Frage von glory20001, 50

Warum bin ich jetzt so faul?

Hallöchen erstmal :) Ich bin sehr faul- und nicht nur was Schulsachen und Aufräumen angeht. Ich mache nicht mal Sachen, wie Malen oder Musik- und das Liebe ich eigentlich sehr. Für die letzten ein bis zwei Jahre kann ich mir das erklären, da ich eine schwere depressive Episode hatte. Aber warum früher und jetzt auch noch ? Es ist schon seit meiner frühen Kindheit so ! Selbst meine Eltern haben dagegen angekämpft und ich auch. Es hat nichts gebracht. Ich habe zwar mal produktive Phasen, aber die dauern nicht länger als zwei Wochen und sind relativ selten. Mir wird eigentlich nachgesagt das ich perfektionistisch bin. Ich habe auch Angst Fehler zu machen und will es allen recht machen. Aber ich tu nichts dafür. Mir wurde auch gesagt das ich von Freunden etc ausgenutzt werde... aber womit??? Naja... meine Mutter sagte dass ich das von meinem Vater habe, aber ich bin nicht bei ihm aufgewachsen. Kann man das erben ? Ich verzweifle mittlerweile dran. Ich habe schon vieles probiert ... Ich habe auch Buch geführt, ich liebe auch eigentlich diese Kontrolle über meinen Tag, aber diese habe ich nicht. Woher kann das kommen und wie könnte man dann dagegen ankämpfen? Zudem kann ich nichts kontinuierlich durchziehen.

Würde mich auf konstruktive Antworten freuen :)

Krass wenn ihr bis hierhin gelesen habt :D

MFG

Antwort
von rockylady, 17

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Eine neue Gewohnheit braucht mind. 30 Tage bevor sie in Fleisch und Blut übergeht. Sprich - dranbleiben. Wichtig ist eben, dass man seine Ziele nach und nach angeht und nicht gleich 3 auf einmal. Sonst fühlt man sich leicht überfordert und lässt es schnell wieder bleiben. 

Gewöhne dir also Schritt für Schritt die Dinge an, die du festigen willst - und das ohne Liste. Ich hab das auch oft versucht, aber es nimmt der Sache die Lebendigkeit, man ist kein Roboter, welcher die Dinge einfach abarbeitet.

Das mit dem Perfektionismus kann daran liegen, dass du vom Typ her ein Idealist bist. Es gibt verschiedene Arten von Typen, ich selbst bin eine INFJ Persönlichkeit. Ich hab dir mal den Link eingefügt, irgendwie scheinst du mir ähnlich.

https://www.opp.com/de-DE/tools/MBTI/MBTI-personality-Types/INFJ

Hier noch ein weiterer, ist aussagekräftiger..

http://bewusst-jung.net/infj/


Antwort
von skipworkman, 10

Hi,

hast du schon mal mit einem Profi darüber gesprochen? Perfektionismus kann sich auch so bemerkbar machen, das du Sachen gar nicht erst anfängst, weil du es eh nicht gut genug machen kannst oder willst. 

Du kannst dir vornehmen jeden Tag nur 20 Minuten lang etwas zu machen. Du hörst 20min Musik, räumst 20min auf oder machst etwas anderes. Wenns dann doch mehr als 20min werden, ist das natürlich auch ok. 

Wenn du das nicht umsetzten kannst, würde ich echt zu einem Therapeuten gehen, der oder die wird dir schnell und gut helfen können. Das wäre dann der effizienteste Weg, damit umzugehen. 

Liebe Grüße

 


Antwort
von schloh80, 9

Wegen der depressiven Vorerkrankung empfehle ich eine fachärztliche Abklärung, ob nicht seit der frühen Kindheit eine dysthyme Erkrankung vorliegt, die vielleicht vor zwei Jahren durch die akute schwere Symptomatik maskiert wurde.

In diesem Fall ist eine adäquate Behandlung dringend anzuraten.

Antwort
von vonGizycki, 15

Grüß Dich glory20001!

Eins ist klar. Du leidest unter Deinem Zustand und willst ihn weg haben. Doch aus Dir selbst heraus scheint das offenbar nicht möglich zu sein.

Damit ist deutlich eine Störung signalisiert, die behandelt werden sollte. (zu schwacher Antrieb bis Antriebslosigkeit)

Mit Faulheit im wertenden Sinne hat das hier nichts zu tun. Ermahnungen, Verweise auf Vererbung, gut gemeinte Ratschläge und Appelle helfen Dir hier nicht weiter. Die Dinge liegen tiefer von denen Du nichts weisst. Sie können auch durchaus mit Deiner vergangenen (?) schweren depressiven Episode zusammenhängen, die möglicherweise nicht austherapiert ist.


... aber ich bin nicht bei ihm aufgewachsen.

Hierin könnte eine Ursache für Deine Schilderungen liegen.

Warst Du in Deiner depressiven Episode in Behandlung? Wenn ja , dann solltest Du auf jeden Fall (dann wieder) psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Der Leidenszustand ist ja letztlich entscheidend dafür! Das kann eine Weile dauern, bis Du das Richtige findet und es ist auch normal, wenn man dabei den Therapeuten wechselns muss, weil keine richtige Bindung entsteht, also die Chemie nicht stimmt. Es gibt  ja immer 6 probatorische Sitzungen, in denen man sich anders entscheiden kann. Die Krankenkasse bezahlt die Therapie.

Ich denke, dass Du fachliche Hilfe benötigst um herauszufinden, was mit Dir los ist.

So darf es jedenfalls nicht bleiben!

Herzlichen Gruß und viel Mut

wünscht Dir

Rüdiger

Kommentar von glory20001 ,

Danke für diese Antwort !!

Ich bin seit Januar in Behandlung. Aber tatsächlich bei drei verschieden Therapeuten. Bis jetzt konnten Sie leider nicht herausfinden was der wirkliche Grund ist. 

Aber ich bin aktuell bei einer neuen und sie guckt und therapiert nochmal von anfang an.

Dieser Antwort schenkt mir Hoffnung :)

Kommentar von vonGizycki ,

Ich freue mich, dass Du Hoffnung hast. Wenn jetzt noch mal von Anfang an begonnen wird, dann eröffnet sich ein neuer Weg. Es kommt ja auf Euch beide an, also auch auf Deine Mitarbeit. Und es braucht Zeit, oft länger als man meint, aber es wird schon werden.

Ich habe noch ein hübsches Gedicht für Dich, passend zur Jahreszeit und zur Stimmung in Dir. Aber es macht auch Mut, wenngleich es vor über 150 Jahren geschrieben wurde.

https://www.youtube.com/watch?v=NrLTaE-C8ww

Antwort
von MrBurner107, 22

Was unser Gehirn einmal gelernt hat, verlernt es so schnell nicht wieder. Melde dich doch mal bei einem Motivationskurs oder etwas in der Art an. Das könnte dir eventuell etwas bringen.

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