Frage von DaddyGallard, 149

Warum erleben viele Menschen,schlimme Vergangenheiten und verarbeiten diese sehr schlecht! Was kann man dagegen ein Trauma tun?

Manche Menschen haben in ihren Leben viele Schicksale erlebt und diese sehr schlecht verarbeitet ,das sie heute negativ der Gesellschaft auffallen ohne das zu merken!
Manche sind in Behandlung Jahre lang um so ein Trauma zu verarbeiten damit sie besser leben können!
Jedoch begegne ich solche Behandlung skeptisch,weil ich die Menschen beobachte
und sie eine Besserung vortäuschen!

Was könnt ihr den Menschen vorschlagen oder wie sehen eure Erfahrungen aus,wie man mit Trauma umgehen kann?

Antwort
von user8787, 71

Ich habe gelernt: 

Verdrängung und Selbsttherapie ist das schlimmste was man machen kann, habe ich fast 2 Jahre versucht ( auch zu Medikamenten gegriffen ) das verschärfte das Trauma nur noch. Ich wollte unbedingt wieder die Person vor dem Unfall sein und einen normalen Alltag haben, mit Familie und Job. 

Ein grausames Experiment mit vielen gefährlichen Aussetzern und Krisen. Vortäuschen geht, aber der Preis dafür ist hoch ( Selbstverletzung, Missbrauch von Medis ). Dem setzte mein Mann resolut ein Ende. 

Nun läuft seit knapp 2 Jahren eine sehr intensive Trauma Therapie. Anfangs 8 Monate durchgehend klinisch zur Stabilisierung, nun kommt mein Trauma Therapeut 1- 2 mal die Woche zu uns heim und wir arbeiten hart am alten neuen Leben.

Trauma / Panik hat nicht mit Schwäche zu tun. Ich habe viele Jahre für die Rettung gearbeitet, viele Unfälle und Opfer life erlebt und gelte als selbstbewusste, starke Persönlichkeit. 

Ist man selber betroffen kann sich das Blatt verdammt schnell wenden. Mich haute die Nahtoderfahrung völlig aus der Bahn. Hier passiert biochemisch ganz viel im Gehirn. 

Zu löschen geht das Trauma nicht...man muss lernen damit zu lenen. Der Weg bis dahin ist verdammt lang und steinig. 

Für einen selber....aber auch für das nähere Umfeld. 

Wichtig ist : 

- Mut / Ehrgeiz

- eine stabile Partnerschaft / Familie

- ein gut ausgebildeter Trauma Therapeut

und leider

- Geduld, Geduld, Geduld. 😐

Kommentar von user8787 ,

lenen = leben....sry

Antwort
von Rikkin, 42

Also eine Therapie soll ja unterstützend wirken und nicht als hoch gepriesene Heilmittel. Zum Erfolg das es den Menschen mit Traumata hilft muss derjenige mitarbeiten, ... wenn der vortäuscht es ginge ihm besser kann man ihm nicht helfen. Wem geholfen werden soll der muss auch dazu bereit sein. Natürlich gibt es krankheiten die bis zu einem Punkt medikamentiert werden sollten das man mit ihnen wieder besser arbeiten kann, aber das sind die starken Fälle. Es gibt natürlich auch Menschen die die Medikamente brauchen auch wenn man mit ihnen so auch vernünftig reden kann, aber das ist dann weil es ihnen einfacher damit geht. Auch dass das Umfeld mitarbeitet wäre gut für solche Menschen, denn es kommt häufig vor das sie sich in ihren Problemen und ihrer Vergangenheit verstricken. Wenn jetzt das Umfeld wieder negativ darauf reagiert kann es schon mal sein das sie es als Bestätigung ansehen.

Ein wirkliches Erfolgs Rezept für Menschen mit Traumata gibt es so pauschal gesehen also nicht.

Antwort
von bumbettyboo, 43

Weißt du, jeder Mensch geht anders damit um.
Der eine rennt sofort zum Psychiater, merkt aber auf Dauer, dass es ihm zwar hilft darüber zu reden, die Tatsache das es passiert ist, aber trotzdem nicht rückgängig zu machen ist.
Wieder andere sind stark, verändern sich erst nach Jahren weil der Kopf irgendwann voll ist und STOP sagt. Oft wird da gsrkein Zusammenhang mehr zu einem Jahre zurück liegenden Ereignis gestellt.
Und es gibt Menschen, die ertränken ihren Kummer in Alkohol etc und merken garnich, dass sie zu Grunde gehen.
Es gibt viele Möglichkeiten mit etwas UMZUGEHEN, aber keine um solche Erlebnisse zu vergessen.
Das einzige was man tun kann, ist lernen damit umzugehen und sich damit auseinander zu setzen, ehrlich zu sich selbst sein und versuchen so gut es geht sein Leben weiter zu leben.
Heißt, seine Vergangenheit akzeptieren so wie sie ist. Es gibt kein Mittel das glücklich macht, oder Vergangenes löscht. Es bleibt ein Teil unseres Lebens und begleitet uns auch bis ans Ende dessen.

Menschen die schauspielern, werden auf Dauer zerbrechen, da sie nicht nur anderen etwas vormachen, sondern auch sich selbst.

