Frage von Rosenblad, 1.390

Warum gehen Muslime nicht in der Schärfe und der Massivität gegen den Terror aus ihren eigenen Reihen vor wie gegen Verstöße gegen das Bilderverbot?

So gingen allein am 9. Februar 2006 im Libanon 250.000 Muslime auf die Straße um gegen die Mohammed-Karikaturen der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten, deren zwölf Karikaturen der Gesicht Mohammeds am 30. September 2005 erschienen waren und Proteste unter den Muslimen weltweit auslösten - übrigens ein Bilderverbot das nicht einmal Koran gestützt ist.

Warum geht man nicht mit aller Härte und Konsequenz gegen sog. „Hassprediger“ vor und treibt diese aus den Moscheen und Gebetsräumen?

Der Berliner Psychologe Ahmad Mansour sprach in einem DLF-Interview mit der Redakteurin Christine Heuer, am gestrigen Tag folgenden Satz aus: „Wir müssen in der Lage sein, nicht nur nach jedem Anschlag mit der Antwort zu kommen, das hat mit dem Islam nichts zu tun, sondern wir müssen uns mutig und ehrlich die Frage stellen, wie konnte so ein Ungeheuer unter uns entstehen. Und dieses Ungeheuer entsteht nicht nur beim IS, sondern solange wir Moscheevereine und Islamverständnisse haben, die immer noch diese Werte in sich tragen, Feindbilder schaffen, das Leben verachten. Dann werden wir immer wieder Leute haben, die wir an die radikalen Islamisten noch verlieren werden. „ (http://www.deutschlandfunk.de/attacke-von-wuerzburg-wie-konnte-so-ein-monster-in...)

Eine wie auch immer zu wertende "Rechtsgrundlage" für islamische Gläubige ist mit dem "Brief" an  den IS-Chef, Abu Bakr al-Baghdadi, der von 126 hochrangigen muslimischen Gelehrten aus über 40 Staaten unterschrieben wurde, am 27. September 2014 in gewissen Umfang gelegt worden.

U.a. steht im diesem Brief der Satz: "Das Töten einer Seele – irgendeiner Seele – ist Ḥarām (verboten und unantastbar im islamischen Recht) und gehört zu den größten Sünden."

Daran können Muslime anknüpfen udn sich darauf berufen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EinNarr, 643

Vorweg: Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet. Die folgenden Gedanken sind erste Impulse, erste Ideen und Eindrücke nach dem Lesen der Frage. Ich erhebe nicht den Anspruch die Wahrheit für mich gepachtet zu haben, eher sollen die nachfolgenden Gedanken im Kontext der anderen Antworten einen fruchtbaren Boden bieten für weitere Ideen und Meinungen.

Bei den Karikaturen, beispielsweise im Zuge der Veröffentlichung von Charlie Hebdo und Jyllands-Posten, haben sich die Demonstranten direkt angegriffen beziehungsweise beleidigt und verletzt gefühlt. Die direkte Betroffenheit ist ein starker Motivator, um zu demonstrieren respektive zu reagieren.

Terror "aus den eigenen Reihen" ist eine andere Ausgangssituation. 

Die meisten Muslime gehören nicht dieser terroristischen Organisation an und fühlen sich auch nicht mit ihr verbunden. Die Schnittstelle, der gemeinsame Glaube, wird durch präzise Differenzierung getrennt. Die Argumentation hat Ahmad Mansour in dem von dir zitiertem Interview schon dargelegt. Dadurch werden die Schnittstellen vermeintlich "aufgelöst" beziehungsweise aus der Diskussion getrieben.

Ein Handeln ist damit nicht weiter erforderlich, da der Punkt "aus den eigenen Reihen" eben nicht anerkannt wird und somit sich die meisten Muslime genauso weit entfernt fühlen vom IS, wie jeder andere auch.

Die Reaktion ist nachvollziehbar und es ist gleichzeitig eine Schutzhaltung, denn schlussendlich wäre es nicht nur eine Demonstration gegen den Terror, sondern gleichermaßen würde damit auch der Rechte Flügel bekräftigt werden in seiner "Islam = Terror"-Rechnung. Würden sämtliche Muslime den IS als "schwarzes Schaf" in ihren Reihen anerkennen und sich die Frage stellen, wie so etwas "aus den eigenen Reihen" kommen kann, dann würden sie gleichermaßen den IS als Teil des Islams, als Teil ihres Glaubens anerkennen. Nicht zu vergessen: Der Glaube ist für viele Muslime ein relevanter Teil der eigenen Identität, des eigenen Selbstverständnisses. Den IS in diese Zone einzugliedern ist ein großer Schritt der den von Ahmad Mansour beschriebenen Mut und die Ehrlichkeit verlangt.

Dieser Vorgang ist schwierig und benötigt Aufarbeitung. Zumal sich die Konflikte innerhalb der gesamten Glaubensgemeinschaft zuspitzen würden und auch weitere Fragen gestellt werden müssten. Beispielsweise ein radikales hinterfragen des Frauenbildes, um ein bekanntes Beispiel anzubringen. Auch müsste ein Blick darauf geworfen werden, wie sich ein "moderner Islam" eigentlich versteht und wie die Realität eigentlich aussieht - wie modern ist der Islam beispielsweise in Deutschland? Wie versteht die jüngere Genration ihren Glauben? Wie wollen wir unseren Glauben als Gemeinschaft? Und so weiter und so weiter. An der Stelle werden sich nämlich recht schnell, sollte sich der Islam derartig öffnen, die aktuell immer größer werdende Rechte einklinken und die Diskussionen anheizen und für sich nutzen. Ein Gefahrenpotential, bedenkt man, dass der Islam jetzt schon permanent unter Beschuss von Rechts steht.

Schlussendlich ist es ein großes Eingeständnis, welches von der muslimischen Gemeinde gefordert wird und auch gleichermaßen der Wille, sich einer langen und sicher nicht immer freudigen respektive einfachen Debatte zu stellen.

Ich für meinen Teil würde mich freuen wenn der Schritt gegangen werden würde, den auch Ahmad Mansour sich wünscht. Allerdings habe ich ein gewisses Verständnis für die Abwehrhaltung vieler Muslime, die zum Teil auch befürchten, sich mit solchen Debatten weiter in ein gesellschaftliches Aus zu spülen und den "Generalverdacht: Muslim" weiter zu bekräftigen.

