Frage von wooling92, 405

Warum bekommen Pflegeeltern Geld für ihre Pflegekinder?

Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand erklären, warum Pflegeeltern von Pflegekindern überhaupt Geld bekommen?

Ich bin der Meinung, dass man ein Kind aus Liebe aufnimmt und nicht wegen dem Geld. Warum bekommen Pflegeeltern so viel Geld dafür, dass sie ein Kind aufnehmen? Eltern von leiblichen Kindern bekommen ja auch nur Kindergeld. Und da gibt es viele, die wirklich mehr Geld brauchen könnten, um ihrem Kind ein gutes Leben zu bieten. Deshalb verstehe ich nicht, warum Unterschiede gemacht werden. Für mich ist "Kind = Kind". Egal ob leiblich, adoptiert oder in Pflege.

Liebe Grüße

Antwort
von teafferman, 189

Wenn ein Kind gezeugt wird, dann handelt es sich heutzutage um eine bewusste Entscheidung, es auch in die Welt zu setzen. 

Der Staat unterstützt dann nicht nur mit Kindergeld sondern noch auf vielfältige andere Weise. Da will ich jetzt erst gar nicht anfangen aufzuzählen, denn da würde der Platz hier nicht reichen. 

Geschwistern ist nicht nur zuzumuten, dass sie in einem Zimmer miteinander wohnen. Es ist aus mancherlei Gründen auch für ihre Entwicklung förderlich. 

Eine Pflegefamilie hat in der Regel eigene Kinder. Sie muss einige Bedingungen erst mal aus eigener Tasche erfüllen, bevor sie als Pflegefamilie anerkannt wird. So ist für jedes Pflegekind ein Zimmer bereit zu stellen. Und kein Mensch garantiert, dass dieses Zimmer auch dauerhaft von einem Pflegekind genutzt wird. Selbstverständlich ist das Zimmer so einzurichten, dass es für jedes Alter taugt. 

Dann verlangen viele Jugendämter den Nachweis einer Ausbildung, die Praxis im sozialen und oft auch im pädagogischen Bereich nachweist. Und oft genug wird noch die Teilnahme an speziellen Kursen eingefordert. Arbeiten gehen dürfen beide Pflegeeltern aber nicht, im Gegensatz zu Eltern.

Denn es kann vorkommen, dass abends ein Anruf kommt, ein Pflegekind soll noch am gleichen Abend kommen. 

Was glaubst Du wohl, warum ein Kind so plötzlich aus seiner Familie raus muss? Gewiss nicht wegen der Hühner. Es kommt oft in einem Schockzustand an, verwirrt, hat womöglich noch nie eine richtige Familie kennen gelernt, kennt weder Liebe noch Verständnis oder andere Softskills. 

So ein Kind braucht neben der Pflegefamilie sehr oft noch Begleitung zu speziellen Fachmenschen. Mit denen muss sich die Pflegefamilie dann abstimmen, damit aus diesem Kind doch noch ein relativ gesunder Mensch werden kann. 

Ich schildere mal Beispiele: 

Da kommt also ein 14-jähriges Kind an. Es kennt nicht, sich täglich sauber zu halten. Ihm ist unbekannt, dass die Wäsche regelmäßig gewaschen wird. Und wenn seine Wäsche gewaschen wird, dann bleibt es vor der Waschmaschine sitzen, damit es auch seine Wäsche wieder bekommt. 

Das Kind hat dann irgendwann gelernt, dass es einen eigenen Schrank voll mit extra neu angeschafften Sachen auch tatsächlich hat. Bis es diese Tatsache gelernt hat, hat es die Familie manche Kraft und manchen Kampf gekostet. 

Nun hat es Geburtstag. Wie die anderen Kinder in der Familie bekommt es einen Kuchen. Den verteidigt es. Denn es kennt nicht, dass ihm auch nur Essen welches ihm geschenkt wurde gehört. 

Selbstverständlich braucht das Kind Nachhilfe in wirklich allen normal aufgewachsenen Angelegenheiten des Alltags und für die Schule. 

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Ein achtjähriges Kind kommt an und verhält sich einem Geschlecht gegenüber komisch. Es lügt, betrügt, stiehlt. Vertrauen kennt es auch nicht. Nach gut einem Jahr, in welchem sehr viele alltägliche Dinge ersetzt werden mussten, stellt sich heraus, dass das Kind regelmäßig sexuell missbraucht wurde. 

