Frage von sugardaddyx1, 2.310

Warum erwarten religiöse Menschen Toleranz, besitzen aber selbst keine?

Mir ist aufgefallen, das vor allem sehr religiöse Menschen ständig auf unschuldig und friedlich tun, Toleranz VERLANGEN, aber selbst keine zeigen.

Ich komme selbst aus einer sehr religiösen (muslimischen) Familie, ich achte kaum auf das was ich anziehe (bin freizügig, werde deshalb sehr kritisiert von meiner Familie), ich toleriere und respektiere jeden auf dieser Erde das äußere ich auch (zB homosexuelle Menschen) ...

Wenn ich das einmal erwähne, dass ich gegen solche Menschen nichts habe, wird mein Verhalten als falsch angesehen und mir wird wieder mal erzählt was in dem 'heiligen' Buch über solch 'abscheuliche' Menschen steht .....

Das gilt aber nicht nur für Muslimas, auch Christen und Juden die ihre Religion richtig ausleben, sind total gegen solche Dinge, erwarten aber selbst Toleranz bis zum geht nicht mehr, weil deren Religion und sie selbst ja so heilig und friedlich sind ....

Aber wo ist die Logik der Menschen? Wieso geben die selbst keine Toleranz zurück..?

Antwort
von Tasha, 923

Ich glaube, das ist eine (manchmal unbewusste, zunehmend bewusste) Strategie verschiedener Gruppen, die alle quasi-religiös aussehen (von außen betrachtet). Ein Beispiel, das mir einfällt, sind diese ganzen SJWs v.a. in den USA. Toleranz gegen die eigene Gruppe, extremer Zusammenhalt, liebevolle Unterstützung, und Ablehnung, Häme, teilweise echter Hass gegen die andere Gruppe. Es wird also Zusammenhalt aufgebaut durch die beiden Faktoren große Unterstützung, liebevolle Zuwendung in der eigenen Gruppe und große Ablehnung, Häme, Verachtung, teilweise Hass gegen die andere Gruppe.

Das erinnert an Mädchencliquen in der Schule...


Je mehr Ablehnung/ Verachtung/ bis hin zu echtem Hass man für die Gegengruppe empfindet und ausleben darf, desto mehr positive Gefühle kann man der eigenen Gruppe entgegen bringen (man hat ja ein Ziel für jeglichen Frust) und desto liebevoller fühlt man sich deshalb dort aufgehoben, weil diese Gefühle zurück kommen. "Lass dich in den Arm nehmen, die anderen sind alle böse, wir fangen dich auf" in etwa.

Die Strategie, den (selbstgeschaffenen) "Gegner" zu verwirren und zu bestimmten Verhaltensweisen zu zwingen ist nun, ihm Intoleranz vorzuwerfen. Wir lernen in der westlichen Welt doch alle in der Schule, dass Toleranz eine der größten Tugenden ist. Wirft man uns Intoleranz, Engstirnigkeit, Feindseeligkeit vor, strengen wir uns an, das Gegenteil z beweisen, denn wir wollen nicht "die Bösen" sein, die intolerant sind. Daher kann man z.B. jemanden mit dem Vorwurf, er sei rassistisch (wenn beide unterschiedlichen "Rassen" angehören) sehr gut zum Schweigen bringen. Man kann ihm beibringen, alles, was er sagt, in Frage zu stellen, nur weil man behauptet, er sei rassistsich. Denn er will um keinen Preis der Welt so wirken, also ist er bereit, sehr viel dafür zu tun, dass man diese Aussage zurücknimmt. Er gibt einem die Macht, über sein Verhalten zu urteilen und es ihm teilweise sogar vorzuschreiben.

Das gleiche mit religiöser Intoleranz, besonders "Hass auf Muslime". Wird einem (Deutschen, der noch alle Sinne beisammen hat) das vorgeworfen, reagiert er oft reflexartig mit dem Versuch, das Gegenteil zu beweisen, wird teilweise unterwürfig, tut alles, um seine Toleranz zu beweisen. Damit gibt der dem Ankläger aber die Macht, ihm alles mögliche zu diktieren (tu dies, um zu zeigen, dass du mich und meinen Glauben respektierst). Die meisten (normalen**) Christen in Deutschland haben gelernt, dass sie aus Höflichkeit möglichst wenig von anderen verlangen. Wenn man aber jemandem durch Zugeständnisse, die die eigene Toleranz beweisen sollen, die Macht gibt, ständig neue Forderungen zu stellen, wird der sich daran gewöhnen, das als selbstverständlich ansehen und wirklich Forderungen stellen. Ist er einmal so weit, empfindet er die anderen tatsächlich als intolerant, da sie nicht diesen Forderungen ungefragt nachkommen. Das können ganz kleine Dinge sein. Man kann alles mögliche als Intoleranz interpretieren.


(** Es gibt zunehmed auch sehr intolerante christliche Gruppen, die das gleiche Verhalten zeigen und ständig Toleranz fordern, aber keine geben können, weil sie ja als Einzige Gottes wahre Wege kennen.)

Wird das von der eigenen Gruppe (Familie, Freunde, Gemeinde etc.) gestützt, fühlt man sich bestätigt, führt das Verhalten fort, wird immer fordernder und gleichzeitig immer empfindlicher.

Man ist dann in einer Situation, in der man tatsächlich glaubt, keine Toleranz zu erhalten, weil einem von der Gruppe immer bestätigt und suggeriert wird, dass es so ist, dass man mehr fordern müsse und dass man nicht als gleichwertig geachtet wird.