Solch eine Aufarbeitung, ich schrieb es bereits, benötigt Zeit. Egal in wessen Historie man schaut - keine kommt ohne Flecken aus. Die Aufarbeitungen ziehen sich stellenweise noch bis in die heutige Zeit und über Jahrzehnte hinweg. Es ist fast absurd nun von der muslimischen Gesellschaft zu erwarten, dass sie diesen Akt in binnen kürzester Zeit abhandeln. 

Es ist wichtig weiterhin solche Zeichen zu setzen und solche Aufforderungen auszurufen, um immer mehr Menschen für diese Idee begeistern zu können und früher oder später werden sich dann auch genug Menschen mobilisieren lassen. Sobald wird das jedoch nicht passieren und, wie erwähnt, kann ich es, trotz der Hoffnung das es nicht all zu lang dauert, nachvollziehen.

Kurzum - schlussendlich ist der ganze Sachverhalt deutlich Komplexer. Wo die Karikaturen schlicht als beleidigend aufgenommen wurden und darauf eine Reaktion folgte, handelt es sich bei dem Terror des IS um ein viel tiefer gehendes Thema. Hier spielen Selbstverständnis, Eingeständnisse, der Wille zur unangenehmen Debatte et cetera im Raum - weitaus mehr also, als der erste Blick vermuten lässt.

Liebe Grüße.

Kommentar von Rosenblad ,

Eine Antwort die mich um der Komplexität der Zusammenhänge wissend sehr angenehm "berührt" zurückläßt. "Keine kommt ohne Flecken  aus" schreibst du treffend - keine kommt ohne Brüche, ohne Rückläufe und ohne Devastierungen aus. Die Gründe dieser Gesamtlandschaft an sozialen, politischen, ökonomischen, religiösen, militärischen, psychologischen, gesellschaftlichen, ethnischen u.a. (nichtlinearen) Zugängen und Stellgrößen ist so komplex wie das Leben selbst und wird, ja kann - und dies liegt in der Natur der Sache - in solchen "Foren" mit Sicherheit nur kurz (zu kurz) in einen Leuchtkegel getaucht - vieles bleibt da an Hinter- und Vordergründigen außen vor, bleibt unerwähnt - deshalb erschien mir das Interview der Ausgangspunkt für solche eine (sicherlich zu kurzgefasste) "Debatte" (den Begriff Diskurs kann ihc allerdings nicht verwenden). Vielleicht kommt es gerade über den IS/Daesch im Islam zu einer inneren Aufbrechung - trotz oder gerade wegen der schwierigen Binnendifferenzen zwischen Sunnitentum und Schiitentum resp. deren politische Zementierung über Saudi-Arabien/Iran. Danke für die tiefer gehenden Ausführungen, denen ich mich anschließen kann.

Kommentar von YellowCrescent ,

Die Erklärungen von EinNarr könnten zum größten Teil dann auch auf Christen angewendet werden: warum gingen Evangelische nicht mit Schärfe und Massivität gegen Taiping, Hong Xiuquan vor ? Katholiken nicht gegen den deutschen Reichskanzler 1933 - 1945 ? Orthodoxe nicht gegen ihren Bruder Stalin ? Diese Liste ist verlängerbar. 

Kommentar von PlueschTiger ,

Ein Handeln ist damit nicht weiter erforderlich, da der Punkt "aus den eigenen Reihen" eben nicht anerkannt wird und somit sich die meisten Muslime genauso weit entfernt fühlen vom IS, wie jeder andere auch.

Für mich spielt das eigentlich dabei keine Rolle. Selbst wenn sie den IS nicht als Muslime ansehen, ist die Berufung auf den Koran aus meiner Sicht noch verwerflicher als die Karikaturen, weil sie somit anders als Karikaturen, den Islam aktiv und Massiv schaden.

Kommentar von PolluxHH ,

Eine sehr gute Antwort, der nur zwei Details fehlen. Man darf nicht vergessen, daß schon die Annahme, daß Mohammed auch nur einen Fehler besessen haben könnte, im Islam Apostatie darstellt, also etwas zur Häresie im christlichen Glauben vergleichbares. Es ging nicht nur um einen Verstoß gegen das Bilderverbot (welches übrigens in der allgemeinen Form nur eine Lehrauffassung und kein Dogma ist, denn im Koran sind nur Bilder verboten, die der Verehrung/Anbetung dienen), sondern es geht darum, daß man hier die gesamte Religion des Islam als lächerlich gemacht begriff (ein Grund, warum in Deutschland solche Darstellungen über den Pressekodex auch nicht erlaubt sind).

Zum zweiten muß man begreifen, daß im Gegensatz zum Christentum, in der es eine autoritäre Struktur im Klerus gibt, es im Islam eigentlich nur zwei verbindliche Autoritäten gibt: Koran und Sunna. Alles andere ist Lehrauffassung, ist diskutierbar. Damit aber gibt es eigentlich niemanden, der z.B. den IS religiös zur Ordnung rufen könnte, sondern man kann nur seine abweichende Auffassung dagegen stellen (und damit Gefahr laufen, auf Tötungslisten zu kommen), da es keine lebenden "Autoritäten des Glaubens" gibt, denen der IS unterstellt wäre, selbst Synoden und Konzilien mit verbindlicher Entscheidungsbefugnis wie im christlichen Kontext sind nicht gegeben. Aber Meinungsäußerungen von Imame auf der ganzen Welt gegen das Religionsverständnis von Organisationen wie dem IS gab es schon von Anbeginn auf breiter Front.

