Frage von Mastrodonato, 143

Warum erkennen Christen das alte Testament an?

Meine Frage zielt in die Richtung, wie eigentlich die christliche Bibel das alte Testament enthält, obwohl es vor Christi Geburt entstand? Es steht doch dort viel, was im Widerspruch zur Lehre Christi steht?

Antwort
von Viktor1, 50
Es steht doch dort viel, was im Widerspruch zur Lehre 
Christi steht?

Genau, deshalb mußte Jesus auch kommen und seine Botschaft verkünden. Er ist dafür auch gestorben (hat sein Blut dafür vergossen Luk.20,22) und jeder der das "Alte" wieder aufwärmt, schlägt Jesus erneut ans Kreuz.
Richtig ist aber, daß im AT auch sehr wohl Weisheiten und Lehren beinhaltet sind welche innerhalb der Botschaft Jesu bestand haben. Diese müßte man aber aussortieren. Damit dies überflüssig wird , hat Jesus das "eine Gebot" der "größeren Gerechtigkeit" (Nächstenliebe) hervorgehoben einschl. der "Goldenen Regel" (Mt.7,12) und definitiv gesagt, daß deren Befolgung alles (und mehr) beinhaltet, was auch relevant in den Schriften dazu gesagt wurde.
Wenn man aber anfängt, deshalb in den Schriften des AT herum zu kramern, um zusätzliche "Erkenntnisse" zu gewinnen, dann macht man Jesus zum Lügner, schlägt ihn erneut ans Kreuz.
Denn "Befolgung von Gesetzen" ist etwas für den "Verstand" ??, zum Abhaken (für für Unfreie), die Anweisungen Jesu aber sind für das Herz, das Gewissen und drängen zur Befolgung vom inneren des Menschen heraus. Nur dies führt zum "Heil" weil nur dies den Menschen verändert, eben "heiligt", für das Reich Gottes.
Und genau das ist das "Heilsziel" welche durch Gesetzesbefolgung nicht erreicht werden kann. (Paulus hat sich darüber den Mund fusslig geredet)
Aber "Bibelgläubige" begreifen dies nicht, bleiben lieber in ihrem bequemen Gefängnis der Vorschriften.

In diesem Sinne erkennen richtige Christen das AT nicht an, sondern nur als Information, was vorher so gedacht wurde.

Kommentar von Franz1957 ,

Wenn es so wäre, wie Du sagst, dann wären entweder Mose und die Propheten Lügner, Blender und Schwätzer, oder der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, dessen Wort sie
aufgeschrieben haben, wäre es.

Wenn dem so wäre, dann wäre aber auch Jesus selbst ein blinder Blindenführer, denn er hat sich auf nichts berufen als auf den
Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den er als seinen und unseren Vater im Himmel verkündigte, und auf Mose und die Propheten.

Mit den Schriften, die Deine "richtigen Christen" nicht anerkennen, klärte Jesus auch die Emmausjünger auf, die ihm klagten, was sie "vorher so gedacht" hatten:

Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.


(Lukas 24,27) http://www.bibleserver.com/text/ELB/Lukas24,27

Kommentar von Viktor1 ,

Du hast garnichts begriffen - willst auch nicht.
Es sind ja nicht meine Aussagen und es ist nicht meine Botschaft.
Willst du mit solchen billigen Argumenten die Botschaft Jesu aushebeln ? Die ist dir unbequem.

Wenn es so wäre, wie Du sagst.....

Es ist doch nachprüfbar, ob dies der Botschaft Jesu entspricht oder ob ich das nur so sage. Gell, es interessiert dich nicht oder da willst du besser nicht dran rühren. Es würde deinen eingefahrenen angelernten "Glauben" ins Wanken bringen. Das macht dir Angst.

