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Warum feiern wir den Faschingsanfang am 11.11.?

gefragt von feierabend am 17.01.2007 um 22:09 Uhr

Gibt es da besonders viele Geister zu vertreiben?


Reply


Mainz05
beantwortet von Mainz05 am 17. Januar 2007 22:31
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Deine Frage hat mich dann auch mal interessiert und ich habe mal unter Wikepedia folgendes gefunden: Die Elf gilt seit dem Mittelalter als närrische Zahl. Sie ist um eins größer als die Zehn Gebote und um eins kleiner als die Zahl der Jünger von Jesus. Tatsächlich ist es der Tag des Erwachens der Faschingsnarren (der verschiedenen Faschingsgilden), um ihre Vorbereitung für die verschiedenen Veranstaltungen während der Faschingszeit zu treffen. Der "richtige"(!) Faschingsbeginn wird allerdings immer mit dem Tag nach "Heilig-Drei-König" (6. Jänner) festgesetzt, also dem 7. Jänner und dauert dann "hochoffiziell" bis zum Faschingsdienstag. Das Geheimnis der Narrenzahl "11"

Zu den Eigentümlichkeiten der Fastnachts- und Karnevalbräuche gehört die Zahl "11", die sogenannten Narrenzahl, die in vielfältigsten Zusammenhängen vorkommt.

So ist ein "Elferrat" das Organisationskomitee der karnevalistischen Aktivitäten, und am 11.11. beginnt bekanntlich die närrische fünfte Jahreszeit. Die Fachgruppe Karneval in Deutschland, Verband der Spielwarenindustrie, bringt etwas Licht in das geheimnisvolle Dunkel, das die närrische Zahl "11" umgibt: Die Fastnacht dient im Prinzip als Darstellung einer Welt, in der die alltägliche und gewöhnliche Ordnung aufgehoben oder überschritten wird. Daher liegt es nahe, dass auch die Zahl "11" etwas mit dieser Normüberschreitung zu tun haben könnte. Und in der Tat, in der christlichen Mythologie verweist die Zahl "11" immer entweder auf die Sünde, wobei sie bei den Narren wohl manchmal richtig liegt, oder auf die letzte Stunde, die geschlagen hat. So ist die Uhr, deren Zeiger auf elf oder kurz vor zwölf steht, ein Zeichen der Vergänglichkeit. Die "11" überschreitet auch als erste Zahl das zehnte Gebot.

Einen rechtschaffenen und dem Humor und der Fröhlichkeit ergebenen Elferrat daher als unchristlich oder gar sündig zu bezeichnen, wäre sicherlich vermessen, zumal eine andere Erklärung dieser Zahl gar mit der französischen Revolution in Zusammenhang zu bringen ist. Am 14. Januar 1827 prägte der Generalmajor Freiherr von Czettritz die hübsche fastnächtliche Devise: "gleiche Brüder, gleiche Kappen", und man versuchte, das Wort "elf" aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe e galité l iberté f raternité,

dem Kampfruf der französischen Revolution, abzuleiten; was somit einer Verspottung der Franzosen gleich kam.

Erklärungen, warum die "11" einen solch närrischen Charakter hat, gibt es also genug. Selbst die Initialen des Narrenspruchs

"Eyy lustig fröhlich"

auf dem Siegel der Urkunde des Jahres 1381 wurde einst als Grundlage in Betracht gezogen.

Auch heute ist vielen Narren vieles gemeinsam, sie halten der Gesellschaft einen Spiegel vor, in dem sich die Betrachter meist nicht gerne wiedererkennen; denn die Wahrheit ist nun mal oft recht närrisch. Und so waren es auch "Aylff Narren" - ein mittelalterlicher Elferrat - die aus einem Nürnberger Flugblatt aus der Zeit um 1530 so töricht sind, dass "ayner dem anderen die warheyt" sagt.

Kommentar von 0f4870838b57aeeb4d891affa1653114smallluperi am 17. Januar 2007 22:48

Ganz schön interressant, hab ich auch noch nicht gewußt. Hast dir ganz schön viel Mühe gemacht ;)

Kommentar von feierabend am 19. Januar 2007 21:29

finde ich auch; vielen Dank!


anonym
beantwortet von derdaniel am 19. Januar 2007 23:44
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Fasching? Karneval bitte ... ;-)

vgl. Wikipedia:

"Als Beginn der Fastnachtszeit galt bzw. gilt in den deutschsprachigen Ländern traditionell der Dreikönigstag. In der jüngeren Vergangenheit hat sich indes teilweise eine Vorverlegung auf den 11. November, 11:11 Uhr, eingebürgert.

Hintergrund für die Vorverlagerung ist, dass auch das Geburtsfest Christi bereits kurz nach dessen Fixierung im Jahr 354 eine mehrwöchige Fastenperiode vorsah. Analog zur Ostern wurde eine 40tägige Fastenzeit eingeführt, die allerdings nicht am 25. Dezember, sondern am 6. Januar, an Epiphanie, endete. Da zumindest im lateinischen Abendland - im Gegensatz zum byzantinischen Osten - weder die Samstage noch die Sonntage zur Fastenzeit gerechnet wurden, erhielt man als Fastenbeginn den 12. November. Der Termin des 11. November hatte somit eine ähnliche Funktion wie der Fastnachtsdienstag: Genauso wie an Fastnacht viele Fleischvorräte gegessen wurden, wurde mit dem Martinifasten die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Da die vorweihnachtliche Fastenzeit am 6. Januar endete, erklärt sich auch, warum die schwäbisch-alemannische Fastnacht an diesem Termin ihren offiziellen Fastnachtsbeginn feiert.

Thesen, die z. B. besagen, dass der 11.11. als Verhöhnung der Engländer, Franzosen und Polen die an diesem Tag das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 feiern, als Karnevalsbeginn eingeführt wurde, sind daher nicht haltbar.

Wenn auch am 11.11. selbst vielerorts Veranstaltungen stattfinden, bleibt die Folgezeit bis zum Dreikönigstag gleichwohl weiterhin weitgehend karnevalsfrei, was mit der Rolle des Novembers als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter der Advents- und Weihnachtszeit zusammenhängt."


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