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Warum fahren Fahrradfahrer so oft auf dem Fußweg, anstatt die Straße zu benutzen?

gefragt von WeissVogelWeissVogel am 20.10.2008 um 16:14 Uhr

Gab es da kürzlich eine Gesetzesänderung, von der ich nichts mitbekommen habe?

Hintergrund der Frage ist folgendes: heute Mittag hat mir auf dem Fussweg eine Fahrradfahrerin (jung, kopflos und unter dreissig) beim zu dichten Vorbeifahren die Einkaufstasche aus der Hand "gefahren" und ist einfach weitergefahren ohne sich zu entschuldigen oder sonstwas. Ich habe den Eindruck, sie hat nicht einmal bemerkt, dass sie mich fast angefahren hat! Warum fahren diese Leutendenn nicht auf der Straße, wenn kein Fahrradweg vorhanden ist? Soweit ich das gelernt habe, MUSS der Fahrdamm benutzt werden, wenn kein Radweg da ist - oder wurde das geändert? Es fahren so viele Radfahrer bei uns in der Fußgängerzone herum und auf den Fußwegen, das ich mich oft nicht mehr sicher fühle.


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RolfHoegemann
beantwortet von RolfHoegemann am 20. Oktober 2008 16:30
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Hilfreichste Antwort

Bewusster oder unbewusster Egoismus..... Jeder sucht sich jemanden heraus, der noch "schwächer" ist als er selber - aber wen können sich die Fussgänger dann heraussuchen????? Die stehen an letzter Stelle der "verkehrstechnischen Hackordnung". :-)

Mich nerven solche Fahrradfahrer auch - besonders wenn sie sich so verhalten wie in Deinem Falle. Oder wenn sie - obwohl die Strasse frei ist, auf dem Fussweg herumfahren und sich dann noch beschweren oder herumklingeln, wenn die Herren und Damen Fussgänger ihnen nicht sofort Platz machen... :-( Solche gibt es hier in Stuttgart leider viel zu viele.....

Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 9. November 2008 21:16

Hallo Weissvogel, ich habe eine Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage beim ADFC bekommen:

Sehr geehrter Herr,

die (Mit-)benutzung von Fußgängerbereichen durch Radfahrer ist differenziert und abhängig von der jeweiligen Verkehrssituation zu sehen.

In innerstädtischen Fußgängerzonen kann es beispielsweise sinnvoll sein, Radfahrer zuzulassen. Dies wird in einer Reihe von Großstädten (z.B. Münster, Frankfurt am Main und München) praktiziert und liegt auch im Interesse der Geschäftsleute, da auf diese Weise zusätzliche potenzielle Kunden die Strasse benutzen und dem Trend zur Abwanderung in die mit den Auto erreichbaren Einkaufszentren am Stadtrand entgegengewirkt wird. Viele Kunden benutzen das Fahrrad, um mehrere Einkäufe hintereinander zu erledigen (Wegekette) und haben daher ein Interesse daran, die einzelnen Geschäfte direkt anfahren und das Fahrrad in der Nähe der Ladentür abstellen zu können. Voraussetzung sind allerdings klare Regeln; so wird zumeist am Eingang der Fußgängerzone darauf hingewiesen, dass Fußgänger Vorrang haben und dass Radfahrer Schrittgeschwindigkeit fahren müssen.

Fußgängerzonen sollten allerdings nicht dem schnellen Fahrrad-Durchgangsverkehr dienen. Wenn die Fußgängerzone im Verlauf einer Hauptverkehrsachse des Radverkehrs liegt, ist es sinnvoll, zusätzlich eine parallel verlaufende Umfahrung der Fußgängerzone einzurichten, um dem Fahrrad-Durchgangsverkehr eine Alternative zu bieten. Eine Vielzahl von Radfahrern in einer Fußgängerzone zeigt häufig, dass es an einer solchen Alternative mangelt oder dass diese zu wenig bekannt ist. Ein Beispiel für eine Fußgängerzone mit zugelassenem Fahrradverkehr und ausgeschilderter Umfahrung für schnelle Radfahrer finden Sie hier: http://www.adfc-frankfurt.de/verkehr/aktionen/zeil/index.htm

