Frage von icol90, 69

Warum finden alle so gut wie alle offensichtlich rassistischen Attacken in der ehemaligen DDR statt?

Ich weiß,auch im Westen gibt es Rassisten und intolerante Menschen,so wie überall auf der Welt.

Aber wer leugnet,dass es im Osten deutlich schlimmer ist,hat entweder gar keinen Durchblick oder lügt sich selber an.

Alleine HEUTE(am 07.10.2016) gab es zwei Attacken auf u.a. Kinder von Asylbewerben in Sebnitz/Sachsen und Merseburg/Sachsen-Anhalt.Klar,sicher Zufall,dass nur gerade dort.

Pegida findet hauptsächlich in Dresden statt(obwohl ich sie nicht per se als rassistisch betrachte).Heidenau,Bautzen,Tröglitz,Freital etc.alles im Osten.Obwohl dort nur ca.10% der Bevölkerung lebt.In Passau kamen teilweise mehrere tausend Leute pro Tag rein und die Bevölkerung war ruhig(ob man das gut findet oder nicht).Wenn es im Osten gewesen wäre,wären sicherlich schon einige Bomben hochgegangen.

Die NPD saß nur in MV und Sachsen im Landtag,im Westen war sie komplett bedeutungslos und kam nie auf viel mehr als 1%.Die NSU kam aus dem Osten.

Selbst in Berlin,eine einzige Stadt gelten Marzahn,Lichtenberg,Hellersdorf etc.seit der Wende als Nazi Hochburgen bis heute.So gut wie alle Regionen im Osten gelten vollkommen zurecht als Nazi Hochburgen,ob die Sächsische Schweiz,der LK Bautzen,Riesa,Bitterfeld,der Landkreis Harz,Köthen(allgemein die Region zwischen Halle und Magdeburg)Cottbus,Nauen,Frankfurt/Oder,Schwedt,Vorpommern sowieso,auch die Umgebung um Wismar,der Wartburgkreis,Kahla etc.überall gibt es eine sehr große militante Szene.Sowas gibt es annähernd nicht im Westen.

Die wichtigste Frage ist:wann werden es die Leute endlich einsehen,dass es dort ein riesiges Problem gibt und warum wird das unter dem Teppich gekehrt?

Selbst wenn es morgen 10 Attacken gegen Asylbewerber nur im Osten gibt(was sehr wahrscheinlich ist),wird es eine Menge Leute geben,die sagen werden:"man darf nicht pauschalisieren" ,"sowas gibt es auch im Westen" etc.

Um die Leute auszuklären,werde ich hier jedes mal,wenn es eine nachweisliche fremdenfeindliche Attacke gibt,hier posten,damit man ausrechnen kann,wo prozentual die meisten geschehen.

Antwort
von ETechnikerfx, 34

Das ist eine interessante Frage. Zunächst einmal muss tatsächluch betrachtet werden ob es signifikant mehr rechtexteme Überfälle in Ostdeutschland als in Westdeutschalnd gibt. Und hier sollte nicht der prozentuale Wert genommen werden, sondern sie absoluten Zahlen. Gefühlt finden im Osten mehr solcher Vorfälle statt, doch stimmt dies auch?

Wenn du dir die Statistik von Statistca anschaust wirst du überaschend feststellen das dem nicht so ist. Zu bemerken ist allerdings dass im Jahr 2015 der Anteil in den ostdeutschen Bundesländers signifikant stärker gestiegen ist als im Westen!

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4707/umfrage/rechtsextreme-gewalt...

Es muss auch klar sein, dass dies lediglich die verurteilten Straftaten betrifft. Die tolerierte Alltagsausländerfeindlichkeit ist hierbei nicht berücksichtigt. Diese ist meiner Meinung nach im Osten erheblich größer als im Westen. Dies führe ich auf die soziale Ungerechtigkeit in Ostdeutschland zurück. Die Menschen in Ostdeutschland arbeiten für ihr Geld oftmals nur am Mindestlohn, wenn nicht sogar schwarz darunter. Asylbewerber erhalten soziale Bezüge vom Staat, dürfen nicht arbeiten. Dieses "nicht" arbeiten dürfen übersehen allerdings auch viele Rechtssymathisanten. Diese sind erbost darüber dass ein hier geborener in ihren Augen "weniger" Wert ist als ein Asylant, welcher alles vom Staat geschenkt bekommt. Diesen Staat bezahlen diejenigen, welche am Mindestlohn arbeiten genauso wie alle anderen solzialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Also bezahlen diese Leute die täglich ums "überleben" kämpfen und für den Mindestlohn arbeiten, die Asylanten welche nicht dafür arbeiten gehen und allen auf der Tasche liegen.

