Frage von makavel, 135

Warum empfinde ich so häufig große Trauer?

Hallo,

seit Monaten kommt mir meine Umgebung so fremd und merkwürdig vor. Es gab eine Zeit (etwa ein halbes Jahr, vor ungefähr 2 Jahren), in der es mir überhaupt nicht gut ging. Daraufhin jedoch folgte eine wunderbare Zeit (Ich weiß mittlerweile nicht einmal mehr wirklich, warum ich sie so schön in Erinnerung habe, Wahrscheinlich lag es daran, dass mir wieder Dinge gelungen sind und ich oft Glück empfand).

Nachdem wieder Dinge aus dem Ruder liefen, beunruhigte mich das sehr. Seit Monaten habe ich überhaupt keine Kontrolle mehr über meine Emotionen. Abwechselnd bin ich an manchen Tagen überglücklich, während ich an anderen die Lust auf andere Menschen und auf das Leben schlichtweg verliere. Die ,,traurigen" Phasen sind von Selbsthass geprägt... Zu Beginn hielt sich das alles wirklich in Grenzen. Unglücklicherweise wurden die Schwankungen immer größer, sodass ich teilweise große Lust auf das Kommende (also die Zukunft) empfand, aber auch gleichzeitig große Angst davor hatte. Beängstigend ist auch meine immer zynischer werdende Anschauung auf andere Menschen und Dinge, die geschehen. Das ist extrem merkwürdig, dass ich einerseits pazifistisch und weltoffen denke, andererseits aber auch manchmal sehr zynisch. Dieses widersprüchliche Verhalten lässt ebenfalls großen Selbstzweifel aufkommen. In der Schule kann ich mich teilweise nicht mehr wirklich konzentrieren, weil ich in Gedanken versinke und mich mit solchen Dingen beschäftige.

Zur kurzen Erläuterung, warum die Dinge meines Erachtens aus dem Ruder zu laufen schienen: Zum einem begannen große Selbstzweifel aus privaten Gründen. Die politische Lage (Stärkung rechter Parteien) bereitete mir Sorgen als Kind zweier Migranten. Früher fiel mir das Philosophieren äußerst leicht und ich konnte mir schnell Meinungen bilden. Wie sich herausstellte entsprach mein Bild auf diese Welt in keiner Weise der Wahrheit. Für diejenigen, die sich näher mit der Philosophie beschäftigen: Diese relativistische Weltanschauung, dass nichts richtig und nichts falsch ist, lies mich den Glauben an das Philosophieren verlieren...

Eigentlich möchte ich nur um einen Ratschlag bitten, wie ich mich verhalten soll. Ich will nicht, dass es so weiter geht, weil mein Verhalten immer unüberlegter wird in manchen Situationen.
Ich bedanke mich schon einmal im Voraus für die Antworten.

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Antwort
von N3kr0One, 55

So sieht das aus, wenn gebildete Menschen die schwierigsten Fragen stellen - die der Existenz.
Wer bin ich? Was bin ich? Welchen Zweck hat mein Leben / die Menschheit an sich? Was ist gut? Was ist schlecht?  Wo gehöre ich hin etc.

Du kennst die Antworten und das passt dir nicht...denn es gibt keine Musterlösung. Keinen rechtschaffenen Weg, keine Ideallösung. Es ist nicht wie im Film, es verlieren die Guten und die Bösen werden belohnt.

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen: Setze dir ein Ziel und arbeite darauf hin. Nur du kannst dir einen wirklichen Sinn im Leben geben.
Möchtest du was bewegen? Dann Arbeite darauf hin ein Forscher / Entwickler zu werden. Möchtest du denen helfen, die es nicht selbst können? Werde Arzt oder hilf  gemeinnützig. Willst du einfach nur eine tolle Familie, für die dich als Vorbild sieht (mein persönliches Ziel), finde einen Menschen der im Herzen ist wie du.

Die Welt kann hässlich sein, die Menschen grausam, die Freunde undankbar, für die man alles getan hätte.

Sie kann aber auch toll sein, Orte wie im Märchen, Menschen, die mit ihrer Freude anstecken, die Helfen, wo fremde in Not sind, manchmal auch ohne an das eigene Leben zu erst zu denken.

Sieh nicht alles schwarz/weiß, die Welt ist bunt, und du gehörst dazu.
Ich wiederhole es gerne: Setz dir selbst Ziele im Leben und arbeite darauf hin.

