Frage von baerbelvil, 69

Warum frisst die angst mich auf?

Seitdem ich arbeitslos bin, leide ich an depressionen. Zunächst suchte ich einen psychotherapeuten auf, der mir auch zwischenzeitlich geholfen hat. Nach 24 gespraechsrunden war die therapie beendet. Ich ging ins fitness-studio und legte mir 1-2 hobbies zu. Trotzdem wurde ich immer trauriger und konnte mich kaum aufraffen. Mittlerweile habe ich regelrecht angst vor dem, was kommt. Am liebsten bliebe ich nur zu hause und würde mich einigeln. Morgens stehe ich immer später auf. Wenn ich rausgehe, dann nur, um einzukaufen. Ich weiß, dass das alles mal schlimm endet und gerade davor habe ich angst. Wenn ich doch nur einen job finden könnte! Aber niemand will mich mehr in meinem alter.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von samm1917, Community-Experte für Depression, 27

Oh das kenne ich gut!!! Bei Depressionen und Angststörungen ist es völlig normal, dass die Angst einem fast auffrisst. Wie soll es auch anders sein? Logisch hat man Angst vor dem Schlimmsten was man kennt. Auch die Symptome der Antriebslosigkeit, Hoffungslosigkeit und sich am liebsten einigeln wollen gehören zu den klassischen Symptomen einer Depression.

Es gibt diverse Formen der Psychotherapie (http://www.deprohelp.com/formen-der-psychotherapie-2/). Normalerweise dauern diese über Monate, wenn nicht Jahre. Im Gegensatz zu Medikamenten wird bei der Psychotherapie die Ursachen der Erkrankung und nicht deren Symptome bekämpft. Mit Psychotherapie meine ich übrigens eine wirkliche Psychtherapie (z.B. analytisch) und nicht ein bisschen Reden mit dem Arzt, welcher nachher einfach Medikamente verschreibt.

Ab einer gewissen stärke der Depression sind jedoch Medikamente fast unausweichlich. Antidepressiva sind jedoch keine Glückspillen und oft mit starken Nebenwirkungen verbunden. Sie sind ab einer gewissen stärke der Erkankung einfach das kleinere Übel. Hier eine Übersicht zu den Medikamenten: http://www.deprohelp.com/medikamente2/ Normalerweise werden als erstes die Medikamente der SSRI/SSNRI-Klasse eingesetzt. Ab wann es Zeit ist es mit Medikamenten zu versuchen entscheidest du und dein Therapeut. Dies kann weder ich noch sonst jemand in diesem Forum beantworten. Ich verstehe sehr gut, wenn du keine Medikamente nehmen willst.

Manchmal braucht es Geduld, bis es einem wieder besser geht. Depressionen welche behandelt werden verlaufen i.d.r. in kürzerer Zeitdauer als jene, welche nicht behandelt werden. Versuche unbedingt weiter Sport zu machen, dies hilfst gemäss diversen Studien manchmal sogar besser als Medikamente (bei leichten Depressionen). Versuche unbedingt einen geordenten Tagesablauf zu haben. Depressionen sind sehr individuel und müssen teilweise unterschiedlich Behandelt werden, doch im Bett liegenbleiben hat bis anhin noch niemandem geholfen.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles gute. Hoffe konnte bisschen weiterhelfen..



Kommentar von baerbelvil ,

Danke für deine ratschläge! Versuche sie zu beherzigen. Allerdings glaube ich, dass es schon mehr bei mir ist, als nur eine leichte depression. Was mich so hoffnungslos macht, ist vor allem die finanzielle situation. Ich möchte einfach nicht zum jobcenter. Sehe immer wieder, was bekannte dort erleben. Eine ehrenamtliche tätigkeit wäre eine alternative, aber in erster linie brauche ich ein einkommen. 

Kommentar von samm1917 ,

das verstehe ich sehr gut... ich ging in meiner schlimmsten zeit auch einer ehrenamtlichen tätigkeit nach. dies errachtete ich damals immer noch als besser als einfach rumzuhängen. das rumhängen machte mich noch depressiver als ich ohnehin schon war. das mit dem einkommen ist nochmals ne andere frage...