Beispiel: Eine Frau in kompletter schwarzer Verhüllung sagt, dass alle (Deutschen) sie anstarren. Sie empfindet das als respektlos und aggressiv. Sie ist aber in ihrer Kleidung eine Ausnahmeerscheiung in den meisten Städten und genauso würden viele einen Punk mit auffälligen Haaren oder ein Kind mit auffällig geschminktem Gesicht anstarren. Sie redet sich aber nun ein, dass dies ein Zeichen für Respektlosigkeit sei. Und man selbst glaubt das auch, wenn man lange genug mit dem Argument konfrontiert wurde. Also lernt man, bewusst wegzusehen. Was auch als Respektlosigkeit gesehen werden kann (jetzt ignoriert man sie). Egal, was man also tut, man ist intolerant, zeigt, dass man Angehörige dieser Religion ausgrenzen möchte. 

Passiert das gleiche einem (gemäßigten) Christen, bezieht er das gar nicht auf die Religion, sondern auf andere Umstände, und fühlt sich nicht angegriffen. Er hat gelernt, dass die Religion nur ein Teil seiner Persönlichkeit und kein Grund für Ausgrenzung ist. Der Moslem hat vielleicht gelernt, dass er jede Art potentieller Ausgrenzung, die auch anderen passiert (z.B. Blicke von Fremden, mal ignoriert zu werden, kleine Unhöflichkeiten, die im Alltag vorkommen) als Zeichen mangelnden Respekts gegen die Religion ansehen darf. 

Und er hat gelernt, dass er Erfolg hat, wenn er aggressiv Respekt fordert. Von Leuten, auf die er gelernt hat, herabzusehen (denn sonst würde er nicht so aggressiv oder überhaupt Toleranz EINFORDERN). Leuten, auf die man herabsieht, weil sie einem Böses wollen, einen nicht akzeptieren oder überhaupt die falsche Weltanschauung haben, muss man keinen Respekt zollen (man darf intolerant gegen sie sein). Das kennen Nicht-Muslime z.B. im Umgang mit Zeugen Jehoves (Tür wird nicht geöffnet, man geht schnell weiter) oder Obdachlosen (werden ignoriert, man denkt nicht groß über sie nach).

Kommentar von Tobi010711 ,

Wow, wenn das keinen Stern bekommt... 

Sehr gute Antwort

Antwort
von 261201, 1.065

Religiöse Menschen sind oft von ihrer Religion begeistert,  sogar viele in meinem Alter (14), beteuern dass ihre Religion die richtige sei, jeder daran glauben soll, und ich in der "Hölle" verbrennen würde. Aber na ja, die Meisten sind wirklich sehr intolerant, tun aber auf scheinheilig, dass sie jeden akzeptieren würden. Das tun sie zwar nicht, aber erwarten das von Anderen. Sie wollen ihre Religion als beste & tolleranteste darstellen, was natürlich keine ist. Viele halten sich an ihre "heiligen Schriften", in denen es angeblich drin steht, dass Homosexualität, das Werk des Teufels sei, und man es austreiben, behandeln oder sonst irgendwas könnte.

Antwort
von Spassbremse1, 500

Dieses Phänomen hat man auch bei Parteien, Organisationen etc. Das Verhalten, was du beschreibst haben Mitläufer, die nicht weiter nachdenken über das, was ihnen von oben eingebläut wird und es unreflektiert nachplappern. Davon leben solche Gemeinschaften und Organisationen.  

Antwort
von BigGGMML, 281

Es gibt ja jetzt schon einige Antworten, ich allerdings habe einen Punkt noch nicht gelesen.

Dieser Punkt bezieht sich auf die Sichtweise der Einzelnen, ich muss dazu sagen ich bin Christ, zwar nicht wirklich gläubisch, allerdings war ich zur Kommunion und Firmung. Ich habe diese Erfahrung so gesammelt, wenn ihr was anderes erlebt habt, könnt ihr gerne eure Sichtweisen/Erfahrungen dazu äußern.

Bei mir war es immer so die Personen die etwas höher in der Kirche sind also Pfarrer und solche die wirklich an den Glauben festhielten/halten, bei denen hat man gemerkt, dass Sie es aus dem Herzen heraus machen. Diese waren dann auch immer sehr tolerant, wir hatten bei der Firmung einige Themen z. B. Homosexualität, dies wurde von unserem Pfarrer als sehr gutes Thema beschrieben, er erzählte uns dazu Geschichten und erklärte uns, dass man JEDEN Menschen akzeptieren soll egal wie er ist, egal wie er aussieht, welches Geschlecht er als Partner bevorzugt oder welcher Religion er angehört.

Selbst wenn man nicht in der Kirche ist und nicht Gläubisch oder gar einer anderen Religion angehört, kann man mit ihm reden (er ist auch Seelsorger oder wie man das nennt der Kirche) er nimmt jeden an und probiert denen die Probleme haben zu helfen, er macht diesen Beruf wirklich aus Leidenschaft. Solche Personen habe ich mehrere kennengelernt. 

Im Gegensatz habe ich auch viele Personen kennengelernt die so sind wie du es oben beschrieben hast. Diese sind zwar gläubisch aber sind meist nur "Besucher" der Kirche, Moschee, etc. diese sehen das Alles ein wenig anderes und haben für andere Personen die ihren Glauben nicht so schätzen wie sie selbst,  kein Verständnis. Sie sind dadurch auch viel strenger und laufen mit Scheuklappen vor den Augen, weil Sie meist nicht zu tolerant wie die Leute sind, die aus Leidenschaft gläubisch sind, gegenüber nicht Gläubischen bzw. "Randgruppen" (Falls man Schwule, sorry "Homosexuelle" noch so betiteln darf)

Mit ihnen zu reden fühlt sich dann an als ob Sie einen überreden wollen oder einem etwas über ihre Sichtweise des Glaubens erzählen, als wären Sie unsicher, Sie verstehen den Sinn dahinter nicht und Glauben nur, dass was Sie hören und sehen denken aber nicht darüber nach. 