Mein Bruder wollte erfolgreich sein, Geld haben, viel sehen und erleben...er hat hart studiert und bekommt nun das, worauf er lange hin gearbeitet hat.
Ich wollte eine tolle Familie, einen tollen Menschen an meiner Seite, Kinder die stolz sind...ich bin über 11 Jahre mit meiner Jugendliebe zusammen und arbeite nun am Rest ;)

Jeder hat eigene Träume und Ziele, du findest deines bestimmt.

Und: die Philosophie will dir nichts nehmen (z.B. deine Weltanschauung, oder deine Sicht auf die Dinge), sie will dich bereichern. Sie will dir andere Perspektiven zeigen aber deine vorigen nicht zerstören.

Hier noch ein Tipp, wie du deine Laune vielleicht mal aufbessern kannst:
geh mal auf Youtube und tippe "Faith in humanity" ein....das hat mir in schweren Zeiten, oder Zeiten in denen ich an Menschen gezweifelt habe, oft geholfen.
Mein Lieblingslink:

Kommentar von Gigama ,

Genau darum geht es doch. Leben ist lebendig und das heißt Veränderung. Ansichten, Gefühle, die Selbst -Wahrnehmung und die Wahrnehmung der Gesellschaft. Die eigenen Ansprüche , Wünsche und Vorstellungen vom "großen Ganzen " entwickeln sich doch gemeinsam mit der eigenen Reife. Darum bekommen neugeborene Babys auch keine Gebrauchsanweisung fürs Leben ans Ärmchen gebunden. Weil jeder Mensch seinen ganz eigen individuellen Lebensweg vor sich hat, den nur er selbst gehen kann. Das Leben will gelebt werden. Es gibt ein Zitat, ich glaub von M.Gandhi ,welches mir immer aufzeigt worum es eigentlich geht: "Sei du selbst die Veränderung, die du in der der Welt sehen willst " LG und alles Gute

Kommentar von makavel ,

Hallo, vielen Dank für deine Antwort :)

Ich weiß nicht, was ich will. Ich bin eigentlich recht gut in der Schule und interessiere mich für viele verschiedene Gebiete. 

Ich habe das Gefühl, dass ich zwar überall gut bin, aber nirgendwo sehr gut. Deshalb komme ich mir teilweise talentfrei vor und habe einfach Angst, dass ich nichts schaffe, weil ich für nichts gut genug bin...

Deshalb kann ich mir auch keine Ziele setzen.

Antwort
von FallinAngel, 71

Ehrlich gesagt bist du nicht allein mit diesem inneren Kampf mit sich selbst. Vielen anderen und mir geht es genauso. Es gibt Tage an denen du nicht einen Menschen sehen möchtest und dich am liebsten unter die Decke verkriechen und einfach einschlafen möchtest. Ich guck unheimlich gerne Filme und möcht schon gar nicht mehr so oft raus. Die Welt ist mir zu anstrengend geworden und viele Menschen einfach falsch, aber ich weiß dass es mir nicht gut tut, wenn ich wenigstens nicht ma die Sonne genieße, schwimmen geh und manche Freunde treffe...um ein wenig am sozialen Leben teilzunehmen. ich weiß, dass man sowas mit Medikamenten behandeln kann, aber dann wärst du auf lange Zeit auf sie angewiesen oder am Ende sogar abhängig. Deswegen akzeptiere ich diese melancholische Art als ein Teil meiner Persönlichkeit, das bin einfach ich und hätte ich sie nicht wäre ich nicht der, der ich heute bin. Und ich mag mich so wie ich bin :-)

Ich hoffe, die Worte konnten irgendwie zu dir durchdringen.

Peace & Love

Kommentar von makavel ,

Hi, danke für deine Antwort:)

Ja, du hast wohl recht, dass es ein Teil von mir ist. 

Die grundlose Trauer strapaziert mich aber dennoch und ich will so etwas vermeiden. 

Antwort
von aida99, 54

Hallo, ich möchte vor allem auf einen Aspekt Deiner Frage eingehen: auf die Stimmungsschwankungen. Geh bitte zu einem Facharzt für Psychiatrie und lass ihn/sie eine genaue Diagnose erstellen.

