Frage von Cominghomenow, 88

Warum fürchten sich gläubige Christen vor dem Tod?

Jesus soll für ihre Sünden am Kreuz gestorben sein..das würde ja Bedeuten wenn sie an Jesus als Sohn Gottes glauben, dass sie in den Himmel kommen.

Also wieso die Angst? Oder ich stelle die Frage mal an alle: Wenn ihr Gott vertraut, hättet ihr angst vor dem Tod?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 59

Ich bin Buddhist und glaube nicht an einen personifizierten Gott.

Im Bezug auf Tod und Sterben bin ich der Ansicht, dass der Mensch, wie andere Tiere auch, einen biologischen Überlebensinstinkt hat.

Wenn ein Mensch in Suizidabsicht in ein Gewässer geht, wird er sich von zugeworfenen Rettungsringen nicht aufhalten lassen.

Stürzt die selbe Person aber überraschend ins Wasser, denkt sie nicht bewusst "Super, prima Chance endlich zu sterben", sondern wird instinktiv nach der nächsten Rettungsmöglichkeit greifen.

Ich denke daher, dass auch der Körper eines gläubigen Menschen auf die Ankündigung eines nahen Todes zunächst negativ reagieren und versuchen wird, zu überleben.

Allerdings gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Körper durch die Ausschüttung von bestimmten körpereignen Substanzen versucht, den Sterbevorgang so schmerzlos wie möglich ablaufen zu lassen.

Die Ausschüttung von körpereignen Schmerzmitteln kann also vermutlich auch eine gewisse "Gemütsruhe" angesichts des Todes erzeugen.

Möglicherweise hat der Grad der Religiosität, oder des "Gottvertrauens" etwas damit zu tun, wie Menschen den Tod erleben.

Ich habe allerdings schon gläubige Menschen tagelang um ihr Leben kämpfen und Atheisten friedlich sterben sehen. Diese Aussage kann man also offenbar nicht verallgemeinern.

Ich schließe mich aber vielen Vorrednern an:

ich denke in vielen Fällen ist die Angst vor Schmerzen, dem wehrlosen ausgeliefert sein und dem langsam Dahinsiechen an einer schleichenden Erkrankung, das eigentliche furchteinflößende Element.

Allerdings darf man meiner Meinung nach nicht vergessen, dass der Mensch zunächst einmal egoistisch denkt und handelt.

Wenn man vor die Wahl gestellt wird "er oder ich", wird vermutlich die Mehrzahl der Menschen sich selbst retten. Außerdem hat er gerne die Kontrolle über alles, als "Krone der Schöpfung" will er Entscheidungen treffen.

Die Konfrontation mit dem Tod ist die Erfahrung des totalen Anti-Ego, die Erfahrung, dass man nicht alles kaufen und kontrollieren kann.

Deshalb könnte selbst ein "friedlicher Tod" für manche Menschen eine erschreckende Vorstellung sein - die Zügel loslassen zu müssen, aus dem Hamsterrad des Lebens auszusteigen, ist eine mächtige Erfahrung.

"Jeder stirbt für sich allein".

Ich persönlich hatte schon mehrfach Erfahrungen mit dem Tod und habe dadurch und durch die buddhistische Praxis eine eigene Haltung zu Leben und Tod entwickelt. Sie lässt sich mit der Aussage zusammenfassen:

"Nimm das Leben nicht so ernst - du kommst sowieso nicht lebend raus".

Kommentar von Patchouli ,

Toller Beitrag!

Antwort
von 1988Ritter, 69

Mein Vater starb mit einem Lächeln auf den Lippen....

Ich habe keine Angst vor dem Tod.

Was die meisten Menschen ängstigt, und dies auch unabhängig einer Religion, der eventuelle Zeitpunkt des Todes. Man hat ja auch noch Pläne.

Kommentar von Cominghomenow ,

Genau das macht mir auch angst. 

