Frage von Maisstueck, 87

Warum bietet der Staat das Internet (WLAN) nicht umsonst?

Hallo.

Ist das nicht machbar? WLAN kostet ja nicht viel und freies Internet könnte zu mehr freie kommunikation und konsumverbrauch führen.

Könnten die politiker oder parteien beim bundestagwahl 2017 so eine kampagne veröffentlichen.

Und was sind vor und nachteile bitte.

Lg

Antwort
von teafferman, 13

Der tatsächliche Herrscher in diesem Staat ist das Volk. 

Politiker sind laut Grundgesetz, heute gerne vollmundig Verfassung genannt, dazu verpflichtet, den Willen des Volkes umzusetzen. 

Nun krähen dann Ignoranten, es bräuchte zunächst mal die Möglichkeit der Volksabstimmung. Tatsächlich haben wir diese schon längst. So jedenfalls urteilt das Bundesverfassungsgericht in einem schon vor einigen Jahren veröffentlichten Urteil. Und diese hohe Gericht hat sicherlich eine realere Rechtsauffassung als deutsche Medien. 

Es könnte also nun die Idee aufkommen:

Ok. Dann wird einfach eine E-Petition aufgesetzt in welcher gefordert wird, Internetanschluss für alle kostenfrei zur Verfügung zu stellen. 

Nur:

1. Wer bitte erfährt schon davon, wenn die Medien bisher so gut wie nie über E-Petitionen auch nur im Ansatz berichteten? - Eben. So gut wie kein wahlberechtigter Mensch. 

Ok. Dann ließe sich überlegen, eine solche Forderung auf change.org zu verbreiten. 

Hier würden dann vielleicht einige Millionen wahlberechtigte Menschen erreicht. Vielleicht. 

DENN

Längst nicht alle Haushalte in diesem Staat haben überhaupt Internet-Anschluss. Und viele Haushalte haben einen Internet-Anschluss, über dessen miserable Leistung sich ein Einheimischer im südamerikanischen Urwald nur schlapp lacht. 

Womit wir bei einem Thema sind, welches zuerst mal abgearbeitet gehört: 

Internet-Anschluss für Alle. 

Diese Forderung steht schon lange im Raum. 

Deine Politiker, Merkel vorweg, lassen dann vor Presse Sprüche ab und sorgen dann dafür, dass ganz bestimmt nicht alle Haushalte ans Internet angeschlossen werden. - Das ist eine lange und skandalöse Geschichte, die Du online recherchieren kannst. 

Es interessiert deutsche Politiker auch nicht mal ein Staubkorn, wenn Firmen nachweisen können, dass sie wegen vorgenannter Verfassungsmissachtung großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. 

Steht die Frage im Raum, ob da schon mal ein Mensch geklagt hat. Wenn ich recht erinnere, dann bis heute nicht bis vor unserem höchsten zuständigen Gericht. 

Wir können also nur hoffen, dass auf EU-Ebene eine entsprechende Richtlinie irgendwann als verbindlich verabschiedet wird. 

ABER

So lange vor allen Dingen deutsche Politik manche europäische Staaten in Armut treibt bzw. hält durch verschiedene politische Maßnahmen, so lange brauchen wir nicht mal von einer EU-Richtlinie zum Thema träumen. 

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Das weitere Thema möchte ich nicht ausblenden:

Deutsche Politik hat hier im Westen von Anfang an auf die Förderung von privat geführten Wirtschaftsunternehmen gesetzt. So entstanden dank vieler deutscher Steuergelder Großkonzerne. Und diese haben sich das Thema Internet-Anschluss unter sich aufgeteilt. 

Doch. Ich weiß, dass die Telekom - noch - teilweise in staatlichem Besitz ist. Da aber nun mal deutsche Politik der Privatwirtschaft den Vorzug gibt, wird sie auch hier die Privatisierung fördern so gut sie kann. 

Privatfirmen wollen möglichst viel Geld verdienen ohne viel Leistung erbringen zu müssen. Gerade bei diesem Thema beweist deutsche Politik unmissverständlich, dass die Interessen des Volkes ihr weniger wert sind als jene von Privatfirmen. 

Es liegt an uns, hier für Veränderung zu sorgen. Mit Stammtischgeschwätz und - geschreibsel werden wir aber niemals Veränderung schaffen. 

Wir schaffen Veränderung, wenn wir uns zunächst mal um die aktuellen FAKTEN bemühen. Die sind online leicht abrufbar. - Hast Du nicht nötig gehabt, wie Deine Ausführung beweist. 

Dann schaffen wir Veränderung, wenn wir erst mal über die Fakten miteinander diskutieren. Eine Diskussion ist eine sehr andere Sache als Stammtischgeschwätz. Die will erst mal erlernt werden. Denn sie wird von vielen Deutschen nachweisbar bis heute nicht beherrscht. 

Dann bedarf es unbedingt einer Verantwortungsbereitschaft in der Bevölkerung. Diese fehlt nachweislich bei sehr vielen Menschen. In der Regel sind es jene, die ausgerechnet die Ausländer, also Angehörige anderer Staaten, für ihre Faulheit und Ignoranz verantwortlich machen. 

Nein. Deine Grundannahme, irgendwelche Politiker würden schon machen, die Hauptsache, Du hast gut geträumt, hat mit Politik absolut Nichts zu tun. 

Auch die Einbildung, mal einfach so eine platte Forderung raus zu lassen, würde für Veränderung sorgen, hat mit Politik absolut Nichts zu tun. 

Ich kann Dir versichern, auch Einzelpersonen können großen politischen Einfluss in diesem Staat ausüben. Aus persönlicher Erfahrung. Sie müssen nicht Mitglied einer Partei sein, nicht studiert haben oder sonst besonders sein. 

Alles, Was notwendig ist, ist genug Vaterlandsliebe, um ein wenig Freizeit zur Ausarbeitung umsetzbarer Vorschläge investieren zu wollen. Und diese dann an die zuständigen Menschen zu verkaufen. 

Expertenantwort
von atom74, Community-Experte für Apple, 14

Du weisst aber schon, dass man mehrere 100.000 WLAN-Access Points, inklusive Stromversorgung, Internet-Zuleitung und (Outdoor-)Bauvorrichtungen installieren müsste, die WLAN-Hotspots betreiben und unterhalten müsste und dazu auch Strom benötigt wird und dies nicht ganz kostenlos ist? Natürlich hätte die ländliche Bevölkerung auch ein Recht darauf und in jedem Dorf müsste somit auch ein WLAN-Netz betrieben werden, was auch nicht gerade günstig kommt.
Und der ganze Aufwand, ohne einen Cent Gegenwert zu bekommen, also rein durch Steuern finanziert, nur damit die Bevölkerung ein kleines kostenloses Goody erhält und die Telekomm-Betreiber kaltgestelkt werden (ausser diejenigen, die dies betreiben)?

Kommentar von atom74 ,

Dazu kommen noch Aufwände für die Sicherheit, Überwachung gegen Missbrauch, Planung von Kapazität und Erweiterungen, längerfristige Investitionen durch Erneuerung des Netzes, Upgrade von HW, etc.

Antwort
von herakles3000, 11

Weil es zu teuer ist und Es die  Gefahr gibt das man  Direkt beeinflußt wird von den Politikern oder Der Industrie zb die ein großes Interesse an deine Daten und den kauf verhalten hat-Außerdem würde das auch noch das Problem der Provider Wahl geben was dan natürlich zu einem -nachteil der Internetanbieter macht und damit würden dann nicht nur steuern wegfallen sondern auch Arbeitsplätze.

Außerdem  will oft eine Regierung nicht den freien unbestraften Meinungsaustausch. oder Das man sich  uneingeschränkt informieren kann weil die Regierung dan zb die Informationen zensieren könnten oder gleich komplett sperren läst.

Kommentar von teafferman ,

Deine Auffassung ist falsch. 

Geld ist eine Definitionssache. Hier nicht nur aus einem Blickwinkel heraus betrachtet. 

Als Schäuble Innenminister war hat er ja Software von unseren Steuergeldern entwickeln lassen, die nach Gutdünken Begriffe oder Themen, Worte ausfiltert. Das hat das deutsche Volk so gut wie nicht interessiert. 

Als aber diese Software, zu großem Teil von unseren Steuergeldern bezahlt, an Saudi-Arabien als erstem Staat verkauft wurde, dieser Staat zunächst Pornographie und Inzest aus dem Internet in seinem Staat verbannte, da war das Geschrei groß. 

Was den Kauf von Daten angeht: 

Schon vor dem Internet waren Deine Daten käuflich erhältlich. Es gab diesbezüglich auch in den Medien manche Berichte, es gab diesbezüglich Gerichtsurteile. Dazu braucht es also absolut keine digitale Technik. 

Dass Machtgier und Herrschsucht es ablehnen, dass sich Menschen frei austauschen, sich gar gegenseitig Fakten zukommen lassen, gefällt diesen nichtstofflichen Süchten selbstverständlich nicht. 

Die EU hat dagegen tatsächlich das sogenannte Transparenzgebot als verbindlich schon vor Jahren verabschiedet. Wovon sehr wahrscheinlich Stammtischschwätzer keine Ahnung haben. 

Ebenso werden sie keine Ahnung davon haben, dass das Bundesverfassungsgericht bereits mehrfach die Beachtung genau dieser EU-Richtlinie mahnend eingefordert hat. 

Das Bundesverfassungsgericht kann nur auf die Beachtung geltenden Rechts bestehen. So lange es der Mehrheit der Bevölkerung nicht mal wo vorbei geht - Es handelt sich nun mal um keinen schweren Verfassungsbruch. Der dann auch erst mal von einer natürlichen Person vor diesem Gericht als zu beachtend eingeklagt werden müsste, damit es tätig werden kann. 

Dass die genannten Süchte sich aber durchaus in die Knie zwingen lassen zeigt die schlichte Tatsache, dass sie sich selbst eine Selbstverpflichtung im Umgang mit digitaler Volksabstimmung auferlegt haben. An diese halten sie sich bis heute.

Expertenantwort
von ludpin, Community-Experte für Apple, 15

Das freie Wlan bzw. Staats-Wlan ist meist auch kontrolliert. Bietet also eine hervorragende Möglichkeit gewisse Meinungen zu blockieren. Und ganz kostenlos ist das freie Wlan auch nicht. Der techn. Aufwand würde bestimmt einige 100 Mio. jährlich dem Staat kosten. Aber so teuer wie bei uns das Internet ist, müsste es nicht sein. Selbst in Entwicklungsländern zahlt man oft nur 1/3.

Antwort
von Crysali, 16

Könnte schon, wird aber nicht. Genau wie Wasser, Strom und Grundnahrungsmittel kann man hier fragen, warum das eigentlich etwas kostet ( mal ganz vernachlässigend, dass Wlan kein Muss für das Überleben ist). Grundsätzlich, irgendjemand muss das WLAN ja bereitstellen und unterhalten. Das kostet Geld. Wenn der Staat das einrichtet, dann musst du auch dafür zahlen, aber an anderer Stelle, nämlich höchstwahrscheinlich über Steuern. Im Endeffekt gewinnst du nichts, aber momentan hast du die Wahl, dir einen Provider zu holen und es zu bezahlen oder ganz auf Wlan zu verzichten. Das geht beispielsweise bei Rundfunkgebühren nicht, Fernsehen und Radion musst du bezahlen, um das als Vergleich hinzuzuziehen.

Antwort
von Duponi, 9

wieso kommst du zu der irrigen Meinung, dass WLAN nicht viel kostet? Erstmal müsste ein gigantisches Netz einrichtet werden mit zig Servern, die zweitens ja auch noch irgendwie mit dem Internet verbunden sein müssten, sonst nutzt WLAN nicht besonders viel. Ein Milliardenprojekt, nur damit jeder gratis Internet hat? Bist du bereit, dafür die Mehrsteuern zu zahlen? Denn irgendwo muss das Geld dafür ja herkommen, es wächst auch in D nicht auf Bäumen

Expertenantwort
von Lupulus, Community-Experte für Apple, 6

Umsonst gibt es nix.

Wenn überall WLAN zur freien Verfügung gestellt wird, muss das irgendwer bezahlen. Rate mal, wer das wäre.

Antwort
von bergquelle72, 4

Ja das wäre machbar, aber schließlich gibt es Firmen, die die Infrastruktur aufgebaut haben und sie am Leben erhalten. Sollen die enteignet werden und gezwungen werden unendgeltlich zu arbeiten?

Oder aus dem Staatssäckel entschädigt werden. Woher kommt dieses Geld dann?  Aus den Steuern !   Und wer zahlt die ?    Also was  ist dann umsonst ?

Du mußt deine Gedanken mal 3-4 cm weiter denken, als Du es gewohnt bist ....

Antwort
von dextaaar, 11

Das gibt eis schon z.B. in Luxemburg und in Köln.

Kommentar von Duponi ,

in Luxemburg-Stadt, wohl verstanden

Kommentar von dextaaar ,

Wenn man von Luxemburg redet ist meißtens die Stadt gemeint

Antwort
von norgur, 12

In Innenstädten gibt es das. Ganzheitlich wäre das definitiv zu teuer.

Antwort
von ThadMiller, 10

Frag mal die Provider nach nem Nachteil ;)

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