Warum dürfen alte Menschen noch wählen und junge nicht?

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39 Antworten

Warum dürfen alte Menschen noch wählen…

Dies für sich genommen wäre purer Ageism, auch »Altersrassismus« genannt. Die Antwort auf die Frage wäre ganz eindeutig: Weil sie Menschen und Bürger sind. Punkt. Einer anderen Begründung bedarf es nicht.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Betreffende eine eigene Wahlentscheidung treffen kann und das Stimmrecht eines alten Menschen nicht etwa auf ein doppeltes Stimmrecht für den Betreuer hinausläuft.

…und junge nicht?

Diese Hinzufügung macht deutlich, dass die Frage kein Plädoyer für den Ausschluss von Personen vom Wahlrecht wegen seines relativ hohen Alters, sondern gegen den Ausschluss von Menschen wegen ihres relativ geringen Alters darstellt.

Die Frage ist durchaus berechtigt. Immerhin müssen die jungen Menschen besonders lange mit den Folgen einer Entscheidung leben, an der sie mangels Wahlrecht bzw. Stimmrecht nicht beteiligt waren.

Andererseits besitzt ein Mensch die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, insbesondere auch poliltische, nicht quasi von Geburt an, sondern muss sie erst erwerben.

Dabei ist er zu Beginn seines Lebens zwar nicht tabula rasa, wie man es in der Antike glaubte, aber extrem flexibel und somit natürlich auch beeinflussbar.

Diese Beeinflussbarkeit ist individuell verschieden, nimmt aber tendentiell im Laufe des Lebens ab. Zugleich wächst, ebenfalls tendentiell, die Erfahrung und das Bewusstsein der eigenen Verantwortung für sich selbst, seine Handlungen aber auch seine Entscheidungen.

Dieser Tendenz trägt der gestaffelte Zuwachs an Rechten und Pflichten Rechnung, zu denen auch das Wahlrecht gehört. Wirklich dem Individuum gerecht wird das natürlich nicht, aber jeder Vorschlag, individuellere Kriterien einzuführen, würde den ebenfalls begründeten Einwand »wer entscheidet das?« und die Warnung vor Willkürlichkeit auf den Plan rufen.

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Noch ein Paar Worte zur Form: Es war zu erwarten, dass dies hier eine hitzige Debatte werden würden. Ich weiß genau, warum ich mich in politischen Debatten rar mache und mich lieber mit Physik befasse. Ich bin an politischen und gesellschaftlichen Fragen durchaus interessiert, aber ich habe keinen Bock auf ein Magengeschwür.

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Kommentar von coloniadelerer
27.06.2016, 03:48

Man sollte noch berücksichtigen, dass ältere Menschen fast immer ausreichend Erfahrung besitzen um vorherzusehen, was gut us für die Politikzund junge Menschens ich hauptsächlich von aktuellen Themen und den parteiischen Nachrichten beeinflussen lassen und deswegen eher dazu neigen etwas falsches zu wählen, abersonst stimm ich dir voll zu

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Mal mit deiner Rhetorik gefragt nur anders; wieso sollten 16 jährige Menschen die noch keinen Tag in ihrem Leben arbeiten waren über etwas bestimmen dürfen, das sich 60-Jährige über ihr ganzes Leben kraft ihrer Steuern, Arbeitsleistung und politischen Entscheidungen aufgebaut haben, ihr Land? Mal ganz davon abgesehen dass man mit 60 noch ein paar Jährchen vor sich hat.

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Da hast du natürlich nicht ganz unrecht;

einerseits kann man älteren Menschen sicher eine gewisse Reife vorraussagen; in der Praxis ist es aber oft so, dass sich da gewisse Denkmuster festgesetzt haben und sie vielleicht von der momentanen Situation auch nicht so viel verstehen und es dann letztendlich auch nicht in dem Maße ausbaden müssen (z.b. Arbeitsplätze) wie das jüngere tun.

Aber auch bei den jüngeren ist es ja so, dass viele einfach nur nachplappern und nicht in der Lage sind sich vernünftig zu informieren.

Das ist ein großes Problem, dass man schon bei Wahlen sieht.