Ich habe versucht dies aus meiner Sicht zu erklären. Bin ein Westdeutscher (Niedersache) mit ostdeutschen Wurzeln und habe auch Familie in Sachsen, Sachesn-Anhalt und Brandenburg. Ich reflektiere lediglich meine Meinung und Erfahrung hierzu. Ob diese kausal ist, weiß ich nicht, jedoch denken die meisten aus meiner Familie in diesem Schema, ich nicht.


Kommentar von konzato1 ,

Keine schlechte Erklärung, wobei ich noch anmerken würde, dass der größte Teil der Hartz 4 empfangenen Asylbewerber auch als anerkannte Asylanten weiterhin Hartz 4 beziehen werden, weil sie nie (bzw. nur zu einem geringen Prozentsatz) fähig sein werden, auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu bestehen bzw. bestehen zu wollen.

Als Beweis bringe ich an, dass 90 Prozent der Libanesen, die vor ca. 30 Jahren nach Deutschland kamen, Hartz 4 Empfänger sind.

Kommentar von ETechnikerfx ,

Eine Quelle zu deinem letzten letzten Absatz wäre nicht schlecht, sonst ist es lediglich eine Behauptung, welcher ich so nie zustimmen könnte.

Kommentar von ETechnikerfx ,

Nun ja. Die Zahlen passen wohl, allerdings sollte hier auch die Kirche im Dorf gelassen werden. Viele Asylanten sind damals als Wanderarbeiter nach Deutschland gekommen und haben für duetsche Firmen in der Produktion ausgeholfen. Diese Menschen wurden irgendwann nicht mehr benötigt. Ein Teil hiervon fehlte Bildung um sich in Deutschland Qualifikationstechnisch weiter zu entwickeln. Dies kann sicherlich auch auf einen Teil der jetzt gekommenen Syrer zutreffen, viele von denen haben jedoch eine gute Bildung. Syrien war vor dem Bürgerkrieg ja kein dritte Welt Land.

Kommentar von konzato1 ,

Nur (leider) kommen zu uns die Leute mit der niedrigsten Bildung! Zu behaupten, dass in Syrien die schulische Ausbildung überdurchschnittlich ist bzw. war ist auch falsch. Ein syrisches Abitur ist in etwa mit unserem Realschulabschluss vergleichbar.

Außerdem sind Libanesen nicht nach Deutschland als Wanderarbeiter gekommen, was soll denn das für eine Behauptung sein?

Selbst wenn die Syrer etwas besser ausgebildet sind als die Libanesen damals, sie werden (außer Ausnahmen) nie und nimmer die deutsche Sprache in Wort und Schrift erlernen, um für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu sein. Sie werden im Niedriglohnsektor beschäftigt sein (wenn sie denn überhaupt mal arbeiten), werden Parallelgesellschaften bilden und werden sich (vor Frust) dem Islam zuwenden.

Antwort
von felixuser, 6

Man darf nicht vergessen das man den Osten 40 Jahre lang Politisch zu Fremdenhass erzogen hat.  Auch wenn es offiziell in der DDR Rechtsradikale nicht gab, waren sie dennoch durch verfehlte Politik geduldet. 

Wohne selbst, an der ehemaligen Grenze auf Ostdeutscher Seite. Hier herrscht bis heute die Mentalität, aus dem Augen aus dem Sinn. Was hier vor Ort für Nazi Aufmärsche stattfinden, lässt vermuten das die Sympathisanten direkt in der Stadtverwaltung sitzen.

Habe dazu auch schon mal eine nahezu, passende Antwort verfasst Zitat

Dazu kommt das der Osten mit enormer Abwanderung zu kämpfen hatte, und weiterhin hat, das führt zur Einschränkung der Infrastruktur, was wiederum zu fehlender Ansiedlung moderner Industrie führt.

