pippi60 am 09.07.2008 um 0:48 Uhr
Jeder Mensch hat doch einen Selbstherhaltungstrieb. Wie können dann Selbsttötungen erfolgen? Und warum?

Liebe/r pippi60,
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Depressionen können den von Dir erwähnten "Selbsterhaltungstrieb" egalisieren, eine von vielen Möglichkeiten....
LG....strick

Weil die Krank sind und es nicht merken und wollen auch keinen hilfe haben!!
gertrude2 am 9. Juli 2008 00:50 die sind nicht krank...manchmal ist das eine kurzschlusshandlung.
siedeluxe am 9. Juli 2008 00:54 ja hast recht aber ist ja was ich meinte oder sind die unter drogen !
pippi60 am 9. Juli 2008 00:57 Drogen waren nicht im Spiel!
Och Mensch, lass Dich in den Arm nehmen, .... L.G.
gertrude2 am 9. Juli 2008 00:58 da ist nicht immer drogen mit im spiel....es sind einfach die lebenssituationen, die für solche personen nicht zu bewältigen sind. meine cousine hat sich auch umgebracht, weil ihr vater eine woche vorher durch einen autounfall ums leben kam. sie kam mit so einem verlust nicht klar....sie war aber weder krank noch drogenabhängig noch sonstwas.
siedeluxe am 9. Juli 2008 01:03 Ja das stimmt schon aber die sachen sie echt sehr kompliziert mann kann nie wiessen wieso warum , mein vater hat sich auch umgebracht aber er hat alkohol probleme gehabt und wolte leider nicht das wir in helfen also es gibt immer wieder ein grund aber genau zu wiessen was , das können wir nicht......
Sich eine Woche nach einem Schicksalsschlag umbringen ist eine Kurzschlusshandlung unter dem Eindruck des akuten Leids. Hätte sie länger die Verzweiflung aushalten können, hätte sie die Krise überwinden können. Ist natürlich aus der Ferne schwer zu beurteilen
Suizid ist ein Massenphänomen, das weitgehend unbekannt ist und von der Bevölkerung so nicht wahrgenommen wird:
"Mehr als 11.000 Menschen nehmen sich pro Jahr in Deutschland das Leben. Dass übersteigt die Zahl der Todesopfer durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, Drogen und Aids zusammen."
Diese Zahl stammt aus dem Jahr 2003, 2005 waren es nach dem Statistischen Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 10.260 Fälle! (Die Zahl der Toten durch Verkehrsunfälle beträgt für dieses Jahr 5.635!).
Oft glauben Menschen, die das hören, den Angaben nicht, aber diese Zahlen sind korrekt und man fragt sich, warum dieses Tabuthema in den Medien so wenig Raum findet. Aufklärung und damit verbundene Prävention wäre mehr als nötig.
Auch interessant:
"Bei der Analyse der Ursachen unterscheiden Experten zwischen dem äußeren Anlass für die Tat und dem Hintergrund.
Anlässe sind vielfältig und können von Verschuldung über Krankheit bis hin zum Verlust einer geliebten Person durch Tod oder Trennung reichen, Situationen, die für jeden Menschen schwer zu bewältigen sind.
Hintergrund der meisten Suizide sind jedoch nach Ansicht von Professor Ulrich Hegerl von der Universität München psychische Störungen, vor allem Depressionen."
(ausführlich s. http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/41574/index.html)

Tja, dass ist eine gute Frage. Früher, als junger Mensch, habe ich immer gedacht und gesagt, DER ist zu feige zum Leben. Heute sehe ich das anders. Man muss schon echt verzweifelt, am Ende sein und keinen Ausweg mehr finden, um Hand an sich zu legen. Aber auch Depressionen oder schwerere Geisteskrankheiten können sicherlich dazu führen, sich das Leben zu nehmen.
gertrude2 am 9. Juli 2008 00:55 genauso ist es....wenn man älter wird, versucht man auch solche kurzschlussreaktionen zu verstehen....