Antwort
von hertajess, 21

Als Beispiel auf Deine Frage möchte ich Dir die Sterbegeschichte von einer Frau schreiben. Sie war wirklich sehr schwer krank, litt unsägliche Schmerzen die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht in Schach gehalten werden konnten. Nie zuvor und nie danach habe ich einen Menschen erlebt dem so viele Schläuche in den Körper eingeführt worden waren um zu überleben. Sie wollte nicht sterben. Das wurde respektiert. Das Pflegepersonal war die Bezeichnung Krankenschwestern im vollen Sinne des Wortes wert. Deshalb war es für sie selbstverständlich dass sich eine unter ihnen nach den Lebensumständen der Frau erkundigte. Das Pflegepersonal kam zu dem Schluss dass sie sich noch von einer Person verabschieden wollte. Aber diese war verschwunden. Als die Frau erfahren hatte dass diese Person nicht mehr erreichbar war starb sie. 

Es geht also nicht einfach um eine Angst vor dem Sterben. Es geht oft auch nicht um Angst vor Schmerzen oder langem Siechtum. Viele Menschen sind einfach noch nicht fertig. Und sei es dass ein kurzer Händedruck noch nötig ist, ein kurzer sich verständigender Blick. Um keine nichtstoffliche Unordnung zurück lassen zu müssen. 

Ja, sicher. Heute sind wir in der Regel sogenannten Ärzten ausgeliefert. Subjekten die es nicht gelernt haben mit Menschen umzugehen, mit ihnen angemessen zu kommunizieren. Lebewesen die es selbst dem Personal verbieten auf die nichtstofflichen Bedürfnisse der Mitmenschen einzugehen. DAS macht tatsächlich massive Angst. Denn es verletzt die Menschenwürde zutiefst. Und ist überflüssiger als jeder Kropf.

Eine natürliche Angst vor dem Tod gibt es natürlich auch denn sonst würden wir manche Situation nicht vermeiden die zum Tode führt. 

Was mich persönlich angeht so fürchte ich den Tod selbst nicht. Den sinnlosen Tod allerdings verbiete ich mir schlicht aus Achtung vor mir selbst.

Antwort
von satti20, 24

ich bin christ und nein ich habe keine angst vor dem tod solange es nicht brutal und lang ist  hat was mit der psysche der menschen zutuhn jeder mensch hat angst zu sterben kommt auf die art und weise an 

Antwort
von nowka20, 17

ihre seele ist noch zu stark an den physischen körper gekettet.

und wenn der stirbt, haben sie angst, selber auch zu sterben

Antwort
von DeathMagicDoom, 71

Die Frage ist eine Verallgemeinerung. Ich bin gläubiger Christ und habe keine Angst vor dem Tod! Ich freue mich, dereinst den Herrn zu sehen.

Wovor die Menschen grundsätzlich Angst haben, ist der Prozess des Sterbens. Ob es lang dauert oder schnell geht, ob man Schmerzen hat oder sich ewig quälen muß in einem Hospiz.

DAVOR haben die Leute Angst, wie es ist, wenn man stirbt. Aber der Tod ist dann eine Erlösung vom irdischen Dasein, und was danach kommt, nur über den individuellen Glauben zu begreifen.

Jede Religion glaubt etwas anderes, was danach kommt.

Kommentar von Cominghomenow ,

Dein Profilbild gefällt mir. 

Kommentar von Whitekliffs ,

Mich wundert es etwas, ebenso dein Name, lieber DMD? 

Antwort
von Jogi57L, 18

Ich sehe da einen Unterschied.

1.) ...die Angst vor dem Tod

2.) ...die Angst davor, was "danach" kommt

Also ich haben keine Angst davor, was "danach" kommt, im Gegenteil.

Angst vor dem Tod habe ich auch nicht, allenfalls vor dem "wie".

Einschlafen und sterben... voll ok !

Langes Siechtum ... nicht ok !

Eigentlich kenne ich Niemanden, wo konkret Angst vor dem Tod hat, bzw. es so gesagt hätte....

Mit den Menschen, wo ich darüber gesprochen, ist es ähnlich wie bei mir... es ist eine Frage des "wie"

Antwort
von Nadelwald75, 59

Hallo Cominghomenow,

ob du es glaubst oder nicht: Ich fürchte mich nicht vor dem Tod.

Zugegebenermaßen fürchte ich mich aber vor dem, was mit dem Sterben alles verbunden sein kann.

Kommentar von Cominghomenow ,

Ich persönlich habe keine Angst..ich habe nur angst zu streben, bevor ich alles geschafft habe was ich auf dieser Erde schaffen wollte.^^ Das liegt bestimmt an der Aufregung. Man stirbt ja nicht jeden Tag. Ganz ehrlich, ich finde der Tod ist aufregend und alles was danach kommt auch. :D Findest du auch?