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Ein drogenabhängiges Kind hat in einer Pflegefamilie die größte Chance, seine Erkrankung zu erkennen und somit die Voraussetzung zu schaffen, behandelt werden zu können. 

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In der Regel würde ein Heimplatz das Dreifache kosten. Ein Klinik-Aufenthalt, der sehr oft alternativ wäre, würde in der Woche ein Vielfaches kosten. 

Was Eltern ihren Kindern antun, dass passt nicht in einen Thriller. Pflegekinder sind Wegnahmen aus menschenverachtenden Verhältnissen. 

Es macht allerdings absolut keinen Sinn, nun auf böse Eltern losgehen zu wollen. Auch diese haben ihre eigene Geschichte, sind sehr oft selbst Opfer. 

Pflegefamilien durchbrechen also über Jahrtausende konditionierte und menschenverachtende Lebensweisen. Sie legen den Grundstein für eine friedlichere Gesellschaft. 

Davon abgesehen, rechne Dir einfach mal durch, was es kostet, ein Zimmer ungenutzt bereit zu halten, nur damit irgendwann vielleicht ein Mal da eine unbekannte und misshandelte, missbrauchte Person einzieht, die nicht mal Worte kennt, um das Erlebte darstellen zu können. 

Und dann ist das Kind vielleicht eine Woche da und es geht wieder. Aus mancherlei Gründen. Vielleicht wird es irgendwo in der Verwandtschaft aufgenommen. Vielleicht hat sich heraus gestellt, es sollte möglichst großen Abstand zum Geburtsort haben..... . 

Oder es steht Verwandtschaft von dem Kind vor der Tür. Manche soll es erleben, bei anderen ist die Polizei zu rufen. 

Antwort
von Thiamigo, 165

es ist ja so das die Pflege Eltern sich Pflege Eltern nennen und nicht Eltern, der Start ist froh dass er Fliege Eltern hat denn die Kosten sind geringer als ein Kinderheim Platz und die Pflege Eltern wollen was Gutes tun den Kinder kosten Geld ob sie jetzt so viel bekommen oder wenig kann ich auch nicht sagen hatte noch kein Pflegekind aber Kinder sind nicht gerade billig und der Zeitaufwand ist ja auch hoch die Fliege Eltern ergeben dann auch ja wieder die Kinder ab man muss sich das so vorstellen wie es ein Hort wäre

Antwort
von Goodnight, 103

Was man für ein Pflegekind bekommt ist sehr bescheiden. So manche Pflegefamilie buttert einiges mehr Geld in ein Pflegekind als das was man als Entgelt vom Staat  oder den leiblichen Eltern bekommt.

Ein Pflegekind ist eine Aufgabe und Arbeit die niemals angemessen bezahlt wird. Ein Heimplatz kostet dann einiges mehr.

Pflegeeltern ist man Tag und Nacht, ist nicht einsehbar, warum man dafür keine Entschädigung erhalten soll.

Nach deiner Theorie dürften Ärzte, Krankenschwester, Erzieher, Pfarrer etc. kein Geld verdienen.

Antwort
von SonjaWeissDas, 145

Du hast recht. Wichtig ist dass die Pflegeeltern das Kind auch lieb haben. Das ist das Wichtigste!

Aber auch für leibliche Kinder bekommen sie nicht nur das Kindergeld. Das Kindergeld reicht nicht aus, um alles zu bezahlen.

Sie sind für leibliche Kinder Unterhaltspflichtig.  Das heisst, derjenige, der Unterhaltspflichtig ist, muss den Rest bezahlen. Notfalls zahlt das der Staat. So ist das für alle Kinder geregelt.

Deshalb bekommen Pflegeeltern nicht nur das Kindergeld, sondern  einen höheren Betrag.

Antwort
von Volkerfant, 100

Manche Eltern oder Paare wollen Kindern helfen, andere Eltern haben Kinder und können nicht arbeiten gehen, wollen aber trotzdem noch ein bisschen Geld nebenher vierdienen.

Diese Eltern können zwar ein Kind aufnehmen und können es gut betreuen, hätten aber eine Menge finanzielle Auslagen und könnten es aus diesen Gründen nicht leisten.

Ich denke, man kann auch eine gute Pflegefamilie sein, wenn das Jugendamt die Auslagen und ein Taschengeld obendrauf, ersetzt.

