Frage von Angebrigi, 161

Warum bekomme eine "Einladung" von Jobcenter, obwohl aktuell die Arge für mich zuständig ist?

Ich war nach einer Operation über 5 Monate (bis zum 4.1.2016) krank, bin auch nur mit Einschränkungen wieder gesund geschrieben. Durch die Erkrankung hat der Arbeitgeber meinen befristeten Arbeitsvertrag auslaufen lassen und ich bin seit dem 1.12.2015 nicht mehr dort angestellt . Ich habe im Sept. 2015 einen Schwerbehindertenausweis bekommen (OP-Folgen). Jetzt wurde mir ein Termin zum Gespräch beim Jobcenter geschickt (bei einer Sachbearbeiterin gegen die ich vor 3 Jahren eine Beschwerde eingereicht habe und die eigentlich schon lange nicht mehr für mich zuständig ist, bzw. von meiner Betreuung abgezogen wurde) mit der Aufforderung, dass ich Bewerbungsnachweise (die ich -mit Begründung- nicht habe) mitbringen soll- natürlich mit den üblichen Sanktionsandrohungen! Da ich aber noch bis vor 16 Tagen krank war, nur mit Einschränkungen wieder arbeitsfähig bin (ein Reha-Antrag auf Umschulung "G100" bei der DRV läuft) und mittlerweile durch mein Arbeitsverhältnis, das 2 Jahre bestand, die Arge für mich zuständig ist, verstehe ich nicht, warum ich wieder beim Jobcenter antanzen muss... Ich weiß jetzt schon, dass die "Dame" versuchen wird meine anstehende Umschulung zu boykottieren und mich kurzfristig in irgendwelche Mini-oder "Billig"-Jobs zu "drücken". Sie hat mir vor 3 Jahren schon einmal eine gute Anstellung versaut (bei der ich nach einem halben Jahr Teilzeit auf Vollzeit eingestellt werden sollte- da waren 4 Monate gerade um und das war beim Jobcenter bekannt), indem ich dort kündigen musste und eine von ihr vermittelte Stelle annehmen musste, zu der ich (auch bekannterweise) körperlich nicht in der Lage war und wo mich der Arbeitgeber erpresst hatte, wenn ich eine Arbeit (schweres Tragen) nicht erledigen konnte, mich bei der Sachbearbeiterin wegen Arbeitsverweigerung (!) zu melden, da er sie persönlich kennen würde... daraufhin hatte ich einen "Arbeitsunfall" (Gebärmuttervorfall durch zu schweres Heben), aufgrunddessen mir dann auch noch fristlos gekündigt wurde (Probezeit). Der Arbeitgeber hat natürlich abgestritten, dass ich mich verhoben habe, weil er mich zu dieser Arbeit gezwungen hat. Nunja... Dumm gelaufen! Ab Dezember 2013 war ich dann in einer anderen Anstellung, die zum Dezember 2015 beendet war, da ich durch eine Tumor-OP am Rückenmark nicht mehr in der Lage bin diese Arbeit auszuüben und seit dem 5.1.2016 ist eigentlich die Arge (die unterstützen mich auch bei der DRV wegen meiner Umschulung) für mich zuständig- das Jobcenter nur wegen eines geringen Aufstockungsbetrages... Ich bin mir jetzt schon sicher, dass die Sachbearbeiterin vom Jobcenter (morgen früh-Fr.,d. 22.1.16- ist der Termin, die Einladung kam gestern) mir wieder in die Parade fahren will- mit Eingliederungsvereinbarungen usw. Montag, d. 25.1.16 habe ich wegen der Förderung zur Umschulung bereits seit 2 Wochen einen Termin bei der Arge- das ist beim Jobcenter bekannt. Den Termin beim Jobcenter muss (!) ich aber wahrnehmen, da sonst die Aufstockung gestrichen wird. Was tun?

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Jobcenter, 116

Wenn du wieder gesund geschrieben bist aber dennoch nicht voll einsatzfähig bist,dann steht dir meines Wissens kein ALG - 1 zu,deshalb musst du dich beim Jobcenter melden,denn du möchtest doch Leistungen beziehen !

Kommentar von Angebrigi ,

Doch, die sind für mich zuständig, denn ich habe zwar körperliche Einschränkungen, aber ich stehe dem Arbeitsmarkt zu Verfügung (für Arbeiten, die mir möglich sind)... Mein körperlicher Zustand wird sich nicht mehr ändern, deshalb unterstützen die mich sogar bei der Umschulung... Ich war auch erstaunt... 