Ich selbst habe auch einige negative Erfahrungen machen müssen, auch als Kind schon.
Vergessen habe ich davon auch nichts, aber ich habe akzeptiert das es nunmal so ist.
Viel mit Menschen geredet denen ich vertraue und inzwischen mein eigenes Leben und Familie.
Ich hab auch schonmal Momente wo alles hochkommt, dann zieh ich mich Abends zurück, hör Musik, denke darüber nach, heule jenachdem und dann ist es wieder gut.
Ich bin trotz allem ein Mensch der respektvoll und höflich mit anderen umgeht, viel lacht und am Leben hängt.
Man muss immer überlegen ob der jenige es Wert ist, dass man sich von ihm/ihr in ein Loch ziehen lässt. Das kann nicht jeder, aber letztendlich hat jeder wie gesagt sein Päckchen zu tragen und die Last kann einem keiner nehmen. Nur leichter machen und dafür muss man halt ehrlich sein. 😉

Antwort
von SiViHa72, 55

Wenn Du jegliche Art von Behandlung als Trurg abtust, dann bleibt da nichts. Manche verarbeiten allein gut, andere brauchen Hilfe fürs Coping.


Ein guter Therapeut IST eine gute Hilfe.


Die Leute, die Du kennst, lassen sich entweder nicht wirklich auf ihren Therapeuten ein.. oder d er Therapeut ist für sie nicht d er richtige.


Antwort
von LuckySunnyLove, 38

Viele sagen, die einzige Lösung wäre eine Therapie, ich nicht. Es hilft sicherlich vielen Menschen weiter, aber eben nicht jedem. Das diese Menschen auffallen ist ja auch ganz klar, je nachdem wie viel sie durchgemacht haben keinen sie, wahrscheinlich garkeine Normalität mehr. Menschen mit schwerem Trauma nehmen sowieso nicht mehr wirklich am normalen Leben teil, was für Andere Probleme sind darüber können Sie nur lachen, sie kennen es schließlich viel schlimmer. Dementsprechend verhalten sie sich auch. Wenn am die Hintergründe kennt, sollte man Verständnis zeigen, auf keinen Fall Mitleid.
Gehört derjenige zur Familie oder Freunden dann ihn/ sie bestmöglichst unterstützen und zusammen eine geeignete Lösung finden. Diese muss nicht immer eine Therapie sein, das kann ich aus Erfahrung sagen. : )

Antwort
von Haldor, 27

Es gibt (als Selbsthilfe) nur eine Möglichkeit: die (schrecklichen) Ereignisse ad acta zu legen. Das bedeutet nicht Verdrängung, denn die (schicksalhaften) Ereignisse bleiben immer präsent, aber jeder kann beobachten, dass sie allmählich verblassen und damit zunehmend ihre destruktive Wirkung verlieren. Das ist der Augenblick, wo man versuchen soll, sie „ad acta“ zu legen. Dabei hilft es, sich zu sagen, dass es in meinem Leben auch erfolgreiche, positive Momente gegeben hat. Außerdem sieht man sich immer neuen Herausforderungen gegenüber, die man
möglichst optimistisch, in der energischen Absicht, erfolgreich zu
sein, angehen soll. Zwar steigen immer wieder blitzartig die
Erinnerungen empor und wirken störend; jedoch sollte man nie
anfangen, sie ausgiebig zu bereden, sondern man sollte seine Gedanken rasch dorthin ablenken, wo sie sich mit erfreulichen, positiven Vorkommnissen beschäftigen können.

Hilft alles nicht, sollte man sich psychologisch beraten lassen. Doch das ist leicht gesagt. Meines Wissens bekommt man nicht so schnell einen Termin.

Übrigens hilft bei Grübelzwang ein mildes Antidepressivum (hochdossiertes Johanniskrautpräparat 1000mg, über einen längeren Zeitraum eingenommen; eventuell in Verbindung mit Ginseng)

Das Allerverkehrteste Ist Alkohol! Dann ist man in der Regel "erledigt". Selbst bei starkem Willen (nach dem Entzug) gibt es immer wieder Rückfälle. Außerdem ist Alkohol ein Zellgift.

Antwort
von Lycaa, 50

Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass Du mit Deinen unzähligen kuriosen "warum"-Fragen immer Dich selbst meinst?

Ein Trauma kann man nicht umgehen. Entweder man kann es selbst wegstecken oder man lässt sich in Form einer vernünftigen Traumatherapie helfen.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologe & Psychologie, 25

Hallo DaddyGallard,

eine spezielle Traumatherapie ist hilfreich und wirkungsvoll.

LG

Antwort
von Animefreak4444, 65

Eigentlich kann man da nix machen. Dieses Erlebnis wird man immer im Kopf haben. Ein sehr gute Therapeut kann dieses Ereignis nur erträglich machen aber nie auslöschen können...Leider...

Antwort
von fricktorel, 12

Weil es der menschliche Weg des Todes ist (Mt.7,13; Röm.7,24).

Unser ewige Vater bietet uns seinen gestorbenen Sohn (Röm.6,23) als "Lösung" an (Röm.8,1-2).

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