http://de.wikipedia.org/wiki/Suizid
Der Artikel bietet einen wirklich guten Überblick zum Thema.
Ich selbst bin völlig ratlos, warum Menschen sich umbringen, vermute aber, dass die Ursachen neben Krankheiten, die jeden Lebensmut nehmen, auch darin liegen können, dass Menschen in ihrer Kindheit gebrochen wurden und nie ein Gefühl von "ich bin gut und richtig" entwickeln konnten.
Ich bin schon sehr wütend auf Menschen gewesen, die sich umgebracht haben, weil ich mit ansehen musste, was Freunde durchmachten, die Freitote aufgefunden haben.

kurschlussreaktionen oder wenn jemand absolut kein Bock mehr auf Leben hat und es kommt alles zusammen ich denke nicht das man sich richtig selber umbringen kann wie sich ein Messer in den bauch stechen aber zB. aus dem fenster kippen da reicht ja nur ein kleiner stubs und man kanns nicht mehr abwenden. In dem Moment bereuht man es dann wahrscheinlich schon und seine letzten gedanken werden sein wie man so dumm sein konnte bzw "was habe ich getan"
pippi60 am 9. Juli 2008 00:55 Bei meiner Frage ging es um "Aufhängen", das habe ich nicht vorher speziell gesagt.
Das mag bei Selbstmordversuchen der Fall sein. Wer sich wirklich dafür entschieden hat, der wird es nicht Sekunden davor bereuen.
Wenn das Leben nur noch als schwarze Masse erscheint und man überhaupt keine Freude mehr empfinden kann, dann kommt es zu dieser Krísensituation.LG pacole1
strick4a am 9. Juli 2008 01:08 ja, leider..., aber es sollte auch respektiert werden, wer den Mut hat, diesen Schritt zu wählen, ist wirklich fertig mit der hießigen Welt, ausser Kuzschlussreaktionen.
LG....strick
Ich glaube man muss wirklich von Mut reden. Sich die Arme aufschneiden, aufhängen oder vor einen Zug werfen, sind keine Handlungen zu den man besonders feige sein müsste.
Mut??? Selbstmord ist leider eher ein Flucht, ein bewusstes Aufgeben der Hoffnung!
Ich kann Selbstmörder durchaus verstehen. Es gibt im Leben ausweglose Situationen. Das "Leben" wäre auch für den Selbstmörder weiter gegangen. Jedoch hat er entschieden darauf zu verzichten, da es ihm z.B. nicht mehr lebenswert erschien, nur noch Qual bedeutete. Das kann man doch menschlich gut nachvollziehen. Oft hört man: "Selbstmord ist doch keine Lösung" Das halte ich für Unsinn. Für den Selbstmörder ist es die Lösung aller Probleme, er wird sie nach dem Tod nicht mehr haben. Zurück bleiben jedoch verzweifelte Angehörige mit noch größerer Last als zuvor.
heckym am 9. Juli 2008 01:09 Da sag ich auch mal DH....denn selbst mit diesem Wissen, um die Trauer der Angehörigen und weiteren folgen, hat der Freitodwählende sich Gedanken gemacht. Und bestimmt nicht leicht!!!
strick4a am 9. Juli 2008 01:15 ...sehe ich auch so...
LG....strick
Die meisten potenziellen Selbstmörder tun es doch wegen ihrer Angehörigen doch nicht.

aber suizidgefährdete können sich mit ihren problemen nicht auseinander sitzen und sehen in der zukunft auch nie ein licht am ende des tunnels.
Es gibt unlösbare Probleme, und nicht bei jedem gibt es ein Licht am Ende des Tunnels.
gertrude2 am 9. Juli 2008 01:07 das gibt es nicht oder kennst du ein mensch mit einem problem, dass er seit 40jahren mit sich schleppt?
Ich bin jetzt bei 25 Jahren mitschleppen angelangt. Ich sehe keinen Grund weshalb es in 15 Jahren gelöst sein sollte.