Unser Pfarrer von der Firmung, war der Meinung (was viele andere anders sehen, weil Sie es nicht wahrhaben können), dass mit der Zukunft auch die Kirche verschwinden wird, er meinte dazu wenn die Leute nicht mehr Glauben wollen ist es ihre Sache, allerdings bietet er Jedem der etwas über den Kath. Glauben erfahren möchte, die Möglichkeit an, es von ihm zu erfahren.

Das waren meine Erfahrungen mit der Kirche, ich weiß nicht wie ihr das seht oder welche Erfahrungen ihr gemacht habt, aber ich sehe dies so wie beschrieben.


Antwort
von Saralovesfylou, 497

Du hast eigentlich total recht. Ich hab nie drüber nachgedacht aber ich finde du hast recht und dass das auch eigentlich nicht in Ordnung ist.
Also ich schätze mal, dass die Menschen einfach so von ihrer Religion überzeugt sind und gar nicht daran glauben, dass etwas anderes möglich sein könnte.
Deshalb erwarten sie Toleranz, weil sie einfach so extrem davon überzeugt sind, dass sie und was sie machen "richtig" ist.
Und sie kommen nicht mal auf die Idee dass es falsch sein könnte.
Und alles was entgegen ihrer Religion ist, ist sofort falsch und sie lehnen es ab, nur weil es indirekt in einem Buch steht. Ich finde das sehr traurig. (Ich kenne mich nicht wirklich mit Religionen außer Christentum aus deshalb keine Ahnung obs in nem Buch steht aber ihr wisst was ich meine...)

Aber ich denke dass wird keiner ändern können. Zumindest jetzt nicht. Wir können nur hoffen dass sich die Lage im Laufe der Zeit verbessert und auch sie merken, wie wichtig und schön BEIDSEITIGE Toleranz ist.
Lg

Kommentar von kaplan79 ,

Den Blog finde ich schön von Dir ! Ich hoffe, die Menschen werden gerade in unserer Zeit etwas weiser und tolerieren sich gegenseitig !

Kommentar von Saralovesfylou ,

dankesehr... Ja das hoffe ich auch.

Antwort
von HalloMerida0815, 67

Also, ich bin streng katholisch erzogen worden, da ist es so, dass man die ganze Woche sündigen darf, man muss es nur am Sonntag wieder beichten und alles ist verziehen! 

So habe ich es jedenfalls gelernt und mich wundert so gar nichts mehr!

Mittlerweile habe ich meinen eigenen Glauben, ich glaube, dass wenn ich mich so verhalte, wie ich es für gut befinde, dann bin ich in Einklang mit mir und der Welt. Was die Anderen machen, denken oder glauben ist mir so ziemlich egal, denn es muss jeder selber wissen, was gut für ihn ist, denn man hat nur ein Leben und das endet irgendwann einmal!

Ich glaube weder an die Hölle (so wie als Kind) noch glaube ich an den Himmel. Ich möchte daran glauben, dass der Tod so ist wie schlafen ohne Träume, es ist einfach vorbei. Am meisten Angst habe ich, dass es möglich ist, dass man irgendwann wiedergeboren wird und ich die Hölle auf Erden erneut durchmachen muss (das hat mich auch oft vom Selbstmord abgehalten)!

Warum andere Menschen anders sind, ich weiß es nicht! Es wird seinen Grund in der Erziehung haben. Es gibt ja die Geschichte, dass alle Menschen am Anfang die gleiche Sprache gesprochen haben und sich gegen ihren Schöpfer aufgelehnt haben, er dann aber alle Menschen unterschiedlich gemacht hat, damit er in Ruhe herrschen kann. Vielleicht hat er auch einen Anteil daran, dass die Menschen sich hassen (ohne Grund)? Nur damit sie sich nicht wieder gegen etwas vereinen. (eigentlich Quatsch, die Geschichte, aber wenn es eine Erklärung ist?)

Antwort
von Panazee, 382

Das ist doch immer so.

Wir halten unsere säkulare Gesellschaft auch für sehr tolerant, aber wenn man gegen Gesetze (StGB, BGB, etc.) verstößt, dann wird man bestraft und schief angesehen. Wie in den heiligen Büchern sind die meisten Gesetze durchaus sinnvoll, aber es gibt auch Gesetze, die nicht sinnvoll sind. Ein großer Unterschied ist halt, dass Gesetzte im StGB, BGB, etc. geändert werden können, wenn sich die Zeiten ändern. Früher war "praktizierte" Homosexualität bei uns auch gegen das Gesetz und wurde nach §175 StGB bestraft https://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7\_175 Im Laufe der Zeit wurde das Gesetz als das erkannt was es ist, nämlich Unsinn und wurde erst geändert und dann abgeschafft. Das Problem bei heiligen Büchern ist halt, dass es angeblich Gottes Wort ist und da darf man nichts daran ändern.

Sprich, solange man sich an die Gesetze hält sind alle Menschen tolerant und wenn man gegen Gesetze verstößt sind alle Menschen intolerant. Der Unterschied sind die Gesetze und ihre Legitimation.