Mit anderen Worten, wer Karriere machen möchte geht, das sind halt leider meist die Intelligenteren, und auch die einzigen, die eventuell vor Ort dein genanntes Märchen noch verwerfen könnten. 

https://www.gutefrage.net/frage/warum-trauern-menschen-in-mitteldeutschland-imme...

Ich will nicht sagen das es in Westdeutschland keine Nazis gibt, sie werden aber allgemein weniger Toleriert, und man geht direkter "öffentlich" gegen sie vor.

Was auch eine der möglichen Ursachen, ist einfach die Erziehung die man in der DDR über Jahrzehnte predigte, es war dank der  Stasi und Co kaum möglich in diversen bereichen Initiative zu zeigen, traurig ist nur, das dies nach 25 Jahren immer noch nicht überwunden ist. 

Ostdeutschland ist leider das beste Beispiel, was Abwanderung auf dauer auslöst. 

Antwort
von tanztrainer1, 3

Der ganze "Shitstorm" wegen der Nazizeit bekam nur Westdeutschland ab, jedenfalls hab ich das immer so empfunden. Es kam wohl nie richtig zur Aufarbeitung dieser Zeit im Osten. Das könnte der Grund dafür sein, dass dort in dieser Hinsicht viel mehr passiert

שלום

Antwort
von komplex, 4

Wir würden diese Frage nicht an einer simplen Ost-West Kategorisierung festmachen sondern eher daran, dass  es im Osten als auch im Westen  strukturschwache Räume gibt in denen Neo-Nazis Stimmung gegen  die etablierten Parteien und unser  demokratische System machen und leider z.T. erfolgreich neu Anhänger werben. Einschlägige (meist rassistische)  Straftaten werden dann als Kampf gegen das System deklariert und sollen den Gruppenzusammenhalt fördern.

Antwort
von Maisbaer78, 24

Ich hab mir die Frage jetzt nicht komplett durchgelesen. Aber der Grund warum in bestimmten Regionen die einfachen "Erklärungen" und Feindbilder besonders gut greifen, ist die größere Perspektivlosigkeit und soziale Unsicherheit.

Die ist im Osten nunmal deutlich größer, Arbeitslosigkeit ist viel höher, Einkommen viel niedriger. Die Arbeitsverhältnisse in größerem Umfang prekärer, auch wenn das inzwischen im Rest von Deutschland ähnliche Ausmaße annimmt.

Das ist nicht nur in den neuen Ländern so, das kann man überall auf dem Globus beobachten.

Auch wenns in Teilen Ostdeutschlands wirklich gut aussieht, hat sich durch die vergangenen Jahre da so eine Mentalität herausgebildet, die erstmal wieder abtrainiert werden muss. Das wird noch ein paar Jahre dauern.

Antwort
von konzato1, 23

Du kannst auch gern noch weitere 200 Regionen in "Ostdeutschland" aufführen, die angeblich ganz rechts sind.

Ich sehe aber eher die Probleme in den Kalifaten von NRW, also Köln, Duisburg Marxlohe......, aber auch in anderen westlichen Großstädten.

Die Überfälle auf Bundesbürger finden größtenteils in den westlichen Bundesländern statt und das wollen wir Ossis eben vermeiden, dass es bei uns auch so wird. :)

Antwort
von Ruffy5286, 30

Tja weil man in der DDR ja so oder so abgeschirmt von allem gelebt hat und man somit nie wirklich tolerant sein musst und auf dem Land ist das immer so eine Sache. Viele alte Menschen, denen Toleranz nie beigebracht wurde und die die Welt außerhalb ihres Dorfes als fremd ansehen. Die sind doch intolerant gegenüber Allem was anders ist als ihr Weltbild. Du müsstest mal sehen wie man dort angeguckt wird, wenn man da zum Bäcker geht ohne in diesem Ort zu wohnen. Du denkst sofort du wärst auf einem fremden Planeten und die Aliens hätten noch nie soetwas wie dich gesehen. Ist einfach göttlich.

Zudem wenn die Bildung fehlt, dann fehlt die Perspektive im Leben und die Leute suchen dann einen Schuldigen und da bieten sich Randgruppen doch an. Das ist aber überall so, nur dass offenbar viele unzufriedene junge Menschen im Osten leben :).


Kommentar von konzato1 ,

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/laendervergleich-ostdeutsche-schuele...

