Antiterrorkrieg, Studiengebühr, Klimawandel, Steuererhöhungen, Kapitalismus; all das hätte meine Generation zu Demos getrieben, vor allem der Krieg. Warum wehrt sich die Jugend nicht mehr???? L.G.

Liebe/r Kraudischen,
das ist wirklich eine interessante Diskussionsfrage. Aber eben eine Diskussionsfrage, aber keine Frage, die nach einem Rat fragt. Vielleicht stellst du diese Frage einfach nochmal im Forum: www.gutefrage.net/forum.
Viele Grüße,
Marie vom gutefrage.net-Support

Da gibt es viele Gründe:
Resignation - wir können doch nichts ändern
Fernsehen - ist ja alles ein Film, wo wir nicht mitspielen
Vorbilder - wo sind die Eltern, die kämpfen?
Null Bock hoch 2 - gegen den Kapitalismus haben wir keine Chance, alles was zählt, ist Geld
Werteverlust - warum soll ich was tun, was mir nichts bringt?

Die heutige Generation ist klüger und empfindet deine angesprochenen Sachen nicht für schlimm.
Kapitalismus -> Möchtest Du lieber die DDR mir ihrem pseudo Kommunismus wiederhaben?
Steuererhöhungen -> Hast Du einen besseren Vorschlag wie der Staat seine Ausgaben finanzieren soll? Der Staat macht jetzt schon immense Schulden. Ohne Steuererhöhungen wäre das nur noch schlimmer.
Klimawandel -> Den gab es immer und wird es immer geben. Ob die Menschen wirklich großen Einfluss auf das Klima haben ist noch gar nicht bewiesen.
Studiengebühr -> Was spricht dagegen auch die Studenten die teure Ausbildung mitfinanzieren zu lassen. Schließlich verdienen sie später doch dafür umso mehr.
Deine in den Raum geworfenen Wörter sind doch nichts weiter als ein wenig Provokation. Sicher kann man über viele dieser Themen diskutieren und sollte es auch tun. Meine Anmerkungen zu den Wörtern sind mit Absicht genau so provokant. Ich weiß auch das man es pauschal nicht einfach mit ein paar wenigen Sätzen abtun kann.
Aber da hier keine Platform ist um politische Diskussionen zu führen lass ich das jetzt einfach mal so im Raum stehen.
Fazit: Duch Demos erreicht man nicht wirklich etwas. Wichtiger wäre es für Leute sich in der Politik zu engagieren wenn sie wirklich etwas bewegen wollen.
Ich bezweifel, das die Jugend klüger ist. Sie sitzt vor dem Fernseher. Und das sollte uns doch Sorgen. L.G.
boriswulff am 4. April 2008 00:45 Wenn die Jungend heute mehr vor dem Fernseher sitzt ist es aber die Schuld der Eltern die dieses zulassen. Also wo ist die alte Generation die der heutigen Generation den Vorwurf macht sie würde sich nicht wehren??
Ich gebe vielen Eltern die Schuld die Ihre Kinder vor dem Fernseher parken nur um es selber möglichst einfach zu haben.
@boris: interessanter beitrag und im kern deiner aufzählungen gebe ich dir recht. nur dein fazit überzeugt mich nicht ganz. demos können sehr wohl was bewegen, man denke nur an die wende und die montagsdemos in der damaligen ddr. nur mal als beispiel genannt.
Die DDR ist zusammengebrochen, weil die Zielsetzung dieses kommunistischen System nicht auf lange Zeit lebensfähig war! Sorry, die Montagsdemos hätten ein stabiles System nicht zum wanken gebracht, da hättest du viele Paar Schuhe durchlaufen können und nix wäre passiert!
@muzko: ich hatte diese demos grad als beispiel gebracht. die montagsdemos haben schon was bewirkt. in einem stabilen system wären sie außerdem auch gar nicht nötig gewesen. es war schon ein kleiner beitrag zum fall dieses unstabilen systems.
Brigitta am 4. April 2008 01:04 Gute Antwort "boriswulff". DH