Antwort
von berlinberlin63, 101

Wahrscheinlich würden sonst noch weniger Leute Pflegekinder aufnehmen, denn Liebe empfindet man nur zu eigenen Kindern - zu Pflegekindern kann sie sich höchstens langsam entwickeln.
Aber Du hast recht, dass das sehr problematisch ist. Ich kenne einen Fall einer Frau, die wahrlich nicht mit Geld umgehen kann und sich jetzt schon das zweite Pflegekind geholt hat, um von dem Geld zu leben. Die Kinder werden von ihr nicht mal ordentlich versorgt. Gegenüber dem Jugendamt spielt sie sehr überzeugend die treusorgende (Pflege)mutter.

Antwort
von Sanja2, 107

Weil man durchaus die Entscheidung trifft um einem Kind ein zu Hause zu geben, das es nicht so leicht hatte. Aber wenn man selbst die Mittel nicht dafür hat, könnte man es nicht. Für die Aufnahme von Pflegekindern gibt es recht hohe Anforderungen, z.B. es muss ein eigenes Zimmer haben. Also steigt die Miete, die Lebenshaltungskosten, .... Wenn man ein Pflegekind aufnimmt kann man nicht so viel arbeiten wie es ohne vielleicht möglich wäre. Es ist durchaus angemessen dafür Geld zu bekommen. In der Regel legen Pflegeeltern durchaus ordentlich was drauf, wenn sie ein Pflegekind haben.

Kommentar von berlinberlin63 ,

Das gilt alles ganz genauso für leibliche Kinder! Mit dem gleichen Recht müsste man Leuten, die sich keine eigenen Kinder leisten können auch stärker finanziell unter die Arme greifen. Deine Argumente sind sehr schwach!

Kommentar von Sanja2 ,

der Unterschied ist aber, dass man sich für oder gegen eigene Kinder entscheiden kann abe für den Staat, die Gesellschaft ist es völlig egal ob man ein Kind bekommt oder nicht. Kinder aber die Pflegeeltern brauchen, die sind da und ihre Bedürfnisse müssen abgedeckt werden. Deshalb ist es durchaus angemessen für diese Kinder auch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen um sie gut groß werden zu lassen. Eine Pflegefamilie ist in der Regel ja auch der bessere Ort gegenüber einem Heim oder einer Wohngruppe.

Kommentar von conelke ,

Wenn man Pflegekinder ohne Entlohnung aufnehmen möchte, dann müsste man einen großen dicken Sack mit viel Geld im Keller stehen haben. Kinder nur aus reiner Nächstenliebe aufzunehmen, ist finanziell gesehen so gut wie unmöglich. Manchmal hat mein ein Pflegekind nur ein paar Tage, vielleicht ein paar Wochen, dann kommt ein anderes Pflegekind, vielleicht für ein paar Wochen oder ein paar Monate. Das wechselt ständig! Es müssen laufend irgendwelche Anschaffungen getätigt werden - immer auf das jeweilige Kind bezogen - das hat man in der Form bei den eigenen Kindern nicht. Da kauft man dem jeweiligen Alter entsprechend eine bestimmte Ausstattung, die man dann auch für einen längeren Zeitraum nutzen kann. Mitunter läßt sich auch gar keine richtige Beziehung zwischen den Pflegeeltern und dem Kind aufbauen, da es nur für ein paar Tage dort verweilt. Die Pflegeltern selbst müssen sich auch vor zu viel Liebe, die sie dem Kind entgegenbringen schützen, da es immer mit einem ungeheuren Trennungsschmerz verbunden ist, wenn das Kind wieder in seine Familie zurückgeht oder in eine Langzeitpflege vermittelt wird.

Kommentar von Sanja2 ,

Liebe/r conelke, da bringst du leider etwas durcheinander. Pflegefamilien sind eine Langzeitunterbringung. Wenn ein Kind in eine Pflegefamilie kommt ist vorher schon klar, dass es voraussichtlich länger dort bleiben wir. Im Gegensatz dazu gibt es Bereitschaftspflegefamilien. Diese nehmen Kinder auch für kurzfristige Unterbringung auf, die klassische Inobhutnahme. Hier kann es dann schon passieren, dass die Kinder nach wenigen Tagen, Wochen oder Monaten wieder gehen. Bereitschaftspflege wird aber auch noch mal anders bezahlt als die normale Pflegefamilie.

