Frage von XAP2011, 90

Warum fühlt der Mensch so viel Leid?

Ich frage mich, wieso der Mensch so viel seelischen Schmerz fühlt. Der Körper ist doch darauf programmiert, so lange wie möglich zu leben. Warum lässt das Gehirn dann so etwas wie Liebeskummer oder Trauer so intensiv zu, so das Menschen zusammenbrechen, in Depressionen verfallen oder sich umbringen? Sollte das Gehirn nicht dafür sorgen, das wir leichter mit all dem Leide umgehen können? Stress bedeutet Schädigung des Körpers und Selbstmord sogar Tod. Das ist ja nicht das Ziel des Körpers, so schnell wie möglich kaputt zu gehen.

Antwort
von Dxmklvw, 19

Das Leid selbst ist eine Schutzfunktion.

Körperlicher Schmerz ist ein Signal, daß eine körperliche Beschädigung vorliegt, und er verursacht, daß man sich möglichst schnell um Schadensbehebung bemüht.

Seelischer Schmerz ist sinnentsprechend und signalisiert einen Schaden im Denken und/oder im Charakter und/oder in einer Inkompatibilität der Lebensumstände zur eigenen Persönlichkeit.

Hier sollte man ebenso zügig über Abhilfe nachdenken wie bei körperlichem Schmerz, aber viel zu viele Menschen tun es nicht, weil es an der Einsicht fehlt, daß man z. B. sich gegenseitig Ausschließendes nicht gleichzeitig haben kann, ohne daß das eine dem anderen zum Schaden wird.

Weit über Gebühr anhaltender seelischer Schmerz kann deshalb auch oft eine Konstellation haben wie es physikalisch bei manchen Sportlern vorkommt:

Trotz heftigem Muskelkater oder anderer unangenehmer oder schädlicher Dinge wird überintensiv weiter trainiert, weil das Wohlgefühl aufgrund der Hoffnung auf einen Sieg usw. mindestens ebenso stark ist wie das gleichzeitige körperliche Unbehagen aufgrund der Übertreibungen.

Natürlich gibt es auch viele Sonderfälle (Tod geliebter Personen, psychische Folgen schwerer Unfälle usw.), Diese sind hier ausdrücklich nicht gemeint, sondern nur das ganz "normale" Alltagsleid der Seele.

Doch selbst bei solchen Sonderfällen spielen mehr oder weniger die selben o. g. genannten Umstände eine maßgebliche Rolle dafür, wie intensiv psychisches Leid empfunden wird.

Antwort
von Kitharea, 17

Wir wären keine Menschen wenn uns alles kalt lassen würde. Die Seele braucht ihr Gleichgewicht und jeder Mensch ist anders. Schmerz spürt man in Situationen in denen man sich hilflos fühlt, mit denen man nie gelernt hat umzugehen - Schmerz ist der Hinweis darauf, dass der Seele etwas fehlt. Leider muss ich dazusagen, dass ich vermute dass so etwas an uns selbst liegt und nicht an Anderen - wenn du Liebeskummer ansprichst.
Der Zusammenbruch zeigt uns, wo unsere Seele leidet. Daran kann man arbeiten.

Antwort
von elmotteck, 12

Alles hat seine zwei Seiten, liebe+Hass sind das selbe nur unterschiedlich im Grad. Das eine ist ohne das andere bedeutungslos.

Wir müssen leid ertragen um auch das positive fühlen zu können.

Die Kunst liegt darin dazwischen zu unterscheiden und sich einerseite zuzuwenden, auch wenn es manchmal schwer ist... Das ist der Unterschied zwischen positive und negative eingestellten Menschen. Transmutation

Antwort
von casala, 55

wie kommst du darauf, daß das gehirn eine schutzfunktion hat?

grundsätzlich verarbeitet es erst mal die eindrücke und verwertet diese dann.

der eine hat ein blackout - der andere wird wahnsinnig.

da gibt es zu viele unbekannte, personenbezogene faktoren, um eine allgemeingültige antwort zu finden.

Antwort
von rockylady, 59

Weil der Mensch eben nicht "artgerecht" lebt. Daher rühren die genannten Probleme und machen den Körper krank.

Antwort
von Rockuser, 41

Das ist eine gute Frage ( Auch wenn ich keinen DH setze)

Aber ist es auch nicht so, das man das Leben gestallten ( Ausschmücken) muss, um ein erfüllte Leben zu haben?

Wenn man sich immer nur verkriecht, vor jeder Anforderung flüchtet und nur darauf wartet, das die "Anderen" das schon machen, dann ergibt das Leben doch keinen wirklichen Sinn mehr.

Es ist schade, das man in der heutigen Welt, mit so harten Bandagen kämpfen muss, um für sich was zu erreichen, aber von nichts, kommt leider nichts.

Kommentar von Pflanzentanzen ,

Was meinsru mit wenn och keinen DH setzte??

Kommentar von FelinasDemons ,

*Daumen Hoch

Antwort
von CountDracula, 11

Hallo,

Dein Gehirn lässt so etwas nur zu, wenn Du es auch zulässt. Trauer und Liebeskummer finden nur wirklich statt, wenn wir einen Menschen nicht loslassen können.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Gesundheit & Psychologie, 32

Hallo XAP2011,

a) lernt der Mensch durch Leiden

b) Leiden kann als sekundärer Krankheitsgewinn von Vorteil sein

c) Buddhismus als Lehre hilft Leiden zu überwinden, aber nur wenige wissen anscheinend über diese Zusammenhänge Bescheid u. leben danach

d) gesunde Lebensweise zu praktizieren beugt Leiden vor, aber auch hier: wissen es zwar schon mehr Menschen, leben aber nicht danach

e) Leiden ist oft Leben vermeiden, denn Leben macht Angst

f) fehlt noch das Leid durch Neid ...

etc.

LG

Buddhishi

Antwort
von triunitas3in1, 3

Vermutlich aus dem selben Grund, warum er auch Schönes und Edles fühlen kann. Vielleicht ist das Leid der Preis dafür...

Antwort
von 4ssec67, 20

Aus dem gleichen Grund aus dem wir Kinder mit dem Feuer spielen lassen (natürlich Nur als Metapher gemeint)

Antwort
von BencilHayvan, 34

Weil all das auch ein Teil unseres Entwicklungsprozesses ist.

Ich bezweifle, dass der Ursprung der hohen Selbstmordrate das Resultat unserer eigenen Trauer als solche ist.

Klar spielen negative Emotionen eine Rolle, aber in solchen Fällen sollte man nach dem Ursprung fragen:

Und der ist - so denke ich - die Gesellschaft. Viele Menschen vereinsamen, fühlen sich ausgeschlossen oder nicht erfolgreich genug, wir leben in einem Sozialdarwinismus. 

The struggle of the fitest: Hast du was, bist du was.

Ich denke, dass all das eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Suizidrate spielt. Schau dir die Selbstmordrate in Japan an.

Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil, ohne sie würden wir nicht reifen.

Nur wer Trauer kennt, versteht das Ausmaß seines Glückes.

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