Frage von Quarzsand, 75

Warum betreiben Menschen exzessiv Bodybuilding?

Guten Tag,

es handelt sich um eine ernst gemeinte Frage und ich bitte euch diese vorher komplett durchzulesen.

Ich habe 3 Jahre lang erfolgreich und intensiv Bodybuilding auf natureller Ebene betrieben, bis vor einem Jahr als ich aus beruflichen Gründen aufhören musste und mir klargeworden ist, wie mein Leben an Lebensqualität zugenommen hat, seitdem ich damit aufgehört habe. Mir ist klargeworden, dass dieser Sport über die Kapazitäten eines normalen Sportes weit übersteigt, da beim Bodybuilding auch Themen wie Ernährung und Erholung essentiell wichtig für einen guten Erfolg sind.

Neben unangenehmen Essangewohnheiten, einer chaotischen Verdauung, dem Verzicht auf gesellschaftliche Konventionen zu denen ich unter anderem den Genuß von Alkohol zähle, gibt es noch eine Menge anderer Aspekte, welche die Lebensqualität einschränken. Zur Zeit als ich trainiert habe, habe ich diesen Verzicht als selbstverständlich abgestempelt und die Frage verdrängt, wofür ich das eigentlich mache. Die (durchschnitts-)Frau steht nicht auf Muskelberge und ein Zeichen der Männlichkeit ist es in unserer Gesellschaft auch nicht mehr. Training als Stressabbau zusehen, finde ich auch eher fragwürdig, da, und ich denke jeder engagierte Kraftsportler weiß wo von ich rede, eine ungewollte Trainingspause oder schlechte Ernährung, einem gleich ein schlechtes Gewissen macht, von Trainingsrückschritten ganz zu schweige. Seinem Körper tut man, langzeitig gesehen, auch keinen Gefallen, da Training mit schweren Gewichten (auch bei korrektem Training) nicht gut für den Körper ist.

Ich gehe jetzt drei mal die Woche laufen und mache ab und zu BWE, habe natürlich stark an Muskelvolumen abgenommen, auch wenn die Frauen aus meinem Bekanntenkreis sagen, dass mein Körper attraktiver geworden ist. Ich esse und trinke worauf ich Lust habe, achte natürlich trotzdem noch auf eine ausgewogene Ernährung und trinke am Wochenende gerne auch mal ein Bier mehr. Und mir geht es gut, wie nie zu vor.

Ich könnte noch viele Dinge aufzählen, aber ich glaube ihr wisst worauf ich hinaus will. Was bewegt euch dazu, für einen Sport eure Lebensqualität in einem solch großem Rahmen einzuschränken?

Mf

Antwort
von rosek, 28

Eine sehr schöne Frage wie ich finde ...

Ich betreibe selber kein Bodybuilding mehr ... Bodybuilding benötigt ein 24h Sportler-Leben. 8 Stunden Schlaf, genau nach Plan essen, kein Alkohol...

Das ist schon ziemlich anstrengend und du wirst überall doof angeguckt, wenn du mit deiner Plastedose mit Reis und Huhn ankommst.

Mittlerweile esse und trinke ich was ich will ... gehe nur noch 2-3 mal die Woche zum Sport und mache mich nicht mehr verrückt, ob ich nun im Kaloriendefizit oder überschuss bin.

Ich bin mittlerweile 27 Jahre und habe einen festen Job , eine Freundin , einen kleinen Hund ... ich hab keine Zeit mehr für 6 Tage die Woche Sport.

Meine Freundin liebt mich auch mit einem KFA von 16% :D

Und wenn mich doch mal wieder der Ergeiz packt, dann gehe ich halt runter auch 12% ... aber nicht mehr so zwanghaft wie früher

Kommentar von Bodybuilder99 ,

Oder auf 10 Prozent 💪.

Antwort
von ChrisG3, 24

Ich möchte erst einmal auf deine Fragestellung zu schreiben kommen bevor ich deine eigentliche Frage beantworte.

"Mir ist klar geworden, dass dieser Sport über die Kapazitäten eines normalen Sportes weit übersteigt, da beim Bodybuilding auch Themen wie Ernährung und Erholung essentiell wichtig für einen guten Erfolg sind."
Das ist meiner Ansicht nach in jeder Sportart genauso wichtig wie im Bodybuilding darüber wird nur nicht soo viel gesprochen.