Jesus hat sich in seiner Lehre nicht auf Abraham (oder andere) berufen sondern sagte :"ehe Abraham ward, war ich".
(Dafür wollte man ihn steinigen - bist du dabei ?)
Dies sagt genau das Gegenteil von dem was du bringst.
Außerdem sagte er oft "..es wurde euch gesagt.....ich aber sage euch...", was wiederum die Priorität seiner Aussagen betont.

klärte Jesus auch die Emmausjünger auf, die ihm
klagten, was sie "vorher so gedacht" hatten:

Eben, er hat sie aufgeklärt - über sich, seinen Auftrag, und warum er dafür sein Leben hingegeben hat - ich schrieb schon darüber.

Hier geht es nicht um den Glauben an Abraham oder die "Bibel" - das soll jeder halten wie er will  - sondern um  Jesu Botschaft , und die  beinhaltet nicht Bezüge Jesu zum AT. im Disput mit jüd. Zuhörern , (was sollte er mit denen anderes diskutieren)  sondern das Gebot des "Neuen Bundes".

Kommentar von Franz1957 ,
[...] Jesu Botschaft , und die  beinhaltet nicht Bezüge Jesu zum AT. [...] sondern das Gebot des "Neuen Bundes"

Und, was ist Jesu Botschaft und wo steht dieses Gebot des "neuen Bundes"? Es steht im Alten Testament, im 3. und 5. Buch Mose:

Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.


(5. Mose 6,4-5)


Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst

(3.Mose 19,18)

Dies beides ist es, was Jesus lehrte:


28 Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? 29 Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften«. 31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Es ist kein anderes Gebot größer als diese. 32 Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur "einer," und ist kein anderer außer ihm; 33 und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. 34 Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

(Markus 12,28-34)

http://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus12,28-34

Kommentar von Viktor1 ,

Es ist nervig und ziemliche Wichtigtuerei wenn du hier Volltexte aus den Schriften rein kopierst. Das liest keiner. Es würde genügen das zu bringen was relevant ist oder den Verweis auf die Schriftstelle.

Und, was ist Jesu Botschaft und wo steht dieses 
Gebot des "neuen Bundes"? Es steht im Alten
Testament,
(3.Mose 19,18)

18 An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.
Du bist vielleicht ein Schlaumeier. Dieses Gebot wurde gegeben im Umgang mit den Menschen des eigenen Volkes, eingebettet in einen Haufen anderer Gebote und Vorschriften.(dort nachlesen)
Jesus hat dieses Gebot zu dem Gebot an sich gemacht entsprechend der Verheißung in Jeremia 31,31-34 als "Gesetz" des "Neuen Bundes"(wofür er sein Blut vergoß (Luk.22,20), was alle anderen Vorschriften des "Alten Bundes"  ablöst (Hebr.8,13)
Außer dem gilt dieses Gebot für alle und zugunsten aller Menschen, auch der "Feinde". Außerdem ist seine Beachtung allein ausreichend zu Erlangung des "Heils". (weil es alles abdeckt)
Nach deiner (falschen) Intention, hätte sich Jesus ja seine Botschaft schenken können wenn alles schon da und klar war und vor allem nicht dafür sterben müssen.

Antwort
von tinimini, 75

Jesus  hat über 500 mal aus dem alten Testament ( Torah) zitiert, wie soll es da nicht wichtig sein, Wenn wir das alte Testament nicht kennen , wie sollen wir da Jesus verstehen.

Kommentar von Viktor1 ,

Das ist ziemlicher Unsinn. Jesus hat ersten kaum aus dem AT "zitiert", und zweitens ist seine Heils-Botschaft völlig ohne das AT verständlich.
Die "Heidenchristen", wußten oft garnicht daß es dies gibt, schon garnicht Inhalte davon, und verstanden trotzdem Jesu Botschaft.
Wer sollte auch Jesu Liebesgebot nicht verstehen, und alles was dazu gehört.(Bergpredigt), das verstehen ja sogar Atheisten.

