Drumnbass am 17.07.2009 um 20:12 Uhr
Aktienkurse werden ja durch angebot und nachfrage bestimmt. Wieso ist das aber bei handelbaren Anleihen nicht der Fall? Da gibt es doch genauso Käufer und Verkäufer, oder etwa nicht?

Bei Anleihen sind der Kurs und Zins von zwei wesentlichen Parametern abhängig: Kapitalmarktzins für vergleichbare Laufzeiten plus emittentenabhängiger Risikozuschlag. Letzter wird von wertpapierbezogenem Angebot und Nachfrage bestimmt.
Doch, wird auch über Angebot und Nachfrage ermittelt.
Bedi Anleihen kommt der Preis genauso durch Angebot und Nachfrage zustande, warum soll das nicht so sein? Wer behauptet das?

Du verwechselst vielleicht das von Anleiheemittenten gegebene feste Zinsversprechen mit den Preisschwankungen der Aktien. Wenn die Anleihen wie die Aktien börsengehandelt sind, bleibt in der Tat das feste Zinsversprechen über die Laufzeit bis zur Fälligkeit erhalten. Aber: die Anleihen haben auch einen Kurs, der von der Emission bis zur Fälligkeit (jeweils 100) abweichen kann. Und dies drückt dann die Rendite. Also, wenn der Zinskupon 6% bei 100 ist und die Anleihe bei 95 an der Börse notiert, ist die Rendite gesunken. Du siehst, die Angebot- und Nachfragesituation beeinflußt auch bei Anleihen die Rendite (aber nicht den Zins!). Eine Aktie ist eine Unternehmensbeteiligung, und der Besitzer ist am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt, eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier eines Unternehmens, aus dem sich ein Gläubiger-/Schuldnerverhältnis ergibt.