Hier hat aber die deutsche Presse komplett versagt, denn das geschieht schon faktisch die ganze Zeit, wird nur ständig ignoriert. Die Presse fand wohl die Ausnahmen weit interessanter und hat damit das Bild von Islam radikalisiert und damit sogar ggf. diese Entwicklungen gefördert, denn schlechte PR ist auch PR. Der Brief an den IS-Chef war keinesfalls der Anfang, sondern es war das erste Zeichen, welches gnädig von der deutschen Presse wahrgenommen wurde. Es wäre aber auch gähnend langweilig gewesen, wenn man in der Presse gemäßigte Imame zu Wort kommen gelassen hätte, um ein sauberes Bild vom Islam zu erzeugen, dabei Organisationen wie den IS als politische Kräfte mit religiösem Unterbau darstellend und damit aus dem Kontext des Islam faktisch ausgrenzend. Die deutsche Presse hätte nämlich eines deutlich machen können, was den Imamen nicht möglich wäre: hier Apostatie abzuleiten. Wollte man dabei der deutschen Presse guten Willen unterstellen, müßte man davon ausgehen, daß hier kulturell christlich beeinflußt eine Intensität eines Signals erwartete, welches der Islam nicht leisten kann, da in der Religion nicht angelegt. Der einzige Weg wäre, über eine Fatwa und Apostatie zu gehen, was dann einen Riß im Islam zur Folge hätte, der zu Zuständen führen dürfte, gegen die die jetzige Situation quasi noch paradisisch wäre.

Damit aber, zumindest aus meiner Perspektive, müßte sich die internationale Presse des Westens, auch die deutsche, entweder böswillige Verzerrung in der Berichterstattung zur Verschärfung der Gräben, also antiislamische Propaganda unter dem Deckmantel einer islamfreundlichen Gesinnung, oder aber Fahrlässigkeit aufgrund mangelnder Kompetenz vorwerfen lassen.

Kommentar von Juergen20321 ,

Sehr schöne Antwort!

Antwort
von Utopiosus, 177

Wie wir das machen können, dass sich die Moslems gegen ihre verblendeten und fanatischen Brüder wenden? 

- Aufklärung! 

- Keine einseitige Diskussion!

- Aktiv werden und mit den Betroffenen reden!

- Mit Redaktionen, Regeirungsvertretern kommunizieren, persönlich oder per Telefon aber nicht per Brief!

- Mutig sich dem Feind entgegen stellen, aber nicht dumm sein und es allein gegen 10 probieren. 

- Leben um das Wissen um unsere Kultur weiter zu tragen. Anderen beibringen aus ihren Fehlern oder den Fehlern anderer zu lernen (Katharsys).

Antwort
von Dxmklvw, 105

Ich sehe dabei den selben Grund, der auch viele Menschen dazu verleitet, sich lieber über harmlose Frechheiten der Nachbarskinder aufzuregen als über unerträgliche Unverschämtheiten der eigenen Kinder.

Antwort
von Dxmklvw, 87

In den meisten Menschen steckt die unheimliche Neigung, lieber gemeinsam unterzugehen als sich im Alleingang zu retten.

Das passiert vor allem dann, wenn den Menschen aufgrund der Macht der Gruppendynamik der Erhalt der Gruppe wichtiger wird als ihre Qualität.

Antwort
von Formlos21, 56

Es gibt keine Lösung,und das auf unendlich langer Zeit.Der Misbrauch  der so genannten organisierten Gläubigen blüht,geau so auch wie er bei den Christen ,immer geblüht hat.Was also tun, im Zeitalter der Information? Wenn die uns täglich zeigen ,was los ist mit dem IS mit den Irak und mit den Deutschen Moslems und vieles andere Gehetze, dann nehme ich meinen Zeigerfinger und drücke den TV Kasten aus,ganz einfach!Ich!.Ich  brauche meine Gedanken nicht mit Infos  vollzustopfen um mich schlecht zu fühlen.Ich werde auch ohne dem, eines Tages sterben.Meine Lösung heißt "INFOVERZICHT"und du fühlst dich wohl!!

Antwort
von Halbkornbrot, 600

Dafür wird es wohl mehrere Gründe geben.

  1. Es  ist natürlich etwas völlig anderes, gegen ein paar Redakteure auf die Straße zu gehen, als gegen eine Bande von Selbsmordattentätern und andern Radikalen , schon rein was die Gefährdung des eigenen Lebens betrifft.
  2. Es gibt zudem wohl im jeden Muslimischen  Land einige IS Sympathisanten und Schläfer, wenn man sich also vehement gegen den IS ausspricht macht man sich zur Zielscheibe.´
  3. Das Vordergründige Ziel des IS ist ein weltweites Kalifat zu errichten in den nach den Regeln des Sunnitischen Islams gelebt wird. Da der größte Teil der Muslime Sunniten sind besteht für Sie also keine Akute Gefahr, selbst wenn der IS in Ihr Land einfallen würde.Hier könnte man zum Beispiel, das Strafrecht von Saudi-Arabien mit dem des IS vergleichen, hier fällt auf das dieses beinahe Identisch ist.
  4. Es würde nicht viel bringen der IS würde auch wenn, Millionen Muslime protestieren würden, weiter Morden und er wäre wohl auch weiter in der Lage, naive Muslimische Jugendliche für seine Zwecke zu rekrutieren

  

Kommentar von BlackBanan24 ,
Da der größte Teil der Muslime Sunniten sind besteht für Sie also keine Akute Gefahr,

Meiner Meinung nach ist das kein Argument: Nur weil es mich nicht direkt betrifft, ist es nicht nötig, sich dagegen aufzulehnen? Wenn irgendwelche rechten Schwachköpfe fordern dass alle Ausländer abgeschoben werden sollen, dann stell ich mich auch dagegen, obwohl ich als Deutscher eigentlich nicht betroffen bin!

Antwort
von Sonja66, 384

Ich glaube, dass es schlichtweg Angst ist.

Angst vor
Eigenverantwortung
den eigenen Aggressionen / Lebenskräften
dem Tod
möglichen Auswirkungen
Eigenständigkeit
dem Leisten von Widerstand
Schmerz und Leid

Zu wenig Mut und Vertrauen in eigene Kräfte und Fähigkeiten.
Zu wenig Willenskraft. Andere haben davon einfach mehr.

Antwort
von Nadelwald75, 391

Hallo Rosenblad,

das kommt nach meiner Kenntnis daher, dass genau die Muslime, die etwas gegen radikale Maßnahmen haben, selbst natürlich keine radikalen Maßnahmen einsetzen. Damit würden sie sich selbst widersprechen.

Kommentar von Rosenblad ,

Verbaler Widerspruch, friedlicher Protest, Ausschluß aus der Gemeinde, Zurechtweisungen oder textische Gegendarstellungen sollten als  keine radikalen Maßnahmen zu kennzeichnen sein.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Rosenblad, da hast du natürlich Recht - und das wird von vielen Muslimen befürwortet und teilweise auch (nur zu wenig) durchgeführt.

