Frage von Wunderunheiler, 174

Warum fallen so viele Menschen auf Scharlatane der Alternativmedizin rein?

Von Homöopathie über MMS bis hin zu Aprikosenkernen gegen ernsthafte Erkrankungen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Darkmalvet, Community-Experte für Biologie, Gesundheit, Medizin, 28

Hallo Wunderunheiler

Der Grund, warum Alternativmedizin so beliebt ist, ist weil sie Menschen Hoffnung macht.

Bei Homöopathen würde ich aber nicht sagen, dass diese Scharlatane sind, zumal sie ja wirklich daran glauben, dass ihre Medizin hilf.

Und ganz so einfach ist es mit Homöopathie auch nicht, in gewissen Weise wirken die schon, zwar nicht biologisch als Pharmazeutikum, denn dafür sind die Wirkstoffe einfach zu sehr verdünnt, für mich sind Globuli im Prinzip Placebos+, weil die soziale Interaktion mit dem Homöpathen, also das Gefühl, dass einem einer hilft, auch eine Wirkung hat.


Was MMS betrifft, das beobachte ich auch mit Sorge, denn die Chemikalien, aus denen MMS besteht sind sind stark ätzend, bei MMS glaube ich wirklich, dass dahinter einfach nur Geldmacherei steckt.

Apriskosenkerne und Magnettherapien, das habe ich mal in einer Doku gesehen, ich war fassungslos, dass für solche Behandlungen seriöse Therapien verweigert werden.

Generell ist meine Einstellung, dass Alternative Medizin, solange sie nicht schädlich ist, ruhig als Ergänzung zu bewährten Therapien eingesetzt werden kann, denn der gute Glaube und Menschen die sich um einen kümmern, hilft, vielleicht sogar stärker, als wir uns vorstellen können.

Selbst wenn es am Ende nur als Placebo+ hilft, so ist das Geld sicherlich nicht schlecht angelegt, wenn der Patient, egal wie, davon profitiert und sich sein Gesundheitszustand bessert

Wenn Alternativmediziner aber sogar dazu raten bewährte Therapien abzubrechen und selbst bei Lebensgefährlichen Erkrankungen nur auf ihre alternative Therapien zu vertrauen, dann ist das für mich definitiv Scharlatanie.

Solchen Leuten finde ich, sollte man das Handwerk legen, zumal dahin oftmals nicht der Gedanke zu helfen steht, sondern Geldmacherei, die mit der Leichtgläubigkeit von kranken Menschen und letztendlich auch mit deren Leben spielt.


LG

Darkmalvet

Kommentar von Wunderunheiler ,

Placebo+, der ist gut, den merk ich mir

Alternativmedizin nebenbei ist ja auch ncihts schlimmes, solange der Kranke gut behandelt wird ist alles was Hoffnung macht ja sinnvoll, aber wenn Scharlatane dazu raten, seriöse Medizin abzulehnen, wodurch ja Menschen sterben, dann frag ich mich, warum die dafür nicht in den Knast wandern

Antwort
von FelixFoxx, 84

Unwissenheit und Leichtgläubigkeit. Bei alternativen "Therapien" bei unheilbaren Krankheiten wie Krebs kommt dann noch der Funke Hoffnung dazu.

Antwort
von claushilbig, 21

Zunächst ist es nicht so, das "Alternativmedizin" (im weitesten Sinne) nur von "Scharlatanen" betrieben wird.

Z. B. gehört ja auch die Akupunktur zur "Alternativmedizin". Warum sie wirkt, ist meines Wissens noch immer nicht wirklich geklärt, dass sie wirkt (zumindest in bestimmten Fällen), lässt sich aber empirisch (d. h. mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden) nachweisen - sonst würden ja auch wohl nicht einige Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Auch bei der Osteopathie bin ich zwar noch immer skeptisch - aber da ich an meinem eigenen Sohn deutliche Erfolge davon feststellen konnte, ist diese Skepsis doch vergleichsweise klein, ähnliches gilt auch für die ("gemäßigte") Homöopathie.

Insofern denke ich, man muss unterscheiden zwischen "ernsthafter Alternativmedizin" und "Scharlatanerie". Allerdings denke ich auch, dass die Anwendungsgebiete der Alternativmedizin beschränkt sind - und ein "ernsthafter" Alternativmediziner wird das auch so sehen.

Aber vielleicht sind gerade die Erfolge der "ernsthaften Alternativmedizin" Wegbereiter für die "Scharlatane": Ich denke, viele potentielle Patienten denken "Wenn diese eine alternative Methode funktioniert, dann bestimmt auch diese andere" - sie unterscheiden eben nicht zwischen den "Ernsthaften" und den "Scharlatanen".

In gewissen Maßen kann ich eine Ablehnung der "klassischen" Medizin verstehen - ich versuche meist auch erst mal, ganz ohne Medikamente oder mit "natürlichen Hausmitteln" klar zu kommen, ehe ich mir heftige Chemiecocktails einverleibe und vielleicht unschöne Nebenwirkungen riskiere, die die "Hausmittel" nicht haben. Allerdings gibt es für mich irgendwo Grenzen, ab der ich dann doch die "klassische Medizin" bevorzuge.

Die Frage ist nun, wo jeder persönlich diese Grenzen setzt. Bei mir selber liegen sie relativ niedrig, die "Extrem-Anhänger" der Alternativmedizin setzten diese aber Grenzen eben so weit, dass sie z. B. "künstliche" Medikamente vollständig ablehnen, sei es aus ökologischen, ethischen oder religiösen Gründen, aus Angst vor Nebenwirkungen o. a. m.