Kommentar von conelke ,

Sorry, wenn ich das nicht den Gegebenheiten entsprechend optimal dargestellt habe. Es ändert aber nichts an der Begründung, weshalb Pflegefamilien oder Bereitschaftspflegefamilien dafür entlohnt werden.

Antwort
von Lycaa, 319

Ein kostet monatlich sehr viel mehr, als dass man die Ausgaben nur über das Kindergeld bestreiten könnte. Für viele Familien wäre es also nicht möglich, nur über Liebe und Idealismus ein zusätzliches Kind in der Familie zu finanzieren und dabei den Lebensstandard einigermaßen aufrecht zu erhalten.

Daher ist das Pfegegeld höher als das Kindergeld.

Ein Pflegekind zu betreuen ist in den meisten Fällen eine große Herausforderung, da die Kids nicht ohne Grund nicht in ihrer eigenen Familie großwerden können und viele dadurch "anstrengender" sind, als Kinder, die das Glück hatten, in eine liebevolle Umgebung hineingeboren zu werden.

Da der Staat dankbar ist, dass es Menschen gibt, die bereit sind, diese Aufgabe zu übernehmen, sorgt er dafür, dass wenigtens die Kosten einigermaßen gedeckt sind.

Antwort
von conelke, 221

Dann dürften Erzieher/innen in einem Kindergarten ja auch nicht bezahlt werden, dafür dass sie sich um die Kinder kümmern.

Pflegefamilien nehmen Kinder für eine gewisse Zeit auf, wenn es in der Familie des Kindes Probleme gibt. Sie sollten dem Kind dann in dieser Zeit Zuneigung und ein gefestigtes, routiniertes Umfeld bieten, so dass sich das Kind in dieser Zeit bei ihnen auch wohl fühlt, bis es in die eigene Familie wieder zurück kann.

Doch es ist legitim, dass die Pflegeeltern dafür auch "bezahlt" werden, da sie ja nicht arbeiten gehen können, um Geld zu verdienen - sie bleiben ja zu Hause, um sich um das Kind oder die Kinder zu kümmern - und werden somit von der Institution oder dem Staat entlohnt, die oder der das Kind vermittelt. Es sind ja auch Kosten damit verbunden...wie Kleidung, essen, Zeitaufwand etc..

Anders ist es bei einer Adoption, dann verbleibt das Kind für immer in der Familie, die es aufnehmen möchte und dann findet auch keine Bezahlung statt.

Aber Pflegefamilien bzw. Pflegeeltern arbeiten - einfach gesagt - von zu Hause aus, wie eine Tagesmutter beispielsweise. Nur das die Pflegefamilien das Kind 24 Stunden 7 Tage die Woche haben.

Ich kann Deine Beweggründe durchaus nachvollziehen, doch so einfach ist die Rechnung leider nicht. Trotzdem kann es natürlich sein, dass es einige Pflegefamilien darunter geben kann, die es nicht unbedingt der Kinder zuliebe tun, sondern wegen des Geldes.

Antwort
von Turbomann, 166

@ wooling92

Pflegeeltern das sagt schon das Wort aus. Das sind Kinder, die vielleicht aus zerrütteten Familien kommen und die vorübergehend bei Eltern untergekommen sind, weil die leiblichen Eltern nicht in der Lage sind, sich um ihre Kinder ausreichend zu kümmern.

Wenn solche Kinder in ein Heim kommen würden, dann kosten die ja auch Geld.

Auch eine Tagesmutter bekommt Geld, denn sie kümmert sich in der Zeit, wo die Eltern nicht da sind und dann sollte sie das auch nicht umsonst machen.

Bei adoptierten Kinder ist das was anderes, die bekommen den Namen der Familie und sind somit ab der Adoption ein Familienmitglied.

Antwort
von queanswer, 117

Eventuell ist es Kindergeld für Pflegekinder ?

Kommentar von wooling92 ,

das "Pflegegeld" ist wesentlich höher als Kindergeld

Kommentar von queanswer ,

Achso ja dann..

Antwort
von NickelPump, 86

Weil es ein erheblicher Mehraufwand ist ein Pflegekind zu betreuen.

Antwort
von JuliaSenpai, 104

Sei doch froh das es Pflegeeltern gibt. Ob es manche wirklich nur wegen dem Geld machen kann ich mir eig nicht vorstellen

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