute die nicht soweit gegangen sind.

Bei anderen drogen ist das nicht anders. Kiffen z.b. Manche machen es nur einmal im monat und andere. Können schon fast nicht mehr ohne und brauchen jeden tag ihren joint.

Fazit: Es kann im schlimmeren enden. Muss aber nicht. Und die meisten die leichte drogen nehmen enden auch nicht dort. Aber es besteht die gefahr das es der anfang vom ende ist wenn man sein "erstes mal" hinter sich hat.

Antwort
von mexp123, 50

Ich nehm nicht heroin, aber die meisten heroinkonsumenten, die man fragt sagen, dass sie zuerst andere leichte Drogen genommen haben.
Und meistens kommen die über Freunde dazu. Wenn man eh zugedröhnt ist und nichts anderes hat außer seine Drogen und seine Freunde ist es glaube ich nicht mehr so schwer, überredet zu werden. Vor allem weil heroinkonsumenten ja ziemlich begeistert von dem Rausch sind (anfangs), also das bestimmt gut rüberbringen. Und auf der anderen Seite haben die dann ihren Kumpel, der wahrscheinlich eh nicht ganz bei Sinnen ist und leicht zu überzeugen.
Ich glaube die wenigsten fangen heroin nach reichlicher Überlegung und vollkommen nüchtern an. Sondern vielmehr aus dem Affekt und wenn man eh schon high ist und noch mehr erleben will.

Kommentar von Kreativst ,

Hmm das ist mal nen guter Ansatzpunkt, hab ich noch garnicht so gesehn, ich glaub da muss man aber eh schon ziemlich fertig sein wenn man sowas für ne gute Idee hält.^^

Kommentar von mexp123 ,

Also ich hab mal über ein Seminar mit einem Heroinabhängigen auf Entzug Kontakt gehabt. Da bekam ich den Eindruck, dass die eben nicht so eine Weitsicht haben auf die Zukunft haben, weil die einfach in ihrem Alltag schon genug Probleme haben, z.B. mit der Familie oder in der Schule oder im Job. Da denkt man noch gar nicht dran, dass man vielleicht irgendwann wieder mit den Drogen aufhören will. Und dann kommt eben der soziale Faktor zu den Problemen dazu und man denkt sich: Wenns denen gut tut, kanns mir auch gut tun. Diese Leute haben in ihrem alltäglichen Kontakt am Anfang halt leider nicht mit denen zu tun, die zB schon Beschaffungskriminalität betreiben, auf Entzug gehen oder die irgendwann an einer Überdosis sterben, sondern mit denen, die noch total begeistert sind von dem Stoff. Und dann wird man halt ziemlich einseitig beeinflusst.

Kommentar von Kreativst ,

Ja klar das macht Sinn, wenn man an dem Punkt ist wo der nächste Schuss eh wichtiger ist als alles andere dann existiert der Gedanke aufhören oder keine Drogen mehr nehmen wahrscheinlich erstmal garnicht, geschweige denn gesundheitliche Folgen.

Antwort
von riverbelow, 8

Würde ichs ausprobieren? Vielleicht, man muss das nicht verteufeln. 

Heroin macht nicht definitiv psychisch abhängig, lies dir mal dieses Experiment mit den Ratten durch. 

Nicht jeder Konsument wird süchtig, und nicht jeder Suchtkranke hängt an der Spritze. Heroin per sé schadet auch nichts, außer dem Geldbeutel. 

Ich würde mich eher fragen warum jeder Alkohol trinkt, obwohl diese Droge unheimlich gefährlich ist. 

Antwort
von fosi22, 22

Wenn ich ehrlich bin, würde ich wenn mir jemand Heroin anbietet das auch probieren. Nur um zu wissen wie der Rausch ist. Nach dem "Ausprobieren" gibt es auch öfters Leute die dann sagen "cool, das nehme ich wieder" und wenn man Pech hat rutscht man danach ab.  

Antwort
von john201050, 24

genau das gleiche könntest du dich beim tabak fragen.

wieso fangen menschen an zu rauchen, wenn das rauchen selbst nichts bringt, hochgradig abhängig macht und sehr schädlich ist. (spielt vom abhängigkeitspotenzial in einer liga mit heroin)

eigentlich gilt das für die meissten drogen. wieso fängt man an alkohol zu trinken? immerhin ist das eine der gefährlichsten drogen überhaupt.

Antwort
von Velti, 39

Bestimmt ist das aus Verzweiflung oder Lebensmüdigkeit. Alternativ kann ich mir nur pysichischr Abhängigkeit und Naivität vorstellen.
Ich glaube, wie du, dass es nicht ein Problem der Unaufgeklärtheit ist.

Antwort
von lucadavinci, 15

Natürlich es gibt genug Leute die ab und zu mal Heroin konsumieren (verantwortungsvoller Konsum) und trotzdem voll ind ganz im Leben stehen.....

Kommentar von Kreativst ,

Echt? Da hab ich tatsächlich noch nie was von gehört, bisher immer nur Tod oder Entzug. Dazwischen kannte ich nichts in dem Zusammenhang.

Antwort
von Kodringer, 14

Es gibt viele Leute die es probieren und nicht abhängig werden, es braucht laut Studien im Durchschnitt ein Jahr, bis man von Heroin abhängig wird.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1080/09595230600883347/abstract

Und ja, wenn es legal könnte ich mir schon vorstellen es zu nehmen, denn Heroin hat - wenn man es nicht gerade raucht - keinen schädlichen Effekt auf den Körper. 

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