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Cominghomenow,

das kannst du so sehen, finde ich. Aber aufgeregt bin ich da nicht unbedingt, vielleicht gespannt.

Kommentar von Cominghomenow ,

"Und plötzlich stellten sie fest, da kommt nichts mehr" 

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Cominghomenow, wer stellt das fest? (Das ist so wie der Satz: Da bin ich morgens aufgewacht und stellte fest, dass ich tot bin.")

Kommentar von Cominghomenow ,

Hallo Nadelwald. Du gibst gute Antworten.

Antwort
von JTKirk2000, 23

Warum fürchten sich gläubige Christen vor dem Tod?

Warum stellst Du eine suggestive Frage? Ich glaube an Gott, an Christus und was in der Bibel steht und habe keine Angst vor dem Tod, sondern allenfalls vor dem, was beim Sterben geschieht, also was ich vielleicht ertragen muss, bis mein Bewusstsein meinen irdischen Körper verlässt.

Antwort
von ShmuelRotkraut, 88

Weil man sich nicht sicher sein kann, dass Gott existiert. Wäre es jedem gewiss, würde hier einer "ausrutschen und ganz blöd hinfallen" und dort einer "im falschen Moment die Gleise überqueren".

Zur anderen Frage: Ich habe keine (bzw. wenig) Angst vor dem Tod (also tot sein an sich - Der Prozess des Sterbens bereitet mir viel eher Angst), weil ich nicht an Gott glaube. Für mich ist es nach dem Tod vorbei, mein Bewusstsein stirbt mit meinem Körper. Ich wäre allerdings recht nervös, wenn ich an eine " andere Welt" glauben würde.

Kommentar von SarieI ,

Leute die an Gott glauben, die denken aber, dass er existiert, daher glauben sie ja daran.

Du glaubst ja auch - daran eben, dass es Gott nicht gibt. Woher kannst du das so sagen? Ich mein, du sagst ja selber, dass man sich nicht sicher sein kann, ob Gott existiert. Im Umkehrschluss kann man auch nicht wissen, ob er nicht existiert.

Antwort
von Digarl, 56

Weil sie an Gott und Jesus zweifeln! Und zwar unterbewusst 

Antwort
von tryanswer, 71

Wie kommst du auf so eine These?

Kommentar von Cominghomenow ,

Letztens habe ich mit paar Freunden, die eben Christen sind so eine Diskussion geführt. Und die haben gesagt, die hätten trotzdem angst zu sterben. Auch wenn sie daran glauben, dass Jesus ihr Erretter ist.

Kommentar von tryanswer ,

Von deinen Freunden solltest du nicht auf alle Christen schließen. Auch vermischt du hier zwei Dinge: a) die Angst vor dem Sterben und b) die Angst vor dem Tod.

Vermutlich wünschen sich die meisten Menschen einen kurzen und schmerzlosen Tod, entsprechend haben sie auch Angst vor einem langen und schmerzhaften Sterbensprozeß. Über die Angst Tod zu sein, sagt das aber noch nichts aus.

Kommentar von Cominghomenow ,

Wie siehst du persönlich das ganze?

Kommentar von tryanswer ,

Zunächst einmal fühle ich mich im Diesseits sehr wohl und gedenke meinen Aufenthalt hier entsprechend lang auszudehnen. Über die Umstände meines Todes mache ich mir keine Gedanken, im Zweifel habe ich darauf aber auch keinen wirklichen Einfluß. Was nun das Tod sein selber angeht, als Christ erwartet mich dort das ewige Leben (also nichts wovor ich Angst haben müßte). Sollte entgegen meiner Erwartung mit dem Tode keine Erlösung eintreten - sprich die Aussagen der Religion falsch sein, würde mein Körper verrotten und ich hätte zu dem Zeitpunkt ohnehin kein Bewußtsein mehr (also ebenfalls kein Grund zur Angst).

Antwort
von MoBruinne, 37

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber vor dem Sterben.

Das liegt daran, dass ich zwar weiß, wohin ich gehe, aber nicht gerne leide / Schmerzen habe etc...

Antwort
von MetIHaIPiIK, 64

Die Angst vorm Tod ist menschlich. 

Ich bin recht antireligiös eingestellt, deshalb kann ich das schwer beurteilen.

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