Frage von Torrnado, 170

Warum geben viele Hartz4 Empfänger ihr Geld für Alkohol aus?

Eins vorweg, ich will diesbezüglich nicht verallgemeinern, ich war selbst lange Hartz4 Empfänger und weiss, daß man nur wenig Geld zum Leben hat.

Leider ist es aber nunmal Fakt, daß wirklich viele Hartz4-Empfänger einen Großteil ihres Geldes für Alkohol ausgeben und oft schon am 10. oder spätestens am 15. des Monats fast pleite sind. Wer hat eine Erklärung dafür ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hardware02, 51

Hartz IV Empfänger sind Leute, die Probleme haben. Das können unterschiedliche Probleme sein - angegriffene Gesundheit, schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ein kleines Kind zu versorgen und ein Papa der nicht zahlt, oder eben der Alkohol.

Das Problem war also schon vorher da. Und das geht auch nicht einfach weg, nur weil man jetzt weniger Geld hat. Das bleibt, und der Hartz IV Empfänger trinkt weiter.

Kommentar von EstherNele ,

Hartz IV Empfänger sind Leute, die Probleme haben. Das können unterschiedliche Probleme sein - angegriffene Gesundheit, schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt,

Hartz-IV-Empfänger haben also auch keine anderen Probleme als andere Leute auch - und sie haben gerade keinen Job.

Wer vorher vielleicht nur Mindestlohn verdient hat, und dann arbeitslos wir (ALG 1), der hat so wenig, dass er "Aufstocker" ist - auf ALG II - Niveau.

Natürlich gibt es die Schicht ALG II-Empfänger, die sind durch etwas unkontrollierten Umgang mit Alkohol aus dem Job geflogen und genau wegen dem Thema nicht wieder reingekommen. 

Aber die werden nicht zum Alkoholiker, weil sie ALG II bekommen, die haben auch schon vorher getrunken.

Wenn der hier mühsam zusammen gestückelte "Sachverhalt" stimmen würde, dann wären alle Leistungsbezieher über kurz oder lang Alkoholiker und kein Nichtleistungsbezieher hätte ein Alkoholproblem. 

Beides ist Unsinn. 

Die ganze ursprüngliche Fragestellung hat schon etwas diffamierendes und deine Antwort macht die schlechte Fragestellung auch nicht besser.

Antwort
von EstherNele, 57

Ich stoße mich an deiner Formulierung "wirklich viele ...".

Irgendwie assoziiert das für mich, dass es prozentual ungleich mehr sind oder sogar ein Vielfaches, verglichen mit den Nicht-Leistungsbeziehern. Das stimmt bloß nicht - so viel höher ist der Anteil der regelmäßig Trinkenden gar nicht, es wirkt sich eben bloß finanziell viel spürbarer aus als bei gut Verdienenden, deren Alkoholkonsum sich finanziell nicht so deutlich bemerkbar macht.

Außerdem hast du außer Acht gelassen, dass Alkoholismus eine anerkannte Krankheit ist. Also keine selbstbestimmte Entscheidung "Das Geld ist knapp - also verzichte ich auf den Alkohol".

Das Problem ist eher der Suchtdruck, der allein mit starkem Willen und guten Vorsätzen nicht in den Griff zu bekommen ist.

Außerdem, fällt mir gerade auf, scheint die Gesellschaft mit dem Begriff "Alkoholiker" viel inflationärer umzugehen, wenn es um Personen aus den unteren sozialen Schichten geht, als man es bei den oberen Schichten tut.

Jemand, der täglich konsumiert, und wenn es bloß seine 2 Gläser Wein, Cognac oder Whisky abendlich zum "Entspannen" sind, gilt nach WHO-Definition als Alkoholiker. Da würde so mancher leitende Angestellte oder Vorstandsmensch mit darunterfallen - jedenfalls nicht nur der ALG II-Empfänger mit seinem abendlichen Bier am Supermarkt.

Antwort
von ninamann1, 68

Perspektiv lo­sig­keit  , um es zu vergessen in welcher Situation sie sich befinden.Obwohl es keine Lösung ist .Leider machen machen es manche so.

Antwort
von schleudermaxe, 16

... die so hochgejubelte in Berlin verlangt doch, daß wir die Wirtschaft ankurbeln sollen und somit ist alles gewollt und im grünen Bereich.

Antwort
von troublemaker200, 26

Oder haben ein (oder mehere) Smartphones mit komplett-Flat?
Oder rauchen pro Tag 2-3 Schachteln weg?

Das werde ich auch nie verstehen.....

