HertenerBoy14 am 02.11.2009 um 15:49 Uhr
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Weil die Ernährung damals karg, aber gesünder war als heute. Es gab schon während des Krieges einfach wenig Fett und Süßwaren (Lebensmittelrationierung).

Der Mangel an Lebensmitteln führte dazu, dass sehr viele Menschen abmagerten. Einige Krankheiten werden durch Überernährung begünstigt. So auch der Herzinfarkt. Je weniger Menschen überernährt sind, je weniger Fett verzehrt wird, umso weniger Leute sterben an solchen Krankheiten.
Man muss aber bedenken, dass die Menschen damals nicht gesund lebten, nur weil es weniger Herzinfarkte gab. Es sind in Deutschland damals auch eine ganze Reihe Menschen verhungert oder an anderen, eigentlich nicht tödlichen Krankheiten gestorben, weil sie nicht ausreichend ernährt waren.
fnative am 2. November 2009 15:54 Auch eine gute Erklärung!
Ein Risikofaktor für Herzinfarkte ist Übergewicht. Nachkriegszeit = Hungerzeit. Es gab einfachg weniger Menschen mit Übergewicht. Zigaretten waren auch nicht so leicht zu haben, was einen weiteren Risikofaktor ausschließt. Und DIe menschen hatten auch noch mehr Bewegung als wir heutzutage.

Die Männer waren tod und die frauen dadurch entspannter :-D
die sind alle vorher gestorben!
Bürger mit Schuhgrösse 20 sind am Gesündesten!
heinmueck am 2. November 2009 16:00 Auch Udo-Pollmer-Fan?
hätt ja nicht gedacht dass man schon rezitiert wird...

Weil die Leute nur satt zu essen hatten und nicht Nutella, Mars und MACDOOF.

Ich bezweifle, dass es darüber zuverlässige statistische Angaben gibt.
Weil kaum mehr jemand da war, den es hätte erwischen können :-)

die menschen waren durch den krieg und die kalten jahreszeiten abgehärteter als heute, zudem war dei ernährung noch gesünder

Weil die Leute sich erheblich mehr bewegt haben, und viel weniger Streß hatten.
...abgesehen davon, getötet zu werden oder zu verhungern. Das ist natürlich total stressarm.
Weniger Stress? In der Nachkriegszeit?
pecudis am 2. November 2009 16:00 Ja, weniger Streß. Ist genau so gemeint, wie es da steht. Mach mal eine Liste, was heute für die verzogenen Manager-Bubis mit ihren Herzanfällen alles "wichtig" ist, angefangen von den handgenähten Schuhen, der passenden Uhr, dem, was die Nachbarn denken, das Auto, die Zeit, die Tippse, die Frau, Essen gehen, Fliegen, Hektik. Selbst Schüler machen sich heutzutage Streß aus Sachen (Handys, MP3-Player und anderem völlig überflüssigem Schei.ß) - dagegen ist Steine sammeln echt entspannend! (probiers aus!)
Und dann mach eine Liste, was nach dem Krieg wichtig war. Essen, Trinken, Heizen. Dazu kam schwere körperliche Arbeit, die baut (rein physiologisch) Streß ab.
Das viele Menschen heute Stress haben / machen ist nicht zu leugnen, dennoch würde ich die damalige Zeit nicht als stressfreier bezeichnen. Wenn eine Mutter keine Ahnung hat, was sie ihren Kindern zu essen geben soll, wird das Steine sammeln sie auch nicht entspannt haben.
pecudis am 2. November 2009 16:29 Doch, auch wenn es unwahrscheinlich klingt: Steine sammeln (oder was auch immer an körperlicher Arbeit) baut Streß ab. Versuchs einfach, Deine Sorgen werden einfach weggearbeitet, ist vom Gehirn so vorgesehen.
Und ich streite ja auch gar nicht ab, daß wenig Essen zB sehr belastend sein kann, ist es heutzutage ja genau so - aber das ist "nur EINE" Sorge - es zerren nicht 20, 30 verschiedene Sachen an Deiner Psyche. Und dieser EINEN Sorge kannst Du Dich auch mit ganzer Kraft widmen, das ist kein Streß, das ist - auch wenns fies klingt - die Möglichkeit, zu Leisten. Jeder kleine Haps eine Befriedigung. Die fehlt heute.
Es klingt nicht unwahrscheinlich. Das körperliche Arbeit Stress abbaut weiß ich aus persönlicher Erfahrung und aus dem Studium. Mein Anliegen war nur, zu sagen das es damals stressig wahr und heute auch, aber das die Stressarten nicht gut miteinander zu vergleichen sind.
pecudis am 2. November 2009 17:06 Ist doch so: wenn der "normale Überlebenskampf" schon gleichzusetzen wäre mit dem, was man heute(!) mit "Streß" bezeichnet, dann hätten die Steinzeigmenschen den größten Streß gehabt, und die Naturvölker heute wären die am meisten streßbelasteten Menschen. Gerade die zeigen aber keine Anzeichen davon.
Ist vermutlich auch einfach eine Definitionsfrage.

