Warum entwickelt sich Leben?

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8 Antworten

Der Witz ist eben, dass evolutionäre Anpassung ein passiver Prozess ist und Organismen deshalb darüber nicht Bescheid wissen müssen.

In einer Population unterscheiden sich die einzelnen Individuen in der Regel mehr oder weniger stark. Teilweise lassen sich diese Unterschiede auf Umwelteinflüsse zurückführen, wie etwa wachstumshemmende oder -fördernde Faktoren, der Rest der Unterschiede ist genetisch bedingt und für die Evolution entscheidend.

Diese genetischen Variationen entstehen durch Mutationen, also dauerhafte Veränderungen des Erbgutes, die spontan während der Replikation auftreten oder durch Mutagene gefördert werden. Durch die Rekombination bei der geschlechtlichen Fortpflanzung werden zudem verschiedene Merkmale zusammengewürfelt, wodurch ganz neue Erscheinungsbilder entstehen.

Ein Teil der Mutationen hat Auswirkungen auf den gesamten Organismus und sein Überleben. Manche Abweichungen führen schon vor der Geburt zum Tod, andere stellen Nachteile im späteren Leben dar, und wieder andere können sich vorteilhaft auswirken.

Als vorteilhaft gilt ein Merkmal dann, wenn es seinem Träger zu einer erhöhten Reproduktionsrate, also mehr Nachwuchs verhilft, z.B. indem es ihm ein längeres Leben beschert, weil es weniger anfällig gegen Gefahren wie Beutegreifer ist. Die genetische Veranlagung für diese vorteilhaften Merkmale werden sie dabei an einen Teil ihrer Nachkommen vererben. Diese Nachkommen haben ebenfalls bessere Aussichten auf Fortpflanzung als ihre Artgenossen, weshalb sich über viele Generationen hinweg bestimmte Merkmale bei einem Großteil der Population durchsetzen. Der Begriff hierfür lautet Selektion.

Welche Eigenschaften dabei nützlich sind, hängt im hohen Maß von den Lebensumständen einer Art ab. Fische haben andere Bedürfnisse als Vögel oder Affen und entwickeln sich darauf auf andere Weise, um in ihrer eigenen Nische zurechtzukommen.

Durch Gendrift, also den zufälligen Ausschluss von Allelen aus dem Genpool, können sich aber auch Merkmale in einer Population ansammeln, die nicht unbedingt die Reproduktionrate positiv beeinflussen.

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Es gibt zwei Arten von Anpassung: Individuelle und evolutionäre. Nicht ohne Hintergedanken heißt der Evolutionsprozess Selektion. Selektion ist für das, was selektiert wird, ein passiver Prozess: Wer zufällig gut angepasst ist, hat bessere Chancen. Wenn das Gras grün ist, sieht man grüne Tiere darin schlecht. Wenn es eine Dürre gibt, und das Gras braun wird, sieht man grüne Tiere sehr gut (und meist sind das auch Tiere, die empfindlich auf Austrocknung reagieren und dann doppelt gear...t sind) und braune Tiere haben einen Vorteil. Keiner hat bewusst entschieden, braun zu sein oder zu werden, damit er sich an das trockene Gras anpasst, aber in Gegenden, in denen längere Zeit Trockenheit herrscht, werden Beutetiere, die ähnlich wie das Gras aussehen, länger überleben. Ohne eigenes Zutun, einfach weil sie schlecht für Beutegreifer zu sehen sind. Ähnlich ist es mit der Schnelligkeit: Wer schnell genug ist, wird nicht gefangen und gefressen und wenn seine Schnelligkeit auf körperlichen Vorraussetzungen beruht (Größe, Muskulatur etc.), dann werden seine Nachkommen ähnlich geeignet sein, den Beutegreifern zu entkommen. Keiner hat entschieden, hey, die langsamen werden gefressen, die dürfen sich vorher nicht noch vermehren!

