Warum gerade in Mittelalter viel Stadt gründung kam ---- Was versprachen sich die Adligen Stadt gründer davon?

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5 Antworten

Es gibt viele unterschiedliche "Keimzellen" für Städte, in den meisten Fällen Dörfer oder Höfe mit einem strategisch guten Standort, wie schon vorhandene "Klöster", alte rituelle Plätze, eine gute Lage oberhalb eines fruchtbaren Tals, oder eines strategischen Weges oder Wasserweges (um Steuern einzutreiben)...oder schlicht weil es einem Fürsten da gefallen hat und er eine Feste bauen ließ um sich dort niederzulassen. Also entweder für militärische, händlerische oder soziale Anhaltspunkte. Z.B. wurden viele Städte an "Wegkreuzungen" oder Flussfurten reich und groß weil es wichtige Handelsrouten vereinigte. Siehe auch "Salzstraße", "Seidenstraße" usw.
Hinzu kam das sich an diesen Orten Handelspunkte / Marktflecken entwickelten, weil die aneinander vorbeiziehenden Händler natürlich auch untereinander handelten. Was wiederum Bedienstete, Handwerker, Bauern, Händler und Geistliche anzog, diese brauchten dann auch Häuser, Herbergen, Klöster und Kirche/n. Diese mussten dann genauso wie die "Kreuzung" oder Furt (später Brücken), geschützt und ausgebaut werden. Hatte ein Ort also einen Marktflecken einer gewissen Größe, haben ihm die Herrschaften / Könige "Marktrecht" gegeben und dafür von dem Warenhandel Steuern und Zoll kassiert, dann wurden Ritter oder Soldaten abgestellt diesen Ort zu bewachen, damit die natürlich vorkommenden Räuber nicht Überhand nahmen. Der Ort wurde dann mit Mauern umgeben, [Zoll-]Brücken gebaut usw. Wurde ein Ort durch seinen Bevölkerungszuwachs dann groß genug sich selbst zu verteidigen und zu verwalten, indem zum Beispiel die Bürger zur Bürgerwehr gerufen werden konnten, wurde dem Ort das "Stadtrecht" verliehen. Offiziell waren sie erst ab diesem Zeitpunkt "Stadt"! Eine feste Zahl ab wieviel Einwohnern ein Dorf oder Marktflecken zur Stadt ernannt wurde gibt es nicht, also kann man auch nicht verallgemeinern was zu einer "Stadt" führt.

Hoffe geholfen zu haben - Markus

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Städte bedeuten Bürger, Bürger mit Handwerk und Handel bedeuten Steuereinnahmen, egal für welchen Gründer. Allerdings sind viele Städte vielmehr gewachsen als gezielt gegründet worden. Hier steuerte man v.a. mit der Verleihung spezieller Rechte (Stadtrecht, Marktrecht,...). Allerdings kommt keine Stadt ohne das sie ernährende Land aus.

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Weil zur Zeit des mittelalterlichen Klimaoptimums die Lebensbedingungen in Europa sehr gut waren. Dadurch ist die Bevölkerung kräftig gewachsen und immer neue Siedlungen wurden gegründet, die dann zu Städten herangewachsen sind. Der Adel hatte auf dieses Bevölkerungswachstum kaum einen Einfluss.

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Territorium alleine bringt nicht viel, es muss bevölkert und entwickelt werden. Handel, Handwerk und Gewerbe sind in Städten ansässig und weniger auf dem Land in den Dörfern. Ich hoffe, dir reicht dieser kleine Denkanstoß aus. :-)

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War zwar nicht gerade im Mittelalter, aber die Stadt Ludwigshafen wurde z.B. von König Ludwig von Bayern gegründet. Damals gehörte dieses Gebiet zu Bayern. Damit konnte er vor den badischen Herrschen punkten, denn er setzte sie genau vor deren Nase. Es war von Anfang an eine Industriestadt, das Volk bekam Arbeit, er konnte die Schiffahrtswege direkt am Rhein nutzen und hat natürlch selber auch davon profitiert. So ähnlich war es auch im Mittelalter.

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