Warum genau glaubte Abraham nur an einen Gott?

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10 Antworten

Lange bevor das Judentum seinen Anfang nahm, gab es den Pharo Echnaton, der als erstes die Idee des Monotheismus umzusetzen versuchte. Vielleicht war sogar er es, der den Monotheismus überhaupt erst erfand.

Er vereinigte alle ägyptischen Götter in einen (sich selbst soweit ich weiß) und erklärte diesen Gott zum einzigen existierenden Gott.

Nach seiner Herrschaft kehrten die Ägypter jedoch wieder zum ursprünglichen Polytheismus zurück.

Sollte es Abraham jemals gegeben haben, was mehr als zweifelhaft ist, hatte er seine Inspiration wohl von den Geschichten über Echnaton.

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Kommentar von Franz1957
16.05.2016, 16:09

Daß wohl Echnaton der Urheber der monotheistischen Idee gewesen sei und das Judentum hierin seinen Ursprung gehabt habe, wurde ja öfters gesagt. Seltener hört man die umgekehrte und, wie ich finde, nicht weniger plausible These: daß Echnaton und schon vor ihm ein Teil der ägyptischen Bevölkerung durch die Begegung mit den Israeliten dazu kamen, ihren Glauben zu wechseln. Zu ihnen kann Hatschepsut gehört haben, was eine mögliche Erklärung dafür wäre, wieso ihre Hinterlassenschaft in Bildern und Inschriften auszulöschen versucht wurde. Ob und wie das zeitlich zusammenpaßt, wie also ägyptische und außerägyptische Geschichte zu synchronisieren sind, darüber gibt es noch keine einheitliche Auffassung, wie man an den unterschiedlichen Angaben zu den Lebensdaten der Pharaonen der 18. Dynastie ja sehen kann.

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 Die Geschichte um Abraham beginnt als eine besondere Geschichte nach einer bestimmten Phase. Gott hatte ja vorher schon einmal mit Noah einen Bund geschlossen. Aber er hat diesen Bund nicht mit Noah selbst geschlossen, sondern er hat gesagt: "Mit euch schließe ich einen Bund." Zu Abraham hingegen sagt er: "Mit dir schließe ich den Bund." 

 Es ist das erste Mal, daß Gott zu einem Menschen sagt: "Wandle vor mir und sei ganz!" Das heißt Abraham bekommt stellvertretend für Sie, für mich und für uns alle ein Stückchen Freiheit in Richtung Selbstentscheidung: "Du bist verantwortlich für dich selbst und für deine kleinere oder größere Familie." Noch bei Noah und den anderen vor Abraham sagt Gott in der Offenbarung: "Wandle mit mir, wandle hinter mir!" Bei Abraham besteht die Neuerung eben darin, daß er sagt: "Wandle vor mir! Du hast ein Stück Freiheit bekommen." Mit dieser gestifteten Freiheie tun wir uns doch heute alle noch schwer. Der Umgang mit der Freiheit, der Unterschied zwischen Gut und Böse, die Frage, wann wir was zu tun haben: Das ist die große Neuigkeit, die wir bei Abraham bekommen. "Wandle vor mir und sei ganz!

Das Neue bei Abraham ist auch das Gottesbild, das er erkennt. Er lebt in einer Gesellschaft, in der es noch viele Götter gibt. Aber ihn interessiert das scheinbar nicht. Er kommt zu Melchisedek und spricht vom höchsten Gott, "der Himmel und Erde besitzt", wie es bei Luther heißt. Ist er sich dieser Einzigartigkeit bewußt? Er war sich daher der Entwicklung und der Herausforderung ganz bestimmt bewußt. Wir können das doch lesen, und die Bibel gibt das auch her. Denn als er noch zu Hause ist, also in Mesopotamien, heißt der große Aufruf: "Verlasse deine Heimat, verlasse dein Vaterhaus, verlasse deine Familie!" Das können wir dort lesen, obwohl die Bibel
sonst so kurz und knapp ist. Warum wird das in so einer Breite vorgestellt? Weil wir erahnen sollen, daß es Abraham schwergefallen ist. Das muß man sich heute, wo es gerade auch heute wieder allerorts so viele Entwurzelte gibt. Der Mann gibt eine geordnete Existenz auf – damit fängt Da fängt das unglaubliche Gottvertrauen von Abraham an. Das können wir nicht einfach so als nebensächlich abtun. Er war bereit, im Namen Gottes in ein noch unbekantes Land und in eine noch unbekante Zukunft aufzubrechen. Was man dabei aber sofort mit unterstreichen muß: Mit ihm bereit ist auch seine Frau. Sie ist bereit, das mit ihm ohne Wenn und Aber zu teilen. Gemäß der mündlichen Überlieferung im Judentum, gemäß der Auslegung,waren es 317 Personen, die mit ihm gezogen sind.