Kommentar von Franz1957 ,

Jesus hat ersten kaum aus dem AT "zitiert"

Hier sind schon mal über 200 Stellen aus dem NT, wo das AT zitiert wird:

http://www.bible.ca/b-canon-old-testament-quoted-by-jesus-and-apostles.htm

und zweitens ist seine Heils-Botschaft völlig ohne das AT verständlich.

Ohne das Alte Testament wäre noch nicht einmal verständlich, wieso das Neue Testament "Neues Testament" genannt wird.

Niemand wüßte, wer dieser Adam sein soll, von dem Paulus schreibt, wenn er im Römerbrief, 1. Korintherbrief und im 1. Timotheusbrief die Heilsbotschaft erklärt.

Alleine Abraham wird im Neuen Testament 66 mal genannt. Wer war das überhaupt? Und wer war dieser Moses, dessen Name 79 mal dort fällt?

Keiner der Namen der Vorfahren des Messias, die in Matthäus 1,1ff oder Lukas 3,23ff genannt werden würde irgendjemandem noch etwas sagen.

Unklar wäre, was mit Sodom und Gomorrha gemeint ist, von denen Jesus in Mt 10 und 11 spricht.

Wer das Buch Exodus (2. Buch Mose) nicht kennt, dem wird es ein Rätsel bleiben, was es mit diesem Lamm auf sich hat, von dem in der Offenbarung dauernd die Rede ist, was das für ein besonderes traditionelles Abendessen ist, das Jesus mit seinen Freunden hält (Mt 26), und was dieses Fest der ungesäuerten Brote bedeutet, und was Paulus in 1 Kor 5 mit diesem seltsamen Sauerteig meint und auch schon wieder diesem Lamm.

Es wäre ein Rätsel, wovon Jesus, ausgerechnet in der Bergpredigt, überhaupt redet, wenn er sagt, daß nicht der kleinste Buchstabe und kein Strichlein von der Torah aufgehoben wird, solange Himmel und Erde existieren (Mt 5,17-19).

Die "Heidenchristen", wußten oft garnicht daß es dies gibt, schon garnicht Inhalte davon, und verstanden trotzdem Jesu Botschaft.

Nein, nicht alle Heiden, die zu "Christen" wurden, haben Jesu Botschaft verstanden. Manche hielten Jesus einfach für ihren neuen Kriegsgott. Sie malten Christusmonogramme auf ihre Schilde und Kreuze auf ihre Flaggen, Flugzeuge und Panzer und sie raubten und mordeten weiter, wie sie es vorher getan hatten.

Kommentar von tinimini ,

Gut erklärt, hast mir ne menge Arbeit erspart. Grins "!

Kommentar von Franz1957 ,

Ja, danke, es war mir ein echtes Bedürfnis! :)

Kommentar von Viktor1 ,

@tinimini
Ja, nur gut erklärt, aber voll daneben.

Antwort
von Eselspur, 66

es gab im Laufe der Kirchengeschichte tatsächlich versuche, das Alte Testament abzulehnen. Ein prominenter Name in diesem Zusammenhang ist Marcion.

Durchgesetzt hat sich allerdings die Erkenntnis, dass Gott sich im Volk Israel zuerst offenbart hat. Jesus war Jude, er hat selber das Alte Testament gelesen, er hat daraus gebetet, er hat es geglaubt. Jesus wollte es nie widerlegen.

Es gibt keine Widersprüche, manchmal jedoch Spannungen. Auch im Alten Testament zeigt sich Gott voll Liebe, Barmherzigkeit und Verzeihen. 

Kommentar von Mastrodonato ,

Eine ketzerische Frage vielleicht - konnte Jesus lesen? ist das irgendwie belegt?

Kommentar von tinimini ,

Jüdische Jungen hatten auch damals die Schulpflicht, schon vor 2000 Jahren.  Sie lernten Lesen schreiben rechnen, und lernten aus der Thora. 