Normal denkt man ja, wenn einem finanziell das Wasser bis zum hals steht, dann stoppt man erst mal alle sinnlose Ausgaben wie z.B. Kippen, Alk, Handy etc.

Offenbar denken aber nicht alle so....

Kommentar von Familiengerd ,

Offenbar denken aber nicht alle so....

Und offenbar grassieren hier massive Vorurteile!

Kommentar von troublemaker200 ,

keine Vorurteile, das sind Tatsachen.

Kommentar von Familiengerd ,

Aha, Du hast also die Nase in jeden Hartz-IV-Haushalt gesteckt, hast Vergleiche zu Nicht-Hartz-IV-Empfängern gezogen, weißt um die Zusammenhänge von  Hartz IV mit "Smartphones mit komplett-Flat", dem "Wegrauchen von pro Tag 2-3 Schachteln", Alkoholismus usw. und kennst die statistischen Untersuchungen, dass Du Dir einbildest, das beurteilen zu können?!?!?

Kommentar von troublemaker200 ,

Genau. Und zusätzlich gehen ich mit offenen Augen durchs Leben.

Kennst Du den Begriff "Party-Hartzer"?

Kommentar von Familiengerd ,

Genau.

Donnerwetter! Respekt!

Ich wusste nicht, dass Du so gut informiert bist: die Statistiken kennst, empirische Untersuchungen zur Stützung Deiner Unterstellungen durchgeführt hast ("die Nase in jeden Hartz-IV-Haushalt gesteckt"), die sozialpsychologischen Probleme durchleuchtet hast usw.

Da muss ich mich ja dank Deiner profunden Kenntnisse von meiner naiven Vorstellung verabschieden, Hartz-IV-Bezieher wären nicht per se Sozialschmarotzer und würden nicht "in Saus und Braus" leben.

Im Ernst:

Was Du hier zur Begründung in diesem Zusammenhang mit "mit offenen Augen durchs Leben gehen" bezeichnest, ist nichts Anderes als die selektive Wahrnehmung zur Stützung der eigenen vorgefassten Meinung - das muss Dich aber nicht betrüben, denn das ist ein allgemeines Phänomen, das grundsätzlich fast alle Menschen betrifft.

Kommentar von troublemaker200 ,

Die Party-Harzer erkennst Du übrigens daran, dass sie morgens wenn wir zur Arbeit fahren nach Hause wanken. Total dicht.

Aber meinen Respekt verdienen die sich durch ihr Durchhaltevermögen, überleg mal, die kommen morgens umd 8 nachhause, hackedicht. Und müssen bis 16:00 wieder fit sein. Nicht zum Arbeiten, sondern zur nächsten Party. Hartes Leben sag ich Dir. Denke ich sattel auch um.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist selbstverständlich überzeugend:

Individuell-subjektiv beschränkte Einzelerfahrungen als allgemeingültig-objektive Tatsachen ansehen!

Kommentar von vanillakusss ,

Also, ich hänge mich eben kurz hier rein.

Sowohl troublemaker als auch Gerd haben recht, es gibt DIE Leistungsbezieher, die wirklich alles mitnehmen, die den ganzen Tag mit Kaffee, Kippe und Bier auf der Couch hocken und über den Staat lästern weil er nicht genug für sie tut..... Auf die Idee, dass sie selber etwas tun sollten, kommen die nicht.

Es gibt sehr viele Menschen die nie gelernt haben selber für sich zu sorgen, sich selber zu ernähren und ihre (meist zahlreichen) Kinder, auch. Und sie "erziehen" ihre eigenen Kinder zu späteren Leistungsbezieher, es ist ein Teufelskreis.

Aber, es gibt auch die älteren Leistungsbezieher, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben, selbständig waren, sich selber und ihre Familie versorgt haben. Durch Krankheit, durch andere widrige Lebensumstände, sind sie arbeitslos geworden und wenn sie nicht innerhalb eines Jahres wieder einen Job haben, rutschen sie in ALG2.

Wenn noch Ersparnisse oder Versicherungen da sind, müsse die aufgebraucht werden also hat manch einer wirklich für GAR NICHTS gearbeitet, wenn man so will. Diese Menschen reißen sich den Arxxx auf um wieder in Arbeit zu kommen, manchen gelingt es, vielen nicht. Und genau diese Menschen sollte man nicht über einen Kam scheren mit denen, die einfach absolut keinen Bock auf Arbeit haben, die es für selbstverständlich ansehen, dass andere sie durchziehen müssen.

