Frage von Derschaefer, 92

Warum fliegt der FI wenn ich das PE Kabel (erdung)an den verbraucher anklemme?

Hallo liebe helfergemeinde. Ich habe folgendes Problem. Ich habe an einen elektrischen Verbraucher (infrarot heizung) einen Stecker angeschlossen um ihn über die normale Steckdose zu betreiben. Wenn ich ihn normal anklemme fliegt die Sicherung raus. Schliesse ich nur N und L an und lasse das gelb-grüne ab funktioniert das Gerät tadellos. Warum Das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von electrician, 35

Der RCD (alt: FI) ist ein Fehlerstromschutzschalter, welcher bis zu einem Bemessungsfehlerstrom von 30 mA dem Personenschutz dient und bei defekter Isolation oder einem Stromunfall Leben rettet.

Geräte der Schutzklasse I haben zwingend einen Schutzleiter, damit bei einem Schluss eines aktiven Leiters (L oder N) auf das leitfähige Gehäuse dieser Fehlerstrom mit dem geringsten elektrischen Widerstand gegen Erde abgeleitet wird. Ist dieser Strom zu hoch, so löst der RCD aus. Bei nicht vorhandener RCD und einem zu hohen Fehlerstrom löst die Leitungsschutzsicherung (Schmelzsicherung oder LS-Schalter) aus, dies allerdings i.d.R. erst bei einem vollkommenen Kurzschluss.

Ist der Schutzleiter des Gerätes nicht angeschlossen, so entsteht im Fehlerfall bei Berührung des leitfähigen Gehäuses ein Fehlerstrom, welcher über den menschlichen Körper abfließt, was lebensgefährlich sein kann.

In Deinem Fall gibt's zwei Möglichkeiten:

  • Der Schluss ist nicht vollkommen, es entsteht aber ein zu hoher Ableitstrom zwischen L und PE. Zulässig sind bei Geräten mit Heizelementen bis 3,5 kW 3,5 mA, darüber hinaus je weiteres kW 1 mA, gesamt dürfen aber 10 mA nicht überschritten werden. Bei Auslösung des 30mA-RCD ist davon auszugehen, dass der Ableitstrom bereits mindestens 21 mA beträgt (über 70% des Bemessungsfehlerstroms).
  • Im Gerät gibt es einen Körperschluss zwischen N und PE. Dadurch entsteht zwar kein gefährlicher Fehlerstrom über das Gehäuse, jedoch wird der Gesamtstrom aller aktiven Verbraucher an dieser Phase vor dem RCD auf N und PE aufgeteilt. Es reicht also ein Gesamtstrom von etwa 42 mA (9,66 W) aus, um den RCD auszulösen.

Beim zweiten Punkt wird's dann gefährlich, wenn der Stecker gedreht wird und kein Schutzleiter aufgeklemmt ist. Denn dann liegt die Betriebsspannung von 230V direkt am Gehäuse an. Bei einem Personenschutz-RCD würde dieser bei Berührung des defekten Gerätes sofort auslösen. Ohne diesen RCD könnte die Berührung tödlich enden!

Von daher gehört das Gerät sofort außer Betrieb genommen, da es nicht mehr den Bedingungen der DIN VDE 0701/0702 entspricht. Zu wissen, dass das Gerät fehlerhaft ist, beinhaltet auch, für den Weiterbetrieb und die möglichen Folgen verantwortlich zu sein. Bei Brand oder Personenschaden (Stromunfall bis hin zum Tod) aufgrund eines manipulierten Schutzleiters wird sich mit Sicherheit der Staatsanwalt beim Betreiber des Gerätes melden...

Kommentar von Derschaefer ,

Danke für diese ausführliche Antwort.  Ich habe das Gerät auseinander genommen und das Stromkabel ausgetauscht, weil ich einen kabelbruch vermutet habe. Jetzt funktioniert es wieder einwandfrei 

Antwort
von holgerholger, 44

Der FI vergleicht den Strom auf beiden Leitern: Was kommt an, was geht weg. Ist eine Differenz da, weil z.B. aufgrund eines isolationsfehlers das Gehäuse unter Strom steht, merkt der FI das ja nicht, solange kein PE-KAbel angeklemmt ist oder jemand beim berühren einen Alternativweg anbietet.

