Frage von Kevinpet3, 43

Warum dreht keiner einen film über die warheit, das wir keine menschen mehr sind sondern nur konsumenten?

Ich beschäftige mich sehr damit wie die Welt eigentlich wirklich tickt. Und es werden immer mehr menschen die dies begreifen. Aber warum wird es nicht offiziel gemacht, von Filmproduzenten unterstützt. Das würde sehr viele menschen erreichen.

Und nein leute ich bin kein aluhut träger oder sonst was.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 18

Was verstehst du denn genau unter Konsumenten? In welcher Weise ist ein Konsument kein Mensch mehr, in welcher Weise sind Menschen und Konsumenten Gegensätze?

Es gibt genug Dokus und auch Bücher und Filme, die sich mit Zivilisationskritik auseinandersetzen. Schau mal auf youtube "Die Wand". Das ist eigentlich eine Geschichte, die vermutlich das Thema Depression umsetzt (eine Frau wird alleine in einem Gebiet eingesperrt, das sie aufgrund einer unsichtbaren Barriere nicht verlassen kann und geht davon aus, dass außerhalb der Barriere alle Menschen gestorben sind. Sie bleibt während der Geschichte drei Jahre dort und schreibt am Ende ihre Gedanken auf. Der Bericht dreht sich vornehmlich um ihr Alltagsleben, ihre Gedanken, Veränderungen, die in ihr vorgehen. Der Film ist recht bildgewaltig! Viele verstehen die Geschichte auch als Zivilisationskritik.)


Es stimmt, dass wir zum blinden Konsum erzogen werden, vornehmlich von Werbung, Medien und Trends. Aber gerade jetzt gibt es doch sehr viele Gegenströmungen:

Veganer und Vegetarier als Vorreiter bewusster Konsumenten im Lebensmittelbereich (und viele andere, die noch Fleisch essen, aber trotzdem bewusster konsumieren),

Minimalismus in verschiedenen Bereichen bis hin zum Bestreben, völlig ohne Müll zu leben, nichts Unnötiges zu kaufen,

dabei auch das Bestreben, wieder mehr zu reparieren (das selbst zu lernen oder machen zu lassen), statt neu zu kaufen,

der Trend, selbst zu kochen mit frischen Zutaten, statt ins Restaurant zu gehen, zu bestellen oder Fertigprodukte zu kaufen,

der Trend (meines Wissens noch nicht überall sehr verbreitet), selbst Nahrungsmittel oder Kräuter etc. anzubauen, um sich teilweise oder im Extrem komplett selbst zu versorgen, 

der Trend oft im Rahmen des Minimalismus, Hobbys zu betreiben, für die man nicht ständig etwas kaufen muss, seine Freizeit ohen Geräte, ohne oder mit geringer Hobbyausrüstung zu verbringen, Urlaub in der Region zu machen,

der Trend zu teilen oder zu tauschen (vor allem auch online) und Überflüssiges zu spenden (statt wegzuwerfen) oder wieder zu verkaufen,

der Trend im Rahmen des allgemeinen Sports/ der allg. Fitness und des Umweltbewusstseins, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahren, also weniger Benzin zu verbrauchen und weniger Geld dafür auszugeben,

der Trend in vielen Bereichen, Sachen gebraucht zu kaufen und weiterzuverkaufen, wenn man sie nicht mehr braucht und Sachen undverpackt zu kaufen auf Märkten oder in bestimmten Läden, in denen man kleine Mengen (Nüsse, Mehl etc.) loose kaufen kann. Also Verpackungen zu sparen und nur das zu kaufen, was man braucht statt große Mengen zu lagern,

über das Internet auch der Trend, Wissen zu teilen (das man früher hätte über Kurse etc. bezahlen müssen) und sich gegenseitig mit einfachen Tipps zu helfen. Auch Tipps zum Sparen, Selbermachen, Reparieren, umfunktionieren etc.

Ehrlich gesagt, wenn ich heute in den Teil der Welt schaue, den ich bewusst wahrnehme, sehe ich nicht Konsum als größtes Problem, sondern wieder Ideologien, Gewalt/bereitschaft, Überidentifikation mit bestimmten Gruppen, was dann zur Gewaltbereitschaft aus unterschiedlichen Gründen führen kann, Unsicherheit/ Verunsicherung (wem kann man trauen, wer ist der "Feind"), Entmenschlichung bestimmter ("feindlicher") Gruppen, Angst vor Verlust der eigenen Identität und Werte (bspw. Flüchtlinge vs. Inländer, verschiedene religiöse Gruppen - s. "Islamisierung des Abendlands" - wovor hat man dabei Angst? Dass einem jemand seinen Glauben und seine Lebensweise vorschreiben würde...), extremistische politische Strömungen an verschiedenen Stellen, Verbreitung von Misstrauen gegenüber verschiedenen Menschen usw.