Du hattest allerdings gefordert: ...in der Schärfe und der Massivität .... wie gegen Verstöße gegen das Bilderverbot ...

und die sahen ganz anders aus.

Kommentar von Rosenblad ,

Ist immer schwierig solche Fragen zu formulieren ohne das zu viel Polemik, Rethorik oder Ungenauigkeit in der Formulierung ins Spiel kommt - aber in Deinem Korrektiv hast Du natürlich mir gegenüber recht.

Antwort
von BTyker99, 226

Vermutlich haben viele Muslime eine gewisse Sympatie für die Attentäter, auch wenn sie es nicht offen zugeben. Beispielsweise war es nach den Anschlägen in Paris laut Augenzeugen so, dass viele Muslime innerhalb der Stadt ihre Freude ausgedrückt haben.

Bei folgenden Fußballspielen gab es damals jeweils in verschiedenen Stadien Schweigeminuten, wobei die Schweigeminute in einem türkischen Stadion dazu genutzt wurde, dem IS zuzujubeln.

http://www.bild.de/sport/fussball/nationalmannschaft-tuerkei/tuerkei-fans-pfeife...

Antwort
von Susanne88, 211

Ja, gute Frage.
Du bist ein Mann? Wenn man die Meldungen über Gewalttaten ansieht, schätze ich, dass 90% aller Gewalttaten von Männern (auch Terroranschläge) verübt werden. Hast du schon davon gehört, dass Männer gegen diese von ihnen begangenen Gewalttaten protestiert haben? Dass von ihnen gefordert wird, diese Taten zu hinterfragen, aufzuarbeiten (wie Ahmad Mansour in deinem Text) mit dem Ziel sie zu reduzieren? Ich weiß nichts davon. Warum geschieht dies nicht - könnte es den gleichen Grund haben, warum Muslime nicht protestieren?

Kann es sein, das diejenigen, welche keine Straftaten/Terroranschläge begehen, sich nicht angesprochen fühlen und diejenigen, die Straftaten begehen, nicht gerne gegen ihre eigenen Taten / Überzeugungen protestieren, - was ja auch widersinnig wäre? Wenn du die Gewaltfrage respektive den Protest dazu für dich mal zu beantworten versuchst, hast die Antwort evtl. auch für deine Frage.

Kommentar von Rosenblad ,

In dieser Hinsicht würden Sie mich dann vermutlich nicht als Mann etikettieren.

Kommentar von Susanne88 ,

Ich weiß nicht, warum man einen Mann umetikettieren sollte?

Kommentar von Guapotito ,

Aha! Und in welchem Handbuch für Männer, wird expliziert gefordert, andere Menschen zu töten?

Kommentar von Susanne88 ,

Handbuch explizit für Männer? Kenne ich nicht.

Kommentar von ollesgemuese ,

" Dass von ihnen gefordert wird"

Ja, das Thema gibt es :P wenn auch nur im Rahmen feministischer Kreise (zum Glück).

Kommentar von Susanne88 ,

"nur im Rahmen feministischer Kreise"

Ja kann sein, um ehrlich zu weiß ich es nicht. Zumindest ist es kein großes Thema.

"zum Glück" meinst du, nach Gewaltursachen zu forschen sei unnützt oder kontraproduktiv?

Kommentar von Mimir99 ,

Ein Mann ist man (meist) von Geburt an. Aber ob man Muslim ist oder nicht ist eine Sache der eigenen und freien Entscheidung.

Kommentar von Susanne88 ,

Habe ich eine deiner Aussagen irgendwie in Zweifel gezogen?
Aber was meinst du? Dass Muslime nur deswegen protestieren sollten, weil sie freiwillig Muslime sind? Weil man als Mann am Mannsein nichts ändern kann, auch nicht an der Gewalttätigkeit als solcher? Dass Gewalttätigkeit praktisch männlich ist und dem Mannsein immanent ist? Und kein Protest irgendwas ändert?

Kommentar von Zicke52 ,

@Susanne88: Muslime sollten protestieren, weil man Mohammed in den Dreck zieht, wenn man in seinem Namen mordet!

Genau das war ja das Motif der Protestaktionen gegen die Karikaturisten: weil sie angeblich Mohammed in den Dreck gezogen hätten (was natürlich vollkommen lächerlich ist: die Karikaturen stellten die Terroristen bloss, wären also genau im Sinne der Muslime, wenn die wirklich was gegen Terror hätten)!

Also wie schafft man es, gegen die eine (angebliche) In-den-Dreck-Zieherei zu protestieren, aber nicht gegen die andere (wirkliche) In-den-Dreck-Zieherei?

Kommentar von Susanne88 ,

@Zicke52: Die Frage war, warum Muslime nicht genügend lautstark protestieren - warum sie sollten, dafür lassen sich viele Gründe finden.
Wenn du meine ursprüngliche Antwort liest, wirst du feststellen, dass ich es nicht weiß, aber Erklärungen gesucht habe. Ich finde es immer problematisch, von einer Gruppe, die irgendwas gemeinsam hat, (z. B. die Gruppe der Muslime oder Ausländer oder Männer oder....) Protest einzufordern, einer Gruppe zumal, zu der man selber nicht gehört. Das wollte ich mit meinem Beispiel darstellen.

Nochmal die aus meiner Antwort zitiert: "Kann es sein, das diejenigen, welche keine Straftaten/Terroranschläge begehen, sich nicht angesprochen fühlen und diejenigen, die Straftaten begehen, nicht gerne gegen ihre eigenen Taten / Überzeugungen protestieren...?"

Du: "Also wie schafft man es, gegen die eine (angebliche)
In-den-Dreck-Zieherei zu protestieren, aber nicht gegen die andere
(wirkliche) In-den-Dreck-Zieherei?"

Das ist eine Frage, die aber unterstellt, dass, sobald gegen etwas Ähnliches schon mal (genügend?) protestiert wurde, dies auch in jedem anderen Fall sein muss. Muss es dies?, bzw. wenn nicht, was sagt dies aus? EIne moralische Disqualifikation der Gruppe derjenigen, die schon protestiert hatten, es aber nicht wieder tun? Was sagt dies aus, über die Gruppe der Nichtprotestierer? Noch verwerflicher?

