Frage von boringteenager, 85

Warum fragt sich Gregor Samsa in die Verwandlung nicht, warum er kein Käfer ist?

Ich finde nur interpretationen dazu, warum er zum Käfer wird aber nicht, wieso es ist "egal" ist. Wisst ihr was?

Antwort
von Maimaier, 53

Das ist von Kafka. In einer anderen Erzählung "Der Prozess" ist gerade dieses Nichthinterfragen der Kern der Erzählung. Die Geschichte selbst ähnelt "Die Nashörner".

Die Verwandlung in ein Insekt ist wohl das Bild für eine soziale Ausgrenzung, Wertloswerdung. Homosexualität, bekennender Kommunist, Gerücht als Kinderschänder, ansteckende Krankheiten, psychische Krankheiten. Vielleicht auch Trotz gegen den Wahnsinn der Gesellschaft (erster Weltkrieg).

Samsa erinnert an Samsara, den Kreis des Lebens im Buddhismus, Gregor ist ein großer Kirchenheiliger. Klingt nach einem Aussteiger, der höheres Anstrebt, aber kein Verständnis bei seiner Familie findet, sie sehen und hören nur ein wertloses Insekt. Wir beurteilen Menschen nach ihrer Kleidung, Stellung, Einkommen. Franz von Assisi wäre heute einfach ein Lump, niemand dem man zuhören würde.

Antwort
von suziesext04, 35

Warum? na das ist doch dem Kafka sein Spleen, in vielen Geschichten, er wacht auf und ist plötzlich was total anderes. Im Prozess ist er auf einmal ein Angeklagter, er versucht sich wien Angeklagter zu verhalten, nämlich sich zu verteidigen, rauszureden, geht zum Anwalt und Gericht.

Aber das warum alles so ist, kriegt er nicht raus. Vielleicht war das für Kafka gar nicht haupt wichtig, sondern wie man sich in ner total absurden Lage, in die man reingeraten ist, wie man sich da verhalten soll, um da wieder halbwegs heil  rauszukommen.

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