Damit meine ich NICHT, Du seist psychisch krank, sondern ich meine, dass Du evtl. von einem Medikament, das die Stimmung stabilisiert, enorm profitieren könntest. Meine Erfahrung ist: Wenn die Stimmungen nicht mehr so stark 'Achterbahn fahren', ordnen sich die Gedanken auch leichter und die Zufriedenheit kann wieder steigen.

Facharzt deshalb, weil Hausärzte zwar auch Antidepressiva und andere Psychopharmaka verschreiben (erstere können die Stimmung auch stabilisieren, aber nur bestimmte Mittel), sich jedoch meist mit den neuesten Studien und der ganzen Bandbreite an Mitteln nicht so gut auskennen wie ein Facharzt.

Es ist keine Schande, zum Psychiater zu gehen - Deine Lehrer bzw. Dein Chef macht das wahrscheinlich auch. Ein Psychiater ist kein Therapeut, zwar wird über Probleme geredet, es geht aber mehr darum, einerseits ein geeignetes Medikament und andererseits einge passende Therapie (bei einem Therapeuten) zu finden, falls erwünscht.

Schieb diesen Anruf bitte nicht endlos vor Dir her, sondern mach einen Termin aus! Die Wartezeiten sind ohnehin lang...

Kommentar von etzleyhner ,

Genau so, sehe ich das auch.

Kommentar von makavel ,

Hi , danke für deine Antwort. Ich möchte keine Medikamente einnehmen, weil ich Angst davor habe, dass sich eine Sucht o.Ä. entwickelt.

Kommentar von aida99 ,

Wenn einem ein Facharzt ein gering-dosiertes Antidepressivum verschreibt, bekommt man keine Sucht! Das sind keine Beruhigungs- oder Aufputschmittel. Außerdem kann man es nach ein paar Wocher oder Monaten wieder ausschleichen (langsam absetzen).

Antwort
von Schuesselchen, 18

Da Deine Darstellung so vielschichtig ist , möchte ich da nichts hineininterpretieren. Ich kann Dir nur eins raten. Geh entweder zum Psychologen oder in einen Philosophie-/ Debattierkreis( an Uni's).

Ich wünsche Dir viel Glück, 🐱

PS: Mein Bruder( 2 Jahre keinen Kontakt mehr) ist leider bei der NPD trotz familieneigener Flüchtlingsgeschichte im 2. Weltkrieg.

Kommentar von makavel ,

Hi, 

ja du hast wohl Recht, dass ich nach einer Bezugsperson (in deinem Fall ein Psychologe) suchen sollte. Nur ist es mir leider schrecklich unangenehm mit einem anderen Menschen über mich zu sprechen.

Es tut mir übrigens Leid, falls meine Frage etwas verwirrend gewesen ist (Ich wollte keine ,,sehr" privaten Informationen preisgeben, was aber eigentlich notwendig gewesen wäre...)

Zu der Sache mit deinem Bruder: Das tut mir Leid für dich. Jeder kann vom rechten Pfad abkommen. Vielleicht kannst du ihm ja helfen, indem du ihn von deiner Meinung überzeugst (, die scheinbar entgegengesetzt zu seiner ist). Meiner Meinung nach ist es wirklich schade zu Leuten aus der Familie oder dem Freundeskreis den Kontakt abzubrechen.

Kommentar von Schuesselchen ,

1. Es ist keine Schande zum Psychologen zu gehen. 2. Nur wenn Du irgendwann bereit bist Dich zu öffnen, kann Dir geholfen werden. Da kann ein Psychologe des Vertrauens sehr helfen. 3. Leider ist die Sache mit meinem Bruder so, dass er jetzt nun schon zum dritten Mal den Kontakt abgebrochen hat. Zwei Mal habe ich den Kontakt wieder hergestellt. Nun will ich nicht mehr. Zumal er sehr gewalttätig ist. Ich habe Angst vor Ihm. Kennt er doch leider sehr viele Nazis, die auch sehr gewalttätig sind. Noch dazu hat er eine höhere Position bei der NPD. Er ist leider ein klassisches Opfer der NPD, welches seinen Ar.... hinhalten soll. Zu den letzten Zusammenkünften hatte er nichts Besseres zu tun, als uns ständig zu Propaganda sie den. Und das obwohl ich gesagt habe, dass ich damit nichts zu tun haben will und ich mich politisch von ihm distanzieren. Der letzte Zug ist nun leider abgefahren. Ich mus leider befürchten, dass mein Bruder uns Schläger auf den Hals hetzt. Ich habe schon komische Gedanken, wenn ich an unseren Kellerbrand in 02/2015 denke. Im übrigen tat es mir gerade ziemlich wohl einem Fremden davon zu erzählen. Es hat auch gar nicht weh getan. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, 🐱