Mit dem (ich geb zu: beliebigen) Männerbeispiel wollte ich diese Problematik verdeutlichen.

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.

Kommentar von MWpythonblaech ,

Es ist doch so, wenn ein Mann ein/e Attentat/Straftat macht, macht er dies nicht mit der Begründung, dass er ein Mann sei.( Irgendetwas ist in seinem Leben einfach schief gelaufen). Beim IS ist es jedoch so, dass Sie den Muslimischen Glauben als Begründung für die Attentate benutzen. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die Männer haben nicht irgendeinen Kodex und die Männer die die Straftaten begangen haben sagen, dass sie nur nach dem Kodex gehandelt haben, obwohl der Kodex das Gegenteil verlauten lässt. Ich hoffe ich habe mich einigermassen verständlich ausgedrückt. FG MWpythonblaech

Kommentar von Susanne88 ,

Ja, du hast dich verständlich ausgedrückt. Statt einer neuerlichen Antwort siehe meinen Text vorher, vom 14.08.

Antwort
von Dichterseele, 239

Das liegt wohl daran, dass in den islamischen Ländern die Mehrheit der Bevölkerung mäßig gebildet ist, das Bildungsmonopol bei konservativen Mullahs liegt, die sich gern in Überheblichkeit sonnen und dort auch in den Familien ein autoritäres Sozialgefüge vorherrscht

Letztendlich erinnern mich die Auswüchse im Islam an die Zeit der Inquisition. Rechnet man 500 Jahre zurück (Mohammed lebte 500 nach Christus), dann haben wir den gleichen Entwicklungsstand - nur dass sich das Bewusstsein der Leute im Zeitalter des Internets etwas rascher entwickeln könnte...

Antwort
von Okay25, 104

Beim Fußball regen einen auch nur die Fouls der gegnerischen Mannschaft auf 

Antwort
von Lennister, 151

Warum gehen Buddhisten nicht massiv gegen diejenigen fanatischen Buddhisten vor, die in Myanmar den "stillen Völkermord" an den (muslimischen) Rohingya vorantreiben? Warum gehen Christen nicht massiv gegen diejenigen fanatischen Christen vor, die z.B. Abtreibungskliniken angreifen und Abtreibungsärzte ermorden? Oder gegen die "Lord Resistance Army"?

Die Antwort ist bei deiner Frage die gleiche wie bei diesen beiden Fragen(die nie jemand stellt- wie seltsam): Weil es nichts bringt. Den Fanatikern ist es egal, was die normalen Gläubigen- die in ihren Augen ja nicht mal "wahre" Gläubige sind- denken.

Und weil sie sie sich auch nicht verantwortlich fühlen- Sippenhaft ist bekanntlich abgeschafft. Also warum sollte ein Muslim ein stärkere Pflicht haben, sich gegen die IS zu engagieren, als irgendein anderer Mensch? 

Kommentar von Rosenblad ,

Die Frage an die Christen habe ich schon hier gestellt - aber bei aller Resignation - so hoffe ich, sollten nie aufgehört werden diese Fragen zu stellen - allerdings weniger hier, sondern direkt vor "Ort", im direkten Kontakt.

Kommentar von Zicke52 ,

@Lennister: Gehen Buddhisten und Christen denn massenhaft gewalttätig gegen Karikaturisten, Schriftsteller und Journalisten vor?

Antwort
von catchan, 195

Warum wird hier wieder mal eine Sonderregelung für Muslime gefordert? Warum müssen sich Muslime von etwas distanzieren, vor dem sie genauso viel Angst haben wie wir alle? Warum müssen sie ganz klar sagen, dass sie gegen etwas sind, wenn die Muslime in der Regel die Opfer davon sind?

Hast du dich schon mal gegen die Gräueltaten des Christentums ausgesprochen - klar und laut? Gegen den Missbrauch der Kinder? Der Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen? Der Ausgrenzung von Homosexuellen? Gegen den Kerl, der Ende letzten Jahres in eine Abtreibungsklinik rein ist und wahllos um sich geschossen hat (man beachte übrigens, dass dieser Mensch mehr Menschen getötet hat als der "Attentäter" in Würzburg)

Hast du dir schon mal überlegt was in anderen Ländern abgeht? Was die Kirche für Unheil in Afrika anrichtet?

Verrückte und Durchgeknallte gibt es überall. Auch fanatische Spinner wirst du überall finden. Wir sollten aber eine ganze Menschengruppe anhand solcher Individuen über einen Kamm scheren.

Kommentar von Rosenblad ,

Die Frage an Christen habe ich schon gestellt (https://www.gutefrage.net/frage/warum-demonstrieren-christen-nicht-vor-den-zentr...) - aber wenn wir nur gegenseitig mit dem Fingern auf den Anderen zeigt werden sich die Zustände nie ändern. Wir sollten anfangen mit den Fingern auf uns zu zeigen und die Schuhe auf die werfen die jede Menschlichkeit beginnen zu verlieren und wir sollten Perspektiven aufzeigen und Möglichkeiten der integration bereitstellen gerade für die Jugend!

Kommentar von catchan ,

Warum forderst du aber dann Leute auf mit den Finger auf andere Leute zu zeigen?

Du wirst in jeder Religion, in jeder Nation, bei jedem Geschlecht, Hautfarbe, politischer Gesinnung usw. Idioten finden. Das haben nämlich Idioten so an sich.... die sind einfach überall.

Die Frage ist nur: Nach was bestimmen wir uns selbst? Lassen wir uns von Idioten bestimmen oder bestimmen wir uns selbst?

Wer profitiert denn davon, wenn durch den IS Angst und Hass gegen Muslime geschürt werden?

Wie werden Perspektiven geschaffen? Integration vorangetrieben? Indem man sich gegen den IS stellt oder für Bildung sorgt und mit freundlichen Lächeln aufeinander zugeht.

Fragen wie du sie stellst, hetzen eher gegeneinander auf. Das behindert die Integration und auch die Perspektiven junger Muslime. Denn... wer stellt schon einen potentiellen Terroristen ein?

Wie kämpfen wir denn für Menschlichkeit? Mit Waffengewalt oder indem wir sie zeigen?