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Jüngstes Beispiel aus meinem weiteren Umfeld (ich bin nicht persönlich davon betroffen): Ein 18-jähriger hat sich das Leben genommen. Er war von der Mutter Zuhause rausgeworfen worden, hatte aber ganz offenbar auch lange vorher schon Probleme mit den Eltern und entsprechend mangelnden Rückhalt. Dem waren vermutlich die Probleme seines Lebens, zumal unterstelltermaßen in seinem Alter noch nicht oder zumindest nicht hinreichend reflektiert, "ganz einfach" über den Kopf gewachsen. Das dann Kurzschluss zu nennen ist zu einfach, denn die Überforderung dauert regelmäßig über lange Zeit an, ehe der Suizid im Laufe der Zeit kein Schreckensbild mehr umreißt, sondern eine Option! Da kommt dann irgendwann der Tropfen, der das Faß quasi zum Überlaufen bringt. Alles wird zuviel; das Leben steht im Wege wie eine dicke Mauer; Lösungen sind keine mehr erkennbar; selbst Hilfsangebote Außenstehender können dann als Unverständnis gewertet und verworfen werden, wenn sie nicht als Puzzleteil optimal in die Lücken passen, die sich vor einem auftun; ein überwältigendes psychisches Schmerzgefühl geht in der Regel einher... Es gibt Menschen, die dann ins Berauschen fliehen und oft an einer Sucht hängen bleiben. Ist das dann eine Alternative? Eine Alternative ist nur noch, dass ein unmittelbar Suizidgefährdeter auf jemanden stößt, von dem er sich wirklich verstanden fühlen kann. Schwieriger Drahtseilakt für diesen Verständnisvollen: Seine Hilfe muss zur "Hilfe zur Selbsthilfe" gelingen, denn niemand kann jemand anderen Leben und Probleme tragen!
Auf der anderen Seite der Palette und derzeit heiß diskutiert ist der Suizid manchmal aus Altersgründen (körperlicher und geistiger Verfall), aber überwiegend aus Krankheitsgründen (Krankheitsstadium der Unheilbarkeit). Es ist verständlich, dass die Politik (auch die Gesellschaft?) eine Kommerzialisierung der Selbsttötung verhindern möchte. Verständlich, denn jeder Kommerz artet aus in unsachliche Anwerbung von möglichen "Käufern" eines Produktes – das dann "Tod" hieße. Ein Unternehmen, dass sich mit diesem "Produkt" befasst, kann seinen Gewinn nur steigern durch die Steigerung der Todesrate. Das ist schon makaber. Aber ich verstehe auch den Einwand einer Hörerin (Telefondiskussion im Radio), die darstellte, sie wollte sich doch im Falle des Falles lieber an Leute wenden, die damit Erfahrung haben, als sich jemandem in die Hände zu begeben, der dann experimentiert... Gut aber ist es auch, dass sich die Politik und Gesetzgebung endlich öffnet für das Anliegen der Selbsttötung: HIER geht es um die Frage, ob jemand für sich entscheiden darf, wann für ihn Menschenwürde endet oder wann Qualen (nicht nur des unmittelbaren körperlichen Schmerzes, der ja immer als heutzutage optimal therapierbar hingestellt wird) nicht mehr erträglich und auch menschenunwürdig sind.
Zu dem Selbsterhaltungstrieb möchte ich noch folgendes anbringen: Der Selbsterhaltungstrieb ist der Druck einer Vielzahl von Zellen, die sich auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert haben, um letztendlich die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen. Auch eine Amöbe stellt Leben dar! Aber es bedeutet einen ernormen Überlebensvorteil, wenn eine Zelle nicht allein dasteht, wenn im nächsten Schritt also eine Abschirmung gegen Umwelteinflüsse möglich wird, wenn nächst regelrechte Strategien gegen den zufälligen oder aggressiven Untergang (gefressen werden) entstehen – wenn am Ende sogar möglich ist, sich gegen Angriffe von außen aktiv durch Flucht oder Gegenwehr zu verteidigen. Jede Zelle sendet den "Befehl", ihr Überleben zu sichern – und der ganze Verbund aller Zellen ist somit einer lauter Aufschrei nach dem Fortbestand der Lebensprozesse. Es ist eine Errungenschaft und eine Last des menschlichen Intellekts, diesem ganz primären Überlebenstrieb rationale Abwägungen entgegen stellen zu können – und es ist ein Ballast eines jeden bereits höher entwickelten Gehirns, dass insbesondere die Wiederholung traumatischer Erlebnisse schließlich einen "Lernerfolg" ins Gehirn brennen, dem das bewusste Hirn ausweicht, dem das Unterbewusstsein aber ausgeliefert bleibt. Hier entsteht dann beim Menschen das, was überwiegend im Suizidalfall als "Verzweiflungstat" abgetan wird...
es sind meistens nicht wirklich "rationale Überlegungen", auch wenn einem subjektiv das so erscheint; eher ist da eine Irrationalität zu erkennen, die Flucht vor den Herausforderungen des Lebens, des Leidens; ich kenne Menschen, die gegen ihren Willen "gerettet" wurden - und nun sehr froh darüber sind und sehr bewusst und gerne leben und sich davor schützen gelernt haben, wieder so "abzurutschen"; es war für sie eher wie ein irrationaler Wahn als wie eine ratinale Entscheidung.
cyberoma am 10. Juli 2008 09:15 Es gibt viele Gründe; als Außenstehender kann man sie so schwer erkennen, aber man sollte es wissen, um sich nicht schuldig zu fühlen, wenn man es gar nicht ist. Interessante Infos zum Selbsterhaltungstrieb! DH für deinen Beitrag!

