Frage von lucieartes, 97

warum essen sich die menschen krank?

wie kommt es, dass es so viele menschen gibt, die übergewichtig sind und krank werden vom essen? wissen sie nicht was gut ist? oder ist es ihnen einfach egal?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo lucieartes,

Schau mal bitte hier:
Gesundheit essen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kgsbus, 50

 „Gegessen wird mit den Sinnen,ernährt mit dem Verstand“, schrieb einst Goethe.

Essen ist eine Sinnesangelegenheit, Ernährung hingegen ist an naturwissenschaftlichen Kriterien ausgerichtet und damit eine rationale Aufgabenstellung.

Heute wissen wir - Gesundheitvoraussetzt -, dass wir unser Essen genießen dürfen, uns Zeit dafür nehmenkönnen, ohne schlechtes Gewissen essen und mit uns in Einklang, zufrieden sein sollen.

Vielleicht hat dies Platon übersehen, als er den Genuss verleugnete, denn auch ein Philosoph hat bekanntlich einen Körper, der nicht bloß gesättigt sein will, denn letztlich muss Essen auch schmecken, damit es gegessen wird!


Und - die Menschen sind noch nie so alt geworden wie heute.

http://www.zeit.de/2001/06/Mmmmh\_das\_schmeckt\_

 

Kommentar von lucieartes ,

interessante sichtweise :-)

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 43

Übergewicht ist eine Sache, Krankheit eine andere.

Dass so viele Menschen als übergewichtig gelten, hat schlicht damit zu tun, dass die Definition von Normalgewicht vor einigen Jahren "verschärft" wurde.

Durch diese Verschärfung  wurden sehr viele Menschen, die bisher im oberen Bereich des Normalgewichts waren, über Nacht zu Übergewichtigen umdefiniert.

Heute wissen wir: Ausgerechnet diese Menschen, die mit dem "leichten Übergewicht" bzw. nach früherer Definition die mit dem Gewicht im oberen Normalbereich, haben die höchste Lebenserwartung.

Stark übergewichtige Menschen haben ein höheres Risiko für manche Krankheiten, aber das bedeutet nicht, dass  jeder dicke Mensch automatisch krank ist. Ein Viertel bis ein Drittel der stark übergewichtigen Menschen zählen zu den "happy obese", frei übersetzt zu den "fröhlichen Fetties", die absolut gesund sind, nur eben dick. Ihr einziges Gesundheitsrisiko ist eine Überlastung der Kniegelenke. Sie sind fett und fit.

Wer krank ist, muss etwas tun, aber es gibt absolut keinen Grund, gesunden Menschen irgendwie dazwischenzufunken, wenn sie gerne essen und dick sind. Das dürfen sie.

Es gibt Menschen, die haben andere Prioritäten im Leben, als täglich Situps zu machen oder freudlos einen Salatteller ohne Dressing in sich hineinzuquälen oder sich in "Size zero" hineinzuhungern.

Kommentar von lucieartes ,

da hast du recht, übergewicht muss nicht zwingend krankheit bedeuten. ich denke trotzdem, egal wie man das definiert, dass die anzahl an übergewichtigen menschen deutlich zugenommen hat. mir scheint vor allem, ich sehe viele jugendliche mit zuviel speck auf den rippen. das kann nicht gut sein. eine überlastung der gelenke würde ich als gröberes gesundheitsrisiko einstufen. die brauchst du um dich bewegen zu können. es sagt auch niemand, man darf nicht dick sein. die frage war, warum..

Kommentar von CocoKiki2 ,

hahahaha, das mit dem freudlosen salatteller kommt mir bekannt vor :D.

Antwort
von CJoe78, 6

Menschen essen normalerweise nach Genuss, und achten nicht darauf, was und wie viel sie essen. 

Wir sind genetisch darauf gepolt, zu überleben. Und das bedeutet, dass wir normalerweise dazu tendieren, etwas mehr zu essen, als wir sollten.

Sofern das Nahrungsmittelangebot ausreichend üppig ist, ist das völlig normal. Alles andere wäre unnormal. Schlanke Menschen, die wenig essen, wären vor 10.000 Jahren in kürzester Zeit gestorben.

Da unsere Lebensmittelindustrie haufenweise schlechte, ungesunde und zu kaloriendichte Nahrungsmittel in die Regale stellt, ist es logisch, dass wir immer dicker werden. 

Hinzu kommt, dass diese künstlichen Lebensmittel unglaublich süchtig machen. Die unnatürliche Kombination aus viel Fett und viel Zucker, die es in der Natur so nicht gibt, sorgt für einen wahren Fressrausch. 

Die Tüte Chips ist dadurch schon in 15 min leer.

