frischling1989 am 19.07.2009 um 19:57 Uhr
ich würd gern ma wissen wieso mir ohrwürmer von liedern bekommen und die so schnell net mehr weggehen?

Weil die sich festgesetzt haben und das Lied so eingängig ist.

Ich habe mal gelesen, das passiert nur bei Liedern, von denen man nicht den gesamten Text kann, wenn man dann einmal den gesamten Text gelesen oder gesungen hat, ist der "Ohrwurm" weg. Weiss aber nicht, ob das wissenschaftlich belegt ist, jedenfalls soll sich das Gehirn mit den fehlenden Textstellen beschäftigen.

Die Eingängigkeit von Ohrwürmern ergibt sich häufig aus der Verwendung bestimmter musikalischer Klischees und einfacher Melodiefolgen (siehe auch Hookline). Neuere Überlegungen, die beispielsweise das Zipfsche Gesetz berücksichtigen, zeigen, dass es eine neurologische Grundlage zu geben scheint, aufgrund derer bestimmte Melodien eingängig sind:
Eine Art Melodietonleiter, die ähnlich zu der Akkordtonleiter durch Reproduktion vortrainierter und einfach zu aktivierender Neuronenfeuermuster bestimmt ist.
In diesem Sinne lässt sich die Tonleiter als Gitter von je um einen Frequenzfaktor 3 verschobenen Grundton interpretieren, das oktavenweise in den hörbaren Bereich zurückverschoben wurde. Bezüglich dieses Gitters benötigt ein Akkord, dessen Grundton um eine Oktave vom Nächsten abweicht, nur eine Nervenzelle zur Identifikation (eine Terz benötigt zwei Nervenzellen, eine Quinte vier, usw.).
Je mehr Nervenzellen zur Akkordidentifikation benötigt werden, desto „schräger“ klingt er, wenn keine dementsprechende Gewöhnung notwendig ist.
Trainingseffekte dieser Art sind in der Musik weit verbreitet.
Ein ähnlicher Mechanismus scheint bezüglich der Wiedererkennung von Melodien vorzuliegen, die besonders eingängig sind.
Besonders erfolgreiche Komponisten derartiger Ohrwürmer zeigen ein offensichtliches Einfühlungsvermögen in die weiträumig verbreiteten Melodienwiedererkennungsmuster, was die „Klischeehaftigkeit“ ihrer Werke bedingt.
Neuere Arbeiten, wie zum Beispiel die des Neurologen Vilayanur Ramachandran, zeigen, dass vermutlich 30 Prozent der Kommandonervenbahnen aus sogenannten Spiegelneuronen bestehen, die es erfolgreichen Komponisten ermöglichen, die Eingängigkeit ihrer Werke zu planen.

was dem gehirn gefällt, das speichert es dauerhaft ab....:-)