Antwort
von Mignon4, 330

Es gibt Menschen, die haben zwei Standards: Einen für sich selbst und einen für den Rest der Welt. Das bezieht sich nicht nur auf Religionen, sondern auf viele Lebensbereiche. Dieser doppelte Standard ist selbstverständlich sehr kritikwürdig, denn es gilt immer: Gleiches Recht für alle.

Antwort
von AmeliaJessPond, 112

Das nennt man Moral Licensing und wird häufig bei Religionen beobachtet. Es ist ein Verhaltensphänomen, bei dem eine gute Tat unbewusst als Rechtfertigung für eine schlimmere Tat dient. Beispielsweise wenn du Sparlampen kaufst, sie aber länger brennen lässt. 

Ausserdem sind Atheisten eben (meistens jedenfalls) davon überzeugt, dass es keinen "richtigen" Weg gibt, religiöse Leute aber schon.

Kommentar von Flohrianus ,

Gerade bei der Religion Atheisten würde ich das Wort Tolleranz nicht in den Mund nehmen. Sie tollerieren alles abgesehen von anderen Religionen. Meiner Erfahrung nach.

Kommentar von Geralidina ,

Atheismus ist ja auch keine Religion. Atheisten lehnen Religionen für sich selbst ab. Glauben selbst an keinen Gott oder dergleichen.

Das heißt aber nicht pauschal das sie keine davon tolerieren. Das ist dann auch wieder abhängig von jedem Menschen aber grundsätzlich kann man nicht sagen das alle Atheisten Religionen nicht tolerieren.

Antwort
von FragendesWeb, 177

Sehr gut, weiter so!

Zitat:
ich toleriere und respektiere jeden auf dieser Erde das äußere ich auch

Die Moralischen Hardliner, die sich oftmals auf Ihre Religion (egal welche) berufen, indem sie über andere Urteilen, oder meinen andere zwingen zu können, ihr Verhalten zu ändern, obwohl sie dadurch gar nicht beeinträchtigt werden, sind mir ein Graus!

Man muß nicht alle mögen oder gut finden, aber Respekt und Toleranz sind nicht zuviel verlangt!

Antwort
von Ursusmaritimus, 549

Bei Religionen erfolgt ein Heilsversprechen, das Gefühl der Geborgenheit und der Richtungsweisung.

Du bekommst das Gefühl der Träger und Inhalt des "richtigen" Wissens, der "richtigen" Handlung und des "richtigen" Weges zu sein. Du bist hiermit dem Nichtgläubigen zwangsläufig überlegen.

Da ist keine Toleranz nötig, du bist ja besser als der Andere und dieser kann sich auch erhöhen, er muss nur deinem Weg folgen.......

Wenn du jetzt Religion durch Atomkraftgegner, Veganer, Windkraftgegner, PEGIDA oder was dir sonst noch einfällt ersetzt, dann............

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Wichtiger Punkt.

Kommentar von spaeschel85 ,

Mir gehts wie dem Fragesteller, ich verstehe religiöse Menschen auch nicht.

Ursusmaritimus Antwort ergibt aber Sinn.

Streng genommen sind die Menschen von denen die Rede ist, Fundamentalisten.

Christen, Muslime, Veganer etc können super tolerant sein, aber Fundamentalisten aller Richtungen sind es nicht. Verlangen aber Toleranz von allen Anderen .. oder besser gesagt Gehorsam.

Kommentar von PlueschTiger ,

Mann kann auch sagen, sie sind Tolerant, solange du nicht anderer Meinung bist.

Antwort
von Dahika, 255

Zumindest die abrahamitischen Religionen glauben jede für sich, die Wahrheit gepachtet zu haben. Christentum und Islam sind zudem Bekehrungsreligionen.

Wenn man aber im Besitz der Wahrheit ist, erwartet man von den Irrenden natürlich Toleranz, übt aber selbst keine aus. Denn man will die Irrenden ja bekehren.

Das Judentum ist da anders, da das Judentum natürlich auch im Besitz der Wahrheit ist, aber niemanden bekehren möchte.

Kommentar von alex896 ,

Das Judentum ist die menschenverachtendste Religion überhaupt. Der Koran ist ein harmloses Kinderbuch im Gegensatz zum Talmud.

Kommentar von Bswss ,

Also sprach ein antisemitischer Jemand, der von nichts eine Ahnung hat.

Antwort
von Shiftclick, 37

Das gilt für alle Menschen. Jeder versteht unter Toleranz vor allem Toleranz für sich, nicht für andere. Das ist ein simpler kognitiver Fehler. Die Wahrnehmung ist asymmetrisch, man betrachtet andere anders als sich selber. Natürlich wirken Menschen mit festen Überzeugungen intoleranter als solche ohne.

Antwort
von michi57319, 327

Bleibt man streng an den religiösen Schriften, ist Toleranz, sowie Milde mit Andersdenkenden, nicht vorgesehen.

In keiner Religion. In allen lauern Strafen, Abweisungen, Zurechtweisungen für den Gläubigen.

Ich bin mir nicht sicher, weil ich zu wenig darüber weiß, ob es im Buddhismus anders ist. Das wäre dann die einzige Religion, die dem Menschen tatsächlich überlässt, seines Glückes Schmied zu sein und lediglich aufzeigt, was für Folgen von schlechtem Verhalten auftreten können. Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob auch der Buddhismus Sanktionen kennt.

Kommentar von Simoris ,

In keiner Religion. In allen lauern Strafen, Abweisungen, Zurechtweisungen für den Gläubigen.

