Frage von niitram12, 21

Warum genau Dissoziierte Empfindungsstörung beim Brown-Sequard-Syndrom?

Hallo, Bin derzeit dabei, Rückenmark inklusive der Neurone, Bahnen etc. zu lernen und bin da auf ein kleines Verständnis-Problem gestoßen. Mir ist klar, dass der Tractus spinothalamicus mit den Qualitäten für Schmerz, Temperatur direkt segmental auf die kontralaterale Seite kreuzt. Wenn ich jetzt das RM auf einer Seite halbseitig schädige, ist mir auch klar, dass die Perikaryen im Hinterhorn des Rückenmarks zerstört werden, jedoch der Tractus spinothalamicus auf der Gegenseite intakt bleiben müsste.(?) Wieso tritt diese dissoziierte Empfindungsstörung der kontralateralen Seite nicht nur segmental, sondern ab der Schnittstelle komplett nach kaudal auf? (da ja an sich die Bahn intakt bleibt) Ich hoffe, dass jemand mein Verständnisproblem (was eventuell auch noch auf mangelndem Wissen beruht :D) nachvollziehen und mir weiter helfen kann.

LG

Antwort
von MoonMoonDoge, 7

Nehmen wir mal an, die Schädigung entsteht auf Höhe Th 12 und die rechte Seite des RM ist betroffen. Dann werden ja alle Bahnen, die in der rechten Hälfte verlaufen zerstört. Das betrifft also alle spinothalamischen Neurone, die auf Höhe Th 12 rechtsseitig verlaufen. Da die Bahnen der tieferen Segmente bereits gekreuzt haben verlaufen sie auch schon rechtsseitig und werden somit zerstört, was einen Verlust der Temperaturempfindungsfähigkeit der kompletten linken Körperhälfte ab der 12. Rippe bedeutet. Möglicherweise liegt dein Verständnisproblem darin, dass du von einer isolierten Schädigung der Perykarien ausgehst, allerdings wird beim Brown-Sequard-Syndrom das komplette RM halbseitig zersört. Hoffentlich hilft dir meine Erklärung.

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