Frage von Sharkbitesx3, 72

Warum empfinde ich bei Schönheit seelische Schmerzen?

Wenn ich Dinge sehe, die andere Menschen als schön empfinden, überkommen mich meistens extrem negative Emotionen. Wenn die Sonne durch die Bäume strahlt, ich sehe dass ein Kind seinem Vater lachend in die Arme läuft, ich positive, fröhliche Musik höre, fühle ich bloß einen unglaublichen Schmerz und fange fast an zu weinen. Ich ertrage es fast nicht.

Ich habe schon immer eine gewisse Faszination zu düsteren Themen gehabt, aber inzwischen habe ich bloß ausschließlich dazu noch einen Zugang. Im Sommer war ich in Südschweden, alle freuten sich auf dem Boot über die Sonnenaufgänge über kristallklarem, leuchtenden Meer; ich war die einzige, die unter Deck verschwand, weil sie die Schönheit nicht ertrug und ich das Gefühl hatte, dass ich bald anfangen müsse zu schreien, wenn ich mir das weiter angucken müsste. Selbiges Szenario an Weihnachten, bei einem Freund. Alle beschenken sich und liegen sich in den Armen und ich habe das Gefühl, ich zerbreche innerlich, wenn ich mir das ansehe.

Ich weiß nicht, warum das so ist, oder woher diese starken seelischen Schmerzen kommen. Klar habe ich wie jeder Mensch einige schlimme Erinnerungen. Aber inwiefern erklärt das diesen Schmerz, wenn ich mit wahrhaftiger Schönheit in Berührung komme?

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von musenkumpel, 21

Eigentlich macht das 'banale Alltagsleben' der Leute keinen Sinn. Die Leute sind gerade deswegen in einer so banalen Welt, weil sie sich die einfache Struktur dazu erdacht haben. Die meisten Handlungen und Rituale bestehen aus dem Willen zur Fröhlichkeit. Und jeder wünscht es sich, in einer fröhlichen gesicherten (auch geistigen) Umgebung und Struktur zu sein.

Wenn man sich dem nicht anschließen möchte, hat man den Glauben an die Welt verloren. (das ist jetz der Ausgangspunkt)

Wie bist du da hingekommen?

Wenn alle das Selbe tun, braucht es niemand hinterfragen und man ist gleichzeitig in der Struktur gefestigt.
Wenn man sich für das Gegenteil interessiert, verliert man entweder die fröhliche Einstellung oder die Struktur. Und eins führt zum anderen. Man wird unglücklich.

Hinterlässt man sich unbeantwortete Fragen, bekommt man keine eigene Struktur und keine Einstellung zu den Dingen um gegen die äußere Struktur gewappnet zu sein. Man kommt sich verloren vor. Man hat das Gefühlsleben umprogrammiert.

Dinge ergeben einen leicht verschobenen Sinn oder aus der eigenen Perspektive sind die Leute in Dinge verstrickt, die irreal erscheinen. Die Gefühlswelt reagiert darauf intensiv. Ding lösen beim Anblick die entsprechenden Gefühle aus.

Man hat Gefühle, die einem nicht mehr vertraut sind.

Genauso, wie man dort hingekommen ist, kommt man auch wieder zurück.

Wenn man in eine Situation kommt, in der man unangenehme Fragen stellt (nach Tod, Angst, etc), sollte man sie beantworten. Man muss aber von der momentanen, der verschobenen, unbekannten Gefühlswelt ausgehen und deswegen vorsichtig entscheiden.

Wenn man sich entscheidet, sollte man sich also auch bewusst sein, dass man es gewohnt ist, (z.B. aus dem Bauch heraus) den Strudel hinab zu steigen. Und sich so entscheiden, dass man weiss, ob man in den Strudel weiter hineingeht oder ob man weiter hinausgeht.

Wenn du das alles versteht, kannst du das auch einfach so machen, musst dir aber auch im Klaren sein, dass es fast genauso lange dauert, wieder herauszukommen, wie du hinein gekommen bist.

Wenn irgendwas unklar ist, kannst du fragen. Du kannst natürlich auch einen Psychiater aufsuchen, dann übernimmt der das mit der Symbolik und dem Verhalten.

Beste Wünsche und Grüße

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community