Ich möchte dir da einfach mal wiedersprechen. Der Einfachheit halber (und weil es die Religion ist, die die meisten hier (ink. mir) noch am besten kennen) am Christentum.

Icn vielen Geschichten des NT nehmen Samariter (die aus Sicht der  Juden (zu denen auch Jesus gehörte) die "Ungläubigen" bzw. "Falschglaubenden" waren) eine besondere, positive Rolle ein:

Als Jesus 10 Aussätzige heilt und sich nur der Samariter bedankt (Lk 17,11-19)
Bei der Frau am Brunnen (Joh 4)

Oder, als prominentestes Beispiel beim Gleichniss vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 30-35). Hier wird der Samariter sogar als Beispeil für die Nächstenliebe (die als eins der wichtigsten christlichen Gebot gilt und Tolleranz miteinschließt) herangezogen.

Kommentar von michi57319 ,

Da hast du Recht, aber es ist die vielgerühmte Ausnahme von der Regel. Ansonsten ist auch in der Bibel nicht viel davon zu lesen, daß Toleranz gelehrt wird.

Auch meine Erinnerungen von Predigten beinhalten ganz viel Ungemach, welches über die Gläubigen kommt, sollten sie eines Tages vor Gott stehen. Von gerechter Strafe ist ganz häufig die Rede.

Allerdings auch davon, daß uns alle Sünden durch Christus vergeben werden.

Vermutlich wird die Strafandrohung dann doch eher zur Steuerung der braven Schäfchen verwendet.

Antwort
von Peterwefer, 237

Es ist eben nicht ganz leicht, auf der einen Seite tolerant zu sein, auf der anderen Seite seinen Glauben auszuleben.

Antwort
von Ontario, 18

Kenne solche Menschen auch. Die sind total verirrt in ihre Religion. In meinem Falle handelt es sich um Katholiken. Die geben sich nach aussen hin lammfromm, sind aber oft hinterlistig. Spricht man ein Thema an, z. B. das Thema der pädophilen Priester und deren Vergehen, so wird das bestritten auch wenn dies eindeutig bewiesen ist, dass es zu Vorfällen kam. Die Kirche hat da ein eigenes Gericht hinter dessen Mauern solche Dinge verhandelt werden, aber gegenüber der Staatsanwaltschaft wird blockiert. Ergebnisse werden verheimlicht. Es soll ja nichts an die Öffentlichkeit gelangen. Diese Leute verlangen Toleranz von anderen, lassen aber keine Möglichkeit aus, anderen den Spiegel vor die Nase zu halten. Das werden wir wohl nie ändern können. Homosexualität ist auch in der kath. Kirche ein no go. Obwohl gerade diese Kirchenvertreter wissen müssten, dass Homsexualität etwas ist, wofür ein Mensch nichts kann. Es ist eben verpönt. Man könnte seitenlang darüber schreiben, was der heutigen Zeit kontraproduktiv gegenübersteht, aber da blocken diese Vertreter ab. Das was der Pfarrer von der Kanzel predigt, das ist Gesetz und alles andere zählt eben nicht. Deshalb lohnen sich Diskussionen mit solchen Eiferern nicht. Alleine schon die Tatsache, dass Frauen keine Priesterinnen werden dürfen, weil sie unrein sind, spricht doch Bände. Oder ?Ist eine Frau denn kein Mensch wie jeder andere ?

Antwort
von josef050153, 232

Was du beobachtet hast, spielt sich in vielen muslimischen Familien und Gruppen ab. Der Islam ist ja an und für sich schon dadurch intolerant, dass die Tötung von Menschen verlangt wird, die ihm den Rücken kehren und zu einer anderen Religion wechseln.

Unter Christen (ich meine damit nicht Kirchenmitglieder) ist das weniger verbreitet, aber kommt etwa genauso häufig vor wie überall anderswo. Ich engagiere mich ja auch in der Flüchtlingsarbeit und in dieser Zeit (Ramadan) ist das eine Herausforderung. Wobei ich auch beobachtet habe, dass sich Muslime da weniger engagieren, weil sie wegen ihrer Intoleranz der Herausforderung einfach nicht gewachsen sind.

Bei Juden hast du wahrscheinlich die falschen Leute getroffen. Die meisten Juden sind nämlich tolerant, was an und für sich schon im Judentum begründet liegt.

Kommentar von BellaBoo ,

Die meisten Juden sind nämlich tolerant, was an und für sich schon im Judentum begründet liegt.

Daher wird in Israel Werbung mit Frauen verboten, Frauen werden aus Bilder rausretuschiert, bevor sie in Zeitungen abgedruckt werden (u.a. Angela Merkel), Juden, die orthodox erzogen wurden und sich dann eher weltlich verhalten wollen, aus ihrer Familie ausgestossen, wenn sie verheiratet waren und Kinder haben, dürfen sie ihre Kinder nicht mehr sehen...und es werden immer mehr fundamentalistisch eingestellte Juden. (So wie es anscheinend momentan mit jeder Religion geschieht...)

Kommentar von josef050153 ,

Hier beginnt nicht nur deine eigene Intoleranz, sondern auch ein Wissensstand, dessen Pegel man nur in Unterwasser-Einheiten messen kann.

Du schreibst von EINER Gruppe im Judentum (den Haredim) und projezierst das auf alle Juden. Weißt du eigentlich, dass die Nazis genauso argumentiert haben? Oder kommst du vielleicht gar aus diesem Eck?

Zur Einstiegslektüre über das Judentum empfehle ich dir einmal das Buch 'Darf man Juden Etzes geben'. Es ist nicht umfangreich und erklärt die Dinge so, dass wahrscheinlich es sogar du verstehen kannst.