Kommentar von Rosenblad ,

Wie werden Perspektiven geschaffen? Integration vorangetrieben? Indem man sich gegen den IS stellt oder für Bildung sorgt und mit freundlichen Lächeln aufeinander zugeht.

Beides - deshalb meine Frage. Beides: gegen die Unmenschlichkeit stellen und für die Menschlichkeit eintreten. Mit dem Finger auf solch ein Monster wie den IS (oder den Mißbrauch von Kindern in Kindereinrichtungen und christlichen Anstalten) zeigen, zugleich aber auch immer den Finger auf sich selbst gerichtet halten.

Und: Ohne Waffengewalt wird das Ungeheuer IS (oder Boko Haram) nie beseitigt werden.

Übrigens: Auch ein menschlich und ökonomisch "entartender" Kapitalismus braucht eine Form von Widerstand.

Kommentar von ollesgemuese ,

Zum Widerstand gehört aber auch eine 100% Überzeugung, das Richtige zu tun, genug zu wissen usw. Sind die Muslime mehrheitlich überzeugt, daß solche Gruppierungen wie ISIS & AL-Qaida islamische Sichtweise umsetzen? Nein. Sie fragen sich eher was das mit ihrem (gelebten) Islam zu tun hat. Sind sie davon überzeugt, dass wirklich Muslime dahinter "stecken"? Nein. Die Geschichte liefert leider genügen "Interventionen", um da Verdacht zu schöpfen, gerade wenn die Untaten derart gegen ihren Glauben verstossen und zudem ihresgleichen die grösste Anzahl an Opfer darstellt.

Sind sie überzeugt davon, daß es hilft, sich noch mehr als bisher dazu zu Wort zu melden? Nein. Viele wollen sich einerseits nicht den Schuh anziehen, andererseits sehen sie auch keine Vertrauensbasis, die es sinnvoll machen würde (am ende ist man trotzdem terrorist).

Je schärfer die medialen und real erlebbaren Mißtöne werden, umso eher bestärkt sie das darin.

Das alles gilt natürlich nicht für jeden einzelnen, aber doch für viele auf die eine oder andere Weise. Hinzu kommt, daß wir von einer Religion reden, die auch (im Wortsinn) Geschichte gemacht hat, als eine friedliche Religion, also auch geistig gar kein Anhaltspunkt besteht, an ihr zu zweifeln oder die Ursachen auch nur in die Nähe zu rücken.

Es gibt auch ähnlich vergleichbares, wo die Menschen so tief in einer Sache verwurzelt sind, dass eine distanzierte Sichtweise nicht möglich ist. . Kindesmißbrauch war beispielsweise immer verabscheuungswürdig und eine Thema mit dem man schnell bei Leuten öffentlich Schaum vor dem Mund produzieren kann/konnte.

Also eigentlich glasklare gesellschaftliche Standpunkte.

Trotzdem hat es "ewig" gedauert, bis zB. die rkK die Praxis abgeschafft hat, in Fällen von Pädophile erst den Täter zu versetzen und dann möglichst alles unter dem Teppisch zu kehren. Es sind dafür auch keine Millionen auf die Strasse gegangen, obwohl es zahlreiche Fälle Weltweit gab. Die großen Proteste gab es erst, als die Opfer selbst endlich in Mengen an die Öffentlichkeit gingen.

Kommentar von catchan ,

Natürlich muss man Finger auf Missstände legen und sie laut aussprechen. Aber das ist eine generelle Frage der Menschlichkeit.

Aber da muss sich keine Religion, keine Nation oder was auch immer besonders hervortun.

Ich weiß auch, dass wir hier in Deutschland einige gewaltige Missstände haben, die rein gar nichts mit Islam zu tun haben.

Aber: wir dürfen Menschen nicht stigmatisieren, weil sie einer anderen Religion oder Nation angehören. Denn damit erschaffen wir nur Nachwuchs für IS.

Antwort
von ugurano22, 13

weil viele angst haben

Antwort
von karlbrenner, 34

Man hält zunächst einmal zusammen. Mehr als Christen und mehr als Christen.

Und Gewalt findet sich im Koran reichlich. Aber auch Frieden und Liebe.

Der Koran ist innerhalb von 20 Jahren formuliert worden. Die früheren Suren sind oft friedlicher und widersprechen den späteren Suren.

Man hat dann festgelegt, dass bei einem Widerspruch die späteren Suren die älteren Suren im Zweifel überdecken. (Naskh-Prinzip نسخ)

Einige Moderne Muslime lehnen diese Interpretationsweise ab. Aber sie spielen keine Rolle in den Universitäten, Lehranstalten und Gemeinden.

Antwort
von RuffyOPgear4, 22

Warum tun wir nicht dagegen das unser "geliebtes Deutschland" (hust) Waffen in diese Länder liefert? Außer PEGIDA und eine AFD zu gründen die diese dann zu mobben und diskriminieren? Das ist nicht Menschenwürdig!!

Antwort
von 3plus2, 261

Kein Terror kann sich halten, wenn das Volk nicht mitmacht, damit haben wir nichts zu tun, aber was dagegen, das tun sie auch nicht.

Antwort
von Wurzelstock, 98

Rosenblad - so leid es mir tut: Das Zitat von Ahmad Mansour ist leider nur eine wohlgesetzte Sonntagsrede. Sie enthält keinen praktischen Ansatz. Die Realität wird klipp und klar in den Antworten hier mehrfach belegt:

Der Islam weicht allen Fragen aus. Er lenkt ab mit Verweis auf andere Missstände, die gerade nicht debattiert werden. Das geschieht nicht nur hier gleich mehrfach, sondern immer und ausschließlich. Auch im privaten und persönlichen Bereich. Daran kann auch Ahmad Mansour alleine nichts ändern. Er könnte es aber analysieren und bewerten, denn es fällt in sein Fach Psychologie.

Je weiter entfernt ein Moslem den gewaltbereiten Kreisen ist, desto weniger tangiert es ihn persönlich, wie EinNarr ausführlich darlegt. Damit befindet sich der korrekte Moslem im gleichen Lager wie der ebenso wenig persönlich tangierte Nichtmoslem.

