Frage von Babuuub, 52

Warum brauchen wir neue Stromtrassen?

Schon klar, wegen der Energiewende! Aber als ich diese Deutschlandkarte sah, wo die ganzen Höchstspannungsleitungen zu sehen sind, dachte ich mir: Es gibt doch bereits zig Möglichkeiten, Strom von Nord nach Süd, bzw andersherum zu transportieren.

Warum wird für den Transport des Windstroms nach Süden nicht einfach das bestehende Netz genutzt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ulrich1919, 7

Zahlenbeispiel:

Ein 380 KiloVolt (kV) Strang kann etwa 2000 MVA transportieren.
Insgesamt ist in Deutschland weit über 23'000 Megawatt an Windturbinen installiert.

Die Atomkraftwerke stehen verteilt über das Land und haben pro Einheit höchstens 1200 MVA (Megavoltampere)

Das bestehende Netz ist dafür geplant, Energie in Störfällen auszutauschen und in beschränktem Maße auszutauschen. Es wird aber mit diesen Leistungen der Windenergie, welche außerdem z.T. ungeplant anfällt, stark überbeansprucht.

Antwort
von dompfeifer, 13

Gegenfrage: Warum brauchen wir neue Straßen? Warum nutzen wir nicht einfach das bestehende Straßennetz?

Komische Frage. Weil die bestehenden Trassen eben schon überlastet sind. 

Antwort
von kleinefrechemau, 20

Angeblich funktioniert das nicht, warum das so sein soll, darüber schweigt man sich aus. Ich verstehe es auch nicht, habe aber bisher nichts im Netz gefunden, was das ausführlich erklärt. Wahrscheinlich geht's mal wieder nur um den Profit.

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Es funktioniert nicht nur angeblich nicht, sondern es funktioniert eben nicht.

Wenn man ein einem System rumvorwerkt, muss man das gesamte System anpassen und nicht nur ein paar Windmühlen in die Landschaft stellen.

Mit ein wenig technischem Sachverstand sollte man selbst darauf kommen.

Das hat mit Profit & Co nichts zu tun, das ist nun mal reine Naturwissenschaft, die offenbar manche Leute in der Politik in der 6. Klasse abgewählt  haben.

Falls es sich noch nicht nicht herumgeschwiegen hat: Die Bundesnetzagentur nimmt gegenüber den Netzbetreibern Regulierungsmaßnehmen vor, die jenseits von Gut und Böse sind.

Kommt hinzu, dass der Gesetzgeber durch ständig neue Gesetze und Verordnungen alle Nasen lang eine neue Sau durchs Dorf treibt.

Keine Branche ist so stark überreguliert wie der Energiemarkt.

Günter

Kommentar von kleinefrechemau ,

Dann erklär doch bitte mal, warum Strom aus regenerativen Energiequellen nicht durch die gleichen Stromleitungen wie z.B. Atomstrom fließen kann. Nach der Einspeisung müsste es doch das Gleiche sein. Darauf sollte man auch mit ein wenig technischen Sachverstand kommen. Widersprechen aber nicht erklären finde ich immer super. WARUM funktioniert es bitteschön nicht?

Kommentar von voayager ,

Tja, könnte immerhin sein, dass die Stromkonzerne da blockierend wirken. Manchmal lohnt es sich durchaus, nicht nur einen naturwissenschaftlich-technischen Blickwinkel einzunehmen, sondern eben auch mal über diesen Tellerrand hinauszuschauen, hinblickend zur Politik. Offenbar übersehen das so einige Leutchen, die sich mitunter auch noch recht klug dünken.

Kommentar von kleinefrechemau ,

Tja, keine Antwort ist auch keine Antwort, das heißt wohl, dass du es nicht erklären kannst, GuenterLeipzig.

Kommentar von ulrich1919 ,

Siehe Zahlenbeispiel von @ulrich1919. Das erklärt hoffentlich etwas mehr.

Antwort
von GuenterLeipzig, 21

Einerseits ist das bestehende Netz in seiner Übertragungskapazität begrenzt undauf die bisherige Erzeugerstättenstruktur ausgerichtet.

Andererseits müssen die Erzeugerstätten und Netzbetreiber immer Störfälle einkalkulieren, wo System ausfallen und andere Systreme sofort als reserve einspringen können-

Wenn sich die Einspeisestruktur ändert, muss natürlich die Übertragungsstruktur angepasst werden.

So etwas geht nun mal nicht von heute auf morgen, weshalb die sogenannte Energiewende Aktionismus ist.

Günter


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