Kommentar von Franz1957 ,

Wenn Du als Beleg akzeptierst, daß die Evangelien dies sagen: Z.B. Markus 2,25 und Lukas 4,16ff

http://www.bibleserver.com/text/ELB/Lukas4,16-20

Kommentar von Viktor1 ,
Jesus war Jude, er hat selber das Alte Testament
gelesen, er hat daraus gebetet, er hat es
geglaubt. Jesus wollte es nie widerlegen.

Das ist wohl nicht ganz richtig. Wie soll er daraus "gebetet" haben ?
Tatsache ist, daß er seine Jünger lehrte (richtig) zu beten.
Jesus hat wohl kaum das AT geglaubt.Wie sollte das gehen ?
Er selbst hat Zeugnis von Gott (seinem Vater) Gottes Willen gegeben  ( alles nachzulesen) und für sich beansprucht, daß nur er allein seinen Willen kenne.(wurde ihm als Gotteslästerung angelastet)
Er hat im Sinne des "Neuen Bundes" gelehrt und sein Leben dafür gegeben (Luk.22,20) welcher schon bei Jerm.31,31-34 "angedacht " war und wodurch der "Alte Bund" (alle "Gesetze" im AT) verworfen wurde (s.dazu auch Hebräer 8,13).
Wenn also eindeutig die Aussagen der Schrift belegen, daß das AT nicht relevant ist für die Botschaft des "Neuen Bundes", was schon damals vom Autor des Hebräerbriefes so verstanden wurde, ganz zu schweigen von Paulus, welcher sich den Mund darüber fusslig geredet hat, warum behauptest du und viele andere immer wieder. daß das AT ( die Gesetze) doch relevant wäre ?
Die Lehren (Gesetze) des AT waren für die Juden und Jesus hat im Disput mit ihnen selbstverständlich darauf zurückgreifen müssen, aber er hat einen Schnitt vollzogen und alles ersetzt durch das "eine Gebot" wie bei Jerm.31,33 angekündigt, und das "alte" schon bei Jerm.31,34 verworfen wurde.

Kommentar von Eselspur ,
Wie soll Jesus aus dem Alten Testamet "gebetet" haben ?

So wie andere Juden auch hat Jesus regelmäßig die Psalmen gebetet. Beispielsweise kurz vor seinem Tod den oder aus dem Psalm 22.  (Mt 27,46, Mk 15,34)

Jesus hat wohl kaum das AT geglaubt.Wie sollte das gehen ?

Jesus hat an seinen Vater geglaubt, der sich im AT geoffenbart hat: dass Gott die Welt erschaffen hat, sich ein Volk auserwählt hat, es aus dem Sklavenhaus Ägypten befreit hat, sein Gesetz gegeben hat und durch die Propheten gesprochen hat.

Kommentar von Viktor1 ,
So wie andere Juden auch hat Jesus regelmäßig 
die Psalmen gebetet.

Ganz sicher hat Jesus sich nicht hingestellt und gebetet, so daß andere es hören konnten schon garnicht regelmäßig. "Berichte" darüber sind fromme Interpretationen seiner Gesinnung, damals wie heute.
Die Gebete, welche er gesprochen haben "soll", hätte ja meist keiner hören können(z.Bsp.Mk.14,35) und was er am Kreuze sprach, hat keiner richtig verstanden.
Er hat gesagt daß man für sich beten soll ohne daß andere das sehen, im Geiste beten, keine langen Texte - gar keine "Texte" ! sondern in dem Sinne wie er das V.U. sprach - als Belehrung auf Anfrage der Jünger.