Aber der Moslem reagiert anders, nämlich mit einer Leerformel: Wer Unrecht tut, ist kein Moslem! Das ist unwiderlegbar. Auch dieses Verhalten fällt in das Fach von Ahmad Mansour. Ich schätze ihn. Doch ich habe nie bei einem seiner Auftritten in den Medien erlebt, dass er zu beidem je ein Wort verloren hätte.

Kommentar von Rosenblad ,

Es ging "nur" um Ansätze zu einer Diskussion - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Kommentar von Wurzelstock ,

Aus europäischer Sicht hast Du völlig Recht, Rosenblatt. Doch mit der schmoren wir genauso im eigenen Saft, wie der Islam in seinem.

Wir haben einfach keine Antenne für den Umstand, dass der Islam grundsätzlich jede Diskussion mit Nichtmoslems abblockt - blindlings! Nicht einmal auf behutsame Anfagen erfolgen Gegenargumente, sondern ausschließlich die uniforme Art des Ablenkens.

Versöhnliche Denker aus den eigenen Reihen werden sogar als Scharlatane bezeichnet.

Antwort
von josef050153, 98

Bei uns im Westen haben sich einige Irrtümer über den Islam festgesetzt.

Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass es DEN Islam nicht gibt. Es gibt etwa acht verschiedene Rechtsschulen, die sich in manchen Fragen diametral widersprechen. Das gilt dezitiert auch für den Terror der islamisten.

Als nächstes muss man sich den Koran selbst anschauen. In den frühen Suren (als Mohammed noch in Mekka lebte) wird zum frielichen Miteinander von Muslimen und Andersgläubigen aufgerufen. In den späteren Suren (aus Mohammeds Zeit in Medina) ruft er aller dings eindeutig zur Gewalt gegen Andersgläubige auf.

Nun ist es aber allgemeiner Konsens in der Koranauslegung, dass eine spätere Offenbarung eine frühere 'überschreibt', also ungültig macht. Nach dem Koran hat also der Islamische Staat mit seinen Terrorangriffen gegen Andersgläubige vollkommen recht, da es auch Verse gibt, die eindeutig zum Angriffskrieg aufrufen.

Weiters ist wichtig zu wissen, dass das Ziel des Islam die islamische Herrschaft und die Errichtung eines Kalifats ist. Dabei wird auch aufgerufen in der Wahl der Mittel nicht zimperlich zu sein.

Für die meisten Muslime ist das also ein hehres Ziel, bei dem es auf ein paar tote Ungläubige nicht ankommt.

Und noch ein Ratschlag: Lass dir hier von den Anhängern des IS nichts gegenteiliges einreden.

Antwort
von vanillakusss, 118

Wir hatten erst gestern eine Diskussion darüber. Ich frage mich schon länger warum das so ist aber ich finde keine richtige Antwort darauf.

Vielleicht aus Angst, vielleicht weil es nichts bringt.....

Antwort
von Spassbremse1, 30

das Frage ich mich auch manchmal ...

Bei Ärzten sagt man: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus ;)

Antwort
von 1988Ritter, 193

Nach meiner Ansicht gehen Muslime deshalb nicht auf die Straße, weil die von uns als Terror betrachteten Untaten tatsächlich in der Religion eine Begründung finden.

Wir müssen uns abgewöhnen den Islam an IS zu messen. Man muss da weit intensiver schauen. Ob Taliban, AlQuaida, Al Nusra, Bocu Haram, Bangsamoro, Al Schabab, usw., eine lange lange Liste. Und alle machen ähnliches.

Schaut man sich dann noch einen regulären Staat wie Saudi Arabien an, dies insbesondere auf den Bezug der geltenden Rechtssprechung, dann muss man zwangsläufig an irgend einer Stelle darüber nachdenken, ob das nicht doch alles Islam ist.

Wenn dies dann alles Islam ist, dann gehen die Menschen selbstredend nicht auf die Straße.

Kommentar von Rosenblad ,

Deine Aussagen stimmen auf der einen Seite, auf der anderen Seite wiederum stimmen sie auch nicht, denn es gibt diese radikalisierten Menschen und es gibt sie auch nicht - nicht jeder der sich zum Islam bekennt ist zugleich ein potentieller Extremist oder Terrorist (mein Bruder arbeitet bei "Ärzte ohne Grenzen" und kennt beide "Seiten").

Kommentar von KaeteK ,

VIele Muslime können weder lesen noch schreiben, gerade in den armen Ländern, wo Krieg und Armut herrscht -  und viele Muslime sind einfach nur Muslime, weil sie in diese Religion hineingeboren sind...Sie kennen kaum den Koran und schon gar nicht die Scharia. Ich kenne auch Muslime, die so gar nichts mit dem Islam gemein haben. Die froh sind, hier in Deutschland in Frieden leben zu dürfen und ihrer Familie eine Zukunft bieten zu können. Ich möchte aber nicht wissen, was passiert, wenn es hart auf hart kommt...

Wollen wir hoffen, dass viele Muslime noch aufwachen...

Kommentar von bluestyler ,

Viele Muslime können weder lesen noch schreiben

ahahahahaha. Von wo hast du dass den hergeschnappt? Ach du ....

Der Koran ist das meist AUSWENDIG gelernte BUCH auf der WELT

Somit ist deine Behauptung direkt wiederlegt worden, purer Schwachsinn.

Bitte wach du zu erstmal auf und hör auf lügen zu erzählen.

DANKE"

Kommentar von KaeteK ,

So ist! Die Frage beantwortet sich schnell, wenn man sich mit dem Islam auskennt. Wer wird schon gegen seine eigene Überzeugung und Religion aufstehen und protestieren..

Kommentar von bluestyler ,

Wenn der IS deiner Meinung das richtige ist bzw. Moslems sind, warum hassen wir den IS? Sag mir es. Wieso hassen wir den IS?

Willst du mir weiß machen, dass du den Islam besser verstehst, als wir Muslime? Ich bitte dich.

Wenn er so gefährlich ist, wieso gibt es dann nicht 1,5 MILLIARDEN TERRORISTEN? Sag es MIR!

Antwort
von Nayes2020, 248

Das verstehe ich tatsächlich nicht.