Und bei Direktentscheidungen habe ich immer ein mulmiges Gefühl und bei so wichtigen erst recht.

Man hat schon oft genug gesehen, dass die die wählen einfach nicht in der Lage sind diese Zusammenhänge und Auswirkungen zu verstehen.

Das ist das große Problem bei einer (direkten) Demokratie; nicht jeder der wählt oder bestimmt ist auch nur annähernd in der Lage dazu das zu tun und diejenigen die das sind können sich meist nicht durchsetzen

Was das Mindestwahlalter angeht so hat man das, wie z.b. die Fähigkeit zu Kaufverträgen etc mit einer gewissen "Soll Reife" verknüpft; sowas wurde aber des öfteren schonmal geändert.

Das Alter hat natürlich nur bedingt was mit Reife zu tun und jeden der Wählen will vorher zu testen wäre sich das Beste; aber prakttisch natürlich nicht umsetzbar, daher muss man sich halt da an Zahlen orientieren.

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wenn du den brexit verfolgt hast es durften alle ab 18 wählen.gerade die jungen sind nicht hin was mit die ursache für die jetzige mehrheit ist.also die 60jährigen wären anteilsmäßig sogar in der minderheit nur die sind eben wählen gegangen das war der ausschlaggebende punkt.glaub kaum das es die 16 jährigen groß interessiert hätte

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Kommentar von LollipopP23
25.06.2016, 15:45

doch so viele jugendliche haben sich vor nach und während den wahlen auf twitter mit den trending hashtags genau darüber beklagt

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Die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und die sich u.a. davon ableitende gleiche Wertigkeit aller Wahlstimmen sind eine menschheitsgeschichtliche Errungenschaft, die in Deutschland Verfassungsrealität ist und auch nicht der dümmlichen Anspruchsverwahrlosung großspuriger Teenager weichen wird.

Was wäre das nächste? Die Wiedereinführung eines mehrstufigen Steuerklassenwahlrechts...? Grausam, wie weit totalitäre Spinnereien in der Gesellschaft verankert sind.

"Je mehr ich von den Menschen sehe, desto mehr schätze ich Hunde." Soll Friedrich der Große gesagt haben. Ich beginne zu erahnen, was ihn dazu verleitet hat...

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Kommentar von kayo1548
24.06.2016, 16:11

absolut und diese Gleichheit und Demokratie war ein wichtiger Schritt;

das dieser allerdings nicht nur Vorteile bietet ist klar -  nicht jeder der wählen darf ist dazu auch de facto in der Lage und oft wird die Entscheidung nicht für denjenigen oder die Alternative getroffen die aufgrund objektiver Überlegungen besser geeignet wäre sondern für den der besser Werbung machen kann;

ich denke so war das von denen die sich in der Geschichte dafür eingesetzt haben nicht geplant.

Demokratie ist eine große Verantwortung, der kaum jeder gerecht wird, weil wir es ja auch als selbstverständlich ansehen.

Von demher kann ich auch versehen wenn da manche mit dem System unzufrieden sind; perfekt ist es logischerweise nicht weil die Menschen es nicht sind.

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Kommentar von OlliBjoern
25.06.2016, 12:07

Du meinst die Gleichheit aller Menschen, mit Ausnahme der 16 bis 18-jährigen. Die Grenze 18 ist willkürlich gesetzt (und basiert nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen der geistigen Reife). Ich sage nur, dass man darüber diskutieren darf, was das Wahlrecht in dieser Altersstufe angeht.

Die jungen Leute sind heute körperlich früher reif als früher. Ob die geistige Entwicklung auch schneller geht als früher, sei mal dahingestellt. Aber ich denke schon, dass man zumindest mal darüber sprechen darf (und auch ruhig mal ein paar sachliche Stimmen von Psychologen und Wissenschaftlern dazu hören sollte).

Das einfach so wegzuwischen, ist mir zu einfach, zumal ich immer auch einen wissenschaftlichen Anspruch darin sehe, diesen Dingen sachlich nachzugehen.