"Neben unangenehmen Essangewohnheiten, einer chaotischen Verdauung, dem Verzicht auf gesellschaftliche Konventionen zu denen ich unter anderem den Genuß von Alkohol zähle, gibt es noch eine Menge anderer Aspekte, welche die Lebensqualität einschränken."
Ich denke das ist eine Definitions Sache ich habe mich dafür entschlossen keinen Alkohol zu trinken bevor ich mit dem Sport angefangen habe. Das hat auch viel mit der Prioritäten Setzung zu tun es gibt auch einige Bodybuilder die hin und wieder etwas trinken (natürlich keine Profis) die aber trotzdem ziemlich gute Körper haben. Für mich ist es einfach nicht das Wichtigste zur Gesselschaft zu gehören sondern das ich mich wohlfühle und das ich das Gefühl habe das richtige zu tun. Wenn du denn Sport machst musst du ja nicht zwingen darauf verzichten.

"Seinem Körper tut man, langzeitig gesehen, auch keinen Gefallen, da Training mit schweren Gewichten (auch bei korrektem Training) nicht gut für den Körper ist."
Das ist kritisch zu betrachten solange man kein Profi Athlet ist und alles im gezügelten Maßnahmen hat (also keine 250 KG Bankdrücken macht) ist es eigentlich sogar sehr gut Regelmäßig schweres Training zu machen. Schließlich ist unser Körper dafür Entwickelt starke Leistungen zu vollbringen. In unserer Modernen Gesellschaft tuen wir, außer wir arbeiten auf dem Bau oder in ähnlich anstrengender Arbeit, viel zu selten nutzen. Das kann in den meisten fällen zu viel mehr Problemen führen als regelmäßiges kontrolliertes Krafttraining.

"Ich gehe jetzt drei mal die Woche laufen"
Laufen kann auch sehr sehr schlecht für die Knie sein^^

Ich persönlich mache nicht wirklich Bodybuilding sondern eher die schiene Powerlifting und ich finde das ich meine Lebensqualität keineswegs einschränke. Bevor ich mit dem Sport begonnen habe, habe ich bereits gesagt das ich keinen(bzw. sehr sehr selten) Alkohol trinken möchte. Ich habe bereits vorher entschieden mich Gesund von "real food" zu ernähren. Und ich finde das all das meine Lebensqualität gesteigert hat. Genauso wie das Training. Ich habe dort Spaß, ich habe etwas gefunden in dem ich ganz gut bin und es ist 1000 mal besser als in dieser zeit nur rum zu sitzen und irgend einen Müll zu machen.
Ich denke jeder Mensch hat andere Prioritäten und andere Ziele in seinem Leben und je nach dem wie man sich Entscheidet lindert oder steigert der Sport seine eigene subjektiv wahrgenommene Lebensqualität.

MFG Christian.

Kommentar von Marbuel ,

Ich muss dir widersprechen. Dein Körper ist definitiv nicht dafür gemacht, mit über 100 Kilo Kniebeugen oder Bankdrücken zu machen und derartige Gewichte hast du schnell. Doch auch da gehen sie bereits auf die Gelenke. Da brauchst du keine 250 kg Benches oder Kniebeugen. Das ist Fakt und wird dir jeder Mediziner bestätigen. Bodybuilding ist definitiv nicht gesund.

Kommentar von ChrisG3 ,

Achso ja tut mir leid... Früher haben die Menschen immer einen Bagger gehohlt um Steine zu schleppen. 

Meiner Meinung nach ist unser Körper sehr wohl dazu geschaffen, und meiner Meinung nach ist unsere Moderne Medizin sowieso etwas verdreht in ihrer Einstellung auf viele viele dinge.