Konsum steht da für mich wieder ganz weit hinten im Regal der Probleme, mit denen man sich auseinander setzen sollte oder muss. Was nicht heißen soll, dass man nicht lernen sollte, bewusst damit umzugehen!

Kommentar von Kevinpet3 ,

Wow! Danke für ihre umfangreiche Antwort! 

Das ist wirklich sehr gut, ich bedanke mich nochmal. 

Antwort
von michi57319, 10

Jeder Mensch ist Konsument, weil er von Natur aus keine ihn ernährenden Bestandteile selbst im körpereigenen Stoffwechsel herstellen kann.

Also was genau willst du eigentlich sagen?

Kommentar von Kevinpet3 ,

Das viele menschen auf eine art und weise 'gezwungen' immer das beste und neuste zu haben. Hast du mal was von Manipulation gehört? 

Lies dir tasha's beitrag durch

Kommentar von michi57319 ,

Ich bin nicht affin für Werbung jeglicher Art. Ich lebe mit den Jahreszeiten und mit der Natur.

Klar ist ein neues Smartphone nett, aber unnötig. Ich will telefonieren, damit hat es sich.

Aktuell scharre ich eher mit den Hufen, weil es bald Pilzzeit ist. Es gibt jetzt schon welche, aber die, die ich am liebsten mag, die brauchen noch ein bischen :-)

Antwort
von jonathanzikely, 21

Mh schau doch mal öfter unabhängige Filmemacher an und nicht den Mainstreamtuff. Außerdem würde ich deiner These nicht zutimmen, dass wir nur Konumenten sind. Das ist zu einfach betrachtet meiner Meinung nach!

Antwort
von SKR700, 14

Schön, dass du schon in diesem Alter über den Tellerrand schaust. Die Meisten interessiert blos das neueste Smartphone. Die Schafe (der Unter- und Mittelschicht) sind leider so konditioniert, dass Erfolg mit anwachsendem Besitz und Konsum gleichgesetzt wird. Sieh mal bei youtube Videos von Prof Senf und Prof Hans- Peter Dürr. (nur als Beispiel) Deren analytische und philosophischen Ansichten sind eine wahre Wohltat im Vergleich zum allgemeinen Mainstream (Wachstum, Wachstum, Wachstum).

Kommentar von Kevinpet3 ,

Vielen dank! 

Ich habe es schon sehr früh begriffen das dies nicht alles ist. Ich wurde immer verwöhnt aber ich bin nie glücklich geworden. Das ist es was mich stutzig gemacht hat und ich habe dann nachgeforscht. Anscheinend bin ich nie 'befallen' gewesen sondern von anfang an standhaft geblieben ^^

Kommentar von Tasha ,

Alles richtig bis auf die Verallgemeinerung der "Schafe der Unter- und Mittelschicht"! Also sind nur die Reichen schlau genug, über den Tellerrand zu schauen? Die Erfolgreichen?

Gerde viele Minimalisten sind sich sehr bewusst, was geändert werden müsste und wie sie damit anfangen können (nicht nur beim Konsum) und das sind gerade oft auch Menschen, die wenig Geld haben und daraus das Beste machen oder freiwillig auf Geld verzichten, um mehr Zeit zu haben. Also finanziell gesehen meist Unter- oder Mittelschicht!

Auch ist das Vorurteil "Unterschicht" (finanziell gesehen) = dumm in sich selbst dumm. Gerade heute hängt  Bildung, Bewusstsein und Aktivismus nicht mehr am Geld, sondern kommt gerade oft "von unten". Oft heißt natürlich NICHT "nur"!!!

Antwort
von ponyfliege, 23

warum sollte es?

die es interessiert wissen es sowieso - und die andern interessiert es nicht.

die wollen einfach bloss unterhaltung und konsumieren.

am meisten kannst du ändern, wenn du bei dir selbst anfängst.

Antwort
von Midgarden, 24

Weil der Film halt auch nur konsumiert, aber nichts bewirken würde

Antwort
von landregen, 18

Mach doch diesen Film!

Eigene Ideen zu haben ist gut. Zu erwarten, dass andere sie umsetzen, das ist zu wenig, denke ich.

Kommentar von Kevinpet3 ,

Leider bin ich ein niemand der sowas nie schaffen würde :-/

Kommentar von landregen ,

Dann meckere doch bitte nicht darüber, dass andere es nicht ´machen...

Antwort
von ceevee, 3

So einen Film gibt's doch schon...

Antwort
von reisil95, 6

Weil wir nicht nur "Konsumenten" sind sondern Menschen;-)

Antwort
von Machtgarnix, 13

es gibt nicht nur RTL, pro7 und co! Schau mal Phoenix, n-tv, n24, oder arte, die bringen manchmal interessante Themen

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