"Leider" (für dich) ist das Bildungsniveau der ostdeutschen Schüler aber höher als das der Westdeutschen.

Ergo ist laut deiner Theorie die Tolleranz eine Eigenschaft der Dummen. :)

Kommentar von Ruffy5286 ,

Nein. Ich denke nicht, dass die jungen Leute mit hohem Bildungsniveau intollerant sind. Ich bin selbst Student und das auch noch in Dresden und ich muss sagen an der Uni gibt es eher Linke, aber das ist ja normal. Ich hab auch noch nie eine Pegida-Demo in Uninähe gesehen... Es gibt offensichtlich aber leider (für alle und nicht nur für mich) nicht nur hohes Bildungsniveau. Ergo gibt es überall Idioten. Die jungen Leute, die sich weiter bilden wollen gehen in die Städte um dort zu studieren. Denkst du etwa, dass die Demonstranten in Dresden alles Dresdner sind? Wage ich zu bezweifeln. Denkst du, dass da sehr viele mit hohem Bildungsniveau sind, die da mitlaufen? Wage ich auch zu bezweifeln. Nein du ziehst einfach nur falsche Schlüsse aus meiner Antwort. Es ist nur mehr soziale Unsicherheit und Perspektivlosigkeit im Osten und nicht mehr Leute, die dafür in Frage kommen würden.

Kommentar von konzato1 ,

Herr Prof. Werner Patzelt (oder so ähnlich) hat Pegida Teilnehmer "untersucht". Der typische Pegida Demonstrant ist eher gebildeter und hat auch ein etwas höheres Einkommen als der Durchschnitt der Gesellschaft.

Und ich ziehe auch keine falschen Schlüsse aus deiner Antwort.

Zudem wenn die Bildung fehlt, dann fehlt die Perspektive im Leben und 
die Leute suchen dann einen Schuldigen und da bieten sich Randgruppen
doch an.
Kommentar von felixuser ,

Was ich aber bei Ostdeutschen Lehrern sehr stark beobachten musste, ist eine sehr rein emotionale Bewertung von Schülern. Ganz nach dem Motto wer sich unterordnet und zielstrebig, bekommt trotz schlechter Leistung bessere Noten. 

Kann nicht sagen ob dies nur aus meine relativ begrenzte Möglichkeiten der Beobachtung her resultiert, oder wirklich häufig der Fall ist, wäre aufgrund der Vergangenheit, durchaus denkbar.

Kommentar von Ruffy5286 ,

Tja. Das ist aber überall so...Mädchen haben eh einen Vorteil, weil sie weiblich sind und die Schule irgendwie mit ihrem Unterricht genau darauf zugeschnitten ist. Das ist aber wieder eine andere Geschichte. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man bei den Lehrern nicht beliebt sein muss um im Abi einen guten Schitt zu erreichen.

Kommentar von konzato1 ,

Ostdeutsche Lehrer sind also in der Lage, den PISA Test zu manipulieren, um ihre Schüler besser dastehen zu lassen?

Kommentar von Ruffy5286 ,

Doch tust du und konzato und ich spreche gerade über die Jungen Leute, da du durch deinen ersten Kommentar auf genau das abgezielt hast.Der durchschnittliche Pegida-Demonstrant ist auch sicher nicht 20...

Kommentar von konzato1 ,

Wo in deiner Frage sprichst du denn von "jungen Leuten"? Ich habe leider die Passage nicht gefunden.

"Da hat man als Mann schon mal die richtige Antwort parat und prompt wechselt Frau die Frage"

Kommentar von Ruffy5286 ,

Offenbar kannst der der Unterhaltung nicht folgen. Ich habe z.B. explizit gesagt, dass die jungen Leute in die Stadt gehen. Im darauffolgenden Satz beziehe ich mich dann darauf und stelle dann eine Rehe von rethorischen Fragen, die damit in Verbindung stehen. Ergo muss ich mich bei dir wohl deutlicher ausdrücken. Denkst die die jungen Leute die dort mitlaufen sind von einem hohen Bildungsniveau?

So case closed. Ich geh pennen.

Kommentar von konzato1 ,

Durchschnittliches Bildungsniveau, also weder schlauer noch dümmer.

Aber auf jeden Fall arbeitssamer (fleißiger) als die Bahnhofsklatscher und Teddybärenwerfer.

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