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60jaehrige haben moeglicher weise auch noch 20 - 30 jahre zu leben. also ist das argument "zukunft" hier wohl ein bisschen verfrueht.

davon abgesehen ist nicht alles, was junge leute wollen, auch zuende gedacht. ich sehe hier und anderswo so viele junge leute, die keine ahnung haben wovon sie reden, wenn es um politik geht, dass ich auch nicht scharf darauf bin, meine zukunft von denen bestimmen zu lassen (auch wenn ich noch nicht ueber 60 bin)

du darfst auch gern ein bisschen vertrauen in intelligente, gebildete und reife menschen haben, die moeglicher weise selbst kinder haben, deren interessen sie mitvertreten.

ungebildete verknoecherte alte sind ja nur die eine seite der medaille. die andere sind hirnlose ungebildete halbstarke, die auf den ersten wagen aufspringen, der ihnen mehr geld verspricht oder was ihnen sonst gerade in den kram passt.

politik ist kein wunschkonzert. vernuenftige politik hat in meinen augen vor allem die funktion, ein land zu verwalten und am laufen zu halten. es wird nie fuer alle passen. wer denkt, dass das mit einer anderen regierung moeglich ist, ist auf dem holzweg.

insofern passt das mit dem alter schon. mehr bildung und mehr aufklaerung waere in allen altersgruppen wuenschenswert.

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Weil die meisten ihr Leben lang Steuern gezahlt haben

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Ja weil Menschen damals dachten (und immer denken werden) das junge Leute nicht reif genug sind. Und das erwachsene Menschen sich nichts von jugentliche, etwas sagen lassen wollen. Junge Leute haben oft andere Intresse als ätere Leute. Da gibt es bestimmt noch sehr viele gründe. Ich bin der Meinung das man auch ab 16j. Wahlrecht haben sollte. Mit 16j. kannst du nur in deiner Stadt wählen und alles andere dann ab 18j..

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Ich meine dass junge Menschen sehr viel leichter alles glauben, was ihnen in der Schule und in den staatlich kontrollierten Medien erzählt wird. Ab 40 sind die Menschen doch nicht mehr so leicht zu belügen. Richtig dement werden die Menschen erst ab 80. Dann wählen sie einfach das, was sie immer gewählt haben.

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das hier hab ich die ganze zeit gesucht. nur mal ein beispiel fuer junge waehler:

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Was wäre wenn die Regierung alle Bürger wählen lässt ob man die wehrpflicht wieder einführen soll? Dann wählen zum größten Teil die Leute,die eh schon zu alt für die wehrpflicht sind.Und die Leute,die in dem passenden alter für die wehrpflicht sind? Tja die dürfen nicht entscheiden wie ihre Zukunft aussieht.Nur weil die älteren mehr "Erfahrung" haben.Für mich hat das aber nichts mehr mit Erfahrung zu tun.Sondern eher wie unsinnig manche deutsche GEsetze sind.

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Weil ältere Leute meist reifer sind, als 16 jährige. Klar geht das auch andersrum, größtenteils ist es aber so. Ich möchte keine Schwangeren, 15 jährigen Junkie mädels über unsere Zukunft entscheiden lassen.

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Kommentar von Utanyan
24.06.2016, 15:44

Naja, aber andersrum...

ICH möchte eigentlich auch keine 70-Jährigen "früher war alles besser"-Leute, die total negativ auf alles "neue" wie Internet etc. eingestellt sind und ihren Horizont um nichts in der Welt erweitern wollen MEINE Zukunft bestimmen lassen....
Leute die sich mitunter auch jetzt keine Gedanken mehr darübe rmachen, dass sie den nächsten Generationen alle Ressourcen wegnehmen und in einer zerstörten nicht mehr lebenswerten Umwelt zurücklassen, wenn sie nichts verändern, aber Veränderung ist böse...

Das trifft - wie bei den 16-jährigen - wieder nicht auf alle zu,
aber naja, diese Fälle gibt es leider auch und das gehäuft...

Man kann das von beiden Seiten sehen...
Ich finde heutzutage wäre schon wählen ab 16 angebracht, da sich die geistige Reife ja doch mittlerweile immer früher entwickelt.
Querschläger wird es eben immer geben.
Dafür sollte aber auch ein Alter festgesetzt werden, ab dem man nicht mehr wählen darf. Denn irgendwann ist man einfach "betriebsblind" ....

