Warum engagieren sich immer weniger Menschen in Vereinen?

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6 Antworten

Wir leben zunehmend in einer Konsumgesellschaft. Man erwartet, für Geld eine Leistung zu bekommen, oder noch besser - nach dem Motto "Geiz ist geil" - möglichst viel kostenlos zu bekommen.

Der Gedanke, in einem Verein durch eigene Mitarbeit etwas selbst auf die Beine zu stellen (und am Ende darauf stolz sein zu können), wird den Menschen immer fremder.

Singen muss man nicht selbst, man hat ja die Medien. Feuerwehr muss einfach da sein, wenn man sie braucht, also denkt man nicht dran, dass dort auch jemand seine Freizeit opfern muss. Schützenverein geht viel einfacher in einem Onlinespiel und Fußballer wird man nur, wenn man Profi werden kann. Falls nicht, spielt man ebenfalls lieber online. Dann hat man bei Regen auch ein Dach überm Kopf.

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Kommentar von jfilter
06.04.2016, 13:33

Interessant, meine Wahrnehmung ist exakt andersrum: Die Leute werden zunehmend dazu erzogen, dass der Staat doch eh alles macht und meinen deshalb, dass sie sich um nichts selbst kümmern müssen, weil sie ja schließlich Steuern zahlen.

Das zeigt sich besonders bei der Feuerwehr, die bei uns immer mehr Einsätze bekommt, weil die Leute sie inzwischen wegen jedem Quatsch rufen, der mit echten Notlagen eigentlich nichts zu tun hat, zum Beispiel bei verschlossenen Türen oder Wasser im Keller. Auf die Idee, dass Menschen für diesen Blödsinn ihre Arbeit ruhen lassen müssen, kommen viele gar nicht. 

Oder beim Sportverein: Sport machen wollen sie alle aber Nachwuchs für den Vorstand zu finden, ist ein echter Krampf. Warum sollte man da auch selbst was machen, funktioniert doch alles? Dass das eben nicht von allein so ist, haben viele anscheinend nicht oder nicht mehr auf dem Zettel.

Erschwerend kommt der demographische Wandel hinzu, den man nicht unterschätzen sollte. Plus: Selbstverständlich sind die Möglichkeiten, wie man seine Freizeit gestaltet, in den letzten zwanzig Jahren regelrecht explodiert. Das ist im Grunde gut, hat aber zur Folge, dass man sich als Verein daran anpassen muss und die Leute heute ganz anders umwerben muss als früher, als es im Ort außer Feuerwehr und Schützenverein nunmal nichts gab.

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Weil seit neuestem ehrenamtliche mitarbeiter ebdnfalls mit ihrem privatvermögen haften. Beispielsweise kosten für ein fest.

Bei einem verein, der normalerweise immer den maibaum aufstellt, ist es passiert, dass die spitze abgefallen ist. Diese hat 3 autos beschädigt. Meines wissens mussten sie alle dafür aufkommen. Aucb die ehrensmtlichen.

Oder weil man keine zeit mehr hat. War vorher ehrenamtlich in einer hilfsorganisation. Ist jetzt ein paar jahre her. Geht einfach nicht mehr mit kleinkind, säugling und beruf

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Die Welt wird immer schneller. Der durchschnittliche Mensch guckt 4 Jahre seines Lebens auf ein Smartphone, bei den heutigen Jugendlichen wird sich das wohl auf ~10-15 Jahre belaufen. Die Schule wird stressiger (G8). Und Depressionen sind mittlerweile Standard. 

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Leistungsgesellschaft = Egoismus

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Zum einen kann es einfach sein, dass die Kinder länger in der Schule sind und danach noch zum Sport gehen und deswegen nicht die Zeit dazu finden. Zum anderen kann es natürlich auch sein, dass die Interesse einfach nicht da ist, wie sie früher vielleicht da war. 

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Ohne kostenfreies W-LAN in den Räumlichkeiten des Vereins kann man wohl immer Wenigere erreichen.

Sehr traurig, aber wohl sehr nah an der Realität.

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