Frage von j0DiG0, 71

Warum bohrt man für das Endlager vom Atommülll nicht einfach einen Tunnel ähnlich dem Gotthard-Basistunnel z.B. in das Zugspitzmassiv der Alpen?

Technisch dürfte eine solche Angelegenheit heute dank Tunnelvortriebsmaschinen kein Problem mehr darstellen. Die Röhren könnte man sicher mit extra dicken Tübbings ausbauen.Am Ende der Röhre könne man beliebig viele Seitenröhren anlegen, in denen dann der Atommüll gelagert werden könnte. Diese Kammern könnte man dann als sogenannte weiße Wannen ausführen, so dass kein Wasser an den Atommüll gelangen kann und die einzelnen Seitenröhren könnten jeweils mit einem Schott ähnlich wie bei U-Booten verschlossen werden. Der Atommüll würde dann unter rund 2000 Meter dickem Felsmassiv lagern und wäre natürlich auch jederzeit wieder zugänglich. Die Erdbebengefahr bzw. mögliche Folgen davon sollten auch nicht höher als in anderen Stollen sein. Was würde also gegen ein solches Endlager noch sprechen?

Antwort
von thetanier, 18

Du siehst an diesem Querschnitt der Meinungen: Das Problem besteht in
den Köpfen der Menschen. Die Sicherheitsbedenken sind zumehr als 99,99 %
vorgeschoben, politische und Karrieregründe oder Angst.

Eine
der Ursachen in Deutschland: die von den Grünen, den ängstlichen
Umweltverbesserren und nicht zuletzt der Kehrtwende-SPD: Die deutsche
Strahlenschutzverordnung.

AKW sind per Definition sehr gefählich,
deshalb gelten Grenzwerte für Strahlung und Nuklidfreisetzungen zumeist
an oder unterhalb der messtechnischen Nachweisgrenzen.

Natur ist
naturgegeben und gilt deshalb bis auf wenige Ausnahmen als ungefährlich.
Würde in Kernkraftwerken im Kontrollbereich jemand ein Flasche
Mineralwasser aus den deutschen Vulkangebieten (schau im Geologieatlas)
oder aus dem Rheingraben ins Abwasser ausgeleert werden, dann würde dies
wegen mindestens 1000-facher Grenzwertüberschreitung abgeschaltet,
stillgelegt und abgerissen werden. Damit dies nicht jeder Kläranlage
oder jedem Einfamilienhäuschen oder jeder öffentlichen Toilette oder …
passiert, sind die Grenzwerte für in der Natur vorkommende und durch
menschliche Nutzung aus ihr freigesetzte radioaktive Stoffe (auch Uran
und seine Folgeprodukte) mindestens hundert bis tausendfach höher.

Das
wird aber alles von der Medizin getoppt. Millionenmal höhere Dosen gibt
es nur auf Krankenschein, denn die sind schließlich gesund.

Wir
haben in Deutschland die am besten geeigneten geologischen Formationen
für Endlager. Die ganze Welt hat uns darum beneidet und schüttelt den
Kopf über das Verhalten der Politik in D. In den 80er Jahren wurde eine
weltweit angelegte und von Tausenden von Wissenschaftlern, Politikern
und betroffenen Bürgern durchgeführte und bewertete Studie über
geologische Strukturen in denen ein Endlager eingerichtet werden könnte
in Madrid der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ursprünglich mit ins
Gesamtkonzept der Bewertung einbezogenen Salzstockformationen wurden zum
Schluss aus der gemeinsamen Bewertung ausgeschlossen. Grund: Sie
erfüllten alle Kriterien ums hundert- bis tausendfache besser als Stein,
Ton und sonstige geologische Untergründe, einschließlich der Tiefsee.