Kommentar von Bswss ,

DH!

Kommentar von Bswss ,

Als ob DIES die typischen Israelis wären! Was Du da schreibst, ist PEINLICHE Anti-Israel -Propaganda. Dien Kenntnisse sind unterirdisch.   Du kommst wohl   entweder aus der ganz rechten oder der ganz linken politischen Ecke.

Antwort
von elisabetha0000, 198

Untolerante Menschen (religiös  oder nicht religiös) verlangen immer vom Gegenüber, was sie selbst nicht in der Lage sind zu geben. Das habe ich schon sehr oft festgestellt.

Wenn man aber mit erhobenen Finger auf jemanden zeigt, zeigen immer drei Finger zu einen zurück.

Solche sind in meinen Augen scheinheilig!

Antwort
von muhamedba, 268

Du sprichst von Kultur und eigenen Interessen, deine eigenen Erfahrungen und nicht mehr. Du nimmst alle Religionen, wirfst diese in den Topf und nimmst deinen Umkreis als Gesetz.

Der Mensch nimmt den Weg, den er als richtig betrachtet. Menschen, die klauen oder Kinder misbrauchen sagen auch oft "eigentlich mache ich nichts falsch, die anderen verstehen es nur nicht". Ich möchte dir ein Beispiel geben, welches du sicherlich bestätigen kannst... Person X, welche gläubig ist, erklärt dir "du darfst das und das nicht machen" und raucht dabei.

Ich zum Beispiel akzeptiere Homosexuelle aber halte das nicht für richtig bzw. für falsch. Wenn du sagst "der Islam ist ...", dann akzeptiere ich das auch, würde mit dir darüber sprechen aber auch nur, wenn du willst. In deinem Fall muss ich das nicht und hätte kein Interesse, weil du eben deine persönliche Erfahrung kennst und von deinem Glauben nicht viel weißt.

Meine Familie ist überhaupt nicht gläubig und wollte mir damals auch sagen, was richtig und was falsch ist. Ich habe aber das genommen, was laut Glauben erlaubt und verboten ist. Wenn deine Eltern (als Beispiel) nicht der selben Meinung sind und du den sagst "laut eurem Glauben schon" werden die rot werden und sich entschuldigen.

Da wir in Deutschland leben und das Grundgesetz hier an erster Stelle steht, musst du mir meinen Glauben lassen. Auf der anderen Seite darf ich dir nicht sagen, was du zu tun hast. So will es auch meine Religion. Ob du jetzt mit einer Frau heiraten willst, kurze/enge Sachen tragen möchtest, usw. usf. ist deine Sache. Ich kann dir nur meine Meinung dazu sagen, ohne dich zu beleidigen.

Wenn du nach einer Lösung suchst, dann könnte man dir helfen. Für eine religiöse Person ist es schlimm, wenn du den aufzeigst, wie es eigentlich sein sollte, laut Ihrem Glauben. Da es hier mehr Kultur sein wird, wird man deine Person angreifen a la "aber du willst mir was sagen..."

Kommentar von sugardaddyx1 ,

LOL, ich hab nirgends Religionen angesprochen sondern RELIGIÖSE MENSCHEN, DAS ist ein Unterschied. Ich sehe sowas häufig bei religiösen Menschen, ich habe hier niemals behauptet das der Islam so und so ist, oder das der Christentum so und so ist. 

Ob ich Religionen mag? Nein, 0, ich kann mich einfach nicht anfreunden. Ich respektiere jeden, und würde niemals 'ih moslem' sagen und den Menschen verabscheuen. Aber wenn zB ein Familien Mitglied von mir, VOR MIR einfach sagt "ih guck mal ein schwuler", dann könnte ich völlig ausrasten, weil die Person noch vor 2 Minuten über Toleranz und ihre Religion gesprochen hat, verstehst was ich mein?  

Kommentar von muhamedba ,

Dann musst du genauer werden und den Islam oben ausklammern. Laut Islam ist es verboten. Da gibts kein "könnte aber bedeuten" - es ist verboten! Punkt

Den Talmud hast du nicht gelesen und was die Kirche vor ein paar Jahren getan hat, hast du vergessen. Dort kommt es immer drauf an, was die Leute hören wollen.

Ich gib dir nur ein Beispiel, was mein Herz immer bluten lässt. Schau dir an, wie viele Muslime mit Tieren umgehen und wie es der Islam vorschreibt.

Wenn dir was nicht passt, dann sag es Ihm und mach es nicht drumherum. So löst du dein Problem nicht.

Antwort
von don2016, 446

hi sugardaddy, die Toleranz religiöser Menschen  habe ich selber am eigenen Leib verspürt : wie kann es sein, daß ich : homosexuell, 4 Jahre mit meinem jungen Freund/Partner in Liebe zusammengelebt habe...diese "Gläubigen", diese "bibeltreuen Leser"...es die ganze Zeit wußten, akzptierten, aber ...auf einmal nach 4 Jahren, unsere homosexuelle Liebe eine Sünde wäre..???...

... diese Gläubigen waren aus verschiedenen Freikirchen -  die da Hetzerei, Überzeugung, eigentl. sogar so eine Art Gehirnwäsche betrieben haben -  ich habe es erlebt, wie erst Toleranz und dann das Gegenteil gezeigt wurde ( und das bei streng gläubigen Menschen, es waren auch : Baptistn und Pfingstler dabei ), es war für mich unfaßbar, unmöglich wie religiöse (strenge) Menschen auf einmal so intolerant sein können...