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Kommentar von Lapushish
24.06.2016, 15:50

Verstehe deine Ansichten, die habe ich auf der einen Seite auch, auf der anderen: alte Menschen haben viel erlebt in der Politik. Den 'Zerfall' der Welt wenn man so will und sich mal ansieht, was der Mensch alles zerstört hat. Gerade das könnte sie zu guten Wählern machen

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Weil es 16 jährige gibt die sagen ich wähl die grünen weil mir das Logo gefällt, ältere Leute haben viel mehr erfahrung und dies muss man ihnen lassen, wir jungen hüpfer haben nicht mal die  hälfte unseres lebens erreicht und so auch noch nicht so viel erlebt

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Kommentar von LollipopP23
07.07.2016, 16:25

ja aber für jüngere menschen ist das alles viel relevanter und bedeutender

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Was die Relevanz betrifft, wird diesseits der Standpunkt vertreten, dass Wahlen nichts mit dem Alter zu tun haben. Hier stellt sich doch die Frage nach der Lebenserfahrung!! Was hat man denn mit 16? In den meisten Fällen noch keinen Schulabschluss, keinen Berufsabschluss, ferner ist es Fakt, dass man in diesem Alter nicht existieren kann, da man die benötigten finanziellen Mittel nicht in der Lage ist zu erwerben. Und da in Klammern der Brexit als Beispiel aufgeführt wird, so ist es doch kein Novum, dass die meisten Jugendlichen nicht wissen, welchen Folgen ein solches Referendum beinhalten!!! Also Vorsicht mit Schüssen aus der Hüfte!  

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Hallo,

ich kann dein Problem verstehen - aber es gibt auch Gegenargumente:

  • 60-Jährige haben durchschnittlich weitaus mehr Erfahrung als 16-Jährige vorzuweisen, da es nun einmal unumstößlich gilt, dass man diese im Laufe des Lebens ansammelt.Mach dir nichts draus, viele alten Stämme auf der ganzen Welt hatten bekanntlich die Dorfältesten, die den Großteil der Entscheidungen trafen - nichts mit Demokratie!
  • Gerade in der Jugend befinden sich viele (aber nicht alle) Jugendliche in Phasen, in denen sie von Grund auf nach Revolutionen streben - das scheint sogar evolutionär veranlagt zu sein. Es wäre zu riskant, Menschen in diesem Stadium über die Zukunft unseres Landes entscheiden zu lassen.

Grundsätzlich bin ich aber auch gegen die strikte Wahlbeschränkung 18 - ∞. Es kann durchaus politisch weitaus gebildetere 18-Jährige geben als 70-Jährige, denen aus welchen geschichtlichen Gründen auch immer eine vernünftige Bildung verwehrt blieb.
Meines Erachtens sollte sich jeder Bürger zur Wahl durch einen unabhängigen Test der politischen Grundbildung qualifizieren müssen: den man im Rahmen der Schullaufbahn erwerben oder später anderswo nachholen könnte. Denn damit würde auch die AfD-Quote erheblich gesenkt, wo doch allgemein bekannt ist, dass viele AfD-Wähler einfach nur nach Umschwung streben und nicht mit den längerfristigen politischen Konsequenzen wie dem Nazismus vertraut sind.

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Kommentar von BerlinEastside
25.06.2016, 12:08



Gerade in der Jugend befinden sich viele (aber nicht alle) Jugendliche in Phasen, in denen sie von Grund auf nach Revolutionen streben 


Du meinst also so nach dem Motto: "Wer mit 15 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer es mit 40 noch ist, hat keinen Verstand"! Aber 40 jährige die keinen Verstand haben, gibt es ja sehr häufig. ;)

Finde deinen Vorschlag, mit dem "Test" der politischen Grundbildung sehr interessant.

Könnte man in der Schule jährlich anbieten, vielleicht ab der 7ten Klasse und bei Bestehen, hat man seine "Wahlreife" nachgewiesen.