Oh, Kraudischen, es gibt sie noch. Ein paar wenige, die sich engagieren.
Der Rest aber lebt das, was ihnen die ganze Zeit vorgelebt wird: Fun Fun Fun!!! Und das muss ja dann auch erst mal alles finanziert werden: Markenklamotten, die Feten, die Discobesuche, der Führerschein, das eigene Auto..... Und dann kommen noch Hausaufgaben und Klausuren dazwischen.... Die jetztige Elterngeneration der Jugendlichen hat doch selbst mit Politik nichts am Hut. Denen sind doch der Flachbildfernseher in Kinoformat, der Zweit- und Drittwagen, das Haus und die schicke Einrichtung sowie die schickste Pelle am Leib wesentlich wichtiger. Es wird den Kids doch pausenlos erklärt, dass man nichts ändern kann, und es wird doch pausenlos vorgelebt, dass man höchstens für Tariferhöhungen demonstrieren kann.
Traurige Welt.
Aber schöpfe Hoffnung, es kommt eine neue Generation auf uns zu, die wieder hinterfragen wird. Wenn es dann noch ein Demonstrationsrecht geben sollte, werden sie es nutzen.
Dein Wort in Gottes Ohr!!! L.G.
gute Antwort!
warum geht die ältere generation nicht vor die tür? ich bin mir sicher dass einige aus der jüngeren generation mitmachen würden.
DH

Die heutige Jugend ist teilweise abgeklärter als wir es damals waren!
Wenn ich über die Naivität nachdenke, über die Begeisterung, die wir damals aufbrachten... ist ja fast schon peinlich. ;-)
Und vergiß nicht das Überangebot durch die Medien heute - man wird doch mit soviel Informationen zugeballert, daß man gar nicht mehr weiß, was man noch glauben soll... für jede Seite einer Auseinandersetzung gibt es für & wider, Studien hier, Studien da - die sich glatt widersprechen, und man muß schauen, wer die Studie finanziert hat - so wird am Ende zuviel Information in ihr Gegenteil verkehrt.
Wie will man da noch jemanden aus dem Fernsehsessel locken?

Resignation oder der Irrglauben als Einzelkämpfer in einer Nische überleben zu können.

Also ich bin noch relativ Jung (28), ich habe das auch sehr vermißt. Wäre gerne auf die Straße gegangen und hätte demonstriert. Aber bis vor kurzen hatte ich zum Beispiel überhaupt keine Ahnung von Politik. Sie war für mich undurchschaubar. Das was mir die Medien präsentiert haben, war für mich immer unglaubwürdig, bruchstückhaft. Wenn ich mal eine große Zeitung gelesen habe (z.B.Zeit,TAZ) habe ich es nicht verstanden. Es gab auch keinen Mentor. Mein Opa war der einzige der sich die Mühe machte meine Fragen zu beantworten. Nur könnt ihr euch sicher denken, das seine Meinung arg CDU geprägt war. Heute habe ich jemanden, mit dem ich meine eigene politische Meinung erarbeiten kann....muss aber noch viel lernen und begreifen...
Wolpertinger am 4. April 2008 00:42 aber so wie ich dass heute sehe, gibt es wenige Dinge für die ich auf die Straße gehen würde...
Danke, ich fange an zu Begreifen...... Eltern sollen nach kurzer Zeit wieder Arbeiten, damit Kinder zunächst im Kindergarten, dann in der Schule, dann vom Fernseher erzogen werden. Wer will das????? L.G.
Wolpertinger am 4. April 2008 00:54 nein so war das nicht bei mir. Meine Eltern waren nur nicht sehr politisch interessiert. Es gab so viele andere Dinge/Probleme die es zu bewältigen gab. Da wurde politische und auch religiöse Erziehung zur Nebensache...
Heute Denke ich sieht die Sache auch anders aus. Sowie ich das auch meinen Freundes und Bekanntenkreis mitbekommen ist es sehr schwer mit dem Gehalt von einem Elternteil leben zu können. Also muss die Mutter wieder arbeiten gehen. Ob sie das will oder nicht.
Die Erziehung bleibt dann im besten Fall an den Großeltern hängen, im schlimmsten Fall Ganztagskindergarten und -Schule. Das die Kinder dann demotiviert und desillusioniert sind ist doch nicht wirklich ein wunder. -Wofür soll so ein Kind säter Kämpfen?
Wolpertinger am 4. April 2008 00:57 schicke noch ein p nach für das später
Damals gab es nur zwei Fernsehprogramme, die nur einige Stunden am Tag gesendet haben, Kein Computer, keine Spielkonsolen, kein Handy und die Autos konnte man mit dem Schraubenzieher selbst reparieren. Da hatte man noch Zeit für sowas. Und was haben die Demos gebracht? Später sind einige Demonstranten Manager oder (Außen-)Minister geworden.
Es ist keine Resignation und das Fernsehen ist auch nicht dran schuld. BorisWulff meint zwar, das er provokativ ist, aber er hat genau den Nagel auf den Kopf getroffen! Die Zeiten haben sich geändert seit den 68ern. Studenten gibt es kaum noch, die meisten nennen sich Studierende. Warum? Tja, weil die meisten arbeiten müssen, um ihr Studium zu finanzieren. Richtige "Studenten" so wie es sie vor 30-40 Jahren gab, sind heute sehr, sehr selten.
"richtige Studenten," wie es sie vor 30-40 Jahren gab? Was meinst du damit?
Studenten heissen uebrigens immer noch Studenten.