Ich
war bei dieser Präsentation dabei. Die beteiligten massgeblichen
Personen aus den weltweit führenden Umweltbewegungen und Parteien
sprachen sich alle für Salzstöcke aus, betonten aber das
Verursacherprinzip (soll heißen, jeder soll den Dreck, den er erzeugt
auch vor der eigenen Tür verbuddeln). Auf die Frage am Biertisch an
teilnehmende deutsche "Ober"grüne warum sie dies nicht auch  zu Hause
vertreten würden, guckten sie mich ausnahmslos sehr erstaunt wegen
meiner Naivität an: Was meinst Du wie lange unsere Partei, Organisation
usw. (und der eigene meist sehr gut bezahlte Job) dann noch existieren
würde?

Wer dies nachlesen will muss ein wenig recherchieren,
in Unibibliotheken, den Veröffentlichungen der Forschungszentren
Hahn-Meitner-Institut, Jülich, Karlsruhe und der Bundestagsbibliothek.
Denn im internet (das gab es damals noch nicht) findet er nix darüber.
Alles was nachträglich z.B. in wikipedia eingebracht wurde, wurde von
den Gutmenschen in penetranter Weise wieder entfernt.

Kommentar von thetanier ,

Sorry, das dies zweimal hier steht. Mein erster Veröffentlichungsversuch wurde von Gute Frage abgebrochen.

Antwort
von thetanier, 16

Du siehst an diesem Querschnitt der Meinungen: Das Problem besteht in den Köpfen der Menschen. Die sicherheitsbedenken sind zumehr als 99,99 % vorgeschoben, politische und Karrieregründe oder Angst.

Eine der Ursachen in Deutschland: die von den Grünen, den ängstlichen Umweltverbesserren und nicht zuletzt der Kehrtwende SPD: Die deutsche Strahlenschutzverordnung.

AKW sind per Definition sehr gefählich, deshalb gelten Grenzwerte für Strahlung und Nuklidfreisetzungen zumeist an oder unterhalb der messtechnischen Nachweisgrenze.

Natur ist naturgegeben und gilt deshalb biss auf wenige Ausnahmen als ungefährlich. Würde in Kernkraftwerken im Kontrollbereich jemand ein Flasche Mineralwasser aus den deutschen Vulkangebieten (schau im Geologieatlas) oder aus dem Rheingraben, dann würde dies wegen mindestens 1000-facher Grenzwertüberschreitung abgeschaltet, stilltgelegt und abgerissen werden. Damit dies nicht jeder Kläranlage oder Einfamilienhäuschen oder öffentlichen Toilette oder … sind die Grenzwerte für in der Natur freigesetzte radioaktive Stoffe (auch Uran und seine Folgeprodukte) mindestens hundert bis tausendfach höher.

Das wird aber alles von der Medizin getoppt. Millionenmal höhere Dosen gibt es nur auf Krankenschein, denn die sind schließlich gesund.

Wir haben in Deutschland die am besten geeigneten geologischen Formationen für Endlager. Die ganze Welt hat uns darum beneidet und schüttelt den Kopf über das Verhalten der Politik in D. In den 80er Jahren wurde eine weltweit angelegte und von Tausenden von Wissenschaftlern, Politikern und betroffenen Bürgern durchgeführte und bewertete Studie über geologische Strukturen in den denen ein Endlager eingerichtet werden könnte in Madrid der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ursprünglich mit ins Gesamtkonzept der Bewertung einbezogenen Salzstockformationen wurden zum Schluss aus der gemeinsamen Bewertung ausgeschlossen. Grund. Sie erfüllten alle Kriterien ums hundert- bis tausendfache besser als Stein, Ton und sonstige geologische Untergründe, einschließlich der Tiefsee.

Ich war bei dieser Präsentation dabei. Die beteiligten massgeblichen Personen aus den weltweit führenden Umweltbewegungen und Parteien sprachen sich alle für Salzstöcke aus, betonten aber das Verursacherprinzip (soll heißen, jeder soll den Dreck, den er erzeugt auch vor der eigenen Tür verbuddeln). Auf die Frage am Biertisch an teilnehmende deutsche "Ober"grüne warum sie dies nicht auch  zu Hause vertreten würden, guckten sie mich ausnahmslos sehr erstaunt wegen meiner Naivität an: Was meinst Du wie lange unsere Partei, Organisation usw. (und der eigene meist sehr gut bezahlte Job) dann noch existieren würde.