Wenn jemand meine Religion für Machtkämpfe und Kriege ausnutzen würde wie der IS dann würde ich auch protestieren

Ich kann mir nur vorstellen das es einfach an der Angst liegt. Man weiß nicht wer alles Anhänger des Radikalem ist in den eigenen Reihen

Und leider glaube ich das viele insgeheim das zwar nicht gutheißen... aber auch nicht schlecht finden das jemand "für den Islam" kämpft.

Wenige bekennen sich wirklich in der öffentlichkeit gegen den IS zu sein

Kommentar von Etter ,

Darf man nach deiner Religion fragen?

Kommentar von Nayes2020 ,

ich wüsste nicht was es damit zu tun hat

Christlich Orthodox. Und ja ich weiß das es die Kreuzzüge gab

Kommentar von Etter ,

Hast du schon gegen die LRA demonstriert? Ich hab davon nämlich noch nichts mitbekommen.

Und jetzt denk nochmal über deinen vorletzten Absatz nach.

Antwort
von muhamedba, 140

Warum gehst du nicht dagegen vor https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholisc... Hier sind es sogar die Vertreter der Kirche und es gibt keine Demos... weil die Bibel dazu nicht aufruft und sich kein gesunder Mensch diesen Menschen anschließen würde/Meinung rechtfertigen würde. Es spielt keine Rolle, ob Christ oder Jude oder xy...

Ahmad Mansour ist eine bedeutungslose Person für Muslime, übt einen Beruf aus, welcher im Islam eigentlich nichts verloren hat und will wohl ne staatliche Stelle haben (Vermutung). Ihn wirst du immer wieder sehen, weil er dir das sagen wird, was die Nicht-Muslime hören wollen und dank seinem Namen passt er perfekt ins Bild. 

Das letzte mal sind Muslime in Norwegen auf die Straße gegangen, haben eine Menschenkette vor der Synagoge gebildet.

Der IS wütet in einem Land, wo 99% der Einwohner Muslime sind. Moscheen werden abgerissen und auch alles andere, was nicht den IS akzeptiert. Wie es dazu gekommen ist, spielt hier wieder mal keine Rolle, was 2003 im Irak passiert ist, das haben wir bereits vergessen aber Forderungen stellen und Beleidigungen als Satire/Karikatur verkaufen ist wieder mal ok :D

Kommentar von Rosenblad ,

Wie es dazu gekommen ist habe ich in versucht in zwei Kommentaren hier kurz zu skizzieren - die Politik der U.S.A. und ihrer Verbündeten die in den Irak ohne einen Plan für eine Zivilordnung "danach" einmarschierte. In der nachhusseinischen Ära wurden ausnahmslos schiitische Premiers eingesetzt, von denen sich die Sunniten im Land nicht mehr vertreten sahen zudem kam es zu starken politischen Einflüssen seitens Syriens und des Irans, was den sunnitischen Teil der Bevölkerung weiterhin in die Hände ehemaliger Anhänger Sadam Husseins (v.a. sunnitische Offiziere der Armee) trieb - auf diesen politischen, religiösen, ethnischen, sozialen sowie militärischen Grundlagen konnte sich der I.S. instantiieren.

Gerade in dieser Hinsicht - der Gräuel des I.S. gegen Angehörige der eigenen Religionsgemeinschaft (die politische "Kunstfigur" der islamischen Religionsteilung einmal außen vorgelassen) erscheint mir der weitgehend ausbleibende Protest in der arabischen Welt schon fast "unmenschlich" oder geht uns Menschen der "Nächste" schon lange nichts mehr an?

Antwort
von Bambi201264, 158

Genau diese Frage habe ich schon mehrfach gestellt. Allerdings nicht so ausführlich.

Und auch heute rufe ich alle friedlichen Muslime/a dazu auf, das zu tun!

ÖFFENTLICH!

Antwort
von Agentpony, 162

Weil die Terroristen letztendlich nur ein statistischer Ausreißer zur viel größeren Gruppe der Muslime sind, die tatsächlich einer grundlegend reaktionären und faschistoiden Ideologie folgen.

Die höfliche Trennung zwischen "Islam" und "Islamisten" bildet nicht die Realität ab - der Terror beginnt schon in jedem Haushalt, in dem sowohl Kinder, als auch Erwachsene durch peer pressure gezwungen werden, ihre grundlegenden Freiheitsrechte zu ignorieren. Sinngemäß sprach das ja auch der von Dir zitierte Ahmad Mansour.

Dazu kommen dann noch eine ganze Reihe barbarischer, stämmisch/rassistischer Verhaltensweisen, die zwar nicht vom Islam kommen, die aber ganz wunderbar mit der allgemeinen repressiven Denkweise konform gehen.

Ich bezweifle nicht, daß die Unmenschlichkeit der muslimischen Terroristen den normalen Muslimen genauso ans Herz geht, wie Anderen. Aber nicht in der Form wie harmlose Karikaturen, die gleich noch die eigenen Ideologie, das eigene Gesellschaftskonstrukt infrage stellen.

Kommentar von Agentpony ,

Nachtrag:
Wer sich übrigens den von Dir zitierten Brief der "Gelehrten"
durchliest, stellt darin fest, daß auf geradezu komikhafte Weise ein
Spagat versucht wird, dem IS zwar ihre Interpretationen abzusprechen, aber OHNE auch nur in einem Wort diejenigen abstrusen Lehren von Koran und Sunna zu relativieren, auf denen der Ansatz des IS überhaupt basiert - da diese allgemein anerkannt sind.

Kommentar von Rosenblad ,

Das stimmt zweifelslos und an dieser Stelle hätte es klarer und unmißverständlicher (rechts-)textlicher Nachträge bedurft - die blieben aber nach meiner Kenntnis bis dato aus.

Kommentar von PolluxHH ,

"Abstruse Lehren" trifft es, aber dem angemessen entgegenzutreten beinhaltete nicht mehr nur Haram, sondern den Vorwurf der Apostatie. Aber mindestens eine komplette Rechtsschule des Islam der Apostatie zu beschuldigen wäre heftig und die Einleitung von etwas, was keiner wirklich will ... also Eiertanz und Einladung zu einer "freundlichen Diskussion". Es wäre ja auch etwas ... unglücklich, wenn z.B. plötzlich die römisch-katholische Kirche alle evangelischen Kirchen der Häresie beschuldigte und deren Mitglieder zur Tötung freigäbe, wenn sie nicht bereuten.

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