Wenn es massive Änderungen in kurzer Zeit gibt, stirbt oft ein Großteil der Population. Weil zu wenig zufällig angepasste Individuen vorhanden sind. Auf der anderen Seite lernen Tiere (und evtl. Pflanzen in Maßen?) auch, sich anzupassen, so suhlt sich das Hausschwein, das keine Borsten am Körper hat, im Matsch, um sich vor der Sonne zu schützen. Dieses Verhalten wird dann an die Nachkommen durch Vorleben übermittelt. Hier dürfte Instinkt und Versuch und Irrtum eine Große Rolle spielen (wie bei den Affen oder so, die ihr Essen im Fluss waschen). Oft nehmen Tiere Gelegenheiten wahr, die dann zur Gewohnheit werden und von Generation zu Generation ausgefeilt werden, z.B. bei Kulturfolgern, die im Müll oder in den Gärten der Menschen ihr Essen suchen oder bei Tieren, die lernen, dass sie von Menschen gefüttert werden und dann öfter an bestimmten Orten auftauchen und das Verhalten zeigen, dass die Fütterung wahrscheinlicher macht.

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Das Lebewesen selber "weiß" dies natürlich nicht. Nehmen wir mal Vögel, natürlich sagt sich der Vogel nicht "ich bräuchte jetzt einen anderen Schnabel", aber im Laufe der Zeit (viele Generationen) entstehen (oft durch zufällige Veränderungen) Variationen (z.B. beim Schnabel).

Gibt es nun z.B. zwei unterschiedliche Schnabelformen, kann es (im günstigen Fall) passieren, dass sich die eine Gruppe Vögel eben auf eine andere Nahrungsquelle anpasst. Im Laufe der Zeit entstehen dann zwei Arten.

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Das weiß es nicht.

Jedes Lebewesen ist bestrebt, aus den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen das Beste zu machen, den Menschen eingeschlossen.

Im Laufe der Zeit perfektioniert das Wesen den Umgang mit der jeweils spezifischen Umwelt und gibt diese Eigenheiten an die Nachkommen weiter, die sie wiederum anpassen.

Irgendwann nach vielen Generationen leben hoch spezialisierte Tiere in der für sie perfekten Umgebung.

Ändern sich nun die Umstände sehr schnell, wird das Tier vermutlich aussterben oder die Bestände stark dezimiert.

So geschehen vor einigen zehntausend Jahren, als infolge eines Vulkanausbruchs ein jahrzehntelanger Winter die nicht angepasste Menschheit auf wenige Tausend Individuen dezimierte.

So geschehen in aktueller Zeit, wo dem bisher mächtigen Eisbären sein Jagdrevier wegtaut und ihm damit jegliche Lebensgrundlage entzogen wird.

Spezialisten überleben in perfekt angepasster Umwelt, Individualisten überleben, wenn die Gegebenheiten sich oft und schnell ändern.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Menschen versuchen stets, individuelle Perfektionisten zu sein, was aber auf Dauer nicht funktionieren wird. Zu abhängig sind die meisten von uns von unseren speziellen Ressourcen Süßwasser und Energie.

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Genetik und dessen Mutation bzw. Mutationen und Anpassung auf Änderungen der Umwelt.

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Gar nicht. Aber laut Darwin sind die angepassten Lebewesen die einzigen, die überleben, somit sind sie die einzigen, die sich fortpflanzen können.

Nehmen wir an, es gäbe auf der Welt nur Nüsse zu essen und du hast zwei Vögel, einen mit einem grossen Harten Schnabel und einen mit einem kleinen Schnabel. Nur der grosse kann Nüsse knacken.

Der kleine wird aussterben, am Ende ist nur noch der grosse übrig.

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Kommentar von Kunfilum
03.09.2016, 20:21

Mir ging es eher darum, weshalb der eine Vogel einen harten Schnabel hat, aber der andere nicht.

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Das ist kein aktiver und geplanter Prozeß, entweder ein Lebewesen überlebt oder es überlebt nicht.

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Das Individuum weiß überhaupt nichts. Es liegt eher an den Umständen, dass die Lebewesen überleben, die einen Vorteil gegenüber anderen haben.

"Survival of the fittest" - wie Darwin gesagt hat.

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