Warum fragen Richter warum man etwas gemacht hat?

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4 Antworten

Hallo fingernagel99,

weil die Frage für das Strafmaß mit entscheidend sein kann.

Das Strafmuss muss immer

  1. Tatangemessen und
  2. Schuldangemessen

sein.

Das bedeutet, es kommt nicht nur da drauf an, was der Angeklagte getan hat, sondern auch der  Grund für die Tat.

Bei Deinem Beispiel mit dem Hund ist es zum Beispiel für die Findung des Strafmaßes ganz entscheidet, ob er den Hund getötet hat,

  • weil er einfach mal ein Tier sterben sehen wollte oder
  • ob ihn der Hund angegriffen hat und er sich nicht anders verteidigen konnte, als den Hund zu töten.

Zweitens spielt der Grund für die Handlung auch eine Rolle, welche Straftat derjenige begangen hat.

Zum Beispiel bei dem Beispiel mit dem Haus, stellt sich die Frage warum er es abgefackelt hat.

  • Der Angeklagte könnte es z.B. ausversehlich bei Renovierungsarbeiten in Brand gesetzt haben (fahrlässige Brandstiftung gem. § 306d StGB) oder
  • Der Angeklagte könnte es z.B in Brand gesetzt haben, damit es die Person nicht mehr bewohnen kann (schwere Brandstiftung gem. § 306a StGB) oder
  • Der Angeklagte könnte es z.B. in Brand gesetzt haben um die Person, die im Haus lebt umzubringen (Mord gem. § 211 StGB wenn der Bewohner verstorben ist/versuchter Mord, wenn z.B. der Bewohner nur deshalb am Leben geblieben ist, weil er zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus war)

 Deshalb fragt ein Richter in der Verhandlung nicht nur danach, ob der Angeklagte die Tat zugibt, sondern auch nach den Beweggründen.

Schöne Grüße
TheGrow

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Kommentar von fingernagel99
03.12.2015, 14:44

Super erklärt Danke! Auf das Beispiel mit dem Hund um mal zu sehen wie einer stirbt ? Das wird doch nicht einfach so angenommen und eine Strafe Auf ihn zu kommen sondern es kommt doch wieder auf die Frage "Warum wollten sie sehen wie ein Hund stirbt" oder "Warum hat sie das interessiert"

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Er will wissen ob du Reue zeigst....

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Kommentar von fingernagel99
03.12.2015, 14:23

Stimmt! Super Antwort Danke

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Um z.B. zu erfahren, ob fahrlässig oder mit Vorsatz gehandelt wurde.

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nun ja ...mit der frage will der richter unter anderem herausfinden, ob es psychische gründe hat, warum eine straftat begangen wurde...weiter möglichkeiten wären:man hat mich erpresst es zu tun, ich habe mich beim opfer getäuscht ( es sollte also eigentlich jemand anderes treffen) und ja, auch langeweile ( das ist übrigens gerade bei jungen straftätern nicht ungewöhnlich), es war ein unfall....

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Kommentar von fingernagel99
03.12.2015, 14:27

Du hast Recht! Aber wie soll man die langweile Begründen? Sicherlich kommt eine Moralpredigt dass es falsch war und die Frage kommt wieder dass man ja nichts anderes machen konnte

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