Warum die "Diversität" bei japanischen Waffen im ersten und zweiten Weltkrieg?

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2 Antworten

Das Kaliber 6.5*50mm Arisaka des Typ 38 war deutlich schwächer als vergleichbare Kaliber anderer Nationen (Deutschland, USA, etc.), weswegen neue Repetierer in einem stärkeren Kaliber eingeführt werden sollten (7.7*58mm Arisaka). Da der Typ 99 aber erst 1939 eingeführt wurde, also nur 2 Jahre vor dem Angriff auf Pearl Habor und während des Krieges mit China, konnte man nicht mehr ausreichend davon produzieren, um die gesamte Armee damit auszustatten und somit den Typ 38 vollständig abzulösen. Daher blieb der Typ 38 bis zum Ende des Krieges in Verwendung.

Dieses simulatene Nutzung der beiden Kaliber betraf dann genauso auch z.B. Maschinengewehre.

Dagegen wurde z.B. das Kaliber 8*57IS der deutschen Armee bereits 1898 eingeführt und wurde daher bei allen gängigen Waffensystemen verwendet.
Es gab auch bei der Wehrmacht diverse Waffensysteme, bei denen Vorgänger- und Nachfolgemodell zeitgleich Verwendung fanden (Pistole 08 und P38, MG 34 und 42, Mauser 98 und Gewehr 43).
Da aber die Kaliber bereits vor dem Ersten Weltkrieg eingeführt wurden, konnte die Verwendung verschiedener Kaliber bei ähnlichen Waffensystemen zu Beginn des Krieges vermieden werden.

Dennoch gab es auch in der Wehrmacht nach Einführung des Sturmgewehr 44 zwei Gewehrkaliber, die zeitgleich Verwendung fanden. 7,92*33 Kurz bot viele Vorteile gegenüber der 8*57IS, weswegen es trotz der zu erwartenden Problemstellungen bei der Munitionsversorgung eingeführt wurde.
Dieses zu erwartende Problem soll auch einer der Hauptgründe gewesen sein, warum Hitler dem Projekt anfangs sehr kritisch gegenüberstand.

Genauso verhielt es sich in der japanischen Armee auch. Es ist natürlich immer problematisch, wenn man die Front mit mehreren Kalibern versorgen muss. Da aber in der Einführung eines neuen Kalibers zahlreiche Vorteile gesehen wurden, hat man diesen Umstand in Kauf genommen.


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Kommentar von Namenlos002
26.04.2016, 14:32

Haben nicht auch die japanischen Maschinengewehre oft zwar die gleichen Kaliber, aber dann z.B. mit Rand oder stärkrer ladung verwendet? Das taten die deutschen ja nicht, da  konnte man im Grund ne patrone aus dem Gurt nehemen und in den karabiner legen.

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Ergibt sich durch eine kurze Google-Recherche: Typ 38 war quasi der Vorgänger vom Typ 99, sind aber auch parallel benutzt worden. Vermutlich deswegen, weil man nicht alles auf einmal ersetzen konnte und Einheiten, die nicht direkt an der Front waren, weiter das Alte verwendeten.

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Kommentar von Namenlos002
25.04.2016, 20:26

Das weiß ich. Aber warum war das Typ 38 unzureichend? Wegen der schwachen Patrone? Alle europäischen Streitkräfte hatten den Krieg hindurch nahezu immer das gleiche Ordonnanzgewehr.

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