Antwort
von Woropa, 6

Auch wenn Leute, die du kennst schlechte Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht haben, solltest du nicht auf das Geld, was dir zusteht (ALG II) verzichten. Du hast ein Recht auf dieses Geld. Und Leute in deinem Alter müssen soviel ich weiss auch nicht mehr solche blöden Trainingsmassnahmen und so einen Mist mitmachen. Wenn du das möchtest, kannst du einen 1-Euro-Job machen, da gehst du dann jeden Tag  (von Montag bis Freitag) 4 Stunden arbeiten und bekommst etwa 80 Euro zusätzlich, die du behalten kannst, die werden nicht auf dein ALGII-Geld angerechnet. Mit 60 kannst du dann in Rente gehen und hast nichts mehr mit dem Jobcenter zu tun, so war es vor kurzem bei einer Freundin von mir.

Kommentar von baerbelvil ,

Das stimmt leider nicht so ganz! Hier in meinem wohnort werden leute noch in massnahmen gesteckt, die bereits 63 sind. Und rente kann ich mit 60 auch noch nicht beantragen, weil ich nicht genug jahre zusammen kriege. Außerdem ist mein mann noch 8 jahre jünger als ich. Zumindest ihn würde man drangsalieren. 

Antwort
von DeletedUser, 25

Ich würde wenn ich du wäre zu einem Psychiater gehen und mir Antidepressiva verschreiben lassen, dazu zusätzlich nochmal eine Therapie oftmals kommt man ohne AD nicht in den Zustand in der Therapie vernünftig arbeiten zu können.
Wenn du dann wieder einigermaßen stabil bist einen neuen Job suchen, irgendwas findet man immer.

Kommentar von baerbelvil ,

Nein danke!! Antidpressiva nehme  ich nicht! 

Kommentar von Wonnepoppen ,

Du könntest auch Johanniskraut nehmen. wäre eine pflanzliche Alternative, oder dich einer Selbsthilfe Gruppe anschließen, in der du dich mit anderen austauschen kannst?

Antwort
von Wonnepoppen, 26

Wie alt bist du denn?

Es geht vielen so, nicht nur dir!

als was hast du gearbeitet?

Welche Arbeit würde dir noch Spaß machen?

Kommentar von baerbelvil ,

Ich war kaufm. sachbearbeiterin in einer grossbank. Die arbeit hat mir großen spaß gemacht. Aber mit fast 58 findet man dort nichts mehr. 

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ja, das glaube ich dir, auch daß es schwer für dich ist, ohne Arbeit! 

Käme vielleicht etwas ehrenamtliches für dich in Frage?

Magst du Kinder?

Evtl. eine Leihoma?

Antwort
von user023948, 19

Wie alt bist du denn? Und was für einen Job hättest du denn gerne?

Kommentar von baerbelvil ,

Bin fast 58. Würde gerne wieder ineinem büro arbeiten. Aber da will mich ja keiner mehr! 

Antwort
von BananenFrager22, 11

Ja das kenne ich nur zu gut. Bin gerade in einer ähnlichen Situation. Will dich jetzt nicht sinnlos ermutigen, sondern ehrlich motivieren: Es geht noch schlimmer :)

Der Punkt ist, auch wenn du in Studio gehst, dich zu fragen, ob du das ehrlich tust. Egal wie du das Hobby begonnen hast, auch wenn es dir sinnlos erscheint, ist es dass nicht. Behebe dieses Gefühl und zugleich die Angst vor der Zukunft mit einer Aktion: Lebe im Jetzt!!

Ziemlich easy^^ Wenns kein Fun macht, akzeptiere es^^ Jo so nach dem Motto "ist alles latte", aber positiv. Evlt kannst ja bisschen nachhelfen mit Meditation: Schneidersitz, Bauchatmung tief und langsam, und sich nur auf die Atmung konzentrieren. Kannst ja au musik dabei hören....

probiers mal wenn du willst, bzw verstehst ja bestimmt ganz grob das Grundgerüst von dem was ich dir vermittel. Jaja dachte ich mir letztens auch:

OMG wie paradox. Die Lösung vor die größten Probleme ist so simpel und leicht^^ Verhältnis 1:10.000.000

Lol ist ja logisch^^ War anfangs nur ein kleines problem was simpel gelöst werden kann, hat sich aufgrund des kleinen problems entwickelt, verstehste... Also es erscheint riesig, dabei ist es gering.. habe ich gerade erkannt :)

also halt die ohren steif :DD (sonst flüster ich dir kranke Sachen zu)

:) 

Kommentar von BananenFrager22 ,

Akzeptieren! Mach das mit deinen Problemen, und sie verschwinden!

Schwöre ich dir!! 

Antwort
von Loltana, 19

Du musst aufhören viel nachzudenken, also immer wenn du anfängst verzweifelt nachzudenken z.B. über die Zukunft und negative Gedanken kommen, sagst du dir selbst, dass das alles nur in deinem Kopf ist!

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