Außerhalb von Fußgängerzonen sollte nach Auffassung des ADFC die Führung des Fahrradverkehrs auf der Fahrbahn den Regelfall darstellen: Bei der Benutzung von Fußwegen kommt es nämlich ebenso wie auf baulich abgesetzten sogenannten "Bordsteinradwegen" verstärkt zu Konflikten an Einfahrten, Kreuzungen und Einmündungen, da einfahrende bzw. abbiegende Kraftfahrer nicht mit dem Auftauchen von Radfahrern rechnen und diese z.T. erst sehr spät wahrnehmen können. Sowohl auf Bordsteinradwegen wie auch bei der (illegalen) Benutzung von Fußwegen steht dem subjektiven Sicherheitsgefühl also eine reale Steigerung des Unfallrisikos gegenüber. Anders als auf straßenbegleitenden Radwegen verlieren Radfahrer bei der Benutzung von Gehwegen überdies das Vorfahrtrecht, so dass zum Unfallrisiko gegebenenfalls noch die (Mit-)haftung bei einem Unfall kommt.

Polizeikontrollen sind hierbei allenfalls eine kurzfristige Lösung; eine radfahrerfreundliche Verkehrsplanung, eine übersichtliche Radverkehrsführung sowie komfortable und den Vorgaben der StVO entsprechende Radverkehrsanlagen können dazu führen, dass eine Vielzahl von Konflikten gar nicht erst entsteht. Eine Übersicht über sichere und komfortable Möglichkeiten der Radverkehrsführung auf der Fahrbahn finden Sie unter http://www.adfc.de/526_1

Wir sind sowohl auf kommunaler wie auch auf bundesweiter Ebene in vielfältiger Weise tätig, um eine Verbesserung der Situation des Fahrradverkehrs und die Aufklärung von Radfahrern über verkehrssicheres Verhalten zu erreichen; Informationen finden Sie u.a. auf unseren Internetseiten http://www.adfc.de unter den Stichworten "Verkehr" und "Politik" sowie unter http://www.nationaler-radverkehrsplan.de

Ihren Vorschlag, das Thema "Radfahren auf Gehwegen" in diesem Zusammenhang verstärkt zu thematisieren, nehmen wir gerne auf.

Mit freundlichem Gruß,


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manu1979
beantwortet von manu1979 am 20. Oktober 2008 16:17
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Bis 8 Jahre dürfen Kinder auf dem Gehweg fahren, sonst auf der Straße, wenn kein Radweg vorhanden ist. Mich nervts aber noch mehr, wenn ein Radweg da ist und vorwiegend ältere Leute auf der Straße fahren, mitunder Bundesstraßen...


GFOLJ
beantwortet von GFOLJ am 20. Oktober 2008 16:17
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Es sind zu viele Autos unterwegs und vielleicht haben manche Radfahrer Angst auf der Straße zu fahren.

Kommentar von 431713c69ed49774c677dcee44bcf6e1smallWeissVogel am 20. Oktober 2008 16:23

Aber warum verhalten sie sich dann den Fußgängern gegenüber so rücksichtlos? Sie müssten es doch dann besser wissen...

Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 20. Oktober 2008 16:29

Bewusster oder unbewusster Egoismus..... Jeder sucht sich jemanden heraus, der noch "schwächer" ist als er selber.


Mystika1245
beantwortet von Mystika1245 am 20. Oktober 2008 16:16
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Und die Fahrradfahrer fühlen sich auf der Straße nicht sicher oder wollen nicht angemotzt werden ;)

Kommentar von A61b3756ced7ec69acac7ec824d98606smallmagda77 am 20. Oktober 2008 16:19

exakt!