Aber vermutlich würde es einige geben, die diese Reife, niemals nachweisen.

Aber echt guter Vorschlag. Habe aber noch nie davon gehört, dass in der Politik, darüber nachgedacht wird. Leider!

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Kommentar von LollipopP23
25.06.2016, 13:57

habe genau das mit dem test auch in meiner nächsten frage gesagt. stimme also zu. in der schule wäre gut.

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Ein kleiner Vergleich: Würdest Du einen 3jährigen täglich die Wahl zwischen einem gesundem Mittagessen und Schokolade lassen, würde er sich immer für die Schokolade entscheiden....

Auch der/die 16jährige weiß nicht immer, was gut für ihn/sie ist und würde vermutlich nicht immer nach Vernunft sondern nach vermeintlichen, persönlichen Vorteilen entscheiden. Mit 18 ist man noch nicht soooo viel weiter, aber irgendwann müssen die jungen Leute ja auch lernen, ein stück Verantwortung mit zu übernehmen.....

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Kommentar von OlliBjoern
25.06.2016, 11:37

Es stimmt aber auch nicht, dass über 60-jährige sich immer "nach Vernunft" entscheiden würden. Dass Menschen sich nach Vernunft entscheiden, wird von vielen Menschen ohnehin überschätzt. Die meisten Entscheidungen werden emotional getroffen, und erst im Nachhinein mit Argumenten untermauert. Manchmal auch das nicht.

Sagt dir "Libet-Experiment" etwas?

Es wurde oft nach (!) der Wahl gegoogelt, was der Brexit nun eigentlich bedeutet. Ich glaube, den meisten Briten ist es immer noch nicht klar. Viele haben aus Nostalgie (im Gedenken an die guten alten Zeiten) so gewählt (übrigens ein ganz ähnlicher Grund, warum viele ältere Leute hier AFD wählen, das hat weniger mit "rechts" zu tun als mit den "guten alten Zeiten").

Die "alten Zeiten" kommen aber nicht mehr. Das wollen viele nicht wahrhaben, und laufen einem unrealisierbaren Traum hinterher (dass es doch bitte wieder so wie früher werden sollte).

Wo haben denn die Alten die Verantwortung übernommen? Sie haben für ihr gutes Gefühl gewählt (weil sie nicht mehr "über sich bestimmen lassen wollten"). Und wegen eines Überforderungsgefühls (z.B. durch Einwanderung, das bringt Änderungen mit sich), die Belastung (psychologisch) war zu viel, damit können jüngere Menschen oft besser umgehen (aufgrund ihrer höheren Anpassungsfähigkeit können sie flexibler auf neue Situationen reagieren; ältere weniger gut).

Ich kenne das aus meiner eigenen Familie: eine meiner Großmütter hat schon mal Politiker nach Aussehen gewählt (hat sie so gesagt), eine andere hat mal einen Schwarzen mit einer Art "Babysprache" angesprochen (sie konnte sich offenbar nicht vorstellen, dass er ganz normal Deutsch konnte; soweit hatte sie nicht mal gedacht).

Das ist jetzt auch nicht als pauschaler Vorwurf gemeint (ich mochte meine Großmütter), aber ältere Menschen reagieren mitunter mit erstaunlicher Naivität (während viele junge Menschen viel souveräner mit dem Thema Fremdheit umgehen können, freilich auch nicht immer).

Menschen aller Altersklassen können emotional entscheiden (jeder gute Verkäufer weiß das, die meisten Kaufentscheidungen werden auch emotional getroffen). Schau dir mal die Reklame an. Werden da oft irgendwelche Zahlen, Daten, Fakten gezeigt? Selten. Autos werden mit Emotion vermarktet.

Dass wir rational entscheiden würden, macht nur einen kleinen Teil aus. Wir tun es bei der Partnerwahl nicht, beim Autokauf nicht, und bei der Wahl meist auch nicht. Da wir aber wissen, dass es ein gesellschaftliches Mantra ist (rationale Entscheidung) suchen wir uns nach der Entscheidung Gründe. Und die finden wir immer (egal für was wir uns entschieden haben).