Diese Probleme könnte man aus der Welt schaffen, wenn sich einfach die ungesunden Lebensmittel in den Zutaten oder auch die Portionsgrößen drastisch ändern würden.

Solange es kaloriendichte Lebensmittel gibt, die für jeden preisgünstig zu haben sind und einen vergleichbaren, süchtig machenden Effekt wie Drogen haben, wird sich am Übergewicht nichts ändern.

Da kann man nur froh sein, dass man sich im Gegensatz zu anderen Drogen ungesunde Lebensmittel relativ schnell abgewöhnen kann. Verzichtet man 2-3 Wochen konsequent darauf, hat man es geschafft.

Aber ohne den Willen, beim Einkaufen das Süßregal, Backwaren, Knabberzeugs, Fast Food, Eis und süße Frühstücksflocken/Joghurts konsequent zu ignorieren funktioniert es eben nicht.

Ich sehe die Schuld für das Übergewicht daher nicht nur beim Verbraucher, sondern vor allem bei unserer Lebensmittelindustrie, die uns mit ihrem süßen Futter mästet.

Unsere Politiker hätten hier die Möglichkeit, einzuschreiten. Da wir aber leider nur eine Truppe Versager an der Regierung haben, wird das nie passieren.

Bis der Tag kommt, an dem diese Lebensmittel wie Zigaretten sanktioniert und später dann verboten werden. 

Aber bis das passiert, sind wohl erst alle Menschen so fett wie in Wall- E.

Kommentar von lucieartes ,

herzlichen dank für deine ausführliche antwort! 

Antwort
von Taaly, 49

Essen verschafft gute Gefühle - auch schlechtes. Auf gute Gefühle, die so leicht zu haben sind, zu verzichten ist eben schwer.

Jahrtausende lang mussten die Menschen hungern und essen wann immer genug da war. Zucker und Fett schmecken deshalb einfach gut. 

Entwicklungsbiologisch ist der Mensch nicht in der Moderne angekommen - es gibt kein "Warnsignal" des Körpers für zuviel. Oft ist die Energiedichte der Nahrung so hoch, dass man einfach zu viel Energie aufnimmt... 

 

Kommentar von lucieartes ,

das hast du schön formuliert. ...die energiedichte der nahrung.. gefällt mir :-) 

Antwort
von abibremer, 31

Aus MEINER Sicht liegt`s an exakt der SELBEN Gedankenlosigkeit, mit der sich viele Smartphone-benutzer durch die Welt bewegen: Der Blick ist auf das eigene Interesse gerichtet, wer mir entgegenkommt oder mich gleich überfährt, weil ich "kommunizieren" muß, ist mir völlig Wurscht. Das selbe gilt für die vielen Menschen, die vom "einkaufenmüssen" IMMER SO ungeheuer überrascht werden, dass sie IMMER mindestens ZWEI Plastiktragetaschen kaufen MÜSSEN, um ihre Brocken nach Hause zu bekommen.

Antwort
von abibremer, 6

Es muß ja heute ALLES sehr schnell gehen, weshalb auch NIEMAND mehr die Zeit(haben will), die man zur Zubereitung geschmackvoller Speisen nun mal braucht. Wenn ich im nächsten Lebensmittellladen, auch Discounter, nichts finde, fahre ich zum nächsten Schnellfressladen und schlinge dort den größten Burger oder zwei bis drei kleine herunter. Mit dem "ich" wollte ich das Wörtchen "man" vermeiden.

Antwort
von Parnassus, 58

Weil sie es können, wir leben in einer Überflussgesellschaft

Kommentar von lucieartes ,

ja aber bloss weil man kann muss man ja nicht wollen?

Antwort
von abibremer, 7

Angeblich haben die alle "keine Zeit" weshalb sich das "Kochen" oft auf das Erhitzen von Fertigfraß in der Mikrowelle beschränkt. SO viel "keine Zeit" KANN es doch gar nicht geben!!!

Antwort
von staffilokokke, 45

Häufig wird das übers Elternhaus weiter gegeben. Manchmal ist es auch Bequemlichkeit, weshalb viele zu ungesünderen Fertiggerichten greifen. Und dann ist da noch die mediale Konditionierung. Die Werbung. 

Antwort
von Lavica96, 13

Stress. Alles kommt durch Stress oder Frust

Antwort
von kenibora, 33

Der eine wird vom zuwenig Essen, der andere vom zuviel Essen, der andere von zuwenig Bewegung, der andere von zuviel Bewegung, der andere vom zuviel Alkohol usw. krank....normale Krankheiten gibt es auch......

Antwort
von DonkeyDerby, 37

Essen kann soviel Trost spenden, dass es Suchtcharakter bekommt.

Antwort
von meinerede, 32

Und andere hungern sich krank, ernähren sich einseitig krank,...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community