Jesus hat an seinen Vater geglaubt,

Überlege doch mal, was du da für einen Unsinn bringst.
Er brauchte nicht an Gott "glauben", er war eins mit ihm und hat seinen Willen kund gemacht.(nach den Texten der Schrift)
Gehörst du irgendeiner Sekte an, den Z.J. oder anderen, welche Jesus irgendwie herabstufen wollen ?
Lies mal den Prolog zum Johannesevangelium. Gut - das ist nur von Johannes, nicht von Jesus selbst. Aber er hat auch von sich gesagt, daß keiner den Vater kennt außer ihm. Wie brauchte er dann den "Glauben" derer, die nach ihm kamen ?
Jesus :" ehe Abraham ward, war ich"

Kommentar von Eselspur ,

ich gebe dir in keinem Punkt Recht, habe aber keine Lust auf eine Auseinandersetzung hier. Wenn es dich wirklich interessiert: ich bin katholisch. Wenn du willst, kann ich dir ein paar Titeln vernünftiger theologischer Werke zum Thema notieren.

Kommentar von tinimini ,

Jesus :" ehe Abraham ward, war ich"


Damit mein Jesus nicht sich, sondern das Wort der Thora.

Jesus

in jüdischer Sicht


Er[= Jesus] trat als begnadeter Tora-Lehrer auf, wurde als Rabbi verehrt, lehrte und predigte „in all ihren Synagogen in Galiläa" (Markus 1,39). Er führte nach jüdischem Brauch viele Lehrgespräche um Auslegungsfragen mit pharisäischen Kollegen und gehörte einer der sieben pharisäischen„Schulen"an. Diese Lehrgespräche 

wurden später durch die „Endredaktoren"des Evangeliums als„Streitgespräche"

tradiert. Seine Entscheidungen und Parabeln enthalten echtes 

Sondergut, bewegen sich aber deutlich innerhalb des

jüdisch-pharisäischen Lehrgutes. Nichts, was Jesus tat, lehrte oder
unterließ, sprengte die Grenzen des Judentums....Im Alter von ca. 33 Jahren kündigte er seinen freiwillig auf sich

genommenen Sühnetod für andere an:

„Keiner nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig dahin".
Er reiht sich ein in die Schar großer jüdischer Märtyrer.Warum

also können Juden ihn nicht als Messias annehmen?

Er selbst trat nie öffentlich und deutlich als Messias auf.


Er verbot seinen Jüngern und Bekannten eindringlich und 

wiederholt, sein „Leidensgeheimnis" zu lüften.Er

entzog sich wiederholt allen Huldigungen vonseiten der

Volksmenge und„entwich ihnen" (z. B.Matthäus 12,15).

Er vollbrachte die meisten Heilungen unter dem Siegel der

strengsten Verschwiegenheit.( zB. Markus 5,43).


In
den knappen drei Jahren seiner öffentlichen Lehrtätigkeit konnte er
unter den damaligen Bedingungen

keineswegs das ganze Volk erreichen, sondern nur eine sehr 

begrenzte Anzahl von Menschen.

Tragischerweise ist unsere Welt noch immer so schrecklich unerlöst.Die

jüdische Glaubensinfrastruktur von (gegebenenfalls) Sünde, Reue,
Wiedergutmachung, Gnade und

erhoffter Wiederannahme durch Gott ging im Namen Jesu in den
christlichen Glauben über.


Genauso auch der Glaube an das so sehnlich erwartete Königtum 

Gottes, das Himmelreich, die Vergebung

der Sünden, die Auferstehung der Toten und viel Heilsgut mehr.


Das
Judentum erwartet eben keinen überirdischen Erlöser. Dieser soll
nicht göttlicher Natur sein, noch

muss er von einer Jungfrau geboren werden. Wunderheilungen sind kein
Nachweis der Messianität

- siehe etwa Mose, Elia oder Elisa, die solche ebenfalls vollbracht
haben. Der Messias muss

nicht von den Toten auferweckt worden sein und seine eventuelle
Kreuzigung ist kein Anstoß

(skandalon). Im Gegenteil: Christen und Juden sollten, um
Himmelswillen, gelegentlich auch der 6000

gekreuzigten anderen Juden gedenken, die allein unter Pilatus ans
römische Kreuz genagelt wurden,

ohne Prozess, ohne Verhandlung und Wenn und Aber. Die Abertausende
gekreuzigter Juden vor und nach Pilatus sind hier nicht unser Thema.