Wer dies nachlesen will muss ein wenig recherchieren, in Unibibliotheken, den Veröffentlichungen der Forschungszentren Hahn-Meitner-Institut, Jülich, Karlsruhe und der Bundestagsbibliothek. Denn im internet (das gab es damals noch nicht) findet er nix darüber. Alles was nachträglich z.B. in wikipedia eingebracht wurde, wurde von den Gutmenschen in penetranter Weise wieder entfernt.

Antwort
von Richard30, 13

Ein Problem sind sicherlich die Kosten. Also eine ordentliche Enlagerung wäre ernorm teuer, aber selbst dann müsste man einen Ort auswählen, der millonen oder sogar millarden von Jahren stabil bleibt, sowas ist halt schon ernorm anspruchsvoll.

Auch überlegt man, wie man das ganze so vergraben soll, das es wirklich dicht bleibt, das da nix austreten kann, wie müssen die Fässer gebaut werden e.c.t? Aber scheinbar wird da auch irgendwie nicht so wirklich intensiv genug drann geforscht. Niemand will sich des Problems wohl annehmen, je weiter man das also hinaus schieben kann, desto besser für einige.

Es ist natürlich dumm und sicherlich würde es jetzt schon gehen (zumindtestens besser als das, was wir jetzt haben), aber wer würde die Kosten übernehmen?

Antwort
von ocin1, 8

Die Endlagerung, ob nun chemischer Abfälle oder nuklearer Abfälle, ist aus technischer Sicht absolut problemlos gelöst. Am Beispiel der chemischen Endlagerung sieht man sogar, wie gut verträglich sie mit der deutschen Gesellschaft ist und sogar den GRÜNEN gefällt.



6 chemische Endlager in der BRD sind in alten Salzbergwerken
eingerichtet, wie die ASSE


Man bedenke, dass es in der BRD ca. 10 chemische Endlager
(politisch "Untertagedeponie") gibt, die schon seit langem
betrieben werden.Interessanter Weise sind 6 chemischen Endlager in
Salzgesteinen, wie auch das nukleare "Endlager" Morsleben
und die ASSE.


1. Herfa Neurode /Hesen (altes Kalisalz-Bergwerk)


2.Heilbronn / Baden-Württenberg (altes Salzbergwerk)


3. Zielitz/Sachsen-Anhalt (altes Kalisalz-Bergwerk)


4. Borht-Niederreihn/ Nordreihn-Westfalen (altes
Salzbergwerk)


5. Riedel /Niedersachsen (altes Salzbergwerk)


6. Sondershausen /Thüringen (altes Kalisalz-Bergwerk)


Es stellt sich nun die objektive Frage,wenn die Endlagerung in
Salz "ganz klar gefährlich sei",so wie es von unseren
Medien und unserer Politik am Beispiel der ASSE gerne verdeutlicht
wird, warum gibt es dann über die 6 chemischen Endlager, welche auch
in Salzgestein liegen, keine vergleichbare Medienpräsenz?


Hier kann es eigentlich nur 3 logische Antworten geben:


1- Die Probleme der ASSE werden aus politischen Gründen maßlos
übertrieben und restlos einseitig behandelt.


2- Über die Probleme der 6 chemischen Endlager wird mit Absicht
nicht in Medien und Politik berichtet. Die Endlagerung wäre dann
keine Besonderheit der Kernenergie, was sie ja auch nicht ist. Das
bedeutet aber, dass die Deutschen seit Jahren von den Medien und der
Politik belogen werden.


3- Die Probleme der ASSE sind auf die ASSE selbst begrenzt und
stellen somit das Endlagerkonzept in Salzgestein nicht in Frage. Die
6 chemischen Endlager in Salzgestein sind ein praktischer Beleg für
die gut Umsetzbarkeit.