Kommentar von Schuesselchen ,

Der Quatsch, den das Rechtschreibprogramm gerade machte heißt: propagandisieren, 🐱

Antwort
von Genoraldix, 35

Du hast nichts, leider auch zu wenig Kontakt zu anderen Menschen - daher bist du unausgefüllt, emotional ausgehungert und gelangweilt. Klar, wenn du zum Facharzt gehst, der greift sich den Rezeptblock kritzelt was drauf und "der Nächste bitte!". Mach das bloooossss nicht! Geh lieber in die Kirche zum Gottesdienst, das bringt dich besser ins Lot, als Drogen, die mit uU schweren Nebenwirkungen (Klassiker: enorme Gewichstzunahme, trockener Mund, Sehstörungen, Schwindel, nachlassende sexuelle Lust, Halluzinationen....undundund) auf dein zentrales Nervensystem wirken und dich einfach nur irgendwie apathischer und unempfindlicher gegenüber allem machen. Sei gewarnt!

Kommentar von makavel ,

Hi, danke für deine Antwort. Ich habe nicht zu wenig Kontakt zu anderen Menschen. Viel eher gibt es Phasen in denen ich am liebsten jedem aus dem Weg gehen möchte. Meistens spreche ich dann auch selbst keine anderen Menschen mehr an. Leider suchen doch viele den Kontakt zu mir, worauf ich eigentlich wenig Lust habe und deshalb bin ich eher selten alleine (Ich kann schlecht jemanden abweisen, weil er mit mir über etwas reden will).

Dadurch bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich andere Gesprächspartner nicht ernst nehme oder desinteressiert wirke.

Ja ich möchte Probleme nicht mit Medikamenten/Drogen lösen, weil ich wie du sagst Angst vor einer Sucht habe.

Antwort
von etzleyhner, 44

Das nennt so weit mein Wissen über psychatrische Erkrankungen reicht,

"Manische Depression". Gekennzeichnet durch immer widerkehrende "manische" - sprich extrem glückliche - und emotional sehr belastende und schwere - also "depressive" - Phasen.

Meine Mutter ist Psychiaterin und hätte ich meine tägliche Dosis "Escitalopramoxalat" nicht so würde es mir ähnlich gehen wie dir.

WICHTIG:
Es ist keine Schande zum Facharzt zu gehen.
Prinzipiell glaube ich, dass in dieser Leistungsgesellschaft Krankheiten oder Beschwerden, egal ob nun physischer oder psychischer Herkunft, nicht mehr so gerne "zugelassen" werden.

Früher wären die Menschen einfach zum Arzt gegangen.
Heute haben einige Menschen Angst, für verrückt erklärt zu werden, falls sie das tun.

Hol dir professionelle Hilfe.
Ich hoffe, ich konnte helfen.

PS: Warum ich so frech bin und gleich so was wie "manisch depressiv" dazuschreibe ist, weil Begriffe dieser Art für mich völlig normal sind, da meine Mutter Psychiaterin ist und Vater Psychologie studiert hat. 

Kommentar von Genoraldix ,

Was du machst, finde ich nicht frech, sondern anmaßend und verantwortungslos, so man dir Verantwortung überhaupt zubilligen kann. Deine Mutter scheint mit lockerer Hand dem eigenen Sproß sowas zu verabreichen, damit er in der Leistungsgeselleschaft "zugelassen" wird (schlecht drauf sein, kommt nicht in Frage!)  - na, wenn das mal gut weitergeht! Wie lange bekommst du denn das schon? Vielleicht wäre es besser für deine Entwicklung, deine Mutter hätte eine Tanzschule oder sowas.

Kommentar von etzleyhner ,

Das tut mir leid.
Ich bin 20 und ganz allein für meine Handlungen verantwortlich. Ich werde versuchen meine Antwort entfernen zu lassen.

Ich habe das nicht böse gemeint.

Kommentar von etzleyhner ,

Übrigens hängt mein Leben von Medikamenten ab. Da sieht man das halt ein wenig anders.

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