Diesem Gott begegnet Abraham, aber rings um ihn herum gibt es Götter, die das Numinose beschreiben, denen man nicht in das Gesicht schauen kann. Abraham schaut aber diesem seinem Gott ins Gesicht. Er nimmt ihn fast schon als Person war. er hat Visionen. Aber das Große dabei ist, zu Gott “Du” sagen und mit ihm hadern zu dürfen. Er nimmt Gott eben als Person wahr. Die Würde des Menschen kommt da das erste Mal auf uns zu.Er, sieht ein, daß die ganzen Kulte in der Umgebung falsch sind, wo jedem Götzen oder "Göttling" eine bestimmte Sparte im Leben anvertraut wird: wenn er es gut macht, bekommt er zum Dank ein Opfer, wenn er es schlecht macht, wird er zerbrochen bzw. wird diese Tonstatue weggeworfen. Das war aber auch ein langsames Heranreifen, denn er ist ja schon ein reifer Mann, als  er die erste Vision hat. Abraham sagt zu sich selbst: "Diese Kulte, diese Götzen und diese Statuen sollen mein Leben bestimmen können? Nein, da muß etwas Größeres dahinter oder davor sein." Das ist sein Zugang, so daß er sich öffnen kann. Denn zu einer Vision, zu so etwas Großartigem, muß der Mensch von innen heraus auch bereit sein. Es ja noch die jüdischen Geschichten, in denen über die Jugend Abrahams berichtet wird, daß er diese Tongötter zerstört hat. Es wird erzählt, daß seine Familie eine sehr etablierte Familie in Mesopotamien gewesen sei. Der Vater war Großproduzent von Götzenstatuen aller Art. Man konnte eine Statue in Auftrag geben, wenn man z. B. etwas für die Fruchtbarkeit oder für den Geldgewinn gebraucht hat, denn diese Götzen waren wirklich in Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt. Eines Tages ging der Vater wieder auf Einkaufsreise und Abraham, als vernünftiger Erstgeborener, bekommt die Verantwortung für das Geschäft übertragen. . Abraham wird nachdenklich, als er diese ganze Galerie von Götzen vor sich sieht – und da hat er seine erste Vision. Gott sagt zu ihm: "Das soll die Menschheit und die Welt, das soll die Zukunft beherrschen?" Und Abraham geht hin und schlägt sie alle kaputt: die eigene Produktion. Er nimmt einen großen Prügel und gibt ihn dem größten Götzen in die Hand. Der Vater kommt zurück, sieht den ganzen Schlamassel, rauft sich die Haare und ruft: "Was ist passiert, was ist passiert?" Abraham sagt zu ihm: "Ja, der da, dieser große Ölgötze, hat die anderen alle

demoliert." Dann sagt aber der Vater, und das ist nun ausschlaggebend: "Das kann er nicht, das kann er nicht!" Worauf Abraham zu ihm sagt: "Und dann soll er unser Leben versorgen, wenn er das nicht einmal kann?" Das ist die Anfangsgeschichte, das ist der Einstieg.

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Viele "Warum-Fragen" sind nicht beantwortbar und schon garnicht die, welche die Motivation oder Intention von Menschen hinterfragen.
Da auch der "historische Abraham" wahrscheinlich so nicht existiert hat ist diese Hinterfragung müßig.
Was man hinterfragen kann ist , was der Autor der Schriften (oder die mündl. Überlieferungen dazu) aussagen wollte.
Auch da kommt man nicht ganz ohne "Spekulationen" aus.
Da hier Abraham als der Gerechte (recht Glaubende) dargestellt wird, wäre es nicht logisch, ihm einen Viel-Götter-Glauben zu zu denken, da dies wohl auch unterschiedliche Denkweisen (der Götter !, Lehren) unter einen Hut bringen müßte.

kann ich keiner Quelle entnehmen.

Eben, weil Spekulationen i.R. keine nachvollziehbaren Quellen haben.
Aber es wird hier schon noch einige Schlaumeier geben, welche dir dazu einen ganzen Roman raushauen.