Die
„Sohn-Gottes"-Würde ist, im Kontrast zum viel späteren
griechischen Begriff, eine großartige jüdische Begnadung, der Lebensweg eines Menschen gemäß dem biblischen Rahmen. Psalm 2 gar spricht ja von der göttlichen Adoptionsformel der davidischen Könige: „Du

bist mein geliebter Sohn,

heute habe ich dich gezeugt." Ganz anders verhält es sich, wie bekannt, mit der späteren griechischen 

Gottessohnschaft, die im Mittelmeerraum

ganz anders verstanden wurde.

Übrigens fühlten sich nicht weniger als 19 jüdische Männer von
der Antike bis in unsere Tage von einer messianischen Sendung beseelt — eine Begeisterung, mit der sich zeitweilig viele Tausend jüdischer

Menschen anzustecken wussten. Mit ihrem Scheitern jedoch trieben sie
viel Volk in die Verzweiflung.

Allein auf den Seiten des Neuen Testaments treten uns drei solcher
jüdischer Männer entgegen:

Judas Galiläus (Apg 5,37), Theudas (Apg 5,36) und der so genannte
„Ägypter" (Apg 21,39). Sie scharten jüdische Menschen um sich, waren Charismatiker und wurden schließlich von den Römern als Aufwiegler gekreuzigt. Was

also sind die wesentlichen Grenzsteine zwischen Juden und Christen?die Trinität, die

griechische Gottessohnschaft, die Zwei-Naturen-Lehre, allesamt Begriffe, die dem Nazarener und seiner jüdischen Gefolgschaft 

total unbekannt waren.


Kommentar von tinimini ,

Wir
alle täten gut daran, so zu glauben wie Jesus es getan hat oder mit
ihm aber eben nicht an ihn.

Schließlich hat er selbst vehement betont, „Wer an mich glaubt, glaubt 

nicht an

mich, sondern an den, der mich gesandt hat" (Joh 12,44). Und: „Gott wird sein alles in allem" (1 Kor 15,28).
Christus ist eben kein Nachname Jesu, sondern die schlichte

Übersetzung des hebräischen Wortes
„Meschiach".Wie

Recht hatte doch Franz Rosenzweig, als er in unserem leidgeprüften
Jahrhundert äußerte: „Ob Jesus

der Messias war, wird sich herausstellen, wenn der Messias kommt."
Jesu selbst, so steht es ja geschrieben, war über solche Jünger nicht 

sehr glücklich,

die zu ihm „Herr, Herr ." gesagt haben, aber den Willen
Gottes nicht tun wollten. Und man kann aus den Worten Jesu lernen, was der Wille Gottes ist - natürlich nicht nur aus den Worten
Jesu,sondern auch aus den anderen Teilen der Bibel. Und der Wille Gottes,von dem Jesus spricht, ist der Wille (des) Gottes Israels.

Die
Bibel selbst kann gar nicht gemeint gewesen sein, wenn im 
2.
Timotheusbrief (3, 16)
 
von
einer "Schrift" die Rede ist. Denn 
die
Bibel gab es damals ja noch gar nicht
.
Was war dann gemeint? Vielleicht das Alte Testament?
Hier
ist es nun allerdings schon ein kleiner Vorteil, wenn man die
altgriechische Sprache versteht. Denn es heißt dort keineswegs "alle
Schrift ist von Gott eingegeben", sondern "alle Schrift,
die von Gott eingegeben ist, ist nützlich ...", exakt wörtlich:
"alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich ..." 