Kommentar von isomatte ,

Du schreibst doch aber das du einen Antrag auf eine Reha/Teilhabe am Arbeitsleben / Umschulung gestellt hast und deshalb gehe ich davon aus das du dem Arbeitsmarkt halt nicht so zur Verfügung stehen kannst wie es sonst der Fall war !

Hast du denn einen Aufhebungsbescheid deines ALG - 1 bekommen ?

Wenn nicht,kann der ja noch kommen,wenn du bis 04.01.2016 krank warst.

Denn wenn du weiterhin Anspruch auf ALG - 1 hast und dieses nicht mit ALG - 2 vom Jobcenter aufstocken musst,dann würdest du auch keine Einladung vom Jobcenter bekommen.

Kommentar von Angebrigi ,

Ich war auch ganz verwundert, aber der ALG 1 -Antrag läuft und die von der Arge sind mir, bis der Antrag zur Umschulung durch ist, sehr entgegenkommend... Sollte ich die Umschulung nicht bekommen, wollen die Herrschaften von der Arge mir Jobvorschläge zukommen lassen, die ich ausführen kann, ohne mich körperlich zu überfordern, bzw. sie wollen mich fördern... Ich weiß nicht, ob die es sich vielleicht noch anders überlegen, aber die meinten, da ich einen Schwerbehindertenausweis habe und es Arbeitgeber gibt, die die Schwerbehindertenquote erfüllen müssen (und die entsprechende Arbeitsplätze eingerichtet haben), dass ich so gesehen vermittelbar sei... Ich war bisher- außer wegen geringer Aufstockungen- nie groß auf das Arbeitsamt angewiesen, da ich immer arbeiten war... und ich kenne mich leider gar nicht aus...

Kommentar von isomatte ,

Mach dich erst mal nicht verrückt und warte dein Gespräch morgen ab !

Du musst beim Jobcenter eine EGV - ( Eingliederungsvereinbarung) nicht unterschreiben,wenn du mit dem Inhalt nicht einverstanden bist und sich deine Vermittlerin nicht auf eine Änderung einlassen möchte.

Das nicht unterschreiben ist nicht sanktionierbar,dann bekommst du die EGV - per Verwaltungsakt mit einer Rechtsmittelbelehrung zugeschickt und dann kannst du gegen diese EGV - einen schriftlichen Widerspruch einlegen und diesen dementsprechend begründen.

Kommentar von Angebrigi ,

Vielen Dank für den Tipp! :-) Ich hatte schon überlegt die EGV mitzunehmen und prüfen zu lassen, gehe aber davon aus, dass die Sachbearbeiterin mir diese nicht aushändigen wird... Ich werde abwarten, was morgen "passiert"... Falls die Dame wieder so garstig (aus persönlichen Gründen) wie damals gegen mich vorgeht, muss ich halt nochmals eine Beschwerde gegen sie einreichen und ggf. um Zuweisung an eine/n andere/n Sachbearbeiter/in bitten... Diesmal lasse ich mir meine berufliche Zukunft nicht kaputtmachen. Muss ja voran gehen, ansonsten kann ich ja gleich Rente beantragen.

Kommentar von isomatte ,

Du bekommst diese EGV - doch dann zugeschickt und da hast du in der Regel nach der Rechtsmittelbelehrung die darin enthalten sein muss 1 Monat Zeit einen schriftlichen Widerspruch einzulegen und in der Zeit kannst du es prüfen lassen !

Das bleibt dir überlassen,wenn du beleidigt wirst oder was auch immer da vorfallen sollte,gegen diese Dame dann eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Amtsleiter einzureichen.

Kommentar von Angebrigi ,

Eine Dienstaufsichtsbeschwerde hat die gute Frau schon einmal von mir bekommen und sie wurde von meiner Betreuung abgezogen. Deshalb verstehe ich nicht, warum ich die auf einmal wieder als Sachbearbeiterin habe... vorher war eine Kollegin von ihr für mich zuständig und mit der gab es nie Probleme. Ich habe bisher auch immer alles dafür getan, dass alles korrekt läuft und es war mir immer unangenehm, wenn ich "aufstocken" musste, weil ich zeitweise zuwenig verdient habe. Ich habe auch immer jedes (!) Jobangebot (die meisten waren befristet) angenommen, weil ich aus dieser "Aufstockungs-u.- Hartz4-Spirale" rauswollte und das wurde mir bisher fast immer in Nachhinein zum Nachteil ausgelegt... denn nun heißt es sogar, weil ich soviele unterschiedliche Beschäftigungen (auch zwangsweise mit Kündigung des vorherigen Jobs) hatte, sei ein klares Berufsbild von mir nicht mehr gegeben und könnte Probleme betr. der Umschulungsbewilligung von Seiten der DRV geben (deshalb wohl die Unterstützung von der Arge)... aber Kopf in den Sand stecken und aufgeben liegt mir nicht...

