Frage von MelekHayati, 91

Warum darf man laut der yeziden nicht in ihrer Religion ein konvertieren?

Ich habe mich bei meinen yezidischen Freunden informiert ob man auch in ihrer Religion beitreten darf und die meinten das man nur als yeziden geboren werden kann also das es weiter vererbt wird und das man nicht aus der Religion austreten kann. Da habe ich mich gefragt was denn mit den anderen Menschen dann ist o.0 Also die anderen die keine yeziden sind aber gerne ein yezide sein wollen es aber nicht dürfen in die Hölle kommen ?O.0 Und die meinten das es genau so ist...Also ich bin alhamdulillah Moslem aber es hat mich echt interessiert wie es bei denen so ist

Antwort
von EzidiNaKurden, 8

Die Yeziden sind eine ethno-religiöse Gruppe und praktizieren eine strikte Endogamie. Die Yeziden betrachten sich als das Volk von Tausi Melek und sind der Überzeugung, dass sie nur von Adam abstammen und nicht von Eva und unterscheiden sich somit vom Rest der Menschheit. Die Yeziden sind die Nachfahren von Adams ersten Sohn, welcher nur aus Adams Genen entstand und keine Mutter hat "Sehide bin Cer" und der "Hori bin Hena" oder auch Leylê genannt, welche eine Jungfrau aus dem Paradies war und von Tausi Melek geholt wurde um Adams ersten Sohn zu heiraten. Von Adam und Eva sind 72 Völker entstanden also die restliche Menschheit. Leylê hat ihren Kindern verboten die Kinder von Eva zu heiraten, weil Eva die Kinder von Leylê töten wollte. Ein yezidisches Sprichwort lautet: "Als Yezide kann man ein guter Mensch sein, aber um ein guter Mensch zu sein, muss man nicht Yezide sein." Und in einem yezidischen Gebet wird gesagt: "Lieber Gott bitte beschütze zu erst die 72 Völker und dann uns Yeziden".

Antwort
von feirefiz, 52

Es handelt sich eben nicht nur um eine Religion, sondern gleichzeitig auch um eine Art gesellschaftlicher Ordnung - als Jeside wird man in eine Kaste (es gibt 4 davon) hineingeboren und sollte sich auch nur an dieser Kaste orientieren - auch bei der zukünftigen Partnerwahl.

Islam und Christentum sind massiv auf das Missionieren aus, daher ist uns das so fremd. Und wie das in einer globalisierten Welt und unter den aktuellen politischen Bedingungen in den Heimatländern der Jesiden funktionieren kann, ist mir ein Rätsel.

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