Kommentar von 431713c69ed49774c677dcee44bcf6e1smallWeissVogel am 20. Oktober 2008 16:38

Aber warum verhalten sie sich dann den Fußgängern gegenüber so rücksichtlos? Sie müssten es doch dann besser wissen..


superkorrekt
beantwortet von superkorrekt am 20. Oktober 2008 16:17
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es ist so wie mystika sagt...auf der strasse ist es oft echt zu gefaehrlich...so kommt es auch das gerade leute die oftfahren...dan auf dem gehweg anzutreffen sind....weil sie die gefahr kennen

über 12 jahren darfst du glaub ich nich mehr auf dem gehweg fahren

lg



Tremor
beantwortet von Tremor am 20. Oktober 2008 16:17
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vielleicht gibt es für solche fälle ja bald mal ein bußgeld.. ist genauso, wenn radfahrer auf der straße fahren anstatt den radweg zu benutzen.

Kommentar von E16fc0ae0ec8538d5a035808d73ea60esmallsuperkorrekt am 20. Oktober 2008 16:19

lach das bußgeld gibt es schon..

lg

Kommentar von 68e74607c15e37d209b335c0c1b7bde4smallTremor am 20. Oktober 2008 16:20

ich weiß, nur die umsetzung fehlt

Kommentar von 4617dba291005fd368c712197b86352bsmallAngelflight am 20. Oktober 2008 16:25

Solange kein Blut fliesst, macht die Polizei keinen Finger krumm, leider.


Kairofan
beantwortet von Kairofan am 20. Oktober 2008 16:17
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Nein, da hat sich nix geändert. Wenn das tatsächlich ein Gehweg war, muss sie auf der Straße fahren. Aber oft sind Geh/Radwege geteilt - und Fußgänger übersehen dies?

Bei Fußgängerzonen ist Rad fahren nur dann erlaubt, wenn ein Schild darauf hinweist.

Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 20. Oktober 2008 16:34

Da kümmert sich in Stuttgart z.B. keiner drum. Des Sonntags könnte die Polizei, bei einem Bussgeld von 15,- Euro pro Fahrrradfahrer innerhalb einer Stunde ca. 300 Euro "verdienen" - und das wirklich jeden Sonntag....

Kommentar von radfahrer am 24. November 2008 14:59

@RalfHoegemann: Ist es wirklich sinnvoll am Sonntag zu kontrollieren, wo die Geschäft geschlossen haben und kaum wer zu Fuß unterwegs ist? Gibt es nichts Wichtigeres? Genauso sinnvoll wie zu Silvester die Geschwindigkeit auf der Autobahn zu kontrollieren...

Ich werde als Radler regelmäßig auf der Fahrbahn (kein Radweg vorhanden) von Kfz. abgedrängt und fast überfahren. Da ist die Polizei nicht vor Ort.

Kommentar von 431713c69ed49774c677dcee44bcf6e1smallWeissVogel am 20. Oktober 2008 16:37

Diese "Doppelbenutzung" ist nicht für diesen Bürgersteig vorgesehen. Dieser Fussweg ist viel zu schmal um "geteilt" zu sein - eine Frau mit Kinderwagen darauf - und ein Fußgänger kommt da gerade einmal vorbei.

Kommentar von D781b15d76603037f81eab6adad2d313smallKairofan am 20. Oktober 2008 16:57

Sollte keine Provokation sein


magda77
beantwortet von magda77 am 20. Oktober 2008 16:18
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ja, auf der strasse fühlt man sich als radfahrerin auch nicht mehr sicher. und ganz ehrlich, manchmal bin ich auf dem fußgängerweg eben schneller, als mitten im autoverkehrsfluss. egal, ich fahr eh wie eine gesenkte s.au

Kommentar von C21b39101749a8a4582f639ed5c891fasmallMystika1245 am 20. Oktober 2008 16:19

wenigstens ehrlich ;)


anonym
beantwortet von Mietnormade am 20. Oktober 2008 16:22
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Wenn die Radfahrerin kopflos war ist es auch kein Wunder das sie dich anfährt. Ein blinder Autofahrer hätte Dir nicht nur die Tasche weggefahren. Also sei dankbar das die Frau nur mit dem Farrad unterwegs war. Mit dem Auto wäre es schlimmer gewesen.