Kommentar von isomatte ,

Da hat nach längerer Zeit sicher keiner mehr daran gedacht,mit Absicht hat das sicher keiner gemacht,denn die Kunden werden den Vermittlern ja zugewiesen,sie suchen sich diese nicht aus !

Probleme mit der DRV - könntest du in Bezug auf die Bewilligung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben / Umschulung nur bekommen,wenn du in deinen vielen unterschiedlichen Beschäftigungen auch Tätigkeiten ausgeübt hast die du normalerweise nicht mehr ausüben können dürftest,laut deinem erlernten Beruf.

So zumindest meine persönliche Erfahrung.

Kommentar von Angebrigi ,

Mein erlernter Beruf wird nicht mehr unbedingt in Betracht gezogen, da zuviele andere "Sparten" dazwischen waren, die ich aber nur angenommen habe, um nicht arbeitslos zu sein. Ich bin eigentlich Visagistin (da bekomme ich aufgrund meines Alters von 43 Jahren nichts mehr...und weil ich zulange "raus" bin), habe aber in den letzten Jahren überwiegend in der Gastronomie (das wird als "prägende Beschäftigung" anerkannt) gearbeitet. Nach weit über 4 Jahren in branchenfremden Jobs erkennen die Arbeitgeber im eigentlichen Beruf den Abschluss nicht mehr an. Durch das ewige vom Arbeitsamt gebotene "Hin-und-her" im Berufsleben (ich hatte die Jobs anzunehmen, sonst hätte ich Kürzungen und sogar Sperren bekommen) ist auch alles nicht gerade einfacher. Ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt (bei dem ich in meinem eigentlichen Job gearbeitet habe) wird auch nicht anerkannt... Nun hoffe ich, dass es sich die Arge -trotz ihrer Versprechungen- nicht anders überlegt...und -besser noch- die DRV zu meinen Gunsten entscheidet...

Kommentar von isomatte ,

Ja das ist schon nicht einfach !

Aber du solltest bei einer evtl. Ablehnung unbedingt einen Widerspruch einlegen,dass kann mit entsprechender Begründung helfen.

Denn in der Regel lehnen sie erst mal prinzipiell einen Großteil der Anträge ab und erst nach einem Widerspruch wird dann genauer geprüft,war bei mir auch so.

Kommentar von Angebrigi ,

:-) Ich freue mich, dass es bei Dir augenscheinlich geklappt hat und Du Deine Umschulung bekommen hast... und ich freue mich auch, dass Du Dich so gut auskennst und Dein Wissen teilst... ;-) 

In erster Instanz wurde der Antrag von der DRV abgelehnt, den Widerspruch habe ich eingelegt und jetzt wird nochmal geprüft. 

Der Antrag wurde während meiner Anschlussheilbehandlung/ Reha auf Drängen der Rehamediziner von dem Sozialberater für mich gestellt.

Bei einem Telefonat mit der DRV (wegen dem Widerspruch) wurde mir gesagt, dass meine Chancen nicht schlecht stehen würden, dass mir letztendlich die Umschulung gewährt würde. Von der Arge wurde mir zugesichert, dass sie mich mit allen Kräften unterstützen würden... 

Nun bleibt es nur zu hoffen, dass das so langsam mal ans Laufen kommt... Ich sitze auf heißen Kohlen...

Kommentar von isomatte ,

Ob das Wissen dann auch so korrekt ist müsste ein Experte beurteilen,steht zwar bei mir auch,aber diesen Titel habe ich mir nicht selber gegeben,aber wenn es andere weiter bringt und meine Antworten helfen,mache ich das gerne !

Ja,Erfolg hatte ich zwar mit meinem Widerspruch und die Teilhabe am Arbeitsleben wurde dann bewillig,aber wenn ich vorher gewusst hätte was mich da erwartet hätte ich das nicht gemacht.

Ich bin davon ausgegangen das es sich um eine kurze Umschulung handelt,so war es zumindest mit dem Rentenberater besprochen.

Was dann am Ende kam war eine 6 monatige Maßnahme,3 Monate Theorie und geplante 3 Monate Praxis in einer geeigneten Firma,die man dann auch noch durch Eigenbemühungen finden sollte.