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Weil Gott (JHWH) ihn gerufen hat. Liest du in 1. Mose 12.


1 Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen:1 Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!
2 Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein.
3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir2 sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!
4 Da ging Abram, wie der Herr zu ihm gesagt hatte,


Das ist Vertrauen.


Hebräer 11


8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne  zu wissen, wohin er kommen werde.
9 Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung;
10 denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat3, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.





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Kommentar von Hooks
16.05.2016, 19:03

Wer dem lebendigen Gott persönlich begegnet, der merkt, daß der Götterglaube Schwindel ist.

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Abraham kannte "Gott" (Jes.45,22; Joh.1,1; ) persönlich (1.Mose 17,9).

Die "fremden Götter" (5.Mose 32,16) waren damals auch schon vom "Gott dieser Welt" inspiriert (2.Kor.4,4; Offb.12,9).

Dieser wird in Bälde "eingesperrt" (Offb.20,2).

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Und (Wir sandten) Abraham. Als er zu seinem Volk sagte: Dient Gott und fuerchtet Ihn. Das ist besser fuer euch, wenn ihr (es) nur wisst.
Ihr dient anstatt Gott nur Goetzen und schafft (dabei nur) ungeheuerliche Luege. Gewiss, diejenigen, denen ihr anstatt Gott dient, vermoegen euch nicht zu versorgen. Sucht darum bei Gott die Versorgung und dient Ihm und dankt Ihm. Zu Ihm werdet ihr zurueckgebracht. (Koran 29:16-17)

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Vor Abraham war Noah da, der ebenfalls nur an einen Gott glaubte... Abraham war also nicht der erste... wobei wenn wir ganz zum Ursprung gehen, so glaubten Adam und Eva an einen Gott. Über Abraham konnte ich dies finden:

"Und als Abraham zu seinem Vater Azar sagte: ""Nimmst du Götzen zu Göttern? Ich sehe dich und dein Volk in einem offenbaren Irrtum"" ,"
da zeigten Wir Abraham das Reich der Himmel und der Erde, auf daß er zu den Festen im Glauben zählen möge.
Als ihn nun die Nacht überschattete, da erblickte er einen Stern. Er sagte: ""Das ist mein Herr."" Doch da er unterging, sagte er: ""Ich liebe nicht die Untergehenden."
Als er den Mond sah, wie er sein Licht ausbreitete, da sagte er: ""Das ist mein Herr."" Doch da er unterging, sagte er: ""Wenn mein Herr mich nicht rechtleitet, werde ich gewiß unter den Verirrten sein."""
Als er die Sonne sah, wie sie ihr Licht ausbreitete, da sagte er: ""Das ist mein Herr, das ist noch größer."" Da sie aber unterging, sagte er: ""O mein Volk, ich habe nichts mit dem zu tun, was ihr (Allah/Gott) zur Seite stellt." "Seht, ich habe mein Angesicht in Aufrichtigkeit zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern." 6:74-79

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Kommentar von Hooks
16.05.2016, 18:59

Abrahams Vater heißt Therach.

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Was ich über den Forschungsstand weiß, soll es – trivial ausgedrückt – Familiengötter gegeben haben. Man liest ja oft: Der Gott Abrahams, der Gott Josefs usw. 

D.h. die Familie Abrahams hatte einen El, genau wie alle anderen Familien. Vielleicht hat sich Abrahams Gott dann einfach durch seine Nachkommen verbreitet, die sich ja dann als zwölf Stämme im gelobten Land angesiedelt haben.

Das ist jetzt stark vereinfacht und nur, was ich mir gemerkt habe.

Einen richtigen Monotheismus hat es ja erst später gegeben. JHWH ist vermutlich als einer von vielen zum Stammesgott der Israeliten geworden, später hatte er dann alleine die Existenzberechtigung.

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Nein, zur Zeit Abrahams gab es nur den Glaube an einen Gott, andere Glaubensrichtungen gab es erst viel später, der erste Atheist war ungefähr zur Zeit Davids zu finden, Buddhisten und andere gibt es erst um einiges später...

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Kommentar von Viktor1
16.05.2016, 21:39

Das ist wohl ziemlicher Unsinn.

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Laut Bibel hat Gott mit ihm gesprochen und ihm erzählt, dass es nur einen gibt. Eine andere Quelle zu Abraham gibt es nicht, ausser den Koran, wo der Grund seines Monotheismus der selbe ist.

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