Kommentar von Marbuel ,

Deine Meinung gegen die gesamte Sportmedizin und gegen Millionen von Menschen, die ihr Leben lang auf dem Bau gearbeitet haben und nun im höheren Alter massiv Probleme mit ihren Gelenken oder dem Rücken haben. :-) Und nicht zuletzt deine Meinung gegen unzählige Bodybuilder im höheren Alter, welche alle Beschwerden haben und von denen allein ich schon dutzende kenne. Selbst ich mit 37 merke es schon hier und da. Du kannst reden, so viel du willst. Es ist Fakt, dass Training mit hohen Gewichten nicht gut ist. Gelenke wachsen nun mal nicht und lassen sich auch nicht trainieren. Da kannst du noch so langsam und noch so sauber trainieren, wenn du später im Alter keine Probleme bekommst, hast du Glück gehabt.

Ganz früher haben die Leute übrigens meist nicht so viel von irgendwelchen Folgeschäden durch lebenslange Schufterei mitbekommen, weil sie alle im Gegensatz zu heute ziemlich zeitig gestorben sind.

Kommentar von ChrisG3 ,

zu erst einmal habe ich mich nicht gegen die "gesamte" Sportmedizin ausgesprochen und meine aussage war auch nicht auf die Bauarbeiter bezogen weil das für mich, um meine Meinung und meine Ansicht in diesem Punkt zu erläutern, viel zu lange dauern würde und da viel zu viel Gesellschaftskritik einfließen würde. Mein Kommentar war auf die Leute bezogen bevor es richtige "Bauarbeiter" gab. Un das die Menschen damals nicht so alt geworden sind ist ein irrtum es handelt sich dabei um das Durchschnittsalter was darauf beruht das es eine hohe Kindersterblichkeitsrate gab. Die Lebenserwartung an Menschen die das frühe Kindheits alter überstanden haben waren nur Unwesentlich geringer als Heutzutage. 

Und ich habe keine Meinung "gegen" die Unzähligen Bodybuilder. Ich denke nur das Bodybuilding, im Naturalen bereich, über einen langen Zeitraum so betrieben werden kann es es keine Negativen Nachwirkenden Auswirkungen gibt..

Allerdings hantelt es sich vor allem im letztem Abschnitt um meine Meinung mit dem wissen einiger Studien und der Bekanntschaft einiger Menschen die dort Erfahrung haben.
Und wie immer kann meine Meinung falsch sein das möchte ich nicht abstreiten. Ich möchte nur klar stellen das, dass bei dir/euch ebenso der Fall sein kann.

Antwort
von Marbuel, 10

Ich kann nur für mich sprechen. Ich finde einen muskulösen Körper einfach schöner. Aber ich gehe es dennoch nicht so verbissen an, wie manch andere. Am Wochenende hab ich dennoch Spaß. Ich hab auch kein Problem damit, Alkohol zu trinken. Ich lebe mein Leben ganz normal weiter. Und ob du es glaubst oder nicht, ich baue dennoch auf. Vom Essen her schau ich halt, dass ich viel Vollkorn esse, aber das schmeckt mir ohnehin besser. Ich verzichte abre nicht auf Dinge, wie Schnitzel, Curry Wurst oder Burger. Auch Süßigkeiten gönne ich mir am WE. Ich hau mir lediglich nicht jeden Tag alles rein, worauf ich Bock habe. Der Verzicht hält sich bei mir also sehr in Grenzen. Und Dank Ernährungseergänzungsprodukte ist es jetzt auch nicht so der Stress für Eiweiß und Kohlenhydrate zu sorgen. Ich verbring halt viel Zeit im Studio. Aber sonst würde ich unter der Woche halt zocken oder fernsehen. Wie dem auch sei, meine Lebensqualität ist mit besser, als ohne. Weil ich mich nur mit Muskeln wirklich wohl fühle. Gesund ist es natürlich nicht, da hast du recht.

Antwort
von eltenjohn, 31

bodybuilding machen Menschen, die nicht körperlich arbeiten, dazu zählt auch das Handwerk. Aus einem von den Medien aufgeputschten Körperwahn verfallen immer mehr Büromenschen diesem Trend und geraten in diesen Teufelskreis der Industrie.


Antwort
von Kuestenflieger, 29

da hat einer den unfug mit dem markt noch rechtzeitig erkannt , bravo .

leben sie wie ein mensch , machen körperlich beanspruchende arbeiten - falls sie sonst eher bürokrat sind - helfen sie z.b.  älteren beim gartengraben o.ä. .


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