Frage von urschel0404, 89

Warum bezahlt das Jobcenter meine tätsächliche Miete nicht?

Hallo liebe Mitglieder. Ich habe da ein Problem mit meinem Jobcenter. Vollgendes: Ich war jetzt fast 2 Jahre Selbständig und habe im Oktober einen Hartz 4 Antrag gestellt. Bei meinem Antrag musste ich die Wohnungskosten angeben.Diese werden aber nicht in vollem Umfang angerechnet, obwohl ich einen Bescheid habe das die Miete in tatsächlicher Höhe gezahlt werden für 6 Monate. Als ich einen Termin machte und den Sachbearbeiter fragte warum mein Miete nicht in voller Höhe gezahlt werden sagte dieser, das ich vor meiner Selbständigkeit diese ja schon einmal bezogen habe und somit keinen Anspruch mehr habe.Frage ist das Korrekt ?Ab wann ist ein Neuantrag ? Wäre echt nett wenn mir jemand helfen könnte.

Antwort
von schleudermaxe, 17

Aber die verlieren doch derzeit in allen Ländern die Miet-Verfahren zuhauf, weil die benutzten Tabellen/Listen uralt und nicht nachvollziehbar sind. Schaue also in die Rechtsbelehrung und werde tätig. Viel Glück.

Antwort
von DerHans, 42

Diese 6-Monatsfrist gilt tatsächlich nur bei einem Neuantrag. Jetzt stellst du ja einen Folgeantrag. Daher kanntest du die Bedingungen ja.

Kommentar von urschel0404 ,

Also ich konnte nirgends Lesen,das dies ein Folgeantrag ist.

Das würde ja bedeuten egal wie lange man gearbeitet hat und aus Hatz4 raus ist, ist es immer ein Folgeantrag . Wo bitte STEHT  das geschrieben

Kommentar von DerHans ,

Du wirst unter der gleichen Fallnummer weiter geführt. Wenn du einmal im System bist, bleibst du da auch.

Kommentar von urschel0404 ,

Hallo,

ich habe gerade meine Unterlagen geprüft.

Also ich habe eine andere BG Nummer als voher.

Daher ist es meines erachtens auch keine gleiche Fallnummer.

Antwort
von Parhalia, 56

Wie lange warst Du denn selbstständig und wieviele Monate hat Dir das Jobcenter vor Deiner Selbstständigkeit die Miete in tatsächlicher Höhe gezahlt ? Wurdest Du diesbezüglich auch vorher schon mal angeschrieben mit der Empfehlung, Dir eine "angemessene" Wohnung zu suchen ?

Kommentar von urschel0404 ,

Hallo,

das Jobcenter hat wärend meiner gesamten Selbständigkeit keinen Pfennig gezahlt, da ich ja  meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten konnte.Ich war 1 jahr und 8 Monate selbständig.Die Aufforderung für einen angemessenen Wohnraum habe ich mit dem Bescheid das meine Mietkosten in tatsächlicher Höhe gezahlt werden zusammen bekommen. Derzeit zahle ich von Hartz 4 120 € eigenanteil auf die Miete. Gestern war ich mir eine sehr günstige Wohnung ansehen, diese war in der Kaltmiete sehr günstig aber mit Nebenkosten ist Sie gerade mal 50 € günstiger als meine jetzige.

Kommentar von Parhalia ,

Mir ging es in der Rückfrage jetzt eigentlich darum, ob das Jobcenter Dir VOR Deiner Selbstständigkeit für diese Wohnung schon mal die Warmmiete in tatsächlicher Höhe zahlte ?

Kommentar von urschel0404 ,

Ja

Kommentar von Parhalia ,

O.K. 

Daraus ergibt sich dann m.W. auch die Richtigkeit der Aussage des Jobcenters, wenn es Dir nun nach vormaliger Aufklärung mit dem Hinweis zur Suche einer "angemessenen" Wohnung nun nur noch den ihm per "Diensanweisung" zur Verfügung stehenden Höchstsatz für angemessenen Wohnraum zahlt.