Kommentar von electrician ,

Aber genau dieser "Alternativweg" ist es, für den der RCD (alt: FI) eingebaut wird. Der Strom, welcher über den menschlichen Körper abfließt, wird vom RCD als Differenzfehlerstrom erkannt, was zur Abschaltung führt.

Ohne PE wird lediglich die sofortige Abschaltung bei einem Körperschluss (aktiver Leiter auf Gehäuse) verhindert, wenn das Gerät auf isoliertem Untergrund steht.

Antwort
von Mikkey, 43

Vermutlich ist das Gerät beschädigt und es gibt innen einen Schluss zwischen Gehäuse und N.

Antwort
von MartinH71, 31

Hi,

Hat das Gerät ein Metallgehäuse?

Wenn ein PE-Anschluss vorhanden ist, muss dieser auf jeden Fall angeschlossen werden. Wenn dann der FI fliegt ist das Gerät defekt und sollte auf keinen Fall betrieben werden. Das kann u.U. sehr gefährlich sein.

Der PE ist dazu da um im Fehlerfall des Gerätes den FI auszulösen.

Ich würde Dir raten das Gerät fachmännisch überprüfen zu lassen.

Grüße
Martin

Antwort
von josef050153, 20

Das Gerät hat irgendeinen Fehler. Normalerweise wird dieser Fehlerstrom über die Erdungsleitung abgeführt. Wenn keine gelb/grüne Leitung angeschlossen ist, dann bist du in LEBENSGEFAHR, da er über dich fließen wird, wenn du das Gerät berührst. Du wirkst dann sozusagen als Erdungsleitung.

Ein Fehlerstromschutzschalter misst den Strom der zum Verbraucher fließt und den, der zurückfließt. Ist der Unterschied zu groß, schaltet der FI ab.

Antwort
von HarryHirsch4711, 22

Wenn Du den PE anschliesst und dann der FI auslöst, dann fliest ein Ableitstrom. Das heist aber auch, dass das Gerät defekt ist und das eventuell das Gehäuse unter Spannung steht....

Gerät überprüfen lassen und erst dann weiter betreiben...

Antwort
von Kachada, 41

weil die lampe vielleicht schutzisoliert ist, und dann darfst du keinen pe anschließen. Ein Viereck in einem Viereck auf dem Gehäuse bedeutet schutzisoliert

Kommentar von DerKorus ,

falsch, wenn etwas schutzisoliert ist heisst das es ist ein Nichtleitendes Gehäuse, da braucht man kein PE aber man kann es trotzdem anschliessen, da es im Gerät einfach isoliert ist vermutlich.

Kommentar von Kachada ,

Genau ein nichtleitendes Kunststoffgehäuse z.b. Da hat aber ein pe nichts zu suchen. Denn 2 verschiedene Schutzmaßnahmen können sich dann gegenseitig aufheben

Kommentar von electrician ,

Es ist durchaus zulässig, z.B. bei Erneuerung einer Zuleitung für ein Gerät der Schutzklasse II eine dreiadrige Leitung mit Schukostecker und PE zu verwenden.

Der PE muss(!) dann im Schukostecker aufgelegt und mitgeführt werden. Im Gerät wird er dann "beigelegt", d.h. mit isolierter Klemme an einem freien Platz positioniert und ggf. fixiert.

Kommentar von Kachada ,

beigelegt ist aber nicht angeschlossen. und beigelegt mit einer isolierten klemme ist wohl selbstverständlich

Kommentar von electrician ,

Ich kenne genügend Leute, welche unter "Beilegen" nur "Abknipsen" verstehen - und das dann möglichst noch direkt hinter der Zugentlastung. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, wie's richtig gemacht wird.

btw: Natürlich gehören die passenden Aderendhülsen mit dem richtigen Werkzeug auf die abgesetzten Adern aufgepresst - auch dies wird oft falsch gemacht.

Antwort
von DerKorus, 41

da hast du irgendwo eine N-PE verbindung. Diese muss aufgetrennt werden und dann kannst du es normal anschliessen (L,N,PE)

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