Das größte chem. Endlager weltweit (Fläche Münchens inklusive
Autobahnring) in Herfa Neurode wurde vom damaligen hessischen
Umweltminister Joschka Fischer 1986 genehmigt und als "Juwel"
bezeichnet [ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13520557.html].
Also, wer "GRÜN" wählt, wählt chemische Endlager (die
zweifellos notwendig sind).


Resümee: Jede Energietechnik verursacht endzulagernde Abfälle!
Die Frage sollte besser nach der Technik lauten, welche die geringste
Müllmenge pro generierte kWh Strom erzeugt.


Quellen:


de.wikipedia.org/wiki/Endlager
,de.wikipedia.org/wiki/Müllverbrennung,
ww.sueddeutsche.de/wissen/untertagedeponie-herfa-neurode-das-giftgrab-1.910158,
ww.focus.de/politik/deutschland/sondermuell-ab-ins-bergwerk_aid_152486.html,ww.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim--36297444.html,
ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13489952.html
,toxcenter.org/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php,
ww.eon-energyfromwaste.com/Umwelt/133.aspx
,ww.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrlicher-goldabbau-ein-ehering-produziert-20-tonnen-giftmuell-a-542725.html,
ww.dw.de/zerstörte-umwelt-der-preis-des-goldes/a-15295336,ww.beobachter.ch/natur/umweltpolitik/natur-umweltschutz/artikel/sondermuell_aus-den-augen-aus-dem-sinn/,ww.deutschlandfunk.de/im-fegefeuer-der-konsumgesellschaft.740.de.html?dram:article_id=111876,ww.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Reste-von-Chemiewaffen-aus-Syrien-landen-in-Kalischacht-in-Sondershausen-1582229580



 


Antwort
von Ryda2097, 34

Zum einen steht das Zeug dann in der Schweiz und die Schweizer sind nicht begeistert wenn deutsche und Österreicher und alle anderen n Loch neben ihren Touristentunnel bohren und ihren Müll unter die Alpen kippen. Die Frage wer den Bau Finanziert kann Jahre dauern und wie kommt das zeug zum Stollen? Das sind hunderte Kilometer Transport.

Antwort
von Schnoofy, 14

Warum gräbt Dein Nachbar nicht einfach ein großes Loch in Deinen Garten um dort seinen Müll zu entsorgen?

Die Antwort kennst Du.

Dasselbe Problem besteht in dem von Dir konstruierten Fall auch, abgesehen davon, dass ein solches Endlager auch geeignet sein müsste,die Strahlung absolut sicher abzuschirmen.

Antwort
von hydrahydra, 30

Was würde also gegen ein solches Endlager noch sprechen?

Dasselbe wie gegen alle anderen Endlager auch: Niemand möchte sowas vor seiner Haustür haben.

Und wenn schon alte Salzstollen da sind, warum sollte man da extra einen bohren? Noch dazu in einem Landschaftsschutzgebiet?

Antwort
von fernandoHuart, 39

Alles was der Mensch baut braucht Wartung und Kontrollen. Und irgendwann ist auch den größte Berg voll oder so durchgelöchert dass es zusammen bricht. Was dann?

Und wer sagt dass es 100% sicher ist?

Der Unterwelt ist ungefähr so bekannt wie der Boden der Ozeanen. Es ist nicht aus zu schliessen dass einen in Jetzt gute Lösung Morgen sich als tödliche Gefahr erweißt.


Nicht vergessen Kosten-Nutzen. Auch Endlager sind da bis es ein andere bessere Lösung gibt.


Antwort
von auaauamehr, 20

Die zu lösenden Probleme sind sehr vielfältig.

Ein Bergmassiv muss nicht sicher sein. Was wenn zB. Wasser in den Lagerraum eindringt oder schlimmer noch wenn es entweicht.

Aus geologischer Sicht sind unterirdische Salzlagerstätten schon nicht soo schlecht.

lg

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