Warum betreiben Buddhisten Askese?
...und gleich noch eine Frage zum Buddhismus.
Habe gerade gelesen, dass Buddha auch erst Askese betrieben hat, bevor er dann aber zur Erkenntnis kam, dass Selbstquälerei nicht die Lösung ist.
Warum machen es einige Buddhisten dann immer noch, wenn es ihr "Herr" für zwecklos hält?
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Der Buddha ist nicht der "Herr" der Buddhisten, sondern ihr Lehrer. In diesem Sinn, als unübertroffener Lehrmeister, wird er von den Buddhisten auch verehrt.
Der Buddha war, bevor er seinen eigenen Weg fand, die Wege der anderen spirituellen Lehrmeister gegangen. Empfahl einer das strenge Fasten, fastete der Buddha extrem, weil er dachte, daß mehr Bemühung, mehr Arbeit auch besser zum Erfolg führen könnten. So machte er es mit allen religiösen Wegen, die er selbst ausprobierte. Dann kam ihm die Erkenntnis, daß extreme Übungen nicht die Lösung seien, sie führten nicht zur Erkenntnis. Von nun an praktizierte er den "mittleren Weg": Askese ja, aber nicht extrem. Stete Mäßigkeit statt vollen Genuß auf der einen und extremes Fasten auf der anderen Seite. Nicht hungern, nicht fressen, sondern mäßig essen. Nicht ohne Bettzeug schlafen, nicht im Himmelbett, sondern auf einem einfachen Lager. Nicht 30 Gewänder oder nackt, sondern zwei Gewänder, damit man einmal wechseln kann.
Auch nach westlichem Verständnis bedeutet Askese nicht Selbsquälerei, sondern bewußte Abkehr vom diesseitigen, von dem man gefesselt wird. Das ist ein freiwilliger Akt und wird bewußt vollzogen - z. B. bei der Einhaltung von Fastenregeln, bei der Beschränkung in freiwilliger Armut, beim Verzicht auf das Sprechen zu gewissen Zeiten und so weiter. Askese ist eine in vielen Religionen verbreitete und sehr wertvolle Übung. Selbstgeißelung oder Schlafen auf Glasscherben, Knien auf Holzscheiten, Bußgürtel und dergleichen sind auch hierzulande sehr extreme Formen von "Askese" gewesen, eher ein "Leistungschristentum" als wirklicher Glaube. Es ist bekannt, daß solche Übungen keinen Zuwachs an Erkenntnis bringen außer der Einsicht, daß sie nutzlos sind. Große spirituelle Meister/innen wie Teresa von Avila oder Meister Eckart haben das auch zu allen Zeiten durchschaut. Gruß, q.
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2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Askese ist nicht "Selbstquälerei" sondern bewusster Verzicht - vgl. Fasten...
Informiere dich einmal etwas genauer...
Vielleicht verwechsest du das mit den Praktiken der üblichen indischen Religionen...
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Der Gedanken, den du ansprichst, deutet den Weg, frei von seinen Lastern zu werden. Das wird dadurch erreicht, das man selbst aktiv seine Triebe zügelt. Wer seine Triebe recht zügeln kann, der wird sich in Situationen, die ihm körperlich viel Tapferkeit abverlangen, seine rechte innere Einstellung nicht verlieren. Wer seine rechte innere Einstellung nicht verliert, der kann es schaffen, im Frieden mit seiner Umwelt zu leben.
Vielleicht hilft dir das hier weiter: "Wer bis an seine Grenzen geht, wird frei vom Bildungswahn!" Es kann sein, das der Buddha erkannte, das man als Mensch nicht ans Unendliche gelangen kann und hörte deshalb auf, Askese zu machen. Es kommt im Irdischen überall auf das rechte Maß an.
Lg ct
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Hallo Jojo147, Askese (griech.: ασκησις askesis von ασκεω askeo = üben, sich befleißigen) von Matua: bezeichnete ursprünglich die mit der Zugehörigkeit zu einer philosophischen Schule oder einem religiösem Kult verbundenen praktischen Handlungen, dabei insbesondere spirituelle Übungen, wie Konzentration und Meditation. Heute versteht man unter Askese in einem engeren Sinn die religiös-philosophisch motivierte Enthaltsamkeit, insbesondere den Verzicht auf Genuss von Rauschmitteln (Abstinenz), Fasten und sexuelle Enthaltsamkeit. Allgemein und weltanschaulich neutral versteht man unter Askese den zugunsten des Erreichens eines als höherwertig/innerlich befriedigender erachteten Zieles geübten Verzicht. Askese basiert grundsätzlich auf einer freien Entscheidung und ist eine bewusste und besondere Leistung - ein Asket verzichtet, aber er dürfte, wenn er wollte. Askese im Bereich der Sexualität hat das Ideal absoluter Keuschheit. Gegenbegriff ist die Libertinage, deren einziges Ziel die ausschweifende Lust ist. MfG :-)
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Also einer der Buddhas, den du sicherlich meinst (Siddharta Gautama) hat sich für einen Mittelweg zwischen Askese und Sinnengenuss entschieden, nachdem er zur Erlösung gelangte. Er kann es also nicht für ganz zwecklos gehalten haben.. Jedenfalls nach dem was ich gelernt habe..