Benjy am 23.04.2009 um 11:10 Uhr
Auch die Schreibweise differiert in den USA teilweise.

Vor der Gründung der USA im 18. Jahrhundert kämpften die damals dort ansässigen Siedler gegen die verhassten Engländer. Die Einwanderer bestanden hauptsächlich aus europäischen Siedlern, darunter viele Deutsche, Osteuropäer, Franzosen und Iren. Vermutlich haben sie bewusst NICHT das Englisch der Engländer übernommen, sondern es bildete sich ein Konglomerat verschiedener Sprachen und Dialekte heraus, was erklärt, warum im amerikanischen Englisch viele Worte anders sind als im europäischen Englisch. Auch die rollende Phonetik (Aussprache) der Amerikaner erinnert entfernt an den irischen Dialekt.
Na klar, wegen der Dialekt-Mischung, wie schon viele Antworten vor meiner gelautet haben. US-amerikanisch klingt meiner Meinung nach am ehesten nach kanadischem, schottischem und irischem Englisch. Mitte des 19.Jhd sind ja vermehrt Iren nach Nordamerika eingewandert, die die Sprache natürlich sehr geprägt haben. Die ersten Einwanderer kamen ja hauptsächlich aus England, Frankreich und Spanien, sodass sich ein eigenes Englisch entwickelt hat. Ansonsten ist es vielleicht noch interessant, dass in den USA Englisch nicht als Amtssprache festgelegt ist und fast 20% der Bevölkerung Zuhause kein Englisch sprechen...
waggerla am 24. April 2009 09:22 Nebenbei bemerkt: ein Großteil der ersten Einwanderer stammt aus deutschen Ländern. Die Deutschen haben auch während des Unabhängigkeitskrieges auf beiden Seiten gekämpft. Und Deutsch unterlag mit "nur einer Stimme" dem Englischen als Staatssprache.

Zuerst einmal könnte man sich schon streiten, was den Unterschied zwischen Dialekt und Sprache angeht. Denn eigentlich ist AE eine Sprache und kein Dialekt (Siehe berühmtes Zitat von Weinreich).
Dann darf man nicht übersehen, dass es wie überall auf der Welt auch im AE eine Vielzahl von regionalen Dialekten gibt, z.B. Southern Drawl, Valley Girl, New England English, etc.. Ein an der Ostküste aufgewachsener Amerikaner (z.B. Boston) hat ein dem BE mehr familiäres Englisch als jemand aus Kalifornien.
Auch in Australien und Südafrika gibt es genügend Menschen, die einen anderen Dialekt sprechen als in Mother England. Und in Australien kann man sich sehr schnell als POM outen.
Zur unterschiedlichen Schreibweise, z.B. dem Wegfall des "u" in der Wortendung "-our" trägt wahrscheinlich die etwas andere Aussprache bei. Aber das ist doch auch nichts außergewöhnliches.
Als Vergleich könnte man da durchaus die deutsche Sprache hernehmen: weiß ein Deutscher, was ein "Paradeiser" (sp) ist? Oder warum "Sahne" in Österreich "Obers" heißt? Sprachliche Unterschiede entstehen eben oft aufgrund der regionaler Umstände.
hilti am 24. April 2009 20:47 Hey waggerla, Du kennst Dich aber gut aus. Da konnte ich ja noch was lernen, obwohl ich öfter in den USA bin. Ich kenne zwar den Southern Slang (Drawl) aber Valley Girl hab ich noch nicht gehört. Also DH für Dich!
waggerla am 25. April 2009 00:33 Schnellkursus: Frank Zappa "Valley Girl" ;o)

Weil die Zuwanderer aus viel mehr unterschiedlichen Ländern kommen, als in den genannten Staaten.

Warum in die Ferne schweifen? - Hör dir doch mal die Dialekte in der deutschen Sprache an. Das erklärt schon vieles. Sprachgebrauch ist regional völlig unterschiedlich und das nicht nur in den USA.
Benjy am 23. April 2009 11:22 Ja, mir ist schon klar dass es überall unterschiedliche Dialekte gibt. Auch innert der USA differieren nochmals die Sprachweisen. Trotzdem erklärt das nicht die unterschiedliche Auffassung der Rechtschreibung. Ich meine, bei den Aussies hätte ich das wenigstens verstanden. Schließlich war es einmal eine Sträflingskolonie. Von denen hätte man eine Legasthenie erwarten können...
Naja, Sträflinge sind ja nicht gleich Legastheniker.... Der Unterschied zwischen englischem Englisch und USa-amerikanischem Englisch besteht ja auch nicht durch die Aussprache und die unterschiedliche Schreibweise, sondern auch für viele Begriffe gibt es unterschiedliche Wörter. Ansonsten ist es doch klar, dass ein Franzose ein englisches Wort anderes schreibt, wenn er es hört, als ein Engländer.

in meinen augen ist die USA kein anglophoner-staat eher ein latinostaat
das englische volk ist ja schon viel älter. die usa besteht nicht nur aus engländern, sondern hauptsächlich aus europäern. ausserdem liegen beide länder ziemlich weit auseinander. bayern und schleswig holstein nicht und trotzdem sind die dialekte stark unterschiedlich

Interessante Frage. Bin mal auf die Antworten gespannt. Interessiert mich auch.

Vermutlich, weil in Amerika ein größeres Völkergemisch zusammengekommen ist.

weil keiner so viel Wert darauf gelegt hat wie die Engländer.

Durch das Zuwandern von Bürgern aus anderen Nationen...

weil es meist nur aus einwanderen besteht und jeder einen anderen dialekt hatte und das sich somit zusammengesetzt hat

Die Frage, warum US-Amerikaner anders sprechen, als Engländer hat sich ja schon geklärt. Bei Australiern und Südafrikanern dürfte es ähnlich sein. Die Aussprache bzw. der Dialekt richtet sich meist nach den ersten Einwanderern.
Toll erklärt. DH