Warum führt eine Stadt Ausschreibungen durch?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Hei, ayyoub2001, nach europäischem Recht sind die öffentlichen Hände gezwungen, ab einer bestimmten Größenordnung ihre Aufträge öffentlich auszuschreiben. Das EU-Recht hat vor allem die Absicht, gleiche Chancen für alle Unternehmen innerhalb der EU zu eröffnen; es kann also auch eine Firma aus Portugal einen Auftrag in Finnland erhalten, wenn sie das niedrigste (allerdings auch reellste) Angebot abgibt.

Zum zweiten sollen öffentliche Hände nicht "unter der Hand" Geschäfte betreiben, indem etwa der Stadtbaurat seinem Freund vom Tiefbauunternehmen einen Auftrag zuschanzt oder Politiker der Partei A ihrem Parteifreund den Auftrag für den nächsten Straßenbau zuspielen. Also ein Mittel gegen Vetternwirtschaft, Bestechung, Bestechlichkeit  und Korruption.

 Es geht darüber hinaus darum, dass die Kommunen sorgsam mit ihren Steuereinnahmen ( = öffentlichen Geldern) umgehen und verpflichtet sind, das günstigste Angebot (wenn es realistisch ist) zu akzeptieren.

Übrigens gilt dies für alle öffentlichen Hände.

Grüße!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil Kommunen Steuergelder ausgeben und auf diese Weise zum einen allen Anbietern die Chance geben, sich um den Auftrag zu bewerben, zum anderen um dann den preiswertesten Anbieter zu ermitteln. Kommunen sind gesetzlich verpflichtet, Aufträge öffenlich auszuschreiben.

Áusfürhlich findest du das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreibung

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine lange Antwort ist kaum möglich. Hinter jedem fettgeschriebenem Wort steht ein Berufsleben. Vor allem die VOB/a +VOB/b hats in sich.

In Deutschland gehören zu den Vergaberechtsnormen neben dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und der Vergabeverordnung auch die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB), die Verdingungsordnung für Leistungen (VOL) sowie die Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du bittest um lange Antworten? Hm, Hausaufgabe ? Vortrag vielleicht? :-)

Eine Stadt gehört zum Staat. Stadtregierung, Landesregierung, sind alles öffentliche Institutionen. Die haben eben einfach gewisse Regeln. Eine Stadt darf Aufträge nicht ohne Ausschreibung vergeben. Warum nicht?

Das ist eine Sache der Transparenz, Jedes Unternehmen soll auf die Auftragsvergabe aufmerksam werden und die Möglichkeit haben, ein Angebot abzugeben.

Verhindert werden soll in der Theorie "Klüngelei". Als Bürgermeister habe ich einen Nachbarn, der Firma XY hat. Mit dem verstehe ich mich super und ich schiebe ihm und der Firma den Auftrag zu. Das wird durch eine Ausschreibung erschwert.

Die Firmen werden ja durch Steuergelder bezahlt... sprich, es muss einfach eine gewisse Transparenz vorhanden sein. Die Leute sollen theoretisch sehen können, dass ihr Geld sinnvoll und nicht überteuert an Firma XY ausgegeben wird für den Aufrag.

Auch die Bevölkerung soll (zumindestens in der Theorie) sehen können, was gemacht werden soll und welche Firma den Auftrag bekommen hat. Naja, aber zwischen Theorie und Praxis haben wir manchmal gewisse Unterschiede. Wie überall :-)


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Um Angebote der Ausführungsfirmen zu bekommen, die den Auftrag (Ausschreibung) ausführen wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

weil die Stadt (oder Landkreis oder Staatsbehörde) verpflichtet ist, wirtschaftlich zu arbeiten .... (wobei sich Staat und wirtschaftlich arbeiten eigentlich von vornherein ausschließen .......................)

durch die Ausschreibung (ab einem bestimmten Wert der Ausschreibung ist die Behörde sogar verpflichtet, Europaweit auszuschreiben ....) erhält die Behörde eine Vielzahl an Angeboten, sowohl aus der Region als auch von ausserregionalen Firmen.

in den Ausschreibungen sind Art und Funktionsweise des Gegenstandes bzw. bei Bauleistungen die Mengen vorgeben. die Firmen geben die Ausschreibung mit ihren Preisen wieder an die Behörde zurück. zu einem festgelegten Datum erfolgt die Angebotseröffnung (offiziell sind die Preise bis zur Angebotseröffnung niemanden (außer dem Angebotsersteller ....) bekannt ...).

aus den vorliegenden Angeboten wird die Behörde das wirtschaftlich sinnvollste auswählen, sie ist NICHT verpflichtet, das billigste zu nehmen .....

die großen Firmen geben i.d.R. immer ein Angebot ab .... wenn die Auftragslage entsprechend hoch ist, wird der Preis etwas höher angesetzt, damit die Wahrscheinlichkeit, den Auftrag zu erhalten, gering ausfällt .....

bei uns in der Gegend war vor 2 Jahren ein Bauprojekt (bzw. eine Ausschreibung für ein Gewerk), bei Angebotseröffnung war eine Preisspanne von 80.000 bis weit über 200.000 Euronen vorhanden .....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ist zur Auftragsvergabe gesetzlich vorgeschrieben, um Vetternwirtschaft und Korruption vorzubeugen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wurzlsepp668
18.06.2016, 13:43

tja, ich weiß eine Gemeinde, wo der (zum damaligen Zeitpunkt) beschäftige Ingenieur auf den Gehaltslisten der Angebotserstellung stand ......

0

Die Antwort ist leider ganz kurz: Weil die Gesetze es so vorschreiben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?