Scheinbar ist Deine aktuelle Wohnung also zu gross und / oder zu teuer pro Quadratmeter in der Netto-Kaltmiete.

Denn je nach Region hat ein Jobcenter erst einmal folgende Rahmengrössen zum Entscheid über "Angemessenheit" :

 - Anzahl der im Haushalt ( Bedarfsgemeinschaft ) befindlichen Personen.

 - daraus sich ergebende ( ungefähr ) zustehende Wohnungsgrösse

 - Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ( Netto-Kaltmiete )

 - angemessene Kosten pro Quadratmeter für die Anrechnung der Nebenkosten ohne Heizung 

Aus dem Schnitt DIESER Punkte kann per Einzelfallentscheidung in der Regel sogar noch eine Art "Schnitt" gebildet werden, wenn die Kosten eines Punktes zwar die regionalen Vorgaben überschreiten, aber insgesamt dennoch dem ortsüblichen "Bewilligungsrahmen" entsprechen.

Nur in ganz besonderen Einzelfällen KANN das Jobcenter ( befristet oder sogar unbefristet ) auch Einzelfallentscheidungen zu Gunsten teurerer Wohnungen in voller Übernahme treffen. Das sind aber wirklich nur absolute Ausnahmen und kein "Grundrecht".

Du kannst diese "Dienstanweisungen" zur Bewilligung angemessenen Wohnraumes aber durchaus online für Deine Region recharchieren, bzw. in Deinem Jobcenter auch konkret erfragen.

Denn 120 Euro Differenz sind unter diesen Umständen wirklich kein "Pappennstiel".

Auf wie viele "Schultern" verteilen sich die 120 Euro Eigenleistung denn ? Wie sieht der regionale Wohnungsmarkt grundlegend für "angemessenen" Wohnraum ( Wohnungsgrösse zu QM-Preis der Brutto-Kaltmiete ) aus.?

Kommentar von urschel0404 ,

Hallo,

also die 120 € werden auf 2 Personen und 1 Kind verteilt.Laut der Tabelle darf meine Wohnung 439€+Heizkosten haben.Wo auch schon mein nächstes Problem liegt.439€ = Kaltmiete + Nebenkosten

Also ich habe seit Jahren Nebenkosten in Höhe 120€. Wenn ich diese von 439€ abziehe habe ich die Kaltmiete von 320€. Dafür bekomme ich keine Wohnung.

Habe gerade ein Einschreiben erhalten, wo die Änderung von der tatsächlichen Miete einfach auf die Wohngeldstufe geändert wurde.

Es kann wohl nicht richtig sein ,das ich erst einen Bescheid über die tatsächliche Miete erhalte und nachdem ich mich melde das mir Geld fehlt, einfach einen Bescheid ändern, und das nach 4 Monaten .

Kommentar von Parhalia ,

Damit hast Du dann durchaus schon recht. Für 3 Personen klingen 320 E KM + ca. 110 E NK zzgl. Heizung irgendwie nicht wirklich unangemessen. ( ich kann es aber leider nicht "deutschlandweit" SO definieren )

Gehe da zunächst einmal zum Jobcenter und übergebe denen einen schriftlichen Widerspruch gegen die aktuelle Entscheidung bzgl. der Mietkosten-Übernahme.

Parallel dazu solltest Du auch mal in Deiner Umgebung nach Kontaktstellen für Arbeitslosenberatung ( in grösseren Städten meist caritativ oder ähnlich betreut ) recharchieren und dort hingehen.

Zudem hast Du noch die Möglichkeit auf eine vergünstigte anwaltliche Beratung zu dieser Frage. Das müsstest Du unter Vorlage Deines aktuellen Bewilligungsbescheides beim regional zuständigen Amtsgericht beantragen können.

( Alternativ einfach nach Möglichkeit diesbezüglich mal Fachanwälte für Sozialrecht in Deiner Umgebung telefonisch anfragen...die wissen neben fachspezifischer Individualkompetenz auch um die passenden Anträge zur Beratungsbeihilfe )

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