...ich weiß auch, daß es mittlerweile z.B. in manchen Baptisten Gemeinden u.a. Gläubige gibt, die Homosexuelle akzeptieren...werden aber auch von ihren Kirchenoberen zurückgepfiffen, wenn es an die Öffentlichkeit geht...ich will damit nur sagen : nicht alle aus diesen Freikirchen denken noch so...bibeltreu..., sondern passen sich auch der Zeit an; die Toleranz für uns Homosexuelle wird immer größer, je weiter diese Steinzeit-Moral-Vorstellungen zurückliegen..., daß Liebe unter Homosexuellen keine Sünde ist...

...über den Auslöser von Toleranz zu Intoleranz nach 4 Jahren unserer gleichgeschlechtlichen Liebe, werde ich noch schriftlich umfangreich niederschreiben,  nur ein Satz : ein CHIP aus den USA, war der Beginn der Trennung zu meinem geliebten Partner ( durch diese Art Intoleranz )...es hier weiter aufzuführen wäre zu umfangreich...

einen schönen Fußball-Sonntag, liebe Grüße aus Köln


Kommentar von ThomasRoyale ,

Warum bist du überhaupt inneiner Kirche als Homosexueller?
Du weißt jandas Gott soetwas hasst!

Kommentar von don2016 ,

@ThomasRoyale.... wer sagt, daß ich in einer Kirche bin ?...lesen bildet,  Gott haßt niemanden, wir sind alle Kinder Gottes, er hat uns zum Glück auch die Liebe unter uns Homosexuellen gegeben, wenn du richtest, bist du der Sünder, nur Gott darf richten...lg

Antwort
von Hannes040400, 23

Religion hat generell keine Logik und ist meist in den Werten sehr veraltet. Aber das verhalten was du beschreibst ist sehr typisch 

Antwort
von waldbienchen, 113

Weil sie zu dumm sind und sich nicht in andere hineinversetzen können bzw. Egoistisch sind und das widerum ist dumm.

Antwort
von azallee, 28

Es sind nicht alle so weit wie du! Kompliment, du hast eine tolle Einstellung. Für diese Einstellung bedarf es einer persönlichen Reife. Die besitzt du. Die anderen aber nicht. Ist auch eine Frage der Bildung. Viel Glück.

Antwort
von Flohrianus, 21

Das hat nichts mit Religion zu tun (auch wenn es da besonders schlim ist), sondern mit den Menschen für sich etwas zu wollen, es anderen aber nicht zuzugestehen.

Heute ist es aber leider auch so, dass man Tolleranz mit Verständnis/zustimmung verwächselt. Wenn jemand deine Einstellung/Handlung oder ähnliches nicht mag ist er deswegen nicht intollerant. Er mag es einfach nicht. Intolleranz ist, wenn er aufgrund dieses nicht Mögens deinen Wert nicht anerkennt.

Antwort
von ManuTheMaiar, 209

Weil viele Religiöse Menschen meinen ihre Religion seie die einzig Richtige und deshalb müssten sie als Vertreter dieser Religion überall toleriert werden aber wehe sie müssen mal jemanden tolerieren der etwas tut das in ihrer Büchern verboten ist

Kommentar von hoermirzu ,

Kann sein, dass einfach gestrickte Blondinen so denken, Christen ist oder sollte so ein Denken, spätestens seit den Kreuzzügen, fern sein.

Kommentar von Dahika ,

Mitnichten ist das den Christen fern. Es gibt noch Anfang des vorigen Jahrhunderst ganze Enzykliken, die sich mit der Gefahr der Toleranz auseinanderseten. Wenn die Christen heutzutage friedlicher sind, so liegt das an der Säkularisierung. Aber wenn sie noch die Macht von früher hätten, würden auch die Scheiterhaufen brennen.

Antwort
von Suboptimierer, 175

Religiöse Menschen müssen einen Spagat machen zwischen Glaubensinhalten wie sinngemäß "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und Ansichten der Menschen, die der Religion nicht angehören, gar sogar gegen die höchsten Regeln verstoßen.

Bei manchen Menschen reicht die Beweglichkeit für diesen Spagat nicht aus.

___________

Eine Toleranz ist eine Grenze. Je toleranter man ist, mit desto mehr Gleichgültigkeit nimmt man die Umwelt wahr, wo man eigentlich Vergehen sieht. Es ist aber wirklich schwer, alles hin zu  nehmen (und kaum eine Religion wird so dargestellt, als müsse man alles hinnehmen).

Kommentar von MarkusGenervt ,

Mit der Toleranz hast Du prinzipiell recht.

ABER: Die meisten verwechseln Toleranz und Ignoranz.

Toleranz heißt NICHT, dass ich Ungerechtigkeit, Leid, Schmerz und Gewalt AUCH toleriere. Da muss man einfach mal auf sein Herz hören und es wird einem sehr schnell klar, wo die Grenzen der Toleranz liegen.

Ehrlich, dieser Neo-Liberalismus, der einem heutzutage überall ins Gesicht schlägt, ist kaum noch auszuhalten. Für mich ist dies genau so eine geistige Brandstiftung, wie die Hass-Predigten der sog. Religiösen/Ideologen/etc..

Wenn z.B. ein 16-jähriger ein paar Zigaretten klaut begeht, dann hat das auf jeden Fall seine Ursachen und man muss eben an diesen Ursachen arbeiten, anstatt ihn einfach nur zu bestrafen. Wenn aber dieser 16-jährige für ein paar Zigaretten einen Menschen tötet (so geschehen letztes Jahr in Essen), dann ist dies nicht mehr zu entschuldigen.

