Frage von Fuloli, 17

Warum entlastet eine Einheitssteuer nicht zwangsläufig die Reichen?

Ich habe mir den Wikipedia-Artikel "Flat Tax" durchgelesen. Die AfD hatte ein Einheitssteuersystem nach Kirchhof vorgeschlagen und wurde dafür scharf kritisiert, allerdings hatte die CDU 2005 schon über die Einführung einer älteren/strengeren Version des Modells diskutiert. In nicht wenigen anderen europäischen Ländern wurde ein solches System eingeführt, größtenteils sehr erfolgreich. Ob die Reichen ent- und Arme belastet werden hängt laut Wikipedia vom Grundfreibetrag ab. Ist der Grundfreibetrag im Einheitssystem höher ist das nicht der Fall. Die AfD spricht von einem "deutlich höherem Grundfreibetrag", Kirchhof von 10 000€ (momentan bei 8 604€).

Als Nachteile des Systems ist aufgeführt, dass ohne Grundfreibetrag die Schere zwischen Arm und reich auseinandergeht. Dieser Nachteil würde also nicht zutreffen, wenn es einen Grundfreibetrag gibt.

Außerdem wird als Nachteil gesagt, das system sei politisch schwer zu vermitteln, da die Leute denken die einheitssteuer führt zur Abschaffung der Steuerprogression.

Das habe ich selbst nach lesen des Artikels auch gedacht? Und wie ist es möglich, dass bei einer Einheitssteuer die Reichen nicht profitieren, selbst wenn es einen Grundfreibetrag gibt?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Fuloli,

Schau mal bitte hier:
Finanzen Steuern

Antwort
von Othetaler, 8

Die Reichen profitieren dadurch immer.

Bei relativ hohem Freibetrag auch die Armen. Jedenfalls bei dieser Steuerart.

Draufzahlen tun die in der Mitte. Schon bei der Steuer.

Und letztlich alle - außer die Reichen - weil die nicht gezahlten Steuern über Gebühren, Abgaben, andere Steuern (z. B. Mehrwertsteuer) reingeholt werden müssen. Und davon ist man immer mehr betroffen, je weniger Geld man hat und je mehr man davon für den täglichen Bedarf ausgeben muss.

Letztlich ist das eine weitere Umverteilung von unten nach oben.

Kommentar von Fuloli ,

Das widerspricht sich etwas mit dem, was ich gelesen habe. Also das reiche "immer" profitieren, was laut Wikipedia nur der Fall mit keinem/ niedrigem Grundfreibetrag ist. Hast du eine Quelle, wo ich deine Aussage nachlesen kann?

Auch das Steuergelder fehlen, scheint nicht immer der fall zu sein. Das würde ich intuitiv auch vermuten aber anscheinend ist es halt nicht zutreffend, sondern es werden die gleichen Steuereinnahmen erzielt. Ich verstehe hakt nicht ganz, wie das funktioniert.

Kommentar von Othetaler ,
Kommentar von Fuloli ,

Was hat die Kopfsteuer mit der Einheitssteuer zu tun? Bei der Einheitssteuer zahlen alle den gleichen Prozentsatz z.B. 25% des Einkommens, das heißt je mehr Geld man verdient, desto mehr muss man absolut auch bezahlen. Bei der Kopfsteuer zahlen alle den gleichen Betrag also z.B. 400€, egal wie hoch ihr Einkommen ist.

Antwort
von pythonpups, 4

Habe zwar keine Ahnung von Steuerrecht, aber ich kann mit einer Tabellenkalkulation umgehen.

Es ist tatsächlich relativ leicht, mit einem Einheitssteuersatz und einem Freibetrag die momentane Steuerkurve in etwa nachzumodellieren. Sehe nicht recht, wozu das gut sein soll, wenn's am Ende für alle Schichten praktisch gleich bleibt. Vermutlich würde es gegen "kalte Progression" helfen und etwas mehr Transparenz schaffen. Naja.

Was gleich bliebe, ist, dass man mit mehr Manövriermasse auf dem Konto die Möglichkeit hat, Ausnahmeregelungen, Schlupflöcher und was weiß ich was für steuermindernde Faktoren auszunutzen. Wenn man das, was auf dem Konto ist dagegen am Ende des Monats aufgebraucht hat, gibt's halt nicht viel zu fummeln, in der Steuererklärung und man zahlt das, was vorgesehen ist. An der Stelle, wäre viel mehr zu verdienen, für Herrn Schäuble und seine Nachfolger, nehme ich an.

Viel gravierender wirken sich für die unteren und mittleren Schichten Änderungen an den Verbrauchssteuern aus, weil die halt alle gleichermaßen treffen und das bei weniger Netto viel mehr ins Gewicht fällt.

Kommentar von Fuloli ,

Wie kann man denn mit einem einheitssteuersatz eine Kurve modellieren *o* . Und was ist eigentlich zum Beispiel mit den ganzen youtubern und streamen. Die verdienen Teilweise richtig viel Geld, aber wird das auch nach Steuerprogression versteuert (heute)?

Kommentar von pythonpups ,

Ok. Gerade. Kurve ist mathematisch falsch formuliert. Aber so kurvig sieht es heute auch nicht aus, das kriegt man besser zur Deckung, als sich vermuten läßt. Und was Youtuber verdienen und versteuern, weiß ich wirklich nicht. In den allermeisten Fällen dürfte das doch Kleckerkram sein. Die paar die da richtig verdienen, müssten das vermutlich als "Einkommen aus selbstständiger Arbeit" versteuern, wie jeder andere auch, wenn er solche Einkünfte hat.

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