Ist vielleicht eine Frage der Statistik. Die meisten Herzinfarkte gibts bei Männern. Und in Nachkriegszeiten waren da nicht mehr so viele....

Weil der Verzehr an tierischen Fetten sehr gering war. Der Fleischverzehr hat sich seit den 60-er Jahren verdoppelt, die Herzinfarktquote ist 20-mal so hoch! Und die Menschen haben sich viel mehr bewegt als heute.
pecudis am 2. November 2009 16:09 Nach dem Krieg wurden die Schweine nach FETTanteil bezahlt, das FLeisch eines 50-er-Jahre-Schweins war bis zu 10x fetter als heute, das kann man so gar nicht vergleichen. Um so viel tierisches Fett wie damals mit Koteletts in Dich reinzuschaufeln, müßtest Du heute nicht nur jeden Tag Fleisch essen, sondern auch noch jede Woche mindestens 3x mit Fettem Speck kochen (und das war damals auch üblich!).
Man kann das auch anders sehen: der Verbrauch an körperfremdem Fett, Zeugs wie Olivenöl und künstlich entfetteter Margarine wie Becel & Co hat in den letzten 30 Jahren ganz genau so zugenommen wie die Herzanfälle ;-)
augustkoenigin am 2. November 2009 16:26 Du irrst Dich. Ich rede hier von statischen Durchschnittswerten. Erhöhst Du den Anteil an gehärteten Fetten (tierische Fette) um 6% verdoppeltst Du das Herzinfarktrisiko. Die Fleischportionen waren nach dem Krieg deutlich kleiner. Fett war schwer zu bekommen und galt deshalb als "wertvoll". Fett sättigt. Eine fettarme Ernährung bringt schnell wieder Hunger. Die Menschen nach dem Krieg mussten körperlich sehr schwer arbeiten bei gleichzeitig fettarmer Ernährung. Das war herzgesund. Nur nicht spannend. Heute ist es umgekehrt. Wir essen statt 90 g Fleisch 200 g und mehr zu einer Mahlzeit. Und bewegen uns kaum noch. Mit fatalen Folgen.
pecudis am 2. November 2009 17:01 Du vergleichst da aber Äpfel mit Birnen - in 90g Fleisch und Fleischwaren aus den 50er Jahren war MEHR Fett, als heute in 200g drin sind, das war gemeint. Guckst Du zB da, da kannst Du "von außen" schon den Unterschied zwischen einem Fettschwein und einem heutigen Tier sehen. http://schweine.pecudis.de/DE_Entwicklung.html
Mit der Bewegung hast Du natürlich recht - die Energie, die damals über das Fett aufgenommen wurde, wure auch gebraucht bzw verarbeitet.
augustkoenigin am 2. November 2009 17:57 Ich habe von Anfang an nur vom tierischem Fett gesprochen.

Stoecki hat recht, die Aussage damals gab es weniger Herzinfarkte als heute hat weder Hand noch Fuß.

Der Begriff Herzinfarkt wurde m.E. erst nach dem Krieg überhaupt geprägt. Tatsache ist, daß meine Mutter 1949 an einem Herzfehler gestorben ist. Den hatte sie schon während des Krieges. Durch Unterernährung, Erschöpfung , das, was wir heute Stress nennen, ist eine Diphterie hinzugekommen. Und das hat das Herz nicht mehr mitgemacht. Nur, den Ausdruck kannte man nicht. Man sagte damals "herzkrank" - ganz allgemein. Die meisten Herzkranken haben nur den Krieg gar nicht mehr überlebt.

Weil Lebensmittel in den Nachkriegszeiten knapp waren und die Menschen folglich nach der Devise fdh gesünder gelebt haben!