Frage von Mirarmor, 69

Warum gab es nach dem Ersten Weltkrieg viele Kriegszitterer und nach dem Zweiten kaum?

Bei Wiki steht, aus dem Zweiten Weltkrieg gab es zwar auch viele postraumatische Belastungsstörungen, aber eben kaum noch dieses spezifische Zittern, das viele Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg mitbrachten.

Was könnte dafür Ursache sein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Andrastor, 52

Es gab nach dem zweiten Weltkrieg ebenfalls sehr viele Menschen mit PTSD, aber im Gegensatz zum ersten Weltkrieg, war die Psychotherapie als Heilpraktik und die Psychologie als Wissenschaft weiter entwickelt und so konnten Betroffene Hilfe und Heilung finden.

Weiters wurden im zweiten Weltkrieg zum ersten Mal harte Drogen als "Medikament" für Soldaten benutzt um ihre Psyche zu festigen.

Kommentar von Franz1957 ,

Der Drogeneinsatz ist ein wichtiger Punkt. Das im Zweiten Weltkrieg verabreichte Metamphetamin bedeutete, gemessen an dem Tabak und Alkohol früherer Kriege schon eine andere Dimension. Ich nehme an, daß dies erst den "Blitzkrieg" möglich machte, und auch die mentale Bereitschaft zu den in Osteuropa begangenen Wehrmachtsverbrechen herzustellen half. Ein Aspekt, der in dem ansonsten hervorragenden Dokumentarfilm Das radikal Böse leider nicht mit zur Sprache kam.

Kommentar von Andrastor ,

danke für das Sternchen :)

Antwort
von Marco350, 38

Das könnte mit dem giftgas zusammenhängen das sehr viel eingesetzt wurde

Antwort
von Hoganknowsbest, 20

Die "moderne Kriegsführung", die jeder Soldat im Ersten Weltkrieg erstmalig erfuhr, war im Vergleich zur althergebrachten Kriegsführung vor Beginn des 20. Jh. vollkommen überwältigend in seinem menschenverachtenden Ausmaß der Tötungsmaschinerie, massenweise Zerstückelungen, Brand- Spreng- und Gasopfer, tagelanger Artilleriebeschuss ohne nennenswerte Raumgewinne, Grabenkrieg, Luftangriffe, Tanks und das über Jahre und die damit verbundenen Erkenntnis der Sinnlosigkeit war scheinbar zu viel für die Menschen der Jahrhundertwende, die noch 60 Jahre zuvor kaum industrialisiert waren. 

Im Zweiten Weltkrieg war die Kriegsführung eine andere. Ich will hier nicht uns Detail gehen, aber wenn du die oben genannten Aspekte mit dem Zweiten Weltkrieg vergleichst, könntest du sicher einige Erklärungenansätze finden.

Antwort
von Barbdoc, 8

Kriegszitterer wurden nicht als Kriegsbeschädigte entschädigt, also gab's keine mehr.

Antwort
von ElfeLegolas, 43

das sind die Nerven. 
oft geht das Psychische über in das Körperliche.

das sah man auch sehr gut an A.H. im 2. Weltkrieg. er hatte nach ne Zeit immer mit der Hand gezittert und bekam da gegen Medikamente. was meist nicht Richtig wirkte. weil die Medizin noch nicht so weit war oder weil da gegen keine Medikamente gab.

Kommentar von DoktorSelstsam ,

Das war wohl Parkinson, kein Kriegszittern.

Kommentar von ElfeLegolas ,

Ach gut. Es werden in den Berichten immer über einen Nerven leiden gesprochen ;-)

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