Nun
kommen aber einige kirchlichen und bibelgläubigen
Interpretations-Gesellen und deuten und manipulieren so lange an
dieser Passage im 
2.
Timotheusbrief
 
herum,
bis am Ende scheinbar genau das heraus kommt, was man dort gerne
lesen möchte, nämlich: "Die ganze Bibel (!) sei von Gott
eingegeben". Doch davon kann bei dieser Bibelstelle aus einer
Zeit, in der es die Bibel noch gar nicht gab, überhaupt keine Rede
sein. 
Und
hier muss auch einmal Paulus bzw. der Paulusschüler, der dies
geschrieben hat, rehabilitiert werden, der eben hier gar nicht von
der Bibel gesprochen hat und den man für solches auch nicht zum
scheinbaren Kronzeugen missbrauchen darf
.

Genauso
wenig haben die Jesusworte gemäß 
Markus
13, 32
 
etwas
mit der Bibel zu tun, welche lauten: "Himmel und Erde werden
vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen". Auch diese
Worte werden von einigen Bibelgläubigen manchmal zurVerteidigung 

der "ganzen Bibel" ins Feld geführt. 
Damit war aber die Torah gemeint, nicht Jesu Worte, Die Worte
Gottes aus der Torah waren gemeint. Wie 

soll er denn die Bibel meinen,die gab es da ja noch gar nicht,Dem 

Menschen ist jedoch von Gott auch ein gesunder Menschenverstand und
ein Gewissen geschenkt, die ihm ebenfalls helfen, dies zu erkennen.

Antwort
von Sturmwolke, 15

Es gibt ein paar Bibeltexte, die das erklären:

Jesus selbst las das alte Testament und wandte Prophezeiungen auf sich selbst an:

Lukas 4:17-21
17 Da wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gereicht, und er öffnete die Buchrolle und fand die Stelle, wo geschrieben war:
18 „Jehovas Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, um den Armen gute Botschaft zu verkünden, er hat mich ausgesandt, um den Gefangenen Freilassung zu predigen und den Blinden Wiederherstellung des Augenlichts, um die Zerschlagenen als Freigelassene wegzusenden,
19 um Jehovas annehmbares Jahr zu predigen.“
20 Darauf rollte er die Buchrolle zusammen, gab sie dem Diensttuenden zurück und setzte sich; und die Augen aller in der Synagoge waren gespannt auf ihn gerichtet.
21 Dann fing er an, zu ihnen zu sprechen: „Heute ist dieses Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt worden.“

Jesus zitierte hier aus Jesaja 61:1-3

--------------------------

Als Jesus von Satan versucht wurde, wies er die Argumente Satans jeweils mit einem Zitat aus dem alten Testament zurück:

Matthäus 4:4
Er aber antwortete und sprach: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht.‘ “

Das war ein Zitat aus 5. Mose 8:3

---

Matthäus 4:7
Jesus sprach zu ihm: „Wieder steht geschrieben: ‚Du sollst Jehova, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.‘ “

Das war ein Zitat aus 5. Mose 6:16

---

Matthäus 4:10
Da sprach Jesus zu ihm: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen.‘ “

Das war ein Zitat aus 5. Mose 10:20

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Der Apostel Paulus betonte die Wichtigkeit des alten Testaments:

Römer 15:4
Denn alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können.

2. Timotheus 3:14-17
14 Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast,
15 und da du von frühester Kindheit an die heiligen Schriften gekannt hast, die dich weise zu machen vermögen zur Rettung durch den Glauben in Verbindung mit Christus Jesus.
16 Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit,
17 damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk.

Apostelgeschichte 17:10-12
10 Sogleich sandten die Brüder sowohl Paulus wie Sịlas bei Nacht nach Berọ̈a weg, und als diese [dort] angekommen waren, begaben sie sich in die Synagoge der Juden.
11 Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalọnich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den
Schriften sorgfältig forschten
, ob sich diese Dinge so verhielten.
12 Daher wurden viele von ihnen gläubig, ebenso nicht wenige von den angesehenen griechischen Frauen und Männern.