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Kommentar von AndreeAB
25.06.2016, 23:53

Bei Brexit geht doch hauptsächlich um die alten Menschen, die fast von alleine zusammenfallen. 20, 30, 40, 50 ist doch alles in Ordnung soweit.

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Interessante Frage, aber wenn ich mir so den durchschnittlichen 15-18 Jährigen auf der Straße ansehe, oder deren Fragen hier lese, dann ist klar, dass ich den meisten von denen mit meinen 62  noch um einiges voraus bin.

Ebensogut könnte man fordern, dass Leute mit einem IQ unter 80 nicht wählen dürfen.

In den USA war das Wahlrecht mal daran geknüpft, dass man schreiben und lesen kann. Das hat aber dazu geführt, dass man im Süden der USA Farbigen sehr schwere Wort zum Buchstabieren gab und weißen Trottel Wort wie "und"

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Kommentar von keineideekeinei
25.06.2016, 19:20

aha... und das was du auf der straße siehst oder auf gf.net entscheidet natürlich alles, wa?

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Kommentar von Name3hoch3
07.07.2016, 13:40

Ebensogut könnte man fordern, dass Leute mit einem IQ unter 80 nicht wählen dürfen.

Das wäre nicht ebenso gut. Das wäre deutlich besser.

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Der Brexit ist ein hervorragendes Beispiel was passiert, wenn ältere, rückwärtsgewandte Menschen die Zukunft der Jungen versauen.

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Das Mindestwahlalter wurde anhand der geistigen Reife solche Entscheidungen in ihrer ganzen Tragweite und Komplexität erfassen zu können, festgelegt.

Wenn ich hier so die Fragen lesen, habe ich den Verdacht, dass die meisten 16jährigen demjenigen die Stimme geben würden, der verspricht die Rechtschreibregeln abzuschaffen und jeden Tag 3 Dosen Energy Drinks an jeden ab 16 umsonst auszugeben.

Sicher gibt es 16jährige, die die Reife hätten eine fundierte Entscheidung zu treffen, aber die meisten wissen ja nicht einmal wer unser Bundespräsident ist und die Merkel kennen sie auch nur, weil die mal bei "Freshtorge" einen Auftritt hatte und bei jedem wichtigen EM/WM Spiel im Stadion hockt.

Irgendwo muss man ja eine Grenze ziehen. Das Gleiche was du über 16jährige sagst trifft ja auch auf 14jährige, oder auf 12jährige, ja auch auf 3jährige zu.

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Kommentar von BerlinEastside
25.06.2016, 13:45

Wenn ich hier so die Fragen lesen, habe ich den Verdacht, dass die meisten 16jährigen demjenigen die Stimme geben würden, der verspricht die Rechtschreibregeln abzuschaffen und jeden Tag 3 Dosen Energy Drinks an jeden ab 16 umsonst auszugeben.

Und wenn ich hier so die Antworten lese, frage ich mich, warum sich junge Leute überhaupt für unsere Gesellschaft/Politik interessieren sollten, wenn sie lesen, welche Meinung Erwachsene, oftmals von ihnen haben, mit welcher "Arroganz" sie oft behandelt werden, und wie "ernst" man sie, und ihre Ansichten nimmt? ;)

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Weil man für das Wahlrecht eine gewisse geistige Reife voraussetzt. Es ist natürlich etwas schade dass dadurch oft die Belange junger Menschen die sich auch durchaus für Politik interessieren, unter den Teppich gekehrt werden.

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Kommentar von kingbongo
24.06.2016, 16:02

Geistige Reife ist aber keine Frage des Alters, die meisten der alten Säcke haben selbst keine Ahnung von Politik / Wirtschaft, bzw welche Auswirkungen es hätte wenn man dieses oder jenes wählt. Man sollte Wissenstest vor einer Wahl einführen. Erst wenn man diesen besteht darf man Wählen gehen. Dann kommt auch soetwas wie der Brexit nicht bei raus.

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Kommentar von BradleyBiggle
25.06.2016, 15:00

Genauso könnte man argumentieren das über 60 jährige nicht mehr die geistigen Fähigkeiten haben um zu wählen...

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