Verstehen und Verständnis ist nicht dasselbe wie Vergeben und Vergessen.

Einfach mal ab und zu den Kopf benutzen!
(ist jetzt NICHT an Dich gerichtet)

Kommentar von Suboptimierer ,

Toleranz heißt NICHT, dass ich Ungerechtigkeit, Leid, Schmerz und Gewalt AUCH toleriere. Da muss man einfach mal auf sein Herz hören und es wird einem sehr schnell klar, wo die Grenzen der Toleranz liegen.

Es ist gefährlich mit "muss man einfach mal auf sein Herz hören" allgemeingültige Anleitungen zu geben. Die größten Kriegstreiber würden / könnten behaupten, dass sie nur auf ihr Herz gehört haben.

Jemand, der zum Beispiel religiös ist, für den könnte es selbstverständlich sein, dass es ausreichen müsste, auf sein Herz zu hören. Deswegen ist derjenige ja auch religiös.

Ein Kapitalist würde vielleicht sagen, dass es ausreichen würde, wenn alle auf den Ruf des Geldes hören würden. Wenn dies ihnen zu abgedroschen klingt, setzen sie innerlich die Macht des Geldes mit ihrem Herzenswunsch gleich und hören somit auf ihr Herz.

Tolerant zu sein, heißt nicht, dass man gegenüber allem tolerant ist, das ist richtig. Man ist von der Grundhaltung / im Schnitt tolerant. Toleranz impliziert, dass es noch eine Grenze gibt, diese nur ausgedehnt wurde. Weder ignorieren tolerante Menschen, noch geben sie klein bei. Sie "ertragen".

Wenn z.B. ein 16-jähriger ein paar Zigaretten klaut begeht, dann hat das auf jeden Fall seine Ursachen und man muss eben an diesen Ursachen arbeiten, anstatt ihn einfach nur zu bestrafen.

Warum "anstatt"? Man könnte beides machen, ihn bestrafen + Ursachenforschung betreiben. Bestrafen ist natürlich einfacher und geht schneller...

Ja gut, dein Beispiel ist natürlich absichtlich weich gewählt. Wahrscheinlich wäre sogar Ursachenforschung für den Fall übertrieben. Eine Ermahnung wäre vielleicht am angemessensten (aber wirkungsvoll?). Gar nichts zu tun, fände ich nicht richtig.

Antwort
von MarkusKapunkt, 204

Wer nicht bereit ist, allen seinen Mitmenschen, die nichts mit dem eigenem Leben zu tun haben und niemandem schaden zufügen, Toleranz entgegenzubringen, der hat auch absolut keinen Anspruch darauf, seinerseits Toleranz zu erwarten. Ich toleriere derartigen Fundamentalismus nicht, sondern bekämpfe ihn. Jeses mal, wenn ich höre (oder auch hier lese), dass einem Menschen mit Hölle und Verdammnis gedroht wird, drehe ich den Spieß um und sage, dass die finsterste Hölle auf die wartet, welche das Wort Gottes gegen ihre Mitmenschen einsetzen, un ihnen weh zu tun. 

Toleranz darf es nur für die geben, die selbst auch tolerant sind. Die Freiheit des einen endet da, wo sie die Freiheit des anderen eingrenzt!

Kommentar von Wilkinson ,

Ich kann´s nicht anders ausdrücken: Ein hammergeiler Kommentar!!

Kommentar von Bodesurry ,

Du kannst den Spieß auch mit dem   Jesus-Wort umdrehen: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Galater 5,14)

 oder mit dem Bibeltext 

"Jesus und die Ehebrecherin" (Johannes 8,1 - 8,11)

https://www.youtube.com/watch?v=eq5sigMUsCg

Antwort
von Kasumix, 101

Da gibt's keine Logik... Und deshalb hat die Toleranz in so vielen Ländern ja scheinbar langsam auch ein Ende...

Antwort
von Whitekliffs, 189

Hallo FS

ich bin Christ und halte Toleranz für selbstverständlich. Es ist selbstverständlich, dass ich dem Anderen die Freiheit gewähre, wie er sein Leben gestallten will. Gott tut das ja auch.

Die Grenzen von Toleranz in unserer Gesellschaft sind (bis jetzt) im Grundgesetz festgelegt.

Akzeptanz, also das Gutheissen von allerlei Sachen, kann und muss ich nicht. Diese Freiheit, nicht alles gutheissen zu müssen, würde ich als Toleranz gegenüber mir empfinden. 

Siehe Wikipedia:

Toleranz, auch Duldsamkeit,[1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2] Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.[3]

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.[4] Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt,[5] ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.[5]

Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt.[5] Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die gutheißende, zustimmende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten.

Kommentar von BitenByBlauwal ,

Perfekt erklärt.

Antwort
von kloogshizer, 226

Aber deine Familie toleriert dein Verhalten doch anscheinend. Wenn sie dich kritisieren, heißt das nur, dass sie es nicht akzeptieren, oder es noch nicht akzeptiert haben. 

Tolerieren heißt nur soviel wie aushalten.

Kommentar von sugardaddyx1 ,

mit kritisieren mein ich eher; zB sagen die 'ih guck mal ein schwuler' und ich dagegen spreche, lassen sie mich nicht mal aussprechen. Ich werde teilweise sogar angeschrien von wegen 'das steht aber in unserem Buch so, bist du dumm!?' .... Das hat eigentlich nichts mehr mit kritisieren zutun. 

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