Die Jugend bzw. die Studenten sind nicht mehr so aktiv wie noch in den sechziger Jahren.
Knowledge am 4. April 2008 07:54 Und die Frage war: Warum nicht?

Es fehlen die ideologischen Anstösse, die es bei den 68ern angeblich gegeben haben soll.

Sie gehen ja auf die Strasse - aber eben nicht um für oder gegen etwas zu kämpfen, sondern um zu randalieren und alte Omis wegen 5 EUR ausrauben. Sie vertrauen dem Staat ohnehin nicht und sind der Meinung nichts ändern zu können.

Ich sehe das so, dass die betreffenden Jugendlichen, Studenten sehr wohl noch auf die Straße (streiken) gehen. Allein zu meiner Zeit, das ist jetzt ca. 10 Jahre her, sind wir für bessere Ausbildungsbedingungen streiken (auf die Strasse ) gegangen. Immer wenn es aktuelle Ereignisse gibt, schließen sich Gruppen von Menschen zusammen und demonstrieren oder mahnen an. Aber es passiert nicht mehr in dem Ausmaß wie in den 60igern es sind oft nur einzelnen Schulen oder Unis die sich zusammenschließen (manchmal gibt es auch nur Unterschriftenaktionen) und vor allen Dingen , es ist der Presse nicht mehr so wichtig. Es kommt nicht mehr jede Aktion in die Zeitung oder in das Fernsehen.

Viele Sachen können die jugendliche nicht beeinflussen, Antiterrorkriege, Klimaveränderung, Steuererhöhung usw., sie haben besseres zu tun wie fernsehen, hobbies, und sie haben nicht solche Solidaritätsgefühl wie früher und sie haben alles was sie gebrauchen.
Heutzutage gehen Jugendliche nicht mehr auf die Straße weil: 1. Es den Fernsehr und das Internet gibt 2. Weil man Angst hat gemoppt zu werden oder sogar verprügelt zu werden 3. Weil es sozusagen ein MOF ist(mensch ohne Freunde)
Das alles sind Gründe warum Kinder nicht mehr auf die Straße gehen.Was sie dagegen tun können ist folgendes:
zu .1: Machen sie feste Fernsehregeln mit ihrem Kind aus.
zu .2: Fragen sie ihr Kind,ob es von anderen gemoppt wird oder sogar verprügelt wurde. Wenn ja, reden sie wegen mopping mit der Schulleitung. Wenn es verprügelt wurde, gehen sie zur Polizei, dort wird ihnen aufjeden Fall geholfen.
zu .3: Da gegen können sie nichts tuhen, das muss ihr Kind allein regeln. Es soll nachdenken was es Falsch gemacht hat und sich ändern.

Viel zu gefährlich bei dem Verkehr heutzutage ;O) Aber im Ernst, das ist keine richtige Frage, eher was für ein Forum.
DH