Die Leute die da mit mir angefangen haben waren alle zwischen 44 - 57 Jahre alt,da ging es den ganzen Tag nur um schulische Sachen,angefangen mit Mathe und Deutsch über Töpfern und Idiotentests.

Eine Arbeit habe ich dadurch auch nicht gefunden,dass was dann entschädigt hat war das Übergangsgeld in dieser Zeit,da habe ich mit Verpflegungsgeld fast 1200 € im Monat gehabt.

Kommentar von Angebrigi ,

Naja, von der Alterklasse her würde ich ja ganz gut in so eine "Maßnahme" reinpassen... auf diese seltsamen Tests dürften die gern verzichten. Die müssten doch wissen, wer geeignet ist oder nicht... ;-)

Ich werde zwar bestimmt nicht soviel Übergangsgeld bekommen, aber ich hoffe mal, dass ich eine Umschulung, bzw. Qualifizierung bekomme, um nicht "auf der Stelle zu treten" und um voran zu kommen. 

Es sieht zwar bisher alles ganz positiv aus (auch von Seiten des Jobcenters und der Arge), aber wenn ich mitbekomme (in der Familie und im Bekanntenkreis) wer alles mittlerweile unter welchen "geistigen Voraussetzungen" eine Förderung in Bereichen bekommen hat, für die man eigentlich ein gewisses Maß an Intelligenz benötigt- dann wird mir ganz schlecht. Diese Leute wurden z.T. in Maßnahmen, die sie nicht (!) wollten, gezwungen... -und Leute, die gerne an einer Maßnahme teilnehmen möchten und sich Mühe geben würden, werden ausgebremst/ abgewiesen... Ein Witz! Da stimmt doch etwas mit unserem System nicht...

>>>Ein Großteil der ehemals "Geförderten" hatte anscheinend kein Interesse daran wirklich weiterzukommen, bzw. "geht" ohne Interesse an die Maßnahme "ran"- inkl. häufiges Krankfeiern, lustloses "Zeit-absitzen" und ohne das Ziel erreichen zu wollen/ erreicht zu haben - Hauptsache das Geld lief weiter... Das ist traurig und wahrscheinlich stellen sich die DRV und die Arbeitsagenturen mittlerweile so an, bevor eine Teilnahme bewilligt wird...<<< So zumindest die Aussage einer Dozentin, die ich über die Arge kennengelernt habe und die seit Jahren Maßnahmen im kaufmännischen Bereich leitet... 

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du eine gute Anstellung findest, denn ich bin mir sicher, dass Du einer Derjenigen bist, die sich immer durchgeboxt haben, um alles zu schaffen- und dem das nicht egal ist, wie es weitergeht... Ist schon ein "Ding", dass die Absolventen nicht bei der Jobsuche unterstützt werden... Es sollte vorausgesetzt werden, dass die Umschulungseinrichtungen (verpflichtend) bei der Jobsuche behilflich sind, denn die verdienen schließlich nicht schlecht an den Umschülern...

Good luck!!!

P.s.: Den Expertenstatus hast Du Dir verdient... 

Kommentar von isomatte ,

Das ist so,hier geht es oft nicht darum jemanden in eine Maßnahme oder Umschulung zu bringen der sie auch braucht oder wünscht,sondern nur darum diese Lehrgänge dann auch so schnell es geht voll zu bekommen,egal ob geeignet oder nicht !

Die Hilfe kam dann erst ca. 2 Wochen vor der Angst,wenn bis dahin nicht von selber ein passender AG - gefunden wurde,dann haben sie sich von früh bis nachmittag nicht sehen lassen,haben uns Aufgaben gegeben und die ganze Zeit nur telefoniert um einen AG - zu finden.

Dabei war es dann egal,ob dieser deinen Vorstellungen aus deinen vorherigen Bemühungen entsprach oder nicht,Hauptsache sie haben dich irgendwo untergebracht.

Wenn das nichts geworden ist oder man es auf Arbeit nicht geschafft hat,dann ging es zurück in die Schule und die Suche ging weiter.

Kommentar von Angebrigi ,

Auweia... :-/

Da kann ich mich wohl auf etwas gefasst machen... Mal gucken, wie es weitergeht...

Nochmal ein dickes Dankeschön an Dich... Gute Tipps! 

Kommentar von isomatte ,

Das wird sicher nicht die Regel sein,wird schon alles gut gehen bei dir,drücke dir die Daumen !

Gern geschehen.

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