Antwort
von dadita, 66

Leichtgläubigkeit gepaart mit Unwissenheit. Auch wenn inzwischen klar ist, das Homöopathie nichts als Geldmacherei und Scharlatanie ist, sind leichtgläubige Individuen eher geneigt diesen Scharlatanen zu glauben als der Wissenschaft. 

https://www.nhmrc.gov.au/guidelines-publications/cam02

https://www.theguardian.com/science/2015/mar/11/homeopathy-lack-of-effectiveness...

Antwort
von Goodnight, 67

Weil sie Zeit und Zuwendung bekommen.

Antwort
von voayager, 34

Das hat etliche Gründe:

1. die Alternativmedizin ist nicht nur Scharlatanerie, sondern kann auch z.T. Erfolge vorweisen

2. die Schulmedizin bietet oft Therapien an, die schädliche Nebenwirkungen beinhalten

3. es gibt etliche Krankheiten, die nicht heilbar sind, daher greifen Menschen in ihrer Not nach jedem Strohhalm.

Antwort
von exxonvaldez, 63

Weil viele Leute wissenschaftliches Arbeiten nicht verstanden haben, und mit Studien, Statistiken etc. nichts anfangen können.

Kommentar von holodeck ,

Das haben ja großenteils noch nicht einmal die verstanden, die behaupten, sie hätten es verstanden. Fällt mir immer wieder auf, dass deren wissenschaftliches Denken sich häufig schon bei Statistik erschöpft hat.

Kommentar von exxonvaldez ,

Meiner Meinung nach ist das ein Bildungsproblem.

Es wird in der Schule gar nicht gelehrt, wie Forschung und Wissenschaft funktionieren.

Antwort
von Comment0815, 37

Hast du schon mal was von Placebo gehört? Ich bin sicher, dass es bei Homöopathie einen ähnlichen Effekt gibt, der die Heilung begünstigt, wenn man daran glaubt. Genau so könntest du fragen: "Warum fallen so viele Menschen auf die Kirche rein?" Alles eine Frage des Glaubens.

Außerdem gibt es auch alternative Behandlungen, die erwiesenermaßen wirken. (z.B. Akupunktur)

Die Frage, warum die Leute darauf reinfallen finde ich unangemessen und beleidigend. Die Frage sollte eher sein, warum Leute daran glauben und es in Anspruch nehmen.

Antwort
von joduck, 79

Das ist gar nicht so witzig, ich beneide diese menschen ehrlich gesagt.
Denn das stärkste Heilmittel der Menschen ist tatsächlich der Glaube, also die psychische Stärke. Was meinst du, warum es einen Plazebo-Effekt gibt? 
Solang ein Mensch wirklich an die Heilung glaubt, dann heilt er auch.
Das klingt auch nach Hokus Pokus, aber informiere dich mal über Plazebo, das ist wirklich erstaunlich.

Kommentar von egglo2 ,

Natürlich gibt es einen Plazeboeffekt. Aus diesem Grund wird bei Zulassungstudien oft auch ein Studienarm mit Plazebo behnadelt. Dann kann man diesen Effekt nämlich herausrechnen und man sieht, was das neue Medikament "netto" bringt.

Natürlich kann man die Plazebobehandlung aus ethischen Gründen nicht bei allen Studien machen. Kommt auf das Studiendesign an.

Um das mal etwas platt darzustellen.

Kommentar von joduck ,

Keine Ahnung was dein Kommentar mir sagen soll, denn ich hab den Plazebo-Effekt doch gar nicht in Frag gestellt..

Antwort
von holodeck, 31

Du schüttest Kinder mit dem Bade aus. Vielleicht guckst du erst einmal ausreichend differenziert auf die Sachlage und klärst die Begrifflichkeiten, bevor du im Stile einer Boulevardzeitung Stimmung machst.  

Zu "Alternativmedizin" bzw. den komplementärmedizinischen Verfahren gehören auch solche, die nachweislich wirksam sind. Das beginnt bei Phytotherapie und endet bei Entspannungsverfahren.

Im Übrigen ist man inzwischen in der Placeboforschung so weit gekommen, dass man ohne Gefahr für die Volksgesundheit einen erheblichenTeil der zugelassenen Medikamente am Markt wegen "Unwirksamkeit" entsorgen kann, weil deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt nicht hinausreicht.

Antwort
von Faradczepi, 106

mein grasdealer! lässt sich mit blutegeln behandeln

ich hab ihn so ausgelacht

obwohl die sogar einen nutzen haben, aber ist schon bissel mittelalter

Kommentar von Hermeshimself ,

Warum hast Du ihn ausgelacht?

Kommentar von ArchEnema ,

Na weil unter Graseinfluss alles zum Lachen ist!

Antwort
von viomio82, 87

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Schwerkranke klammern sich an jeden Ast auch wenn es dabei nur um Geld geht. Gibt genug Betrüger . ..leider

Antwort
von atfrom, 84

Chinese Medizin ist für westliche Ärtze immer noch ein Rätsel funktioniert aber. Wir, als Kultur, sind nur einen bestimmten Weg gegangen, heißt nicht dass andere falsch sind. Es gibt zB verschiedene Sprachen auf der Welt, aber letzendlich meinen die Menschen das selbe. Meistens sind diese Menschen, die du beschreibst von der Schulmedizin enttäuscht worden. 

Antwort
von marina2903, 53

auch bei allg,medizinern gibt es so was

Antwort
von ThomasAral, 30

sind keine Scharlatarne --- nur sie können nur einseitig helfen. Quasi Hilfe zur Selbsthilfe. Manche Dinge sind jedoch damit so gut wie nicht lösbar aber Leute kapieren die Zusammenhänge halt nicht. So ist es also nicht verkehrt auch mal den Hömoopathen zu hören ... aber nicht ausschließlich.

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