Frage von derguteton, 12

Warum brauchen wir eine Genkennzeichnung, wollen wir zwischen armen und reichen Konsumenten unterscheiden?

Antwort
von Agronom, 1

Eine Genkennzeichnung ist totaler Mumpitz, jedes Lebewesen enthält Gene, ohne Gene kein Leben.

Eine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen in Nahrungsmitteln hingegen hat andere Zwecke, vor allem um dem Konsumenten die Wahl zu geben ob er solche Nahrungsmittel konsumieren möchte oder nicht. Wie du auf "arm und reich" kommst, erschließt sich mir da auch nicht wirklich.

Ob und in wie weit das Sinn macht und wo man dann die Grenzen zieht ist dann die Frage. Also ob z.B. Enzyme oder andere Substanzen, die mittels gentechnisch veränderter Organismen produziert wurden, aber keine Spuren dieser Organismen selbst enthalten, darunter fallen sollten.

Kommentar von matmatmat ,

Dem kann ich mich voll anschließen. Was das mit Arm&Reich zu tun hat erschließt sich mir auch nicht.

Vielleicht kurz als Ergänzung: Es gibt meines Wissens nur zwei wissenschaftliche Bedenken gegen GVOs (als Essen):

Das wir noch ganz am Anfang stehen was die cross-kingdom funktion von miRNA angeht: Wir wissen, das RNA aus der Nahrung in den Organen des Konsumenten genregulierende Wirkung entfaltet, haben aber noch keinerlei Überblick wie weitreichend das ist und ob nicht gerade das Gen das wir einbringen da was durcheinander bringt. Unwahrscheinlich aber ... wir wissen zu wenig.

Und natürlich das bekannte Problem das man bei Freisetzungen aller Art hat: Es ist unmöglich das wieder einzufangen.

Aber wenn die Gesellschaft die Technologie ablehnt, sollte man sie ihr nicht aufzwingen, indem man den Leuten Informationen vorenthält, sondern lieber besser aufklären.

Kommentar von Agronom ,

Den ersten genannten Punkt sehe ich da immer etwas kritisch, denn dieser gilt genauso für die konventionellen ungerichteten Mutagenesezüchtungen, dort weiß man schließlich auch nicht wo die Veränderungen entstanden sind und wie sie aussehen. Unter diesem Punkt wären die GVOs theoretisch sogar sicherer.

Aufklärung/Bildung sehe ich da auch als richtigen Weg, nur leider habe ich da in unserer weitreichend "postfaktischen" Gesellschaft nicht so viel Hoffnung.

Kommentar von derguteton ,

naja eine spaltung gibt es z.B. bei Bio oder nicht Bio, was aufwendiger produziert ist, ist halt teurer und nicht für jeden erschwinglich, bei genfood könnte das selbe passieren

Kommentar von Agronom ,

Das mag vielleicht für einige regionale Bio-Produkte gelten, aber insgesamt ist Bio meist zum gleichen Preis zu bekommen, wie konventionell erzeugte Produkte, zumindest unter dem EU-Biosiegel.

GVOs würden da sicher neue Marketingmöglichkeiten eröffnen, sodass man mit "Gentechnikfreiheit" einen höheren Preis rechtfertigen würde, aber es würde sicher genauso wie jetzt auch im Bio-Bereich ein Angebot in höheren und niedrigeren Preisklassen bestehen.

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