Es gibt immer einen Licht mann muss nur darüber reden !
Es gibt NICHT immer ein Licht am Ende des Tunnels! Das ist doch ein Märchen!

Ich glaube, wirklich krank ( psychisch )sind die wenigsten. Viel häufiger ist es Verzweiflung, kein anderer Ausweg,oder eine Erkrankung mit quahlvollem Verlauf, die nicht geheilt werden kann. Selbst der Tod, jetzt und sofort, ist für den Jenigen nicht so schlimm, wie das, was er noch zu erwarten hätte, in seinem lebendigen Leben. Besondere Anmerkung: Allzu oft ist das Ganze auch sehr gründlich überlegt und geplant worden. Also keine Kurzschlußhandlung

ich denke, eine möglichkeit ist, dass etwas passiert wie das plötzlich jemadn stirbt, vater mutter freund wie auhc immer, oder dass einfach über längere zeit so viele dinge zusammenkommen, bei denen niemand hilft und der oder die betroffene mit niemanden redet und dann einfach keinen sinn mehr sieht
es wurde ja schon alles gesagt, aber eben depressionen, kummer, wenn man sich alleine und unverstanden fühlt, wenn man schwer krank ist, es gibt viele gründe. ich rede aus erfahrung aber zum glück hab ich mich nicht umgebracht. im moment ist es auch kein thema mehr..
das ist eine wirklich gute frage in erster linie sind die umstände ausschlaggebend dann kommt die persönlich keit hinzu und dann in einer bestimmten situation kommt es zur handlung die umstände sind verschieden aber im endeffect gleich stress im job in der familie oder wie es bei einigen sexualstraftätern ist, der druck wird so groß das sie keinen ausweg finden (ich mein ganz erhlcih sowas kann man sich doch im vorfeld ausmalen). darum bringen menschen sich selber um

Meistens weil er zu wenig von anderen geliebt wird.
es sind meistens nicht wirklich "rationale Überlegungen", auch wenn einem subjektiv das so erscheint; eher ist da eine Irrationalität zu erkennen, die Flucht vor den Herausforderungen des Lebens, des Leidens; ich kenne Menschen, die gegen ihren Willen "gerettet" wurden - und nun sehr froh darüber sind und sehr bewusst und gerne leben und sich davor schützen gelernt haben, wieder so "abzurutschen"; es war für sie eher wie ein irrationaler Wahn als wie eine ratinale Entscheidung.

weil Selbstmord für diesen Menschen in dieser Situation die einzige Wahlmöglichkeit ist - es gibt sonst keine!
ich glaube, diese frage kann man nicht so einfach in einem forum beantworten
ich weiss net ob da nicht mehr bei sein muss, man sollte Depression von Wahnsinn unterscheiden
Warum wird man darüber nicht vorher informiert? Jetzt ist es zu spät.
pippi, bei zwei guten Freunden von mir ist es nun auch zu spät...., das beide depressiv waren, hat sich erst "hinterher" herausgestellt...
LG....strick
DH