Kommentar von 431713c69ed49774c677dcee44bcf6e1smallWeissVogel am 20. Oktober 2008 16:24

Na ja ---- :-(


Ghoul
beantwortet von Ghoul am 20. Oktober 2008 16:47
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Ich schätze mal, dass es weitaus schmerzhafter ist, wenn man als Radfahrer von Auto angefahren wird, als wenn man als Fußganger von Fadfahrer erwischt wird. Damit ist es eine logische Kosequenz, wenn man bei vielbefahrenen Straßen auf dem Gehweg fährt. Ausserdem hat man als Radfahrer ja sowieso immer die Arschkarte, fährt man auf der Straße stöhren sich die Autofahrer dran und motzen, fährt man auf dem Bürgersteig haben die Fußgänger was dagegen. Mir ist das mitlerweile gleich und fahre, wenn viel los ist auf der Straße auch auf dem Gehweg, ob nun Egoist oder nicht.

Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 20. Oktober 2008 17:07

Du bist Dir aber im Klaren, dass Du damit einen Verstoss gegen die StVo begehst und wenn Du Pech hast ein Bussgeld zahlen musst? Und bei einem, von Dir verursachten Unfall noch viel mehr? Ich finde es wirklich egoistisch, dass Du Dich dann den Fussgängern gegenüber so verhältst, wie Du es von den Autofahrern nicht magst....

Und - Schmerzhaft bis tödlich verlaufen auch Unfälle, bei denen ein Fussgänger vom Fahrradfahrer erfasst werden - da ist kein Unterschied.....

Nix für ungut.

Kommentar von A8515fffc5e27c8c977bec3adc1d06e6smallGhoul am 21. Oktober 2008 11:12

Die 25€ werd ich überleben...


anonym
beantwortet von Olaf68 am 21. Oktober 2008 20:43
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Ich denke, daß ist eine Folge des Radwegebaues: Radfahrer werden von der Straße gezogen und oft mit den Fußgängern auf einen gemeinsamen Weg geschickt. Daran gewöhnen sie sich; das normale Fahren auf der Straße im Verkehr wird als gefährlich, behindernd usw. empfunden. Gleichzeitig gewöhnen sich die Radfahrer an seltsame Verkehrsführungen, mal links, mal rechts, Slalom um Fußgänger (die vielleicht sogar auf dem Radweg laufen), Slalom um Zeitungs- und Verkaufsstände auf dem Radweg. Das machen sie dann irgendwann immer so und betrachten die Straße als nur für KFZ-Verkehr gedacht. Gibt es keinen Radweg, gehts halt anstelle auf der Straße illegal auf dem Bürgersteig weiter. Ich persönlich fahre nach Möglichkeit IMMER auf der Straße (Das habe ich hier schon des öfteren erläutert.)


anonym
beantwortet von radfahrer am 24. November 2008 14:56
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Sie haben grundsätzlich mit Ihrer (Rechts-)Ansicht Recht. Leider fühlen sich manche Radler auf der Fahrbahn gemeinsam mit den Autofahrern sehr unwohl, sicher nicht zu unrecht. Sie fahren dann auf dem Gehsteig, wo sie nicht hingehören. Das Problem könnte dadurch beseitigt werden, indem die Geschwindigkeit auf der Fahrbahn z.B. auf Tempo 30 für alle reduziert und kontrolliert würde. Leider ist die Politik dagegen, weil ja Autos verkauft werden sollen. Und Autos, die innerörtlich nur 30 fahren dürfen, will angeblich keiner. Aber jeder ist auch mal Fußgänger und ärgert sich über Radler auf dem Gehsteig. Darum schreiben Sie doch bitte Ihren Bundestagsabgeordneten an und fordern, dass die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h gesenkt wird. Dann könnten viele Radler wieder auf der Fahrbahn fahren.


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