Also, nicht alle sind Partyhartzer, viele Menschen sind total verzweifelt weil sie ein Leben lang gearbeitet haben und trotzdem mit leeren Händen da stehen. Schuldlos.

Allerdings sollte man all denen, die arbeitsunwillig sind, so richtig in den Hintern treten, mit allem was man dafür nutzen kann.

Und noch eine kurze Anmerkung, JEDER Leistungsbezieher, der das Geld für Alkohol, Zigaretten oder Drogen ausgibt, hat einfach zu viel davon. Da nutzt es nicht nur den Alkohol anzusprechen....

Solche Leute würden (von mir) nur noch Gutscheine bekommen, was dann noch übrig bleibt, können sie wegkiffen.

Kommentar von Familiengerd ,

Sowohl Sowohl troublemaker als auch Gerd haben recht, als auch Gerd haben recht

Wobei troublemaker200 in unzulässiger Weise eigene Beobachtungen generalisiert und als allgemeingültige Tatsache hinstellt und ich lediglich dieses Vorgehen verurteile!!

Kommentar von vanillakusss ,

Ja, eben weil es viele solcher Leistungsbezieher gibt, das ist nun mal Fakt.

Genau so wie es eine Menge Menschen gibt, die händeringend versuchen aus Hartz4 rauszukommen.

Wenn man, beruflich oder sonst wie, mit solchen Menschen zu tun hat (wie Trouble sie beschreibt), kriegt man schon schnell einen dicken Hals...... Und dann ist man schnell geneigt alle über einen Kamm zu scheren.

Kommentar von Familiengerd ,

Und dann ist man schnell geneigt alle über einen Kamm zu scheren.

Wie es erkennbar ja gerne und oft geschieht - selbst bei Menschen, von denen man annehmen darf, sie könnten differenzieren!

Kommentar von troublemaker200 ,

Kennst Du den Begriff "Hartz-Express"? Das ist keine Dampflok die durch den schönen Hatz fährt, sondern das ist das Sammeltaxi welches der ASB organisiert und bezahlt um die Arbeitslosen zum Amt oder zu sonstigen Maßnahmen fahren. Hier lernst Du was für Leben!!

Antwort
von rotesand, 22

Hallo!

Oftmals ist es so, dass "Hartzer" mit zwei elementaren Problemen zu kämpfen haben --------> seelische/psychische Probleme jedweder Art & dann noch die Langeweile durch die unausgefüllte Zeit.

Leute, die psychische Probleme, Minderwertigkeitskomplexe usw. haben sind ungleich anfälliger für Alkohol und Drogen.. da sie sich darin 'nen Ausweg suchen & meinen, der Alk würde zumindest dabei helfen, dass man seine Sorgen vergisst.

Manche beginnen auch aus Langeweile zu trinken --------> sie gehen in eine Kneipe damit ihnen daheim nicht die Decke auf den Kopf fällt, treffen dort andere Leute, werden abgelenkt, man trinkt eben auch mal was & entsprechend artet das dann aus, weil man morgens nicht zur Arbeit muss & es keinen schert, wenn man angetrunken ist oder bis Ultimo in der Gaststube hockt.

Antwort
von Orgrim, 66

Wer in größeren Mengen Alkohol trinkt, tut dies nur aus einem Grund und zwar um die Probleme und die Leere in seinem Innern nicht mehr zu spüren.

Alkohol wirkt betäubend auf den Geist und den Körper. Wenn jemand besoffen ist, stören ihn die Problem nicht weiter.

Jedoch löst man damit keinerlei Probleme sondern schafft nur neue.

Antwort
von JTKirk2000, 37

Gibt es dazu eine Statistik, welche aufzeigt, dass dies prozentual viele Hartz-IV-Empfänger machen? Ich kenne nicht so viele davon, war aber selbst über zusammen genommen einige Jahre Hartz-IV-Empfänger und habe nie Geld für Alkohol, Tabak oder sonstige Drogen ausgegeben. Ich sehe dazu, ehrlich gesagt, auch gar keinen Anlass.

Antwort
von napoloni, 37

Wir befinden uns in einer Niedrigzinsphase. Wo bekommt man noch so viel Prozente?

Antwort
von HanzeeDent, 71

Sucht, die aus großer seelischer Leere resultiert. 

Was soll man denn tun, wenn man sonst keine Perspektive hat?

Antwort
von Khalisi2, 98

man vergisst was um  sich passiert, es wirkt alles nicht so schlimm und du musst dir umnichts Sorgen machen..... Besser gesagt du machst dir keine Sorgen mehr

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