Frage von Gylfie02, 45

Warum fand Napoleon Bonaparte die Revolution und deren Ideale gut bzw. schlecht?

Würd mich über paar Antworten freuen, weil ich diese Quelle nicht so verstehe: "Glauben Sie vielleicht, dass ich eine Republik begründen will: Welcher Gedanke! Das ist eine Wahnvorstellung, in die die Franzosen vernarrt sind, die aber auch wie so manche andere vergehen wird. Ws sie brauchen, das ist Ruhm, die Befriedigung ihrer Eitelkeit, abrt von Freiheit verstehen sie nichts. Die Nation braucht einen Führer, einen durch Ruhm hervorragenden Führer, aber keine Theorien über Regierung, keine großen Worte, keine Reden von Ideologen, von denen die Franzosen nichts verstehen. Man gebe ihnen nur geschickt das Ziel verheimlicht, auf das man sie zumarschieren lässt." : Ich werd daraus iwie nicht schlau, wie er jetzt zur Revolution steht :/

Antwort
von lenaaaaa1, 35

Napoleon stand hinter dem Ziel des Aufstands, er sah die Chance , dass sein Heimatland Korsika endlich frei wird. Auch sein Vorbild, Pascal Paoli, konnte nun wieder aus seinem Englandexil zurückkehren. Die Bürger wollten ihr verarmtes Land wieder aufbauen. Als Napoleon seine Mitstreiter erfolgreich durch die Revolution führte, wurde er zum General erklärt.  Allgemein kann man sagen: Er war sicher kein Demokrat und auch kein Revolutionär. Er hat die Revolution für seine persönlichen Ziele benutzt. 

Antwort
von LiloB, 24

Napoleon war während der Revolution General, wurde auch durchaus als möglicher Jacobiner angegriffen,- und sah, was aus den ursprünglich guten Zielen der Revolution in Frankreich geworden ist. Unrecht, schlimmer als vorher, Gewaltherrschaft, Rechtlosigkeit - Chaos - und Armut. Daraus schloß er, daß das "gemeine Volk" für eine Republik und wirkliche Gleichberechtigung nicht geschaffen war. Und sah ganz sicher die Lösung beim Militär - und mehr noch bei einer autoritären Einzelherrschaft.Allerdings im Rahmen der geltenden Gesetze, (Code civil - auch code Napoléon genannt).  Darum machte er sich , entgegen seiner ursprünglich eher demokratischen Haltung - zum Alleinherrscher, - später Kaiser. Und wandte sich vollständig von den Idealen der Aufklärung - und Demokratie ab. Das Ergebnis ist wohl allgemein bekannt. Wie immer, wenn ein Einzelner zuviel Macht hat, es fehlt das Korrektiv.

Kommentar von Gylfie02 ,

Fand er die Revolution dann gut, da er ja auch zum Kaiser wurde oder nicht?

Kommentar von LiloB ,

Ohne die Revolution hätte er gar kein General werden können, denn vorher konnten das nur Adlige werden. Sicherlich hat er auch die Ziele der Vor-Revolution (Menschenrechte in Amerika, Aufhebung der Stände, Vorteile von Adel und Kirche) durchaus richtig gefunden. Aber das, was dann während der Revolution passierte, Tod von vielen Gegnern auf der Guillotine, stand im Widerspruch zu den Zielen der Revolution. Auch die Art, wie ein radikales Mitglied der verschiedenen Phasen der Revolution sich dann verhielt, ich spreche von Robespierre, machte Napoleon klar; so geht es nicht. Also nutzte er die Möglichkeit, sich in die Politik einzumischen,- und zunehmend die Macht an sich zu ziehen. Auch , wenn er damit viele Ziele der Revolution ausser Kraft setzte. Frankreich wurde während der Revolution von vielen Ländern angegriffen, daher hatte er als General die Möglichkeit, sich erfolgreich einen Namen zu machen. Den hat er später benutzt, um seinen Einfluss in Frankreich aber auch im übrigen Europa einzusetzen. er hat z.B. Ländergrenzen verändert, Königreiche und Fürstentümer zusammengefaßt und neu organisiert.

Nur, er konnte den Hals nicht vollkriegen- kannte keine Grenzen in seinem Wunsch, überall "seine" Spielregeln zu erzwingen. Das führte letztlich zum Untergang zuerst seiner Armee - dann zu seinem eigenen. Und; er "wurde" nicht Kaiser, er hat sich selbst dazu ernannt,- sogar sich selbst gekrönt. Aber seine Umorganisation hat immerhin Europa - letztlich vor allen Dingen auch Deutschland, das es so nicht gab,- später zu demokratischeren Verhältnissen geführt. Auch das waren ursprünglich Ziele der französichen Revolution,- aber, für sich persönlich fand er eine Republik oder Demokratie absolut nicht "gut" - sondern eher eine Alleinherrschaft.

Kommentar von LiloB ,

Ich möchte aber noch hinzufügen, daß er zwar die Revolution als Voraussetzung für Änderungen "gut" fand,- aber seine Methode nichts als Unterdrückung durch Krieg und Eroberungen bedeutete.Insofern hat er die Ziele der Revolution verraten. Die eroberten Länder (Spanien z.B.) konnten eben nicht frei entscheiden, ob sie die neue Ordnung wollten oder lieber einen König behielten.Das war Tyrannei mit anderen Menschen - hatte aber mit den während der Revolution verkündeten Rechten des Menschen (einiger Menschen) nichts zu tun.

Antwort
von voayager, 28

Er vertrat die Interessen des Großbürgertums.

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