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Auch der Apostel Petrus bezeugte, daß das alte Testament für Christen gültig und wichtig ist:

2. Petrus 1:20-21
Denn dies wißt zuerst, daß keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt.
21 Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden.

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Daß die Apostel und Jesus Christus selbst das alte Testament "anerkannten" ist für Christen, also Jesu Nachfolger, Grund genug, das ebenso zu halten.

Antwort
von andreasolar, 30

"Hätte man einen Christen um das Jahr Hundert gefragt, ob seine Gemeinde ein heiliges und verbindliches Buch göttlicher Offenbarung besäße, so hätte er die Frage stolz und ohne zu zögern bejaht: Die Kirche besaß solche Bücher, das ›Gesetz und die Propheten‹, das heute so genannte Alte Testament." 

Diesen Satz von Hans von Campenhausen, einem der bedeutendsten evangelischen Kirchenhistoriker im 20. Jahrhundert, zitiert einer der seinerseits bedeutendsten katholischen Alttestamentler im folgenden Aufsatz, der einen komprimierten Einblick in die Geschichte gibt:

https://web.archive.org/web/20040616171920/http://www.phil.uni-sb.de/projekte/im...

Antwort
von Netie, 27

Die ganze Bibel ist das Wort Gottes an uns Menschen gerichtet. Viele Dinge (Prophezeiungen) aus dem Alten Testament haben sich schon erfüllt. Die anderern werden sich noch erfüllen, wenn die Zeit reif ist.

"Der Glaube schauts und betet an, bewundert, was geschehen. Drum sei dir unser Lob geweiht, denn dir dem Herrn der Herrlichkeit Lob, Ehr und Rum gebühren."

Antwort
von Kuno33, 43

Auch das alte Testament gehört zur christlichen Religion. Im Verständnis des Christentums ist es der gleiche Gott.

Antwort
von StarMaze, 47

Die drei großen Religionen Judentum, Christentum und Islam sind alle miteinander verknüpft. 

Das Judentum glaubt an das Alte Testament. Christen an die neuere Schrift: sie glauben an das Neue Testament. Das Neue Testament ist quasi eine "Neuauflage" des Alten Testaments. Und Moslems glauben an den Koran, der wiederum aus dem Neuen Testament entstammte.

Die heiligen Schriften der drei großen Religionen haben einen gemeinsamen Ursprung, nur sind sie abgeändert worden. Deswegen ist für diese drei Religionen Jerusalem auch so wichtig. 

Ich hoffe, die Antwort war klar. Christen akzeptieren nicht direkt das Alte Testament, da sie an das Neue Testament glauben, das aber wiederum aus dem Alten Testament entstanden ist.

Antwort
von chrisbyrd, 19

Das Alte und das Neue Testament stehen nicht im Widerspruch sondern ergänzen sich. Schon die Beröer-Christen prüften alles, was ihnen gepredigt und gelehrt wurde, anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Schriften (Altes Testament und ein paar Schriften des Neuen Testaments, die sie erhalten hatten; Aposteltgeschichte 17,11).

Christen daran glauben, dass Jesus Christus der von den Propheten des Alten Testaments vorhergesagte Messias ist. Im Neuen Testament finden sich viele Zitate aus dem Alten Testament, die die Wahrheit und Wichtigkeit der Schriften von Mose, der Propheten usw. bestätigen. Deshalb ist die Bibel unbedingt als Einheit zu betrachten.

In 2. Timotheus 3,16-17 steht: "Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet."

Antwort
von CheGuevara5, 34

ja absolut richtig. Das alte Testament ist nicht so einfach zu verstehen wie das neue. bin kein Theologe aber als gesamtdeutung würde ich sagen dass es zeigt wie man (hier das volk israels) durch den bedingungslosen glauben an Gott alles erreicht und ohne den glauben eben nicht ;) wichtig ist es auch da Gottes grenzenlose Güte die im neuen Testament offenbart wird durch den vergleich mit dem ersten besonders betont wird. 

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