Frage von AbSa55, 70

Warum bezeichnete man Otto der erste als Begründer Deutschlands?

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 35

Otto gelang es, den Integrationsprozess der späteren deutschen Stämme der Sachsen, Franken, Bayern, Schwaben und Lothringer wesentlich voranzutreiben. Es begannen sich Gruppenidentitäten und Herrschaftszonen auszubilden, die jahrhundertelang Bestand hatten. Mit seinem Reichskirchensystem auf der Basis fränkisch-karolingischer Grundlagen wandelte sich das ottonische Reich auch nach ihm weiter zum deutschen Feudalstaat. Damit gelang es ihm auch, die Macht der Herzöge zu brechen und diese dem Königtum zu unterwerfen.

Kurz gefasst kann man sagen, dass Otto die Ausbildung des deutschen Feudalstaates und damit auch des deutschen Volkes mit auf den Weg gebracht hatte. Für die Bildung des Heiligen Römischen Reiches steht er mit seiner Kaiserkrönung am Beginn.

Antwort
von freieswort, 4

Zu dem von anderen schon Gesagten kommt noch etwas:

Schon im 9. Jahrhundert nannte man den Ostfrankenkönig Ludwig "den Deutschen". Ab da beginnt die Herausbildung Deutschlands.

Schon Ottos Vater Heinrich I., zuerst Sachsenherzog,  wurde von den Stämmen des Ostfrankenreichs 919 als erster Nicht-Karolinger zum deutschen König gemacht. Aber seine Herrschaft war noch unsicher.

König Otto I., Herrscher ab 936,  beendete die jahrzehntelangen Ungarneinfälle in Mitteleuropa. Die Ungarn verwüsteten und plünderten v. a. Deutschland. Otto schaffte es, die deutschen Stämme Sachsen, Franken, Schwaben und Bayern militärisch zu vereinigen und den Ungarn bei Augsburg entgegenzutreten. In der Schlacht auf dem Lechfeld besiegte er 955 die Ungarn so vollkommen, dass sie ab da sesshaft wurden und Deutschland geschützt war. Damit war klar, dass nur ein fester Verbund der deutschen Stämme ein Machtfaktor sein konnte, Noch auf dem Schlachtfeld riefen die Truppen Otto zum "Imperator" aus. Sieben Jahre später wurde er in Rom dann offiziell gekrönt.

Antwort
von Exisaur, 44

Ich kenne mich zwar nicht so gut mit dem frühen Mittelalter aus, aber soweit ich mich erinnere, war Otto I. der erste der römisch-deutschen Kaiser. Ihn deswegen als "Begründer Deutschlands" zu bezeichnen, halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Er war der erste Kaiser im Ostfrankenreich, das das Kernland sein dessen sein war, was später mal als "deutsch" bezeichnet werden sollte.

Allerdings ist das römisch-deutsche Kaisertum eine der prägenden Grundpfeiler staatlicher Ordnung in dem, was später mal Deutschland geworden ist. Ihn als Begründer Deutschlands zu bezeichnen, finde ich aber ziemlich abgehoben.